Beschreibung
Beginnt Schulunterricht in Frankreich anders als in Deutschland? Handelt es sich nur um einen trivialen Moment des Schulalltages oder vielleicht um einen Kumulationspunkt fรผr ganz besondere Interaktionen zwischen Lernenden und Lehrperson? Anhand von Fallstudien aus franzรถsischen und deutschen Schulen ermรถglicht Nina Meister einen neuen Blick auf das Unterrichtsgeschehen in den beiden Lรคndern und stellt wechselseitige Zuschreibungen beispielsweise vom โautoritรคrenโ franzรถsischen Unterricht in Frage.
Der Blick auf Unterrichtsanfรคnge in Frankreich und Deutschland gibt in besonderer Weise Aufschluss รผber die spezifischen Interaktionen zwischen Lehrperson und Schรผler/innen. Denn die Auftaktsituation des Unterrichts zeichnet sich durch eine hohe Interaktionsdichte aus, die eng mit dem Spannungsverhรคltnis von zweckrationalen, organisatorischen Notwendigkeiten und kommunikativen, pรคdagogischen Erfordernissen zusammenhรคngt. Im Rahmen eines universalisierten Schulsystems sind Lehrpersonen in Frankreich damit ebenso konfrontiert wie jene in Deutschland.
Doch wie gestalten sich die Interaktionen im konkreten Fall? Wรคhrend bestimmte Rede- und Schreibweisen รผber den Unterricht in beiden Lรคndern hรคufig von wechselseitigen Zuschreibungen geprรคgt sind, kรถnnen die vorliegenden Fallrekonstruktionen einen differenzierteren Blick ermรถglichen. Mit der objektiv-hermeneutischen Rekonstruktion der Unterrichtsanfรคnge lassen sich Strukturen der Kommunikation, des Aushandelns und der Deutungen der Beteiligten herausarbeiten. Die Fallanalysen eignen sich, um implizite normative Ansprรผche an Unterricht, Lehrer- und Schรผlerhandeln zu reflektieren, das damit verbundene Rollenverstรคndnis zu explizieren und zu hinterfragen.
Im Sinne einer kulturhermeneutischen, reflexiven Unterrichtsforschung kรถnnen methodische, theoretische und vor allem pรคdagogische Selbstverstรคndlichkeiten aus neuer Perspektive betrachtet werden und damit zu einem tieferen Verstรคndnis nicht nur fรผr das โFremdeโ, sondern auch fรผr das โEigeneโ oder โBekannteโ beitragen.
Aus dem Inhalt:
- Schulsysteme und Unterricht in Frankreich und Deutschland
- Methodisches Vorgehen (Obj. Hermeneutik, Umgang mit fremdsprachigem Material)
- Anlage der Studie
- Die Fallrekonstruktionen
- Gegenรผberstellung der Fallstrukturen im Theoriebezug (Parsons, Helsper, Wernet) und Typenbildung
- Zusammenfassende Betrachtung
Die Autorin:
Dr. Nina Meister,
wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut fรผr Erziehungswissenschaft der Johannes Gutenberg-Universitรคt Mainz
Hier finden Sie den Waschzettel zum Buch (pdf- Infoblatt).


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