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Informationen zur Zeitschrift

ISSN: 0933-5315

BIOS 1-2012 | Freie Beiträge

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ISSN: 0933-5315

Inhalt

BIOS – Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen
1-2012: Freie Beiträge

Beiträge
Heiner Meulemann / Klaus Birkelbach: Herausforderungen und Konsolidierungen. Biographische Selbstreflexionen über Jugend und Lebensmitte in einer Kohorte ehemaliger Gymnasiasten
Christian Ernst / Peter Paul Schwarz: Zeitzeugenschaft im Wandel. Entwicklungslinien eines (zeit-)geschichtskulturellen Paradigmas in Kontexten von ‚NS-Vergangenheitsbewältigung‘ und ‚DDR-Aufarbeitung‘
Daniela Schiek: Über das gute Leben. Zur Erosion der Normalbiographie am Beispiel von Prekarität
Alla Koval: Her- und Darstellung von Kohärenz und Konsistenz in der autobiographischen Erzählung Selbstthematisierungsmuster und ihre Erzählfiguren
Ilka Quindeau / Katrin Einert / Nadine Teuber: Kindheiten im Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg. Das Zusammenwirken von NS-Erziehung und Bombenangriffen

Projektbericht
Knud Andresen: Zu Erzählmustern in lebensgeschichtlichen Interviews mit Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern

Länderbericht
Brian Roberts: Biographieforschung in Großbritannien

Rezensionen

Inhaltsverzeichnis herunterladen

 

Einzelbeitrag-Download (Open Access/Gebühr): bios.budrich-journals.de
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Zusätzliche Information

Verlag

ISSN

0933-5315

eISSN

2196-243X

Jahrgang

25. Jahrgang 2012

Ausgabe

1

Erscheinungsdatum

14.03.2013

Umfang

172

Sprache

Deutsch

Format

17 x 24 cm

Open Access-Lizenz

https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de

Homepage

https://bios.budrich-journals.de

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Autor*innen

Schlagwörter

Autobiographie, autobiographische Erzählung, Biographie, Biographieforschung, DDR, Erziehung, Gewerkschafter*innen, Großbritannien, Gymnasiast*innen, Interviews, Jugend, Kindheit, Nationalsozialismus, Prekarität, Selbstreflexion, Vergangenheitsbewältigung, Zweiter Weltkrieg

Abstracts

Herausforderungen und Konsolidierungen. Biographische Selbstreflexionen über Jugend und Lebensmitte in einer Kohorte ehemaliger Gymnasiasten (Heiner Meulemann, Klaus Birkelbach)
Geprüft werden vier Hypothesen zur Entwicklung der biographischen Selbstreflexion von der Jugend bis zur Lebensmitte. Nach der Konsolidierungshypothese sollten die Häufigkeiten der biographischen Selbstreflexion insgesamt zurückgehen, da die Herausforderungen zur Selbstreflexion mit dem Übergang von der Identitätsbildung in der Jugend zur Identitätswahrung im Erwachsenenleben zurückgehen. Nach der Vertiefungshypothese sollten biographische Selbstreflexionen über Entscheidungen zurückgehen, über Ereignisse konstant bleiben und über Entwicklungen zunehmen, da Entscheidungen vor allem zu Anfang der beruflichen Laufbahn getroffen werden, Ereignisse zu jeder Zeit auf das Leben einwirken und Entwicklungen sich langfristig anbahnen. Nach der Vergewisserungshypothese sollten negative Reflexionen abnehmen, da die Risiken des Lebenslaufs mit der Zeit geringer werden. Nach der Verlagerungshypothese sollten Reflexionen über frühe Phasen zurückgehen und Reflexionen über spätere Phasen zunehmen, da im beruflichen wie privaten Lebenslauf Phasen einander als Zweck und Mittel folgen. Untersuchungsgruppe ist eine Kohorte ehemaliger Gymnasiasten von 1970 im 30., 43. und 56. Lebensjahr. Die Hypothesen werden nicht oder nur partiell bestätigt. Entgegen der Konsolidierungshypothese bleibt die biographische Selbstreflexion insgesamt konstant. Mit Blick auf die Vertiefungshypothese bewegt sie sich von Entscheidungen nicht zu Entwicklungen, sondern zu Ereignissen. Entgegen der Vergewisserungshypothese gehen negative Reflexionen nicht zurück. Mit Blick auf die Verlagerungshypothese werden frühe Phasen nur im beruflichen Lebenslauf häufiger reflektiert als späte, nicht aber im privaten Lebenslauf.
» Einzelbeitrag kostenlos herunterladen (Budrich Journals)

