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ISSN: 0173-184x

PERIPHERIE 2-2017 (Heft 146-147) | Rassismus global

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ISSN: 0173-184x

Inhalt

PERIPHERIE 2-2017 (Heft 146-147) | Rassismus global

Gerhard Hauck: Wer vom Rassismus redet, darf vom Kapitalismus nicht schweigen
Céline Barry: Die Bedeutungen von tubaabité. Rassismuskritische Perspektiven auf das postkoloniale Dakar
Nicolas Wasser: Prekäre Differenzen. Diversity, (Anti-)Rassismus und brasilianische Singularitäten
Daniel Bendix / Aram Ziai: Rassismusanalyse in der Entwicklungsforschung am Beispiel deutscher reproduktiver Gesundheitspolitik in Tansania
Albert Scherr: Rassismus, Post-Rassismus und Nationalismus. Erfordernisse einer differenzierten Kritik
Ulrike Marz: Annäherungen an eine Kritische Theorie des Rassismus
Floris Biskamp: Rassismus, Kultur und Rationalität. Drei Rassismustheorien in der kritischen Praxis
Bettina Engels: Wann werden Konflikte manifest? Politische Opportunitätsstrukturen für Proteste gegen Goldbergbau in Burkina Faso

Diskussion
Aram Ziai / Daniel Bendix: Rassismus global und in Deutschland. Fünf Thesen

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Einzelbeitrag-Download (Open Access/Gebühr): peripherie.budrich-journals.de
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Zusätzliche Information

Verlag

ISSN

0173-184X

eISSN

2366-4185

Jahrgang

37. Jahrgang 2017

Ausgabe

2 (146/147)

Erscheinungsdatum

Aug-17

Umfang

231

Sprache

Deutsch

Format

14,8 x 21 cm

DOI

https://doi.org/10.3224/peripherie.v37i2

Open Access-Lizenz

https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de

Homepage

https://peripherie.budrich-journals.de

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Autor*innen

Schlagwörter

Bergbau, Bevölkerungspolitik, Brasilien, Burkina Faso, Dakar, Deutschland, Extraktivismus, Gesundheitspolitik, Grounded Theory, Immanuel Kant, Islamophobie, Kapitalismus, Kritische Theorie, Meritokratie, Nationalismus, Post Rassismus, Postkolonialismus, Rassismus, Rassismustheorie, Senegal, Tansania, Tubaabité, Ungleichheit

Abstracts

Wer vom Rassismus redet, darf vom Kapitalismus nicht schweigen (Gerhard Hauck)
Der Fokus des Artikels liegt auf der Wechselwirkung zwischen Kapitalismus als sozioökonomischem und Rassismus als soziokulturellem System. Diese Wechselwirkung wird historisch analysiert, beginnend mit der Etablierung des kapitalistischen Weltsystems im langen 16. Jahrhundert auf der einen Seite, den rassistischen Bestandteilen in der Philosophie der Aufklärung auf der anderen. Im 19. Jahrhundert, als sich die Bourgeoisie als Teil der herrschenden Klasse etabliert hatte, wurde der Rassismus „wissenschaftlich“; die Biologie wurde zur die Diskriminierung von Fremdgruppen legitimierenden Leitwissenschaft. Später trat die Psychologie in ihrer intelligenz-messenden Variante, im frühen 20. Jahrhundert schließlich die „Rassenhygiene“ an ihre Seite. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Rassenkonzept in den Hintergrund gedrängt. Seine Stelle nahm der Kulturbegriff ein, die Diskriminierungspraktiken aber blieben die selben.
» Einzelbeitrag kostenlos herunterladen (Budrich Journals)

