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Informationen zur Zeitschrift

ISSN: 0173-184x

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Kategorien: Einzelhefte

Inhalt

PERIPHERIE 3 4-2020 (Heft 159-160) | Bioökonomie

Miriam Friz Trzeciak / Franziska Müller: María Lugones (1944-2020)
Zu diesem Heft. Bioökonomie

Schwerpunkt/ Essays
Maria Backhouse / Malte Lühmann: Stoffströme und Wissensproduktion in der globalen Bioökonomie: Die Fortsetzung globaler Ungleichheiten (im Open Access verfügbar)
Eugen Pissarskoi / Stefan Ouma / Kerstin Schopp / Leiyo Singo / Thomas Potthast: Welche Bio_Ökonomie für welche Zukunft? Zur Repolitisierung eines Diskurses im Globalen Norden durch Einsichten aus Tansania (im Open Access verfügbar)
Axel Anlauf: Die extraktive Basis der Bioökonomie. Synthetische Düngemittel, Peak Phosphorus und alternative Technologien (im Open Access verfügbar)
Janina Puder / Anne Tittor: Bioökonomie in Argentinien und Malaysia. Industrial upgrading im Agrarbereich als sozialökologisches Entwicklungsversprechen? (im Open Access verfügbar)
Henryk Alff / Michael Spies: Pfadabhängigkeiten in der Bioökonomie überwinden? Landwirtschaftliche Intensivierungsprozesse aus sozial-ökologischer Perspektive (im Open Access verfügbar)
Fabricio Rodríguez: Süd-Süd-Beziehungen und Bioökonomie. Die chinesisch-brasilianische Handelsachse (im Open Access verfügbar)

PERIPHERIE-Stichwort
Rosa Lehmann: Bioökonomie (im Open Access verfügbar)
Anne Tittor: Umweltgerechtigkeit (im Open Access verfügbar)

Artikel
Heidi Grunebaum: Zwischen Nakba, Shoah und Apartheid. Nachdenken über Komplizität und Erinnern (im Open Access verfügbar)
David D. Kim: Wie Achille Mbembe des Antisemitismus bezichtigt wurde. Transatlantische Überlegungen über deutsche Farbenblindheit zu Zeiten von #BlackLivesMatter (Zur Diskussion) (im Open Access verfügbar)
Floris Biskamp: Ich sehe was, was Du nicht siehst. Antisemitismuskritik und Rassismuskritik im Streit um Israel (Zur Diskussion) (im Open Access verfügbar)
Melanie Müller: Verschärfung struktureller Probleme: Die Corona-Pandemie im südlichen Afrika (Zur Diskussion)
Kristina Dietz: Pandemie trifft Krise(n). COVID-19 in Lateinamerika (Zur Diskussion)
Nivedita Menon: Corona-Kapitalismus und das Hindu-Reich in Indien (Zur Diskussion)

Buchbesprechung/Rezensionen
Jasper Finkeldey: Martín Arbeloda: Planetary Mine. Territories of Extraction under Late Capitalism. London & New York: Verso 2020, 288 Seiten
Jasper Finkeldey: Geoff Mann & Joel Wainwright: Climate Leviathan. A Political Theory of Our Planetary Future. London & New York, US-NY: Verso 2017, 224 Seiten
Nadine Pollvogt: Rosa Lehmann: Der Konflikt um Windenergie in Mexiko. Partizipation, Diskurse und die ungleiche Gestaltung der Naturverhältnisse im Isthmus von Tehuantepec. Wiesbaden: Springer VS 20 9, 245 Seiten (https://doi.org/10.1007/978-3-658-25675-3)
Louise Wagner: Andreas Malm: The Progress of this Storm. Nature and Society in a Warming World. London & Brooklyn, US-NY: Verso 2018, 248 Seiten
Franziska Kusche / Gregor Seidl / Marcela Torres Heredia: Silvia Rivera Cusicanqui: Ch‘ixinakax utxiwa. Eine Reflexion über Praktiken und Diskurse der Dekolonisierung. Münster: Unrast 2018, 147 Seiten
Wolfgang Hein: Gunnar Folke Schuppert (Hg.): Von Staat zu Staatlichkeit. Beiträge zu einer multidisziplinären Staatlichkeitswissenschaft. Baden-Baden: Nomos 2019, 289 Seiten (https://doi.org/10.5771/9783845299945)
Rita Schäfer: Christoph Hartmann & Nele Noesselt (Hg.): China‘s New Role in African Politics. From Non-Intervention towards Stabilization? Abingdon: Routledge 2020, 244 Seiten (https://doi.org/10.4324/9780429422393)
Reinhart Kößler: Colin White: A History of the Global Economy. The Inevitable Accident. Cheltenham, UK, & Northampton, US-MA: Elgar 2018, 495 Seiten
Rita Schäfer: Lloyd Sachikonye, Brian Raftopoulos & Godfrey Kanyenze (Hg.): Building from the Rubble. The Labour Movement in Zimbabwe since 2000. Harare: Weaver 2018, 262 Seiten (https://doi.org/10.2307/j.ctvh8qxfh)