Zeitzeugenschaft im Wandel. Entwicklungslinien eines (zeit-)geschichtskulturellen Paradigmas in Kontexten von ‚NS-Vergangenheitsbewältigung‘ und ‚DDR-Aufarbeitung‘ (Christian Ernst, Peter Paul Schwarz)
Zeitzeugen erscheinen als selbstverständlicher Bestandteil heutiger ‚Erinnerungs‘- und ‚Geschichtskultur‘. Jedoch ist das Wort ‚Zeitzeuge‘ eine sprachliche Neubildung, die erst seit Mitte der 1970er Jahre in der Bundesrepublik nachweisbar ist und erstmals 1991 im „Einheitsduden“ lexikalisiert wurde. Der Begriff und die mit ihm verbundenen Erscheinungsformen und Praxen von ‚Zeitzeugenschaft‘ sind heterogen und befinden sich in kontinuierlichem Wandel. Sie bauen auf jahrhundertelangen kulturellen Traditionen von Zeugenschaft auf und haben sich im Rahmen zeitgeschichtlicher Diskurse seit 1945 durch Wechselwirkungen zwischen den Bereichen Forschung, Justiz, Medien und Pädagogik ausgeformt und differenziert. Die Entwicklung von Formen und Funktionen von Zeitzeugenschaft in Kontexten der ‚NS-Vergangenheitsbewältigung‘ und der ‚Aufarbeitung‘ und ‚Vermittlung‘ der DDR-Geschichte wird in diesem Beitrag in einer Zusammenschau von Forschungsliteratur und ersten Ergebnissen des Projekts „Arbeit mit Zeitzeugen zur DDR-Geschichte in der außerschulischen Bildung“ nachvollzogen, um daraus Schlussfolgerungen für die Oral History und die Arbeit mit Zeitzeugen abzuleiten. Dabei wird deutlich, dass sich die Funktionen und Formen des ‚Einsatzes von Zeitzeugen‘ seit den 1990er Jahren durch Offizialisierungsprozesse der ‚Erinnerungskultur‘ bei gleichzeitiger Differenzierung im Zeichen des Medienwandels im ‚digitalen Zeitalter‘ stark verändert haben. Um die vielschichtigen Voraussetzungen und Prozesse von Zeitzeugenarbeit angemessen beschreiben zu können, wird eine begriffliche Unterscheidung von impliziter und expliziter Zeitzeugenschaft vorgeschlagen.
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Über das gute Leben. Zur Erosion der Normalbiographie am Beispiel von Prekarität (Daniela Schiek)
Die Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse gilt als massive Verunsicherung biographischer Modelle: Obgleich sie schon einmal verabschiedet und von der „Bastelbiographie“ abgelöst werden sollte, ist die Erosion der Normalbiographie im Zuge der Auseinandersetzung mit einer zunehmenden Prekarisierung der Beschäftigungsverhältnisse erneut zum sozialwissenschaftlichen Topos geworden. Dabei ist in den letzten Jahren die Perspektive auf die desintegrativen Wirkungen des Verlusts kontinuierlicher Erwerbsarbeit und entsprechender biographischer Perspektiven dominant gewesen. Demgegenüber werden heute auch die Freiräume für eine Neugestaltung von Arbeit und Leben betont, die durch die Prekarisierung und die ihr inhärente Erosion der Normalbiographie entstünden. Die individuelle Deutung von „Leben“ im Zuge der Prekarisierung ist dabei allerdings bisher kaum untersucht worden. Im Beitrag wird auf der Grundlage biographischer Fallrekonstruktionen die biographische Deutung prekär Beschäftigter untersucht, bei denen eine, wenn nicht die derzeit deutlichste Auseinandersetzung mit „Leben“ und seinem Bezug zur Arbeitsgesellschaft erwartet werden kann. Im Ergebnis zeigt sich, dass dieser Zusammenhang nicht nur soziohistorisch – als soziale Institution des Lebenslaufs – besteht, sondern auch in den Deutungsmustern der Einzelnen das eine (Leben) nicht ohne das andere (Arbeitsgesellschaft) gedacht werden kann und dies von den Befragten reflektiert wird.
» Einzelbeitrag kostenlos herunterladen (Budrich Journals)