Die Bedeutungen von tubaabité. Rassismuskritische Perspektiven auf das postkoloniale Dakar (Céline Barry)
Weiße Herrschaft stellt auch nach dem formalen Ende von Kolonialherrschaft eine Realität dar, mit der sich Afrikaner*innen in ihrem Alltag auseinandersetzen müssen. Trotzdem bleibt die Forschung zu rassistischen Strukturen in gegenwärtigen Afrikanischen Kontexten marginal. Dieser Beitrag geht der Frage nach, inwieweit kolonial-rassistische Verhältnisse die heutige Dakarer Gesellschaft strukturieren. Auf der Basis einer empirischen Analyse Schwarzer Perspektiven erforsche ich die Bedeutungen des Begriffs „tubaab“, der zum alltäglichen senegalesischen Sprachgebrauch gehört und ‚den Kolonisierer’ in seinen multiplen Facetten adressiert. Tubaab bezeichnet weißsein und/oder Westlichsein. Darüber hinaus wird tubaab mit Schwarzen und anderen People of Color assoziiert, um auf Situationen kultureller Assimilation und der Mitwirkung an (Re-)Kolonisierungsprozessen hinzudeuten. So erweist sich das Konzept der tubaabité als fruchtbar, um rassifizierte Hierarchien in Dakar in ihrer intersektionalen Komplexität zu thematisieren. Meine Analyse hebt die Notwendigkeit einer Forschungspraxis hervor, die Artikulationen rassistischer Herrschaft in ihren spezifischen Machtkontext einbettet und berücksichtigt, dass die uns zur Verfügung stehenden rassismuskritischen Konzepte neuen, sich wandelnden postkolonialen Wirklichkeiten angepasst werden müssen. Schlagwörter: weißsein, Rassismus, Kolonisierung, Postkolonie, Grounded Theory, tubaab, Senegal, Dakar
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Prekäre Differenzen. Diversity, (Anti-)Rassismus und brasilianische Singularitäten (Nicolas Wasser)
In neoliberalen Zeiten stellt sich zunehmend die Frage, ob das Versprechen von Diversity im Namen der Profitmaximierung zur mehr Gleichberechtigung von Minderheiten führt. Der vorliegende Beitrag spürt der Verwertung, aber auch den Brüchen mit der spätkapitalistischen (Anti-)Rassismuslogik in einem brasilianischen Modeunternehmen nach. In einem ersten Schritt wird dargestellt, welche Identitäts- und Anerkennungswünsche junge schwarze Angestellte durch ihre Arbeit artikulieren und welchen Widersprüchen sie begegnen. Im zweiten Schritt wird versucht, die subjektiven Erfahrungen im regionalen Kontext (anti)rassistischer Diskurse zu betrachten. Welche Verbindungslinien gibt es im brasilianischen Fall zu den national(istisch)en Mythen der harmonischen „Rassenmischung“? Schließlich wird im letzten Schritt anhand von zwei aktuellen Beispielen politischen Handelns einer jungen Generation von Marginalisierten aus São Paulo skizziert, welche Fluchtlinien und Widerstände sich gegen den Imperativ der vermarkteten mestiçagem abzeichnen. Schlagwörter: Diversity, (Anti-)Rassismus, Kapitalismus, Brasilien, mestiçagem
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Rassismusanalyse in der Entwicklungsforschung am Beispiel deutscher reproduktiver Gesundheitspolitik in Tansania (Daniel Bendix, Aram Ziai)
Ausgehend von einer Betrachtung der bisherigen Beschäftigung mit Rassismus in der deutschsprachigen Politikwissenschaft erörtert dieser Artikel, wie das Potenzial der Entwicklungsforschung für die Untersuchung von Rassismus genutzt werden kann. Entwicklungsforschung mit ihrem Interesse an globaler sozioökonomischer Ungleichheit scheint besonders geeignet zu sein, Rassismus als umfassenden globalen Komplex mit diskursiven und materiellen Dimensionen zu verstehen. In diesem Artikel wird argumentiert, dass der Fokus auf Rassismus als Ungleichheit stützendes diskursives Phänomen nicht ausreichend ist, um dessen Wirkmächtigkeit zu erfassen. Wie Rassismus materieller verstanden und analysiert werden kann, wird in diesem Beitrag anhand des Beispiels deutscher Entwicklungspolitik im Bereich reproduktive Gesundheits und Bevölkerungspolitik in Tansania aufgezeigt. Schlagwörter: Rassismus, Entwicklungsforschung, globale Ungleichheit, reproduktive Gesundheit, Bevölkerungspolitik, Deutschland
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Rassismus, Post-Rassismus und Nationalismus. Erfordernisse einer differenzierten Kritik (Albert Scherr)
Der vorliegende Beitrag zielt auf eine Präzisierung der begrifflichen Grundlagen von Rassismus- und Nationalismuskritik. In Abgrenzung gegen eine generalisierte Verwendung des Rassismusbegriffs wird dazu zunächst, in Anschluss an die angelsächsische Rassismusforschung, für eine differenzierte Analyse historischer und gegenwärtiger Rassismen plädiert. Vor diesem Hintergrund wird dann argumentiert, dass für das Verständnis der Reproduktion globaler Ungleichheiten eine Analyse von Nationalstaatlichkeit und Nationalismus erforderlich ist, die nicht zureichend in der Perspektive der Rassismuskritik entwickelt werden kann, sondern diese überschreiten muss. Schlagwörter: Nationalstaatlichkeit, Nationalismus, Rassismus, Meritokratie, globale Ungleichheiten
