Inhalt
FuG – Zeitschrift für Fußball und Gesellschaft
1-2025: Grenzüberschreitungen, Band 2: Grenzgebiete
Editorial
Patrick Arnold / David Johannes Berchem / Nina Dorafschan / Jochem Kotthaus: Grenzüberschreitungen, Bd. 2: Grenzgebiete
Beiträge
Nina Dorafschan / Jochem Kotthaus: Grenzüberschreitungen bearbeiten. Organisationale Ermöglichungs- und Verhinderungsstrukturen anti-rassistischer und anti-sexistischer Pädagogik
Tobias Falke: Gewaltprävention im Amateurfußball (Ein Projekt im Fußballkreis Dortmund)
Axel Faix / Markus Breuer: Stärkeres Engagement von Investoren im deutschen Profifußball? Analysen und Ergebnisse einer empirischen Untersuchung zu Bewertungen aus Fansicht
Thaya Vester: Game over – Ein Überblick über die Bandbreite konfliktbedingter Spielabbrüche im deutschen Amateurfußball
Janine Ulbrich / Peter Vignold: „Ehrlichere Emotionen gibt es nicht.“ Grenzüberschreitungen und Fanexzesse im deutschen Fußballspielfilm
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Abstracts
Grenzüberschreitungen bearbeiten. Organisationale Ermöglichungs- und Verhinderungsstrukturen anti-rassistischer und anti-sexistischer Pädagogik (Nina Dorafschan und Jochem Kotthaus)
In diesem Beitrag werden die Rahmenbedingungen anti-rassistischer und anti-sexistischer Pädagogik in Fanprojekten, empirisch gesehen deren Hauptarbeitsfeld, auf ihre organisationalen Bedingungen hin untersucht. Es ist im Ergebnis weniger das Geschick der tätigen Kolleginnen und Kollegen oder die tatsächliche bzw. gefühlte Gegenwehr der Klientel, welche diese Art anti-diskriminatorischer Arbeit ermöglicht oder verhindert, sondern vielmehr die Strukturen und die Situation des Vereins, dem die Fanprojekte angeschlossen sind, und seines Umfelds. Schlüsselwörter: Organisation, Fanprojekte, Fußballverein, soziales Umfeld, Sozialarbeiter:innen
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Gewaltprävention im Amateurfußball (Ein Projekt im Fußballkreis Dortmund) (Tobias Falke)
Der Beitrag beleuchtet Gewalt im Amateurfußball als körperliche Angriffe oder Bedrohungen rund um Spiele und spielfeldnahe Situationen. Er ordnet das Thema in gesellschaftliche und verbandliche Entwicklungen ein und zeigt, wie Emotionen, Statuskonflikte und Rollenbilder von Spieler:innen, Trainer:innen, Zuschauer:innen und Offiziellen Eskalationen begünstigen können. Nach einem Überblick zu Befunden, Definitionsproblemen und DFB-Instrumenten (Meldekategorien, Kapitänsregel, STOPP-Konzept) werden Präventionslogiken von primär bis tertiär eingeordnet und mit sozialarbeiterischen Mikro-, Meso- und Makroebenen verknüpft. Im Zentrum steht die AG „Gewaltprävention“ des Fußballkreises Dortmund: Alle Sportgerichtsfälle fließen in ein Punktesystem, das pro Halbserie die fünf auffälligsten Vereine identifiziert. Mit deren Vorständen werden in strukturierten Gesprächen Ursachen analysiert, Ziele nach der SMART-Methode festgelegt und passende Maßnahmen abgeleitet, begleitet und nachverfolgt. Abschließend diskutiert der Text Grenzen, Arbeitsaufwand und Evaluationsbedarf, betont aber den Innovationskern: partnerschaftliche Verantwortungsübernahme im Verein statt reiner Täter:innenfokussierung. Das Dortmunder Modell verbindet Daten, Beratung und Qualifizierung und lädt Vereine ein, Kultur und Strukturen konsequent nachhaltig zu verändern.