Her- und Darstellung von Kohärenz und Konsistenz in der autobiographischen Erzählung Selbstthematisierungsmuster und ihre Erzählfiguren (Alla Koval)
Jedes Individuum in unserem soziokulturellen Kreis erlernt im Laufe der Sozialisation in unterschiedlichen Kontexten die Kompetenz des Geschichtenerzählens. Wenn die Darstellung der Lebensgeschichte gelingt, d.h. wenn der Zuhörer den Erzähler versteht, ist die erzählte Geschichte strukturell-inhaltlich abgeschlossen – sie ist in sich stimmig und verständlich. In diesem Artikel soll der Frage nachgegangen werden, wie die Kohärenz und Konsistenz in der autobiographischen Erzählung her- und dargestellt wird. Diese Frage soll aus zwei Perspektiven beleuchtet werden. Zunächst wende ich mich dem strukturellen Aufbau der autobiographischen Erzählung zu und frage, was die konstitutiven analytischen, inhaltsunabhängigen Einheiten sind und wie sie die Entstehung von in sich kohärenten und konsistenten Geschichten ermöglichen. Anschließend beschäftige ich mich mit der Frage, welche Art der Wirklichkeitskonstruktion durch die autobiographische Erzählung hervorgebracht wird und wie die Integration der erzählenden Person in die konstruierte Wirklichkeit erfolgt.
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Kindheiten im Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg. Das Zusammenwirken von NS-Erziehung und Bombenangriffen (Ilka Quindeau, Katrin Einert, Nadine Teuber)
In den letzten Jahren wurden die Erfahrungen der „Kriegskinder“ des Zweiten Weltkriegs Gegenstand mehrerer wissenschaftlicher Studien. Die Generation der „Kriegskinder“ gilt als traumatisiert; Schätzungen schwanken von einem Drittel bis zur Hälfte dieser Generation, die unter diesen Belastungen bis in die Gegenwart hinein leiden. Das vielfach fortbestehende Leiden der damaligen Kinder wird hierbei als mehr oder weniger ausschließliche Folge des Zweiten Weltkriegs (fehl-)interpretiert und die kulturelle Dimension einer intensiven Sozialisation und Erziehung unter der Nazi-Ideologie kaum oder nur stark verkürzt verhandelt. Wie wir mit unserer Studie zeigen werden, waren es nicht nur die Bombennächte, die Erfahrung von Flucht und Vertreibung, die belastende bis traumatisierende Auswirkungen zeitigten, sondern wesentlich die Beziehungserfahrungen mit den eigenen Eltern und NS-Sozialisation. Dies muss mit den Kriegserfahrungen zusammen betrachtet werden, um die Leiderfahrungen und Realitäten dieser Personengruppe angemessen erfassen zu können und um Verkürzungen und Entkontextualisierungen zu vermeiden. In unserer Studie beziehen wir uns auf Angehörige der Geburtenjahrgänge 1930 bis 1945 und fragen danach, ob und inwiefern sich die unterschiedlichen Identifizierungen der Eltern mit dem NS-System und seinen Erziehungsmaximen auf das Leben der Kinder auswirken. Die Bedeutung der Erziehung im Nationalsozialismus und die transgenerationelle Weitergabe werden in ihrem Zusammenspiel mit den Folgen von Kriegshandlungen untersucht. Von entscheidender Bedeutung ist dabei, dass es sich um eine rückwirkende, nachträgliche Betrachtung handelt, die in ihren Funktionen für die jeweilige Gegenwart reflektiert werden muss.
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Inhalt