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Zusätzliche Information

Verlag

ISSN

0173-184X

eISSN

2366-4185

Jahrgang

40. Jahrgang 2020

Ausgabe

3 4 (159-160)

Erscheinungsdatum

18.01.2021

Umfang

304

Sprache

Deutsch

Format

14,8 x 21 cm

DOI

https://doi.org/10.3224/peripherie.v40i3-4

Homepage

https://peripherie.budrich-journals.de

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Autor*innen

Schlagwörter

Achille mbembe, Afrikanische zukuenfte, Antisemitismus, Antisemitismuskritik, Apartheid, Bergbau, Biooekonomie, Biooekonomie strategien, Blacklivesmatter, Brasilien, China, Corona kapitalismus, Corona-Pandemie, COVID-19, Duengemittel, Entwicklungsstrategie, Erinnerungspolitik, Ernaehrungskrisen, Ethik der biooekonomie, Extraktionsverhaeltnisse, Genetisch veraenderte organismen, Globale Ungleichheit, Globale ungleichheiten, Gruene revolution, Gueterketten, Handel, Identität, Implizite normativitaet, Indien, Industrialisierung, Industrielle landwirtschaft, Kasachstan, Landnutzungskonflikte, Landwirtschaft, Landwirtschaftliche visionen, Lateinamerika, Maria Lugones, Nachhaltigkeit, Naehrstoff recycling, Neulandkampagne, Oekologisch ungleicher tausch, Pakistan, Palaestina, Palmoel, Peak phosphorus, Peru, Phosphatgestein, Produktionssteigerung, Rassismuskritik, Science and Technology Studies, Shoah, Soja, Sozial oekologische transformationen, Sozialoekologische folgen, Stoffstroeme, Sued sued beziehungen, Tansania, Umweltethik, Umweltgerechtigkeit, Upgrading, Weltsystemtheorie, Wissensproduktion

