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ISBN: 978-3-8474-3437-5

Verschwörungssemantik zwischen Krise und Routine

Zur Wissenssoziologie der Debatten um die Corona-Pandemie

Autor*innen/Herausgeber*innen:

Erscheinungsdatum : ca. 10.08.2026

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ISBN: 978-3-8474-3437-5
Kategorien: Gesellschaft

Beschreibung

Sebastian Klimasch analysiert die Debatten um Verschwörungstheorien während der Corona-Pandemie als sozialen Prozess wechselseitiger Delegitimierung und sozialer Schließung. Aus phänomenologisch fundierter wissenssoziologischer Perspektive werden drei Schließungslogiken – Moralisierung, Pathologisierung und Dehumanisierung – typologisch unterschieden. Die Arbeit entwickelt damit eine Heuristik zur Analyse gegenwärtiger Polarisierungsprozesse, die über den Kontext der Pandemie hinaus genutzt werden kann.

Während der Corona-Pandemie dominierten Krisendiagnosen den öffentlichen Diskurs. Diese artikulierten sich markant entlang der Verschwörungssemantik. So wurde Deuten und Handeln anderer in zwei typischen Varianten als krisenhaft ausgewiesen: Entweder wurden Akteur*innen bezichtigt, für die Pandemie verantwortlich zu sein oder sie konspirativ zu instrumentalisieren; oder aber es wurde anderen umgekehrt attestiert, ‚Verschwörungstheorien‘ anzuhängen, was nicht nur als Hindernis einer erfolgreichen Pandemiebewältigung, sondern auch als Inbegriff der Demokratiegefährdung galt.Die Debatten um die Corona-Pandemie sind somit durch eine wechselseitig-inverse Deutungslogik gekennzeichnet. Mit der Qualifizierung des Deutens und Handelns anderer als ‚verschwörerisch‘ oder als ‚verschwörungstheoretisch‘ wird dieses zum Fluchtpunkt einer Praxis wechselseitig-inverser (De-)Legitimierung und sozialer Schließung. Beide Deutungsoptionen fungieren dabei analog: als Routinen der einen angesichts des als krisenhaft ausgewiesenen Deutens, Wissens und Handelns der anderen. In dieser Frontstellung dokumentiert sich ein ambivalentes Strukturphänomen des Sozialen: die Dialektik von Krise und Routine. Die (unterstellten) Routinen der einen bedeuten die Krisen der anderen – und umgekehrt.Das Herzstück des Bandes bildet die systematische theoretisch-konzeptionelle Durchdringung dieser Deutungslogik aus phänomenologisch fundierter wissenssoziologischer Perspektive. In diesem Zuge wird eine Typologie dreier (De-)Legitimierungs- und Schließungslogiken – Moralisierung, Pathologisierung und Dehumanisierung – entwickelt. Damit wird ein objektiver Möglichkeitshorizont aufgespannt, der von einschließendem Ausschluss bis zu ausschließendem Einschluss reicht und über den Fall der Corona-Pandemie hinaus als Heuristik für die Analyse gegenwärtiger Polarisierungsdynamiken fruchtbar gemacht werden kann.

Der Autor:
Dr. Sebastian Klimasch, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Universität Trier sowie Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Der Fachbereich:
Soziologie

Zusätzliche Information

Verlag

ISBN

978-3-8474-3437-5

eISBN

978-3-8474-3381-1

Umfang

ca. 325

Format

14,8 x 21,0 cm

Erscheinungsjahr

2026

Erscheinungsdatum

ca. 10.08.2026

Auflage

1

Sprache

Deutsch

Reihe

Band

17

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Autor*innen

Schlagwörter

Corona, COVID-19, Dehumanisierung, Fragmentierung, Krise, Moralisierung, Pandemie, Pathologisierung, Polarisierung, Soziale Schließung, Verschwörungstheorie

Beschreibung

Beschreibung

Sebastian Klimasch analysiert die Debatten um Verschwörungstheorien während der Corona-Pandemie als sozialen Prozess wechselseitiger Delegitimierung und sozialer Schließung. Aus phänomenologisch fundierter wissenssoziologischer Perspektive werden drei Schließungslogiken – Moralisierung, Pathologisierung und Dehumanisierung – typologisch unterschieden. Die Arbeit entwickelt damit eine Heuristik zur Analyse gegenwärtiger Polarisierungsprozesse, die über den Kontext der Pandemie hinaus genutzt werden kann.

Während der Corona-Pandemie dominierten Krisendiagnosen den öffentlichen Diskurs. Diese artikulierten sich markant entlang der Verschwörungssemantik. So wurde Deuten und Handeln anderer in zwei typischen Varianten als krisenhaft ausgewiesen: Entweder wurden Akteur*innen bezichtigt, für die Pandemie verantwortlich zu sein oder sie konspirativ zu instrumentalisieren; oder aber es wurde anderen umgekehrt attestiert, ‚Verschwörungstheorien‘ anzuhängen, was nicht nur als Hindernis einer erfolgreichen Pandemiebewältigung, sondern auch als Inbegriff der Demokratiegefährdung galt.Die Debatten um die Corona-Pandemie sind somit durch eine wechselseitig-inverse Deutungslogik gekennzeichnet. Mit der Qualifizierung des Deutens und Handelns anderer als ‚verschwörerisch‘ oder als ‚verschwörungstheoretisch‘ wird dieses zum Fluchtpunkt einer Praxis wechselseitig-inverser (De-)Legitimierung und sozialer Schließung. Beide Deutungsoptionen fungieren dabei analog: als Routinen der einen angesichts des als krisenhaft ausgewiesenen Deutens, Wissens und Handelns der anderen. In dieser Frontstellung dokumentiert sich ein ambivalentes Strukturphänomen des Sozialen: die Dialektik von Krise und Routine. Die (unterstellten) Routinen der einen bedeuten die Krisen der anderen – und umgekehrt.Das Herzstück des Bandes bildet die systematische theoretisch-konzeptionelle Durchdringung dieser Deutungslogik aus phänomenologisch fundierter wissenssoziologischer Perspektive. In diesem Zuge wird eine Typologie dreier (De-)Legitimierungs- und Schließungslogiken – Moralisierung, Pathologisierung und Dehumanisierung – entwickelt. Damit wird ein objektiver Möglichkeitshorizont aufgespannt, der von einschließendem Ausschluss bis zu ausschließendem Einschluss reicht und über den Fall der Corona-Pandemie hinaus als Heuristik für die Analyse gegenwärtiger Polarisierungsdynamiken fruchtbar gemacht werden kann.

Der Autor:
Dr. Sebastian Klimasch, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Universität Trier sowie Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Der Fachbereich:
Soziologie

Bibliografie

Zusätzliche Information

Verlag

ISBN

978-3-8474-3437-5

eISBN

978-3-8474-3381-1

Umfang

ca. 325

Format

14,8 x 21,0 cm

Erscheinungsjahr

2026

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ca. 10.08.2026

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1

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Deutsch

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