Beschreibung
Menschen nach erfahrener Hirnschädigung werden plötzlich im Laufe ihrer gelebten Biografie mit Behinderungserfahrungen konfrontiert, die sich auch auf das Erleben von Partizipation auswirken. Mittels einer erweiterten Qualitativen Strukturalen Analyse der sozialen Netzwerke, die Ort und Bedingung für Partizipationsprozesse darstellen, gelingt eine Annäherung an das subjektive Partizipationserleben des Personenkreises.
Katrin Lake widmet sich der Fragestellung, wie Menschen nach erfahrener Hirnschädigung ihre Partizipation und Partizipationsmöglichkeiten aus subjektiver Perspektive erleben. Ausgehend von der Erkenntnis, dass soziale Netzwerke Ort und Bedingung von Partizipation darstellen, erfolgt der methodische Zugang über eine qualitative Erhebung egozentrierter, sozialer Netzwerke durch leitfadengestützte Netzwerkkarteninterviews. Die Autorin wertet diese an der Qualitativen Strukturalen Analyse (QSA) orientiert aus. Im Zuge der Einzelfallanalysen konstituiert sich, dass die Forschungsteilnehmenden aktiv gelebte Partizipation und Bemühungen um diese in Abhängigkeit ihrer Netzwerkstrukturen und -positionen zeigen. Darauf aufbauend werden in der fallübergreifenden Analyse Handlungsmustern zum Erleben von Partizipation rekonstruiert und über eine Clusterung der zehn generierten Handlungsmuster, vier Motive gelebter Partizipation herausgestellt. So gelingt eine erste Systematik des sich relational in sozialen Netzwerken ausbildenden subjektiven Sinns, der die aktiv gestaltete Partizipation von Menschen nach erfahrener Hirnschädigung leitet.
Aus den Erkenntnissen ergeben sich für Disziplinen im Kontext der Teilhabeforschung, den Personenkreis und die fachliche Praxis Potenziale im Hinblick auf die Relevanz einer gesteigerten Netzwerksensibilität zur Erfassung und Förderung der Partizipation und Partizipationsmöglichkeiten des Personenkreises. Darüber hinaus gelingt eine methodische Weiterentwicklung der QSA. Die daraus resultierenden Anregungen können für zukünftige netzwerkanalytische Studien fruchtbar gemacht werden, die die subjektive Perspektive und Sinnzuschreibungen zum Gegenstand haben.
Die Autorin:
Dr.in Katrin Lake, Lehrkraft für besondere Aufgaben, Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, Standort Köln
Die Fachbereiche:
Soziale Arbeit, Rehabilitationswissenschaften, Außerschulische Sonderpädagogik







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