Abstracts

Stoffströme und Wissensproduktion in der globalen Bioökonomie: Die Fortsetzung globaler Ungleichheiten (Maria Backhouse, Malte Lühmann)
Strategiepapiere der EU und Deutschlands zur Förderung einer Bioökonomie verfolgen ein globales Transformationsprojekt: Mithilfe von Forschung und technologischen Innovationen soll der gesellschaftliche Wandel weg von fossilen, hin zu nachwachsenden Rohstoffen (Biomasse) und einer Kreislaufwirtschaft gelingen. Ausgerechnet die Produktion von Biomasse in der globalisierten Landwirtschaft ist aber seit Kolonialzeiten von ungleichen Tauschbeziehungen zwischen biomasseproduzierenden Semi-/Peripherien und weiterverarbeitenden (Technologie-)Zentren durchdrungen. Mittlerweile greifen weltweit Länder in den Zentren und Semi-/Peripherien das Narrativ der Bioökonomie auf und es stellt sich die Frage, ob in der Bioökonomie eine Veränderung der globalen Ungleichheiten in Bezug auf die Stoffströme und die Wissensproduktion angelegt ist. Anknüpfend an Weiterentwicklungen der Weltsystemtheorie zum ungleichen ökologischen Tausch sowie zur ungleichen globalen Wissensproduktion zeigen wir, dass die für die Bioökonomie relevanten stofflichen und technologischen transnationalen (Tausch-)Beziehungen die bestehenden globalen Ungleichheitsverhältnisse zwischen Zentren und Semi-/Peripherien fortschreiben. Mit dieser Analyse erweitern wir unter anderem das neuere Forschungsfeld zu den staatlichen Bioökonomiestrategien und den politischen Debatten um ihre Ausrichtung, das bisher hauptsächlich auf Europa und Nordamerika fokussiert war. Eine globale Ungleichheitsperspektive, wie sie in kritischen entwicklungstheoretischen und -politischen Debatten geläufig ist, stellt hier eine unerlässliche Verschiebung des Blickwinkels dar. Schlagwörter: Bioökonomie, Extraktionsverhältnisse, globale Ungleichheiten, Science and Technology Studies, Stoffströme, Weltsystemtheorie, Wissensproduktion
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Welche Bio_Ökonomie für welche Zukunft? Zur Repolitisierung eines Diskurses im Globalen Norden durch Einsichten aus Tansania (Eugen Pissarskoi, Stefan Ouma, Kerstin Schopp, Leiyo Singo, Thomas Potthast)
Mehrere Kritiker*innen warnen, dass die Verbreitung des Bioökonomie-Diskurses die Kolonialität von Märkten und Wissen weiter verfestige, welche die formal postkolonialen Nord-Süd-Beziehungen prägten. In diesem Text stimmen wir diesem Gedankengang nur teilweise zu. Kritiker*innen der globalen Wirkungsmacht des Bioökonomie-Diskurses setzen ein zu enges Verständnis von Bioökonomie voraus. Wir argumentieren, dass ein unumstrittener Kern des Bioökonomie-Diskurses darin liegt, Visionen und Wege zu konzipieren, wie Institutionen zur Ermöglichung menschlichen Wohlergehens derart organisiert werden können („Wirtschaft“), dass sie den Erfordernissen inter- und intragenerationeller Gerechtigkeit entsprechen und alle moralisch berücksichtigungswürdigen Wesen berücksichtigen („Bio“). Um diesen „Raum des Möglichen“ zu öffnen, schlagen wir vor, die Idee der „Bioökonomie“ strategisch neu anzueignen und stattdessen den Begriff „Bio_Ökonomie“ zu verwenden: Der Unterstrich verweist auf eine breite Vielfalt ethisch rechtfertigbarer Visionen, wie das „Bio“ mit der „Ökonomie“ verknüpft werden sollte. Das gesamte Spektrum der politischen Diskurse über die Zukunft der Landwirtschaft in den Ländern Subsahara-Afrikas enthält das Potenzial, einen kritischen Diskurs über Bioökonomie-Visionen entstehen zu lassen. Diese These belegen wir anhand von zwei Fallstudien aus dem landwirtschaftlichen Diskurs in Tansania: zu Landnutzung und zu gentechnisch veränderten Organismen. In beiden Bereichen finden sich Indizien dafür, dass es eine Vielfalt bio_ökonomischer Visionen gibt, die von verschiedenen Interessengruppen in Tansania, wenn auch implizit, befürwortet werden. Schlagwörter: Umweltethik, Ethik der Bioökonomie, implizite Normativität, landwirtschaftliche Visionen, afrikanische Zukünfte, sozial-ökologische Transformationen, Landnutzungskonflikte, Tansania, genetisch veränderte Organismen
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Die extraktive Basis der Bioökonomie. Synthetische Düngemittel, Peak Phosphorus und alternative Technologien (Axel Anlauf)