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Annäherungen an eine Kritische Theorie des Rassismus (Ulrike Marz)
Der Artikel umreißt Elemente einer Kritischen Theorie des Rassismus in der Tradition Horkheimers und Adornos mit besonderem Fokus auf die Verbindung von warenproduzierender Gesellschaft und ihr entsprechender Formen des Bewusstseins. Im Fokus steht die Frage, ob die autoritäre Persönlichkeit als ein prototypisches Ergebnis der kapitalistischen Sozialform auch heute noch analysiert werden kann. Eine Darstellung der Verschiebungen und Zuspitzungen in der neoliberalen warenproduzierenden Gesellschaft zeigt, dass sich sowohl die Subjektkonstitution wie auch die Form des Rassismus verändert haben. Soziale Veränderungen und Verschiebungen in der Subjektkonstitution verlangen eine Modifikation des ursprünglichen Konzeptes der autoritären Persönlichkeit insbesondere in Hinblick auf seine Entstehung. Vier Aspekte verweisen auf solch eine notwendige Modifikation: (1) eine substantielle, aber nicht kategoriale Verschiebung von der »Rasse« zur Kultur in der rassistischen Argumentation, (2) eine zunehmende Selbst-Führung und Selbstinszenierung der Subjekte, (3) die untergeordnete Bedeutung eines konkreten »Führers« und (4) die abnehmende Bedeutung der patriarchalischen Kleinfamilie. Wirksam wird Rassismus heute vor allem im Rahmen einer konformistischen Revolte, in dem eine »konformistisch-egoistische Persönlichkeit« agiert. Schlagwörter: Rassismus, Kritische Theorie, Krise, autoritäre Persönlichkeit, Soziologie
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Rassismus, Kultur und Rationalität. Drei Rassismustheorien in der kritischen Praxis (Floris Biskamp)
Der vorliegende Beitrag nimmt zwei Kernfragen der Rassismustheorie auf: erstens die Frage nach dem Verhältnis von Rassismus und Rationalität sowie zweitens die Frage, welches Sprechen über Kultur als rassistisch auszuweisen ist. Dabei vergleicht der Autor zunächst zwei rassismustheoretische Ansätze, deren Antworten auf diese Fragen er anhand der Bewertung von Kants Rassentheorie im Kontext seines Gesamtwerks sowie anhand der Diskussionen um antimuslimischen Rassismus vergleicht. Auf der einen Seite steht ein Verständnis von Rassismus als Ideologie oder falsches Bewusstsein. Der in diesem Ansatz vertretene emphatische Vernunftbegriff ermöglicht es, eine herrschaftskritische Position zu begründen sowie eine Grenze zwischen rassistischen und kritischen Formen des Sprechens über Kultur zu ziehen; der Fokus auf die Bewusstseinsebene führt jedoch dazu, dass die für Rassismus entscheidenden Macht- und Diskursdynamiken unterbelichtet bleiben. Auf der anderen Seite steht ein Verständnis von Rassismus als Herrschaftsverhältnis oder Diskurs. Hier werden Macht- und Diskursdynamiken besonders scharf dargestellt; durch den Verzicht auf einen positiven Vernunftbezug entzieht sich diese Form der eigenen rassismuskrtischen Praxis aber selbst eine wichtige Grundlage, was zu einer oftmals reduktionistischen Form der Kritik führt. Um die Stärken beider Ansätze zu verbinden, wird am Ende ein Verständnis von Rassismus als systematisch verzerrtem Kommunikationsverhältnis eingeführt, das erlaubt, Macht und Diskursdynamiken zu analysieren, ohne auf einen starken Vernunftbegriff zu verzichten. Schlagwörter: Rassismus, Rassismustheorie, Immanuel Kant, antimuslimischer Rassismus, Islamophobie
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Wann werden Konflikte manifest? Politische Opportunitätsstrukturen für Proteste gegen Goldbergbau in Burkina Faso (Bettina Engels)
Der aktuelle Bergbau-Boom geht weltweit mit Konflikten um ökologische Fragen, die Verteilung der Gewinne und Steuern, Menschenrechte, Landnutzungskonkurrenzen und territoriale Ansprüche, kollektive Identitäten entlang von Kategorien wie Indigenität, Ethnizität und Nationalität, kulturelle Repräsentation und Deutungshoheit in Entwicklungspolitik und diskursen einher. Der Artikel untersucht, unter welchen Bedingungen diese Konflikte, die dem Bergbau aufgrund seiner erheblichen sozialen und ökologischen Auswirkungen inhärent sind, manifest werden und eskalieren. Unter Rückgriff auf zwei Konzepte aus der contentious-politics-Forschung – politische Gelegenheitsstrukturen und Protestrepertoires – werden drei aktuelle Konflikte um den Goldbergbau in Burkina Faso analysiert, einem der Staaten in Subsahara-Afrika, in denen der extraktive Sektor gegenwärtig am schnellsten wächst. Ich stelle dar, welcher Protestrepertoires sich die jeweiligen Akteure bedienen und zeige, dass der Sturz des langjährigen Staatspräsidenten Blaise Compaoré Ende Oktober 2014 die zentrale Verschiebung in den politischen Gelegenheitsstrukturen darstellt, welche die Eskalation der Konflikte in allen drei Beispielen bedingte. Schlagwörter: Extraktivismus, Konflikt, Protest, Politische Gelegenheitsstrukturen, Burkina Faso
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Inhalt