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BIOS – Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen
1-2012: Freie Beiträge

Beiträge
Heiner Meulemann / Klaus Birkelbach: Herausforderungen und Konsolidierungen. Biographische Selbstreflexionen über Jugend und Lebensmitte in einer Kohorte ehemaliger Gymnasiasten
Christian Ernst / Peter Paul Schwarz: Zeitzeugenschaft im Wandel. Entwicklungslinien eines (zeit-)geschichtskulturellen Paradigmas in Kontexten von ‚NS-Vergangenheitsbewältigung‘ und ‚DDR-Aufarbeitung‘
Daniela Schiek: Über das gute Leben. Zur Erosion der Normalbiographie am Beispiel von Prekarität
Alla Koval: Her- und Darstellung von Kohärenz und Konsistenz in der autobiographischen Erzählung Selbstthematisierungsmuster und ihre Erzählfiguren
Ilka Quindeau / Katrin Einert / Nadine Teuber: Kindheiten im Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg. Das Zusammenwirken von NS-Erziehung und Bombenangriffen

Projektbericht
Knud Andresen: Zu Erzählmustern in lebensgeschichtlichen Interviews mit Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern

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ISSN

0933-5315

eISSN

2196-243X

Jahrgang

25. Jahrgang 2012

Ausgabe

1

Erscheinungsdatum

14.03.2013

Umfang

172

Sprache

Deutsch

Format

17 x 24 cm

Open Access-Lizenz

https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de

Homepage

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Abstracts

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Herausforderungen und Konsolidierungen. Biographische Selbstreflexionen über Jugend und Lebensmitte in einer Kohorte ehemaliger Gymnasiasten (Heiner Meulemann, Klaus Birkelbach)
Geprüft werden vier Hypothesen zur Entwicklung der biographischen Selbstreflexion von der Jugend bis zur Lebensmitte. Nach der Konsolidierungshypothese sollten die Häufigkeiten der biographischen Selbstreflexion insgesamt zurückgehen, da die Herausforderungen zur Selbstreflexion mit dem Übergang von der Identitätsbildung in der Jugend zur Identitätswahrung im Erwachsenenleben zurückgehen. Nach der Vertiefungshypothese sollten biographische Selbstreflexionen über Entscheidungen zurückgehen, über Ereignisse konstant bleiben und über Entwicklungen zunehmen, da Entscheidungen vor allem zu Anfang der beruflichen Laufbahn getroffen werden, Ereignisse zu jeder Zeit auf das Leben einwirken und Entwicklungen sich langfristig anbahnen. Nach der Vergewisserungshypothese sollten negative Reflexionen abnehmen, da die Risiken des Lebenslaufs mit der Zeit geringer werden. Nach der Verlagerungshypothese sollten Reflexionen über frühe Phasen zurückgehen und Reflexionen über spätere Phasen zunehmen, da im beruflichen wie privaten Lebenslauf Phasen einander als Zweck und Mittel folgen. Untersuchungsgruppe ist eine Kohorte ehemaliger Gymnasiasten von 1970 im 30., 43. und 56. Lebensjahr. Die Hypothesen werden nicht oder nur partiell bestätigt. Entgegen der Konsolidierungshypothese bleibt die biographische Selbstreflexion insgesamt konstant. Mit Blick auf die Vertiefungshypothese bewegt sie sich von Entscheidungen nicht zu Entwicklungen, sondern zu Ereignissen. Entgegen der Vergewisserungshypothese gehen negative Reflexionen nicht zurück. Mit Blick auf die Verlagerungshypothese werden frühe Phasen nur im beruflichen Lebenslauf häufiger reflektiert als späte, nicht aber im privaten Lebenslauf.