Verschiedene Bioökonomie-Strategien zielen auf die Substitution fossiler Brennstoffe durch nachwachsende Rohstoffe. Jedoch ist auch die Produktion agrarischer Ressourcen im derzeitigen Modell der industriellen Landwirtschaft ein extraktives System, das auf die ständige Zufuhr externer Nährstoffe angewiesen ist. Nach einer historisch-theoretischen Analyse dieser Nährstoffflüsse geht der Beitrag auf den Nährstoff Phosphor bzw. den Rohstoff Phosphatgestein ein. Es zeigt sich, dass Phosphatgestein, jahrzehntelang eine „billige Massenware“, ab 2007 zu einem strategischen Rohstoff wurde, wobei auch Analysen über ein mögliches Fördermaximum (Peak Phosphorus) um das Jahr 2030 entstanden sind. Anhand exemplarischer Strategien staatlicher und privater Akteure zum Umgang mit der neuen Situation wird deutlich, dass die Kontrolle über Phosphor-Flüsse zunehmend umkämpft ist. Der Beitrag argumentiert, dass Bioökonomie-Strategien bereits bestehende Auseinandersetzungen um die Phosphatversorgung verschärfen und globale Ungleichheiten verstärken, die unter anderem in Ernährungskrisen hervortreten. Technologische Erneuerungen, die auch im Rahmen der Bioökonomie vorangetrieben werden, erlauben nur eine bedingte Abkehr vom extraktiven Charakter der Landwirtschaft, können aber die Interessen dominanter Akteure sichern. Schlagwörter: Phosphatgestein, Bergbau, peak phosphorus, Düngemittel, Industrielle Landwirtschaft, Bioökonomie, Güterketten, Ernährungskrisen, Globale Ungleichheit, Brasilien, Peru, Nährstoff-Recycling
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Bioökonomie in Argentinien und Malaysia. Industrial upgrading im Agrarbereich als sozialökologisches Entwicklungsversprechen? (Janina Puder, Anne Tittor)
Die Bioökonomie zielt auf eine Abkehr vom fossilen Energie- und Produktionsregime. Dies wird mit der Notwendigkeit der Ressourcenschonung und des Klimaschutzes begründet. Argentinien und Malaysia haben diese Vision übernommen. Dem Agrarsektor in beiden semi-peripheren Ökonomie gelang es seine Interessen in den Bioökonomieagenden beider Länder zu verankern, wodurch Bioökonomie zu einer Entwicklungs- bzw. Industrialisierungsstrategie geworden ist, in dessen Kern das Versprechen eines industrial, social und environmental upgradings steht. Mit der Förderung der Weiterverarbeitung von Agrarprodukten (v.a. Soja und Palmöl) und dem Aufbau von Industrieanlagen im ländlichen Raum forcieren Argentinien und Malaysia eine höhere Wertschöpfung und die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Dies stellt im Vergleich zu älteren Entwicklungsstrategien eine Verschiebung dar, mit der die Position semi-peripherer Länder als Exporteure un- bzw. wenig verarbeiteter Agrargüter überwunden werden soll. Allerdings konnte die kritische industriesoziologische Debatte bereits zeigen, dass die Annahme, mit einem industrial upgrading ginge automatisch ein social upgrading einher, sich häufig als falsch erwiesen hat. Ausgehend von der Weltsystemdebatte und des globalen Güterkettenansatzes zeigt der Beitrag, dass ein social upgrading durch die Bioökonomie in Argentinien und Malaysia kaum zu erwarten ist. Wird der eingeschlagene Weg fortgeführt, sind voraussichtlich weder die von den Bioökonomiebefürworter*innen proklamierten Nachhaltigkeits- noch die sozialen Ziele realisierbar. Schlagwörter: Upgrading, Entwicklungsstrategie, Industrialisierung, sozialökologische Folgen, Palmöl, Soja, Bioökonomie, Nachhaltigkeit
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Pfadabhängigkeiten in der Bioökonomie überwinden? Landwirtschaftliche Intensivierungsprozesse aus sozial-ökologischer Perspektive (Henryk Alff, Michael Spies)
Der Wandel zu einer „bio-basierten“ Wirtschaft, wie er in nationalen und internationalen Bioökonomie-Strategien propagiert wird, kann nur mit tiefgreifenden Veränderungen landwirtschaftlicher Systeme zur Steigerung der Agrarproduktion einhergehen. Besonders in Ländern des Globalen Südens gingen solche Prozesse jedoch meist mit unbeabsichtigten – oder in Kauf genommenen – negativen Konsequenzen wie Umweltdegradation oder die Verschärfung gesellschaftlicher Ungleichheiten einher. Dennoch finden die Kenntnisse über die Risiken bisheriger landwirtschaftlicher Interventionen kaum in politischen Bioökonomie-Strategien Berücksichtigung, die auf wirtschaftlich-technische Lösungen einer „nachhaltigen“ Intensivierung durch agrartechnologische Innovationen auf der einen, und eine Ausweitung von Produktionsflächen auf der anderen Seite setzen. Wie diese Produktionssteigerungen ökologisch und sozial nachhaltig gestaltet werden sollen, bleibt unklar, und bisherige Erfahrungen mit derartigen Interventionen lassen