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PERIPHERIE 2-2017 (Heft 146-147) | Rassismus global

Gerhard Hauck: Wer vom Rassismus redet, darf vom Kapitalismus nicht schweigen
Céline Barry: Die Bedeutungen von tubaabité. Rassismuskritische Perspektiven auf das postkoloniale Dakar
Nicolas Wasser: Prekäre Differenzen. Diversity, (Anti-)Rassismus und brasilianische Singularitäten
Daniel Bendix / Aram Ziai: Rassismusanalyse in der Entwicklungsforschung am Beispiel deutscher reproduktiver Gesundheitspolitik in Tansania
Albert Scherr: Rassismus, Post-Rassismus und Nationalismus. Erfordernisse einer differenzierten Kritik
Ulrike Marz: Annäherungen an eine Kritische Theorie des Rassismus
Floris Biskamp: Rassismus, Kultur und Rationalität. Drei Rassismustheorien in der kritischen Praxis
Bettina Engels: Wann werden Konflikte manifest? Politische Opportunitätsstrukturen für Proteste gegen Goldbergbau in Burkina Faso

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Aram Ziai / Daniel Bendix: Rassismus global und in Deutschland. Fünf Thesen

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0173-184X

eISSN

2366-4185

Jahrgang

37. Jahrgang 2017

Ausgabe

2 (146/147)

