Beschreibung
Flucht*Migrant*innen mit Behinderung sind oftmals von komplexen Diskriminierungen betroffen, die sich auch im Hilfesystem zeigen. Als Reaktion werden zunehmend spezialisierte Beratungsangebote geschaffen. Die Autorin untersucht, wie Berater*innen sich in den Angeboten als handlungsfähige Instanzen positionieren und Komplexität, widerstreitende Anforderungen und Herausforderungen der Beratung verhandeln.
Theoretisch verbindet das Buch Subjektivierungskonzepte aus den Arbeiten Judith Butlers mit dem Widerstreitsbegriff nach Lyotard, um zu fassen, wie Handlungsfähigkeit unter widerstreitenden Anforderungen entsteht. Empirisch basiert es auf Interviews mit Berater*innen, ausgewertet mit der Situationsanalyse, die die Autorin im Sinne einer reflexiven Grounded Theory modifiziert. Die Ergebnisse zeigen: Die Schaffung spezialisierter Angebote für eine bislang unsichtbare Zielgruppe erzeugt zugleich exklusive Kontexte – eine Ambivalenz, die legitimatorische Herausforderungen mit sich bringt. Berater*innen navigieren dabei Fragen beraterischer Kompetenz, knapper Ressourcen und kritischer Abgrenzung gegenüber anderen Instanzen im Hilfesystem.
Die Autorin:
Dr.in des. Stella Rüger, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig







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