eher das Gegenteil befürchten. Anhand von zwei historischen Beispielen – der Grünen Revolution im Punjab Pakistans und der Neulandkampagne in Kasachstan – skizziert der Beitrag die vielschichtigen sozialen und ökologischen Folgen bisheriger, großangelegter landwirtschaftlicher Interventionen zur Produktionssteigerung und geht der Frage nach, inwiefern diese Erfahrungen (besser) in Bioökonomie-Strategien Berücksichtigung finden (können). Kritische Reflektion sollte dabei vor allem die Rolle institutioneller Pfadabhängigkeiten in der Gestaltung aktueller und zukünftiger Entwicklungen erfahren. Wie bisherige Erfahrungen im Landwirtschaftssektor deutlich machen, müssen Bioökonomie-Strategien ihren geforderten systemischen Ansatz ernst nehmen – was impliziert, dass technologie- und produktivitätsorientierte Ziele stets sozialen und ökologischen Zielen untergeordnet werden müssen. Schlagwörter: Landwirtschaft, Bioökonomie-Strategien, Produktionssteigerung, Grüne Revolution, Neulandkampagne, Pakistan, Kasachstan
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Süd-Süd-Beziehungen und Bioökonomie. Die chinesisch-brasilianische Handelsachse (Fabricio Rodríguez)
Inwiefern prägen bioökonomische Agenden den Übergang weg von der fossilen Abhängigkeit im Kontext der Süd-Süd-Beziehungen? Wie stellen sich Akteure aus dem Globalen Süden das Konzept und die Umsetzung der Bioökonomie vor? Besitzt die Bioökonomie das Potential, die Landschaft globaler Ungleichheiten durch die aktive Beteiligung von Akteuren aus dem globalen Süden umzustrukturieren? Der Artikel behandelt diese Fragen anhand einer kritischen Analyse der Handelsbeziehungen zwischen China und Brasilien im Zeitraum 2000-2018. Der chinesisch-brasilianische Fall wird als eine wichtige Achse der Süd-Süd-Beziehungen im Kontext der entstehenden Bioökonomie interpretiert. Dabei zeigt sich, dass sich die Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern trotz grüner Politiken keineswegs in Richtung einer kohlenstoffarmen Transition entwickeln. Obwohl die chinesisch-brasilianischen Handelsströme einen Ausdruck der Süd-Süd-Kooperation darstellen, geht mit ihnen kein Abbau der klassischen Produktionshierarchien zwischen Zentrum und Peripherie einher. Dagegen entstehen neue Ungleichheiten mit hoher Relevanz für die Bioökonomie. Schlagwörter: Süd-Süd-Beziehungen, China, Brasilien, ökologisch ungleicher Tausch, Handel, Bioökonomie
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Zwischen Nakba, Shoah und Apartheid. Nachdenken über Komplizität und Erinnern (Heidi Grunebaum)
Die Autorin setzt sich mit persönlicher Verstrickung in drei grundlegende Katastrophen des 20. Jahrhunderts auseinander, die zwar klar voneinander zu trennen sind, dennoch aber miteinander in Beziehung stehen. Diese Wechselbeziehungen zeigt die Autorin beispielhaft an entscheidenden Episoden ihrer eigenen Lebensgeschichte sowie der Erfahrungen ihrer Familie auf. Ihre jüdisch-südafrikanische Herkunft ist Anstoß, den Überresten eines palästinensischen Dorfes nachzugehen, das heute unter dem „Südafrikanischen Wald“ in Israel begraben liegt, für den sie als Kind einmal Geld gesammelt hat; dieser familiäre Zusammenhang führt sie ferner in die oberhessische Kleinstadt, aus der ihrer Großmutter gerade noch die Flucht vor dem Terror der Nationalsozialisten gelungen ist; und sie ist schließlich der leeren Fläche in Kapstadt konfrontiert, wo sich einmal das lebensvolle Viertel District Six befand, in unmittelbarer Nachbarschaft ihres Wohnviertels. Die früheren Einwohner*innen wurden vom Apartheidsregime deportiert. Allen drei Orten ist gemeinsam, dass das, was ihnen hier Bedeutung gibt, durch Gewalt und Verwaltungshandeln ausgelöscht wurde. Durch die Darstellung ihrer eigenen Erfahrung, zu der auch die Arbeit an einem Film über die drei Orte gehört, zeigt die Autorin Möglichkeiten auf, mnemonische Spuren auf persönlicher Ebene und darüber hinaus aufzufinden. Zugleich verweist sie auf die Verstrickung in Komplizität durch die hier angesprochenen Prozesse, mit der sich jegliche ernsthafte Auseinandersetzung konfrontiert sieht. Diese Positionierung steht im Gegensatz zu vereinfachenden und destruktiven Reaktionen auf die Problematik von Komplizität und Komplexität, von Ethnonationalismus und Identitätspolitik. Schlagwörter: Erinnerungspolitik, Palästina, Shoah, Apartheid, Identität
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PERIPHERIE 3 4-2020 (Heft 159-160) | Bioökonomie

