Inhalt
Pädagogische Korrespondenz
Heft 73 (1-2026): Freie Beiträge
THEORIE UND KRITIK
Karl-Heinz Dammer: Zur Zukunft der Kritik in der Erziehungswissenschaft
AUS DEN MEDIEN
Anne Kirschner: Mediale Inszenierungen des Scheiterns im Diskurs über ausgestiegene Lehrkräfte
DOKUMENTATION I
Zurück in die Schule
SALZBURGER SYMPOSION
SALZBURGER SYMPOSION III
Sabrina Schenk: Jenseits der Vernunft. Politische Bildung und demokratische Lebensformen in (post-)digitalen Öffentlichkeiten
SALZBURGER SYMPOSION IV
Miguel Zulaica y Mugica: Triggerpunkte und Krisen – eine Rekonstruktion diskursiver Effekte islambezogener Kontroversen im Schulkontext
DOKUMENTATION II
Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen: Schulmail aus Anlass des Angriffs der Hamas auf Israel vom 12.10.2023
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Abstracts
Zur Zukunft der Kritik in der Erziehungswissenschaft (Karl-Heinz Dammer)
Ausgehend von gegenwärtigen Tendenzen der Trivialisierung von Kritik rekapituliert der Text den Ertrag der einschlägigsten Ansätze einer kritischen Erziehungswissenschaft im deutschsprachigen Raum und setzt sie in Beziehung zu der wirkmächtigen Kritikkonzeption Foucaults wie auch zu der kürzlich ausgerufenen Post-Kritik in der Erziehungswissenschaft. Aus den Ergebnissen werden Schlussfolgerungen für die künftige Rolle der Kritik sowie Bedingungen möglicher Wirksamkeit inner- und außerhalb akademischer Kreise gezogen. Schlagworte: Kritik, kritische Erziehungswissenschaft, kritische Bildungstheorie, Foucault, Post-Kritik
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Mediale Inszenierungen des Scheiterns im Diskurs über ausgestiegene Lehrkräfte (Anne Kirschner)
Der Beitrag thematisiert die mediale Darstellung von Ausstiegen aus dem Lehrkräfteberuf. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie der Ausstieg in der öffentlichen Wahrnehmung gegenwärtig thematisiert wird und inwiefern spätmoderne Dynamiken, etwa die Flexibilisierung und Liberalisierung von Arbeitsverhältnissen, auch pädagogische Professionen erfassen und in entsprechende Inszenierungen eingreifen. Im Sinne eines Antwortversuchs wird der Blick auf entsprechende Problematisierungsformen in der öffentlichen Berichterstattung, insbesondere auf Online-Plattformen (über-)regionaler Medien, gerichtet. Die diskursanalytische Untersuchung widmet sich dabei den im öffentlichen Sprechen hervorgebrachten Defizienzfiguren, die als Präsentationsformen eines diskursiv prozessierenden Verhältnisses von Scheitern und Leistung als ‚Scheitern‘ untersucht werden. Der Beitrag zeigt, dass und inwiefern sich dieses u.a. als Verunmöglichung pädagogischen Handelns angesichts bürokratischer Strukturen oder aber als Verlust körperlicher Kräfte und Gesundheit angesichts individueller Bewältigungsleistungen sowie Anlass zur Neuorientierung ausformt. Schlagworte: Mediale Berichterstattung, Lehrkräfteausstieg, Diskursanalyse, Scheitern, Leistung, Optimierung
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Jenseits der Vernunft. Politische Bildung und demokratische Lebensformen in (post-)digitalen Öffentlichkeiten (Sabrina Schenk)
Der Beitrag analysiert die strukturellen Herausforderungen (post‑)digitaler Öffentlichkeiten für das erziehungswissenschaftliche Selbstverständnis. Als heuristische Leitfiguren werden der Intellektuelle, der Experte und der Influencer eingesetzt, um medien‑ und kommunikationswissenschaftliche Öffentlichkeitstheorien mit erziehungswissenschaftlichen Problematisierungen zu verknüpfen. Dabei wird gezeigt, dass funktionale Modelle, die Öffentlichkeit primär entlang ihrer demokratischen Leistungsfähigkeit ausbuchstabieren, an ihre Grenzen stoßen – ebenso wie erziehungstheoretische Konzepte, die auf Aufklärung und Vernunft fußen. In den personalisierten, digitalen Netz‑Öffentlichkeiten verschieben sich die klassischen öffentlichkeitstheoretischen Funktionen von Transparenz, Validierung und Orientierung: Sie können nicht mehr auf die Stabilisierung der Demokratie durch eine individuelle oder infrastrukturelle Orientierung an Wahrheit verpflichtet werden. Schlagworte: Medienbildung, Erziehung, Öffentlichkeit, Fake News, Demokratie
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Triggerpunkte und Krisen – eine Rekonstruktion diskursiver Effekte islambezogener Kontroversen im Schulkontext (Miguel Zulaica y Mugica)
Der Beitrag beschäftigt sich mit diskursiven Effekten islambezogener Kontroversen im schulischen Kontext anhand empirischer Daten aus dem Projekt DIKo – „Der Islam“ in der Kontroverse. Im Fokus stehen die Deutungsmuster schulischer Akteur:innen von Kontroversen als Krisen und deren praktischen Bearbeitungsformen, die durch den Nahostkonflikt und den Angriff der Hamas auf Israel verschärft wurden. Auf Basis von Gruppendiskussionen mit Schüler:innen, Lehrkräften und Eltern werden drei Typen der Wahrnehmung von Krisen rekonstruiert: als demokratische Aushandlung, als Anerkennungskrise und als Gelegenheitsstruktur für politische Agitation. Anhand der Analysen wird die Frage nach Vertrauen als Bedingung für pädagogische Beziehungen im Konflikt eröffnet und diskutiert. Vertrauen kommt dabei sowohl als machttheoretische Kategorie wie auch als Bedingung für Kontroversität vor dem Hintergrund ihrer affektiven und diskursiven Dynamiken in den Blick. Schlagworte: Kontroversität; Politische Bildung; Vertrauen in pädagogischen Beziehungen; Ressentimentbildung im Schulkontext; Nahostkonflikt in der Schule
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