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Zeitzeugenschaft im Wandel. Entwicklungslinien eines (zeit-)geschichtskulturellen Paradigmas in Kontexten von ‚NS-Vergangenheitsbewältigung‘ und ‚DDR-Aufarbeitung‘ (Christian Ernst, Peter Paul Schwarz)
Zeitzeugen erscheinen als selbstverständlicher Bestandteil heutiger ‚Erinnerungs‘- und ‚Geschichtskultur‘. Jedoch ist das Wort ‚Zeitzeuge‘ eine sprachliche Neubildung, die erst seit Mitte der 1970er Jahre in der Bundesrepublik nachweisbar ist und erstmals 1991 im „Einheitsduden“ lexikalisiert wurde. Der Begriff und die mit ihm verbundenen Erscheinungsformen und Praxen von ‚Zeitzeugenschaft‘ sind heterogen und befinden sich in kontinuierlichem Wandel. Sie bauen auf jahrhundertelangen kulturellen Traditionen von Zeugenschaft auf und haben sich im Rahmen zeitgeschichtlicher Diskurse seit 1945 durch Wechselwirkungen zwischen den Bereichen Forschung, Justiz, Medien und Pädagogik ausgeformt und differenziert. Die Entwicklung von Formen und Funktionen von Zeitzeugenschaft in Kontexten der ‚NS-Vergangenheitsbewältigung‘ und der ‚Aufarbeitung‘ und ‚Vermittlung‘ der DDR-Geschichte wird in diesem Beitrag in einer Zusammenschau von Forschungsliteratur und ersten Ergebnissen des Projekts „Arbeit mit Zeitzeugen zur DDR-Geschichte in der außerschulischen Bildung“ nachvollzogen, um daraus Schlussfolgerungen für die Oral History und die Arbeit mit Zeitzeugen abzuleiten. Dabei wird deutlich, dass sich die Funktionen und Formen des ‚Einsatzes von Zeitzeugen‘ seit den 1990er Jahren durch Offizialisierungsprozesse der ‚Erinnerungskultur‘ bei gleichzeitiger Differenzierung im Zeichen des Medienwandels im ‚digitalen Zeitalter‘ stark verändert haben. Um die vielschichtigen Voraussetzungen und Prozesse von Zeitzeugenarbeit angemessen beschreiben zu können, wird eine begriffliche Unterscheidung von impliziter und expliziter Zeitzeugenschaft vorgeschlagen.
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Die Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse gilt als massive Verunsicherung biographischer Modelle: Obgleich sie schon einmal verabschiedet und von der „Bastelbiographie“ abgelöst werden sollte, ist die Erosion der Normalbiographie im Zuge der Auseinandersetzung mit einer zunehmenden Prekarisierung der Beschäftigungsverhältnisse erneut zum sozialwissenschaftlichen Topos geworden. Dabei ist in den letzten Jahren die Perspektive auf die desintegrativen Wirkungen des Verlusts kontinuierlicher Erwerbsarbeit und entsprechender biographischer Perspektiven dominant gewesen. Demgegenüber werden heute auch die Freiräume für eine Neugestaltung von Arbeit und Leben betont, die durch die Prekarisierung und die ihr inhärente Erosion der Normalbiographie entstünden. Die individuelle Deutung von „Leben“ im Zuge der Prekarisierung ist dabei allerdings bisher kaum untersucht worden. Im Beitrag wird auf der Grundlage biographischer Fallrekonstruktionen die biographische Deutung prekär Beschäftigter untersucht, bei denen eine, wenn nicht die derzeit deutlichste Auseinandersetzung mit „Leben“ und seinem Bezug zur Arbeitsgesellschaft erwartet werden kann. Im Ergebnis zeigt sich, dass dieser Zusammenhang nicht nur soziohistorisch – als soziale Institution des Lebenslaufs – besteht, sondern auch in den Deutungsmustern der Einzelnen das eine (Leben) nicht ohne das andere (Arbeitsgesellschaft) gedacht werden kann und dies von den Befragten reflektiert wird.