Erscheinungsdatum

Aug-17

Umfang

231

Sprache

Deutsch

Format

14,8 x 21 cm

DOI

https://doi.org/10.3224/peripherie.v37i2

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Abstracts

Abstracts

Wer vom Rassismus redet, darf vom Kapitalismus nicht schweigen (Gerhard Hauck)
Der Fokus des Artikels liegt auf der Wechselwirkung zwischen Kapitalismus als sozioökonomischem und Rassismus als soziokulturellem System. Diese Wechselwirkung wird historisch analysiert, beginnend mit der Etablierung des kapitalistischen Weltsystems im langen 16. Jahrhundert auf der einen Seite, den rassistischen Bestandteilen in der Philosophie der Aufklärung auf der anderen. Im 19. Jahrhundert, als sich die Bourgeoisie als Teil der herrschenden Klasse etabliert hatte, wurde der Rassismus „wissenschaftlich“; die Biologie wurde zur die Diskriminierung von Fremdgruppen legitimierenden Leitwissenschaft. Später trat die Psychologie in ihrer intelligenz-messenden Variante, im frühen 20. Jahrhundert schließlich die „Rassenhygiene“ an ihre Seite. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Rassenkonzept in den Hintergrund gedrängt. Seine Stelle nahm der Kulturbegriff ein, die Diskriminierungspraktiken aber blieben die selben.
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Die Bedeutungen von tubaabité. Rassismuskritische Perspektiven auf das postkoloniale Dakar (Céline Barry)
Weiße Herrschaft stellt auch nach dem formalen Ende von Kolonialherrschaft eine Realität dar, mit der sich Afrikaner*innen in ihrem Alltag auseinandersetzen müssen. Trotzdem bleibt die Forschung zu rassistischen Strukturen in gegenwärtigen Afrikanischen Kontexten marginal. Dieser Beitrag geht der Frage nach, inwieweit kolonial-rassistische Verhältnisse die heutige Dakarer Gesellschaft strukturieren. Auf der Basis einer empirischen Analyse Schwarzer Perspektiven erforsche ich die Bedeutungen des Begriffs „tubaab“, der zum alltäglichen senegalesischen Sprachgebrauch gehört und ‚den Kolonisierer’ in seinen multiplen Facetten adressiert. Tubaab bezeichnet weißsein und/oder Westlichsein. Darüber hinaus wird tubaab mit Schwarzen und anderen People of Color assoziiert, um auf Situationen kultureller Assimilation und der Mitwirkung an (Re-)Kolonisierungsprozessen hinzudeuten. So erweist sich das Konzept der tubaabité als fruchtbar, um rassifizierte Hierarchien in Dakar in ihrer intersektionalen Komplexität zu thematisieren. Meine Analyse hebt die Notwendigkeit einer Forschungspraxis hervor, die Artikulationen rassistischer Herrschaft in ihren spezifischen Machtkontext einbettet und berücksichtigt, dass die uns zur Verfügung stehenden rassismuskritischen Konzepte neuen, sich wandelnden postkolonialen Wirklichkeiten angepasst werden müssen. Schlagwörter: weißsein, Rassismus, Kolonisierung, Postkolonie, Grounded Theory, tubaab, Senegal, Dakar
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Prekäre Differenzen. Diversity, (Anti-)Rassismus und brasilianische Singularitäten (Nicolas Wasser)
In neoliberalen Zeiten stellt sich zunehmend die Frage, ob das Versprechen von Diversity im Namen der Profitmaximierung zur mehr Gleichberechtigung von Minderheiten führt. Der vorliegende Beitrag spürt der Verwertung, aber auch den Brüchen mit der spätkapitalistischen (Anti-)Rassismuslogik in einem brasilianischen Modeunternehmen nach. In einem ersten Schritt wird dargestellt, welche Identitäts- und Anerkennungswünsche junge schwarze Angestellte durch ihre Arbeit artikulieren und welchen Widersprüchen sie begegnen. Im zweiten Schritt wird versucht, die subjektiven Erfahrungen im regionalen Kontext (anti)rassistischer Diskurse zu betrachten. Welche Verbindungslinien gibt es im brasilianischen Fall zu den national(istisch)en Mythen der harmonischen „Rassenmischung“? Schließlich wird im letzten Schritt anhand von zwei aktuellen Beispielen politischen Handelns einer jungen Generation von Marginalisierten aus São Paulo skizziert, welche Fluchtlinien und Widerstände sich gegen den Imperativ der vermarkteten mestiçagem abzeichnen. Schlagwörter: Diversity, (Anti-)Rassismus, Kapitalismus, Brasilien, mestiçagem