Miriam Friz Trzeciak / Franziska Müller: María Lugones (1944-2020)
Zu diesem Heft. Bioökonomie

Schwerpunkt/ Essays
Maria Backhouse / Malte Lühmann: Stoffströme und Wissensproduktion in der globalen Bioökonomie: Die Fortsetzung globaler Ungleichheiten (im Open Access verfügbar)
Eugen Pissarskoi / Stefan Ouma / Kerstin Schopp / Leiyo Singo / Thomas Potthast: Welche Bio_Ökonomie für welche Zukunft? Zur Repolitisierung eines Diskurses im Globalen Norden durch Einsichten aus Tansania (im Open Access verfügbar)
Axel Anlauf: Die extraktive Basis der Bioökonomie. Synthetische Düngemittel, Peak Phosphorus und alternative Technologien (im Open Access verfügbar)
Janina Puder / Anne Tittor: Bioökonomie in Argentinien und Malaysia. Industrial upgrading im Agrarbereich als sozialökologisches Entwicklungsversprechen? (im Open Access verfügbar)
Henryk Alff / Michael Spies: Pfadabhängigkeiten in der Bioökonomie überwinden? Landwirtschaftliche Intensivierungsprozesse aus sozial-ökologischer Perspektive (im Open Access verfügbar)
Fabricio Rodríguez: Süd-Süd-Beziehungen und Bioökonomie. Die chinesisch-brasilianische Handelsachse (im Open Access verfügbar)

PERIPHERIE-Stichwort
Rosa Lehmann: Bioökonomie (im Open Access verfügbar)
Anne Tittor: Umweltgerechtigkeit (im Open Access verfügbar)

Artikel
Heidi Grunebaum: Zwischen Nakba, Shoah und Apartheid. Nachdenken über Komplizität und Erinnern (im Open Access verfügbar)
David D. Kim: Wie Achille Mbembe des Antisemitismus bezichtigt wurde. Transatlantische Überlegungen über deutsche Farbenblindheit zu Zeiten von #BlackLivesMatter (Zur Diskussion) (im Open Access verfügbar)
Floris Biskamp: Ich sehe was, was Du nicht siehst. Antisemitismuskritik und Rassismuskritik im Streit um Israel (Zur Diskussion) (im Open Access verfügbar)
Melanie Müller: Verschärfung struktureller Probleme: Die Corona-Pandemie im südlichen Afrika (Zur Diskussion)
Kristina Dietz: Pandemie trifft Krise(n). COVID-19 in Lateinamerika (Zur Diskussion)
Nivedita Menon: Corona-Kapitalismus und das Hindu-Reich in Indien (Zur Diskussion)

Buchbesprechung/Rezensionen
Jasper Finkeldey: Martín Arbeloda: Planetary Mine. Territories of Extraction under Late Capitalism. London & New York: Verso 2020, 288 Seiten
Jasper Finkeldey: Geoff Mann & Joel Wainwright: Climate Leviathan. A Political Theory of Our Planetary Future. London & New York, US-NY: Verso 2017, 224 Seiten
Nadine Pollvogt: Rosa Lehmann: Der Konflikt um Windenergie in Mexiko. Partizipation, Diskurse und die ungleiche Gestaltung der Naturverhältnisse im Isthmus von Tehuantepec. Wiesbaden: Springer VS 20 9, 245 Seiten (https://doi.org/10.1007/978-3-658-25675-3)
Louise Wagner: Andreas Malm: The Progress of this Storm. Nature and Society in a Warming World. London & Brooklyn, US-NY: Verso 2018, 248 Seiten
Franziska Kusche / Gregor Seidl / Marcela Torres Heredia: Silvia Rivera Cusicanqui: Ch‘ixinakax utxiwa. Eine Reflexion über Praktiken und Diskurse der Dekolonisierung. Münster: Unrast 2018, 147 Seiten
Wolfgang Hein: Gunnar Folke Schuppert (Hg.): Von Staat zu Staatlichkeit. Beiträge zu einer multidisziplinären Staatlichkeitswissenschaft. Baden-Baden: Nomos 2019, 289 Seiten (https://doi.org/10.5771/9783845299945)
Rita Schäfer: Christoph Hartmann & Nele Noesselt (Hg.): China‘s New Role in African Politics. From Non-Intervention towards Stabilization? Abingdon: Routledge 2020, 244 Seiten (https://doi.org/10.4324/9780429422393)
Reinhart Kößler: Colin White: A History of the Global Economy. The Inevitable Accident. Cheltenham, UK, & Northampton, US-MA: Elgar 2018, 495 Seiten
Rita Schäfer: Lloyd Sachikonye, Brian Raftopoulos & Godfrey Kanyenze (Hg.): Building from the Rubble. The Labour Movement in Zimbabwe since 2000. Harare: Weaver 2018, 262 Seiten (https://doi.org/10.2307/j.ctvh8qxfh)

