Beschreibung
Wie verläuft die Literacy-Sozialisation von Kindern? Welche Bedingungen fördern oder hemmen in ihrem Zusammenwirken das Hineinwachsen und die Teilhabe an schriftsprachlicher Kultur? Diesen Fragen wird in einer ethnographischen Studie nachgegangen, die die Kinder einer Schulklasse vier Jahre lang forschend begleitet. Dabei steht nicht nur die Sozialisationsinstanz Schule im Fokus; es werden auch die vorschulischen Literacy-Umfelder in Familie und Kindergarten retrospektiv beleuchtet.
SchulanfängerInnen zeigen im schriftsprachlichen Bereich äußerst heterogene Voraussetzungen. Wie kann dieser Heterogenität pädagogisch und didaktisch angemessen begegnet werden, damit die vielfältigen Unterschiede nicht zu einer Chancenungleichheit bei der Ausbildung von Literacy führen? Die Diskussion dieser Frage erfordert zunächst eine Untersuchung der Ursachen dieser Verschiedenartigkeit. Eine Intention der Literacy-Studie ist es deshalb, herauszuarbeiten, welche Bedingungen die Kinder in ihren vorschulischen Lebensumwelten vorfinden und erfahren. Weiterführend gilt es zu erforschen, welche dieser Gegebenheiten und Impulse das Hineinwachsen in die schriftsprachliche Kultur unserer Gesellschaft und die Teilhabe daran befördern und sich günstig auf die schulische Sozialisation auswirken. Auch das Zusammenspiel der daran beteiligten Instanzen interessiert in diesem Kontext. Vor dem Hintergrund dieses Forschungsinteresses verfolgt die als ethnographische Collage angelegte Längsschnittstudie die Literacy-Sozialisation von Kindern über einen Zeitraum von vier Jahren. Die SchülerInnen einer Klasse werden während ihrer gesamten Grundschulzeit forschend begleitet. Retrospektiv wird darüber hinaus ein Blick auf die vorschulischen Anregungsbedingungen in Familie und Kindergarten geworfen. Erfolgreiches Lernen in der Schule setzt ein Anknüpfen an die Lernausgangslage voraus, die von den differenten Erfahrungen der Kinder im familialen und elementarpädagogischen Umfeld und von ihrer Rolle als Ko-Konstrukteure ihrer Wirklichkeit geprägt wird. Auf der Basis der sehr unterschiedlichen Ausgangsbedingungen stellt die Studie beispielhaft eine Unterrichtskonzeption vor, die mittels eines differenzierenden Ansatzes darauf zielt, eine günstige Literacy-Sozialisation der SchülerInnen zu unterstützen.
Die Autorin:
Waltraud Richter-Greupner,
Lehramtsstudium und Promotion im Fachbereich Erziehungswissenschaften an der Goethe-Universität in Ffm. – Forschungsschwerpunkte: Kindheit und Schriftsprachkultur
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Target group: WissenschaftlerInnen im Bereich Erziehungswissenschaften
Keywords: Literacy-Sozialisation, Lebensumwelten, Grundschule
Fachbereich: Educational Science
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