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Rassismusanalyse in der Entwicklungsforschung am Beispiel deutscher reproduktiver Gesundheitspolitik in Tansania (Daniel Bendix, Aram Ziai)
Ausgehend von einer Betrachtung der bisherigen Beschäftigung mit Rassismus in der deutschsprachigen Politikwissenschaft erörtert dieser Artikel, wie das Potenzial der Entwicklungsforschung für die Untersuchung von Rassismus genutzt werden kann. Entwicklungsforschung mit ihrem Interesse an globaler sozioökonomischer Ungleichheit scheint besonders geeignet zu sein, Rassismus als umfassenden globalen Komplex mit diskursiven und materiellen Dimensionen zu verstehen. In diesem Artikel wird argumentiert, dass der Fokus auf Rassismus als Ungleichheit stützendes diskursives Phänomen nicht ausreichend ist, um dessen Wirkmächtigkeit zu erfassen. Wie Rassismus materieller verstanden und analysiert werden kann, wird in diesem Beitrag anhand des Beispiels deutscher Entwicklungspolitik im Bereich reproduktive Gesundheits und Bevölkerungspolitik in Tansania aufgezeigt. Schlagwörter: Rassismus, Entwicklungsforschung, globale Ungleichheit, reproduktive Gesundheit, Bevölkerungspolitik, Deutschland
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Rassismus, Post-Rassismus und Nationalismus. Erfordernisse einer differenzierten Kritik (Albert Scherr)
Der vorliegende Beitrag zielt auf eine Präzisierung der begrifflichen Grundlagen von Rassismus- und Nationalismuskritik. In Abgrenzung gegen eine generalisierte Verwendung des Rassismusbegriffs wird dazu zunächst, in Anschluss an die angelsächsische Rassismusforschung, für eine differenzierte Analyse historischer und gegenwärtiger Rassismen plädiert. Vor diesem Hintergrund wird dann argumentiert, dass für das Verständnis der Reproduktion globaler Ungleichheiten eine Analyse von Nationalstaatlichkeit und Nationalismus erforderlich ist, die nicht zureichend in der Perspektive der Rassismuskritik entwickelt werden kann, sondern diese überschreiten muss. Schlagwörter: Nationalstaatlichkeit, Nationalismus, Rassismus, Meritokratie, globale Ungleichheiten
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Annäherungen an eine Kritische Theorie des Rassismus (Ulrike Marz)
Der Artikel umreißt Elemente einer Kritischen Theorie des Rassismus in der Tradition Horkheimers und Adornos mit besonderem Fokus auf die Verbindung von warenproduzierender Gesellschaft und ihr entsprechender Formen des Bewusstseins. Im Fokus steht die Frage, ob die autoritäre Persönlichkeit als ein prototypisches Ergebnis der kapitalistischen Sozialform auch heute noch analysiert werden kann. Eine Darstellung der Verschiebungen und Zuspitzungen in der neoliberalen warenproduzierenden Gesellschaft zeigt, dass sich sowohl die Subjektkonstitution wie auch die Form des Rassismus verändert haben. Soziale Veränderungen und Verschiebungen in der Subjektkonstitution verlangen eine Modifikation des ursprünglichen Konzeptes der autoritären Persönlichkeit insbesondere in Hinblick auf seine Entstehung. Vier Aspekte verweisen auf solch eine notwendige Modifikation: (1) eine substantielle, aber nicht kategoriale Verschiebung von der »Rasse« zur Kultur in der rassistischen Argumentation, (2) eine zunehmende Selbst-Führung und Selbstinszenierung der Subjekte, (3) die untergeordnete Bedeutung eines konkreten »Führers« und (4) die abnehmende Bedeutung der patriarchalischen Kleinfamilie. Wirksam wird Rassismus heute vor allem im Rahmen einer konformistischen Revolte, in dem eine »konformistisch-egoistische Persönlichkeit« agiert. Schlagwörter: Rassismus, Kritische Theorie, Krise, autoritäre Persönlichkeit, Soziologie