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Stärkeres Engagement von Investoren im deutschen Profifußball? Analysen und Ergebnisse einer empirischen Untersuchung zu Bewertungen aus Fansicht (Axel Faix und Markus Breuer)
Der Beitrag behandelt angesichts der Ende 2023 getroffenen Entscheidung zur Aufnahme von Verhandlungen durch die DFL mit Investoren über eine Beteiligung an der Vermarktung der Liga und den späteren Fanprotesten die Frage: Wie bewerten Fußballfans in Deutschland die (intendierten) Investorenaktivitäten im Profifußball? Die Ergebnisse basieren hauptsächlich auf einer Online-Befragung (CAWI) unter Fans, die im Dezember 2023 – also vor der Entscheidung der DFL gegen die Aufnahme von Verhandlungen mit einem Finanzinvestor – über die Plattform FanQ mit 2.090 Personen durchgeführt wurde. Die Entscheidung zum Investoreneinstieg bei der DFL wie auch Beteiligungen von Investoren an Proficlubs werden insgesamt überwiegend abgelehnt und Fanproteste befürwortet. Unter den Gründen, die gegen einen Investoreneinstieg auf dieser Ebene sprechen, dominiert die Gefahr einer stärkeren Kommerzialisierung. Eine spezifische Betrachtung der besonders negativ eingestellten Befragten verdeutlicht aber, dass vor allem ein Verlust der sportlichen Integrität und der „Seele“ des Spiels diese Bewertung erklärt. Schlüsselwörter: DFL, Investoren, Kommerzialisierung, Fanproteste, Multiclub Ownership
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Game over – Ein Überblick über die Bandbreite konfliktbedingter Spielabbrüche im deutschen Amateurfußball (Thaya Vester)
Wenn sich in einem Spiel konfliktäre Auseinandersetzungen dergestalt zutragen, dass sie keine Spielfortsetzung mehr erlauben, stellt dies zweifelsohne den worst case im organisierten (Fußball-)Sport dar. Statistisch betrachtet passiert dies zwar nur sehr selten; dennoch beschäftigen gewalt- und diskriminierungsbedingte Spielabbrüche wiederkehrend nicht nur Vereine und Verbände, sondern auch die mediale Öffentlichkeit. Trotz des großen Interesses ist kaum systematisiertes Wissen bezüglich der Frage vorhanden, welche Fallkonstellationen sich hinter diesen Ereignissen verbergen. In diesem Beitrag sollen daher sowohl das Ausmaß als auch Ausprägungen und Umstände solcher Vorfälle beleuchtet werden. Schlüsselwörter: Spielabbruch, Amateurfußball, Sportgerichtsbarkeit, Gewalt, Deutscher Fußball-Bund
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„Ehrlichere Emotionen gibt es nicht.“ Grenzüberschreitungen und Fanexzesse im deutschen Fußballspielfilm (Janine Ulbrich und Peter Vignold)
Der Artikel befasst sich mit narrativen Legitimierungsstrategien für grenzverletzende Fan-Exzesse im deutschen Fußballfilm. Im Fokus der Untersuchung stehen ‚loyale Fans‘, also solche, die nicht durch ihre Gewaltbereitschaft gekennzeichnet sind, deren individuelle ökonomische Krise bzw. kollektive Krise von Besitzverhältnissen sich mit einer Krise des Lieblingsvereins bzw. der Identität als Fan zu einer Krise der patriarchalen Ordnung multipliziert, der mit narrativ legitimierter Gewalt begegnet wird. Die Krisen männlicher Fußballfans in den untersuchten Filmen Fußball ist unser Leben (D 2000, Tommy Wigand), Volltreffer (D 2016, Granz Henman) und Die Wilden Kerle (D 2003, Joachim Masannek) sind daher vor allem als Krisen der Männlichkeit zu verstehen, in der durch den Erzählmodus der Komödie narrativ legitimierte Gewalt gegen ‚Andere‘ – sei es durch Gender, Klasse oder ethnische Differenz markiert – als zentraler Mechanismus zur Identitätsbehauptung inszeniert wird. Schlüsselwörter: Fußballfilm; Ruhrgebietsfilm; Kinderfilm; Krise der Männlichkeit; doing fandom
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