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Einzelbeitrag-Download (Open Access/Gebühr): peripherie.budrich-journals.de
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ISSN

0173-184X

eISSN

2366-4185

Jahrgang

40. Jahrgang 2020

Ausgabe

3 4 (159-160)

Erscheinungsdatum

18.01.2021

Umfang

304

Sprache

Deutsch

Format

14,8 x 21 cm

DOI

https://doi.org/10.3224/peripherie.v40i3-4

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Abstracts

Stoffströme und Wissensproduktion in der globalen Bioökonomie: Die Fortsetzung globaler Ungleichheiten (Maria Backhouse, Malte Lühmann)
Strategiepapiere der EU und Deutschlands zur Förderung einer Bioökonomie verfolgen ein globales Transformationsprojekt: Mithilfe von Forschung und technologischen Innovationen soll der gesellschaftliche Wandel weg von fossilen, hin zu nachwachsenden Rohstoffen (Biomasse) und einer Kreislaufwirtschaft gelingen. Ausgerechnet die Produktion von Biomasse in der globalisierten Landwirtschaft ist aber seit Kolonialzeiten von ungleichen Tauschbeziehungen zwischen biomasseproduzierenden Semi-/Peripherien und weiterverarbeitenden (Technologie-)Zentren durchdrungen. Mittlerweile greifen weltweit Länder in den Zentren und Semi-/Peripherien das Narrativ der Bioökonomie auf und es stellt sich die Frage, ob in der Bioökonomie eine Veränderung der globalen Ungleichheiten in Bezug auf die Stoffströme und die Wissensproduktion angelegt ist. Anknüpfend an Weiterentwicklungen der Weltsystemtheorie zum ungleichen ökologischen Tausch sowie zur ungleichen globalen Wissensproduktion zeigen wir, dass die für die Bioökonomie relevanten stofflichen und technologischen transnationalen (Tausch-)Beziehungen die bestehenden globalen Ungleichheitsverhältnisse zwischen Zentren und Semi-/Peripherien fortschreiben. Mit dieser Analyse erweitern wir unter anderem das neuere Forschungsfeld zu den staatlichen Bioökonomiestrategien und den politischen Debatten um ihre Ausrichtung, das bisher hauptsächlich auf Europa und Nordamerika fokussiert war. Eine globale Ungleichheitsperspektive, wie sie in kritischen entwicklungstheoretischen und -politischen Debatten geläufig ist, stellt hier eine unerlässliche Verschiebung des Blickwinkels dar. Schlagwörter: Bioökonomie, Extraktionsverhältnisse, globale Ungleichheiten, Science and Technology Studies, Stoffströme, Weltsystemtheorie, Wissensproduktion
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Welche Bio_Ökonomie für welche Zukunft? Zur Repolitisierung eines Diskurses im Globalen Norden durch Einsichten aus Tansania (Eugen Pissarskoi, Stefan Ouma, Kerstin Schopp, Leiyo Singo, Thomas Potthast)
Mehrere Kritiker*innen warnen, dass die Verbreitung des Bioökonomie-Diskurses die Kolonialität von Märkten und Wissen weiter verfestige, welche die formal postkolonialen Nord-Süd-Beziehungen prägten. In diesem Text stimmen wir diesem Gedankengang nur teilweise zu. Kritiker*innen der globalen Wirkungsmacht des Bioökonomie-Diskurses setzen ein zu enges Verständnis von Bioökonomie voraus. Wir argumentieren, dass ein unumstrittener Kern des Bioökonomie-Diskurses darin liegt, Visionen und Wege zu konzipieren, wie Institutionen zur Ermöglichung menschlichen Wohlergehens derart organisiert werden können („Wirtschaft“), dass sie den Erfordernissen inter- und intragenerationeller Gerechtigkeit entsprechen und alle moralisch berücksichtigungswürdigen Wesen berücksichtigen („Bio“). Um diesen „Raum des Möglichen“ zu öffnen, schlagen wir vor, die Idee der „Bioökonomie“ strategisch neu anzueignen und stattdessen den Begriff „Bio_Ökonomie“ zu verwenden: Der Unterstrich verweist auf eine breite Vielfalt ethisch rechtfertigbarer Visionen, wie das „Bio“ mit der „Ökonomie“ verknüpft werden sollte. Das gesamte Spektrum der politischen Diskurse über die Zukunft der Landwirtschaft in den Ländern Subsahara-Afrikas enthält das Potenzial, einen kritischen Diskurs über Bioökonomie-Visionen entstehen zu lassen. Diese These belegen wir anhand von zwei Fallstudien aus dem landwirtschaftlichen Diskurs in Tansania: zu Landnutzung und zu gentechnisch veränderten Organismen. In beiden Bereichen finden sich Indizien dafür, dass es eine Vielfalt bio_ökonomischer Visionen gibt, die von verschiedenen Interessengruppen in Tansania, wenn auch implizit, befürwortet werden. Schlagwörter: Umweltethik, Ethik der Bioökonomie, implizite Normativität, landwirtschaftliche Visionen, afrikanische Zukünfte, sozial-ökologische Transformationen, Landnutzungskonflikte, Tansania, genetisch veränderte Organismen
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Die extraktive Basis der Bioökonomie. Synthetische Düngemittel, Peak Phosphorus und alternative Technologien (Axel Anlauf)
Verschiedene Bioökonomie-Strategien zielen auf die Substitution fossiler Brennstoffe durch nachwachsende Rohstoffe. Jedoch ist auch die Produktion agrarischer Ressourcen im derzeitigen Modell der industriellen Landwirtschaft ein extraktives System, das auf die ständige Zufuhr externer Nährstoffe angewiesen ist. Nach einer historisch-theoretischen Analyse dieser Nährstoffflüsse geht der Beitrag auf den Nährstoff Phosphor bzw. den Rohstoff Phosphatgestein ein. Es zeigt sich, dass Phosphatgestein, jahrzehntelang eine „billige Massenware“, ab 2007 zu einem strategischen Rohstoff wurde, wobei auch Analysen über ein mögliches Fördermaximum (Peak Phosphorus) um das Jahr 2030 entstanden sind. Anhand exemplarischer Strategien staatlicher und privater Akteure zum Umgang mit der neuen Situation wird deutlich, dass die Kontrolle über Phosphor-Flüsse zunehmend umkämpft ist. Der Beitrag argumentiert, dass Bioökonomie-Strategien bereits bestehende Auseinandersetzungen um die Phosphatversorgung verschärfen und globale Ungleichheiten verstärken, die unter anderem in Ernährungskrisen hervortreten. Technologische Erneuerungen, die auch im Rahmen der Bioökonomie vorangetrieben werden, erlauben nur eine bedingte Abkehr vom extraktiven Charakter der Landwirtschaft, können aber die Interessen dominanter Akteure sichern. Schlagwörter: Phosphatgestein, Bergbau, peak phosphorus, Düngemittel, Industrielle Landwirtschaft, Bioökonomie, Güterketten, Ernährungskrisen, Globale Ungleichheit, Brasilien, Peru, Nährstoff-Recycling
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Bioökonomie in Argentinien und Malaysia. Industrial upgrading im Agrarbereich als sozialökologisches Entwicklungsversprechen? (Janina Puder, Anne Tittor)