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Rassismus, Kultur und Rationalität. Drei Rassismustheorien in der kritischen Praxis (Floris Biskamp)
Der vorliegende Beitrag nimmt zwei Kernfragen der Rassismustheorie auf: erstens die Frage nach dem Verhältnis von Rassismus und Rationalität sowie zweitens die Frage, welches Sprechen über Kultur als rassistisch auszuweisen ist. Dabei vergleicht der Autor zunächst zwei rassismustheoretische Ansätze, deren Antworten auf diese Fragen er anhand der Bewertung von Kants Rassentheorie im Kontext seines Gesamtwerks sowie anhand der Diskussionen um antimuslimischen Rassismus vergleicht. Auf der einen Seite steht ein Verständnis von Rassismus als Ideologie oder falsches Bewusstsein. Der in diesem Ansatz vertretene emphatische Vernunftbegriff ermöglicht es, eine herrschaftskritische Position zu begründen sowie eine Grenze zwischen rassistischen und kritischen Formen des Sprechens über Kultur zu ziehen; der Fokus auf die Bewusstseinsebene führt jedoch dazu, dass die für Rassismus entscheidenden Macht- und Diskursdynamiken unterbelichtet bleiben. Auf der anderen Seite steht ein Verständnis von Rassismus als Herrschaftsverhältnis oder Diskurs. Hier werden Macht- und Diskursdynamiken besonders scharf dargestellt; durch den Verzicht auf einen positiven Vernunftbezug entzieht sich diese Form der eigenen rassismuskrtischen Praxis aber selbst eine wichtige Grundlage, was zu einer oftmals reduktionistischen Form der Kritik führt. Um die Stärken beider Ansätze zu verbinden, wird am Ende ein Verständnis von Rassismus als systematisch verzerrtem Kommunikationsverhältnis eingeführt, das erlaubt, Macht und Diskursdynamiken zu analysieren, ohne auf einen starken Vernunftbegriff zu verzichten. Schlagwörter: Rassismus, Rassismustheorie, Immanuel Kant, antimuslimischer Rassismus, Islamophobie
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Der aktuelle Bergbau-Boom geht weltweit mit Konflikten um ökologische Fragen, die Verteilung der Gewinne und Steuern, Menschenrechte, Landnutzungskonkurrenzen und territoriale Ansprüche, kollektive Identitäten entlang von Kategorien wie Indigenität, Ethnizität und Nationalität, kulturelle Repräsentation und Deutungshoheit in Entwicklungspolitik und diskursen einher. Der Artikel untersucht, unter welchen Bedingungen diese Konflikte, die dem Bergbau aufgrund seiner erheblichen sozialen und ökologischen Auswirkungen inhärent sind, manifest werden und eskalieren. Unter Rückgriff auf zwei Konzepte aus der contentious-politics-Forschung – politische Gelegenheitsstrukturen und Protestrepertoires – werden drei aktuelle Konflikte um den Goldbergbau in Burkina Faso analysiert, einem der Staaten in Subsahara-Afrika, in denen der extraktive Sektor gegenwärtig am schnellsten wächst. Ich stelle dar, welcher Protestrepertoires sich die jeweiligen Akteure bedienen und zeige, dass der Sturz des langjährigen Staatspräsidenten Blaise Compaoré Ende Oktober 2014 die zentrale Verschiebung in den politischen Gelegenheitsstrukturen darstellt, welche die Eskalation der Konflikte in allen drei Beispielen bedingte. Schlagwörter: Extraktivismus, Konflikt, Protest, Politische Gelegenheitsstrukturen, Burkina Faso
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