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Jedes Individuum in unserem soziokulturellen Kreis erlernt im Laufe der Sozialisation in unterschiedlichen Kontexten die Kompetenz des Geschichtenerzählens. Wenn die Darstellung der Lebensgeschichte gelingt, d.h. wenn der Zuhörer den Erzähler versteht, ist die erzählte Geschichte strukturell-inhaltlich abgeschlossen – sie ist in sich stimmig und verständlich. In diesem Artikel soll der Frage nachgegangen werden, wie die Kohärenz und Konsistenz in der autobiographischen Erzählung her- und dargestellt wird. Diese Frage soll aus zwei Perspektiven beleuchtet werden. Zunächst wende ich mich dem strukturellen Aufbau der autobiographischen Erzählung zu und frage, was die konstitutiven analytischen, inhaltsunabhängigen Einheiten sind und wie sie die Entstehung von in sich kohärenten und konsistenten Geschichten ermöglichen. Anschließend beschäftige ich mich mit der Frage, welche Art der Wirklichkeitskonstruktion durch die autobiographische Erzählung hervorgebracht wird und wie die Integration der erzählenden Person in die konstruierte Wirklichkeit erfolgt.
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In den letzten Jahren wurden die Erfahrungen der „Kriegskinder“ des Zweiten Weltkriegs Gegenstand mehrerer wissenschaftlicher Studien. Die Generation der „Kriegskinder“ gilt als traumatisiert; Schätzungen schwanken von einem Drittel bis zur Hälfte dieser Generation, die unter diesen Belastungen bis in die Gegenwart hinein leiden. Das vielfach fortbestehende Leiden der damaligen Kinder wird hierbei als mehr oder weniger ausschließliche Folge des Zweiten Weltkriegs (fehl-)interpretiert und die kulturelle Dimension einer intensiven Sozialisation und Erziehung unter der Nazi-Ideologie kaum oder nur stark verkürzt verhandelt. Wie wir mit unserer Studie zeigen werden, waren es nicht nur die Bombennächte, die Erfahrung von Flucht und Vertreibung, die belastende bis traumatisierende Auswirkungen zeitigten, sondern wesentlich die Beziehungserfahrungen mit den eigenen Eltern und NS-Sozialisation. Dies muss mit den Kriegserfahrungen zusammen betrachtet werden, um die Leiderfahrungen und Realitäten dieser Personengruppe angemessen erfassen zu können und um Verkürzungen und Entkontextualisierungen zu vermeiden. In unserer Studie beziehen wir uns auf Angehörige der Geburtenjahrgänge 1930 bis 1945 und fragen danach, ob und inwiefern sich die unterschiedlichen Identifizierungen der Eltern mit dem NS-System und seinen Erziehungsmaximen auf das Leben der Kinder auswirken. Die Bedeutung der Erziehung im Nationalsozialismus und die transgenerationelle Weitergabe werden in ihrem Zusammenspiel mit den Folgen von Kriegshandlungen untersucht. Von entscheidender Bedeutung ist dabei, dass es sich um eine rückwirkende, nachträgliche Betrachtung handelt, die in ihren Funktionen für die jeweilige Gegenwart reflektiert werden muss.
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