Beschreibung
Soziale Arbeit wirkt – aber nicht für alle gleich. Die Autorin zeigt, wie Adressat*innen sozialarbeiterische Angebote je nach Klassenposition als Unterstützung oder als bloßes „Absitzen“ erleben. Auf Basis klassismuskritischer Theorie und rekonstruktiver Forschung legt das Buch offen, wie Soziale Arbeit Klassenverhältnisse reproduziert und was das für eine reflektierte Praxis bedeutet.
Die Autorin macht sichtbar, wie junge Adressat*innen Sozialer Arbeit Klassenverhältnisse im konkreten Vollzug sozialarbeiterischer Maßnahmen erleben. Analysiert werden ihre Erzählungen, Bewertungen und Umgangsweisen mit Anforderungen, Erwartungen und Anerkennungsordnungen. Dabei zeigt sich, dass Maßnahmen je nach sozialer Position als unterstützend, sinnvoll und anerkennend oder als entwertend, fremdbestimmt und sinnentleert erfahren werden.Anhand kontrastreicher Gruppendiskussionen wird deutlich, wie sich Leistungsnormen, Anpassungsdruck und soziale Schließung in Interaktionen mit Fachkräften einschreiben. Soziale Arbeit erscheint damit nicht nur als Hilfe, sondern auch als Ort, an dem Klassenunterschiede stabilisiert werden können. Die Ergebnisse laden dazu ein, professionelle Haltungen, Maßnahmendesigns und institutionelle Logiken klassismuskritisch zu prüfen, um unbeabsichtigte Ausschlüsse und Widerstände zu vermeiden.
Die Autorin:
Tamara Sabrina Zillig promovierte mit dieser Arbeit an der Hochschule Koblenz und der Universität Kassel.
Der Fachbereich:
Soziale Arbeit







Bewertungen
Es gibt noch keine Bewertungen.