Die Bioökonomie zielt auf eine Abkehr vom fossilen Energie- und Produktionsregime. Dies wird mit der Notwendigkeit der Ressourcenschonung und des Klimaschutzes begründet. Argentinien und Malaysia haben diese Vision übernommen. Dem Agrarsektor in beiden semi-peripheren Ökonomie gelang es seine Interessen in den Bioökonomieagenden beider Länder zu verankern, wodurch Bioökonomie zu einer Entwicklungs- bzw. Industrialisierungsstrategie geworden ist, in dessen Kern das Versprechen eines industrial, social und environmental upgradings steht. Mit der Förderung der Weiterverarbeitung von Agrarprodukten (v.a. Soja und Palmöl) und dem Aufbau von Industrieanlagen im ländlichen Raum forcieren Argentinien und Malaysia eine höhere Wertschöpfung und die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Dies stellt im Vergleich zu älteren Entwicklungsstrategien eine Verschiebung dar, mit der die Position semi-peripherer Länder als Exporteure un- bzw. wenig verarbeiteter Agrargüter überwunden werden soll. Allerdings konnte die kritische industriesoziologische Debatte bereits zeigen, dass die Annahme, mit einem industrial upgrading ginge automatisch ein social upgrading einher, sich häufig als falsch erwiesen hat. Ausgehend von der Weltsystemdebatte und des globalen Güterkettenansatzes zeigt der Beitrag, dass ein social upgrading durch die Bioökonomie in Argentinien und Malaysia kaum zu erwarten ist. Wird der eingeschlagene Weg fortgeführt, sind voraussichtlich weder die von den Bioökonomiebefürworter*innen proklamierten Nachhaltigkeits- noch die sozialen Ziele realisierbar. Schlagwörter: Upgrading, Entwicklungsstrategie, Industrialisierung, sozialökologische Folgen, Palmöl, Soja, Bioökonomie, Nachhaltigkeit
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Pfadabhängigkeiten in der Bioökonomie überwinden? Landwirtschaftliche Intensivierungsprozesse aus sozial-ökologischer Perspektive (Henryk Alff, Michael Spies)
Der Wandel zu einer „bio-basierten“ Wirtschaft, wie er in nationalen und internationalen Bioökonomie-Strategien propagiert wird, kann nur mit tiefgreifenden Veränderungen landwirtschaftlicher Systeme zur Steigerung der Agrarproduktion einhergehen. Besonders in Ländern des Globalen Südens gingen solche Prozesse jedoch meist mit unbeabsichtigten – oder in Kauf genommenen – negativen Konsequenzen wie Umweltdegradation oder die Verschärfung gesellschaftlicher Ungleichheiten einher. Dennoch finden die Kenntnisse über die Risiken bisheriger landwirtschaftlicher Interventionen kaum in politischen Bioökonomie-Strategien Berücksichtigung, die auf wirtschaftlich-technische Lösungen einer „nachhaltigen“ Intensivierung durch agrartechnologische Innovationen auf der einen, und eine Ausweitung von Produktionsflächen auf der anderen Seite setzen. Wie diese Produktionssteigerungen ökologisch und sozial nachhaltig gestaltet werden sollen, bleibt unklar, und bisherige Erfahrungen mit derartigen Interventionen lassen eher das Gegenteil befürchten. Anhand von zwei historischen Beispielen – der Grünen Revolution im Punjab Pakistans und der Neulandkampagne in Kasachstan – skizziert der Beitrag die vielschichtigen sozialen und ökologischen Folgen bisheriger, großangelegter landwirtschaftlicher Interventionen zur Produktionssteigerung und geht der Frage nach, inwiefern diese Erfahrungen (besser) in Bioökonomie-Strategien Berücksichtigung finden (können). Kritische Reflektion sollte dabei vor allem die Rolle institutioneller Pfadabhängigkeiten in der Gestaltung aktueller und zukünftiger Entwicklungen erfahren. Wie bisherige Erfahrungen im Landwirtschaftssektor deutlich machen, müssen Bioökonomie-Strategien ihren geforderten systemischen Ansatz ernst nehmen – was impliziert, dass technologie- und produktivitätsorientierte Ziele stets sozialen und ökologischen Zielen untergeordnet werden müssen. Schlagwörter: Landwirtschaft, Bioökonomie-Strategien, Produktionssteigerung, Grüne Revolution, Neulandkampagne, Pakistan, Kasachstan
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Süd-Süd-Beziehungen und Bioökonomie. Die chinesisch-brasilianische Handelsachse (Fabricio Rodríguez)
Inwiefern prägen bioökonomische Agenden den Übergang weg von der fossilen Abhängigkeit im Kontext der Süd-Süd-Beziehungen? Wie stellen sich Akteure aus dem Globalen Süden das Konzept und die Umsetzung der Bioökonomie vor? Besitzt die Bioökonomie das Potential, die Landschaft globaler Ungleichheiten durch die aktive Beteiligung von Akteuren aus dem globalen Süden umzustrukturieren? Der Artikel behandelt diese Fragen anhand einer kritischen Analyse der Handelsbeziehungen zwischen China und Brasilien im Zeitraum 2000-2018. Der chinesisch-brasilianische Fall wird als eine wichtige Achse der Süd-Süd-Beziehungen im Kontext der entstehenden Bioökonomie interpretiert. Dabei zeigt sich, dass sich die Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern trotz grüner Politiken keineswegs in Richtung einer kohlenstoffarmen Transition entwickeln. Obwohl die chinesisch-brasilianischen Handelsströme einen Ausdruck der Süd-Süd-Kooperation darstellen, geht mit ihnen kein Abbau der klassischen Produktionshierarchien zwischen Zentrum und Peripherie einher. Dagegen entstehen neue Ungleichheiten mit hoher Relevanz für die Bioökonomie. Schlagwörter: Süd-Süd-Beziehungen, China, Brasilien, ökologisch ungleicher Tausch, Handel, Bioökonomie
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Zwischen Nakba, Shoah und Apartheid. Nachdenken über Komplizität und Erinnern (Heidi Grunebaum)
Die Autorin setzt sich mit persönlicher Verstrickung in drei grundlegende Katastrophen des 20. Jahrhunderts auseinander, die zwar klar voneinander zu trennen sind, dennoch aber miteinander in Beziehung stehen. Diese Wechselbeziehungen zeigt die Autorin beispielhaft an entscheidenden Episoden ihrer eigenen Lebensgeschichte sowie der Erfahrungen ihrer Familie auf. Ihre jüdisch-südafrikanische Herkunft ist Anstoß, den Überresten eines palästinensischen Dorfes nachzugehen, das heute unter dem „Südafrikanischen Wald“ in Israel begraben liegt, für den sie als Kind einmal Geld gesammelt hat; dieser familiäre Zusammenhang führt sie ferner in die oberhessische Kleinstadt, aus der ihrer Großmutter gerade noch die Flucht vor dem Terror der Nationalsozialisten gelungen ist; und sie ist schließlich der leeren Fläche in Kapstadt konfrontiert, wo sich einmal das lebensvolle