Beschreibung
Die Sicherung der psychischen Gesundheit stellt im Baugewerbe aufgrund branchenspezifischer Belastungsfaktoren eine zunehmende Herausforderung dar. Ein wirksames Instrument zur Förderung der Gesunderhaltung im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung kann Gesundheitscoaching sein. Die Autorin untersucht, unter welchen Bedingungen Coaching in kleinen und mittelständischen Bauunternehmen (KMBU) angenommen und genutzt wird. Auf Basis von Experteninterviews identifiziert sie Akzeptanzfaktoren und entwickelt das Dynamische Akzeptanz-Bewertungs-Wirkmodell (DABW) als Orientierung für die Einführung von Coaching in KMBU.
Gesundheitscoaching wird in der Forschungsliteratur als potenziell wirksames Instrument zur Förderung der Gesunderhaltung beschrieben und kann als Beratungsformat im Kontext der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) eingeordnet werden. Die Autorin beschäftigt sich ausgehend von Experteninterviews mit Geschäftsführungen und Verantwortlichen für Personal- und Gesundheitsthemen in KMBU mit den Nutzungskontexten, Akzeptanzbedingungen und Implementierungsbarrieren sowie wahrgenommene Auswirkungen von Coaching.
Die Ergebnisse zeigen, dass Coaching in den Unternehmen mehrheitlich zumindest in Teilen eingesetzt wird, die Befragten den Begriff jedoch unterschiedlich verwenden und deuten. Einige nutzen Coaching als prozessorientierte Hilfe zur Selbsthilfe, einige haben Coaching bereits formell in ein BGF-Programm integriert. Insgesamt kommt Coaching meist punktuell zum Einsatz. Die Autorin identifiziert verschiedene Einflussfaktoren der Akzeptanz, die in drei Kategorien eingeordnet wurden: betriebliche Strukturen, Einstellungen der Mitarbeiter und Eigenschaften der Interventionen. Die empirischen Befunde deuten darauf hin, dass auch ohne eine eigenständige Abteilung für betriebliches Gesundheitsmanagement BGF-Maßnahmen in KMBU erfolgreich umgesetzt werden können, sofern sie betrieblich im Rahmen einer Gesundheitskultur eingebettet und kommunikativ begleitet werden. Die Einbindung der Geschäftsführung und Führungskräfte spielt dabei eine maßgebliche Rolle. Das entwickelte Akzeptanzmodell „DABW“ beschreibt einen möglichen Akzeptanzprozess und bietet damit eine Orientierung für die praktische Einführung gesundheitsförderlicher Maßnahmen, insbesondere von Coaching, in KMBU.
Die Autorin:
Dr. Natalia Schneiders promovierte in den Erziehungswissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und arbeitet freiberuflich als Systemische Beraterin und Gesundheitscoach sowie Referentin für Gesundheitsförderung im Raum Düsseldorf.
Die Fachbereiche:
Erziehungswissenschaft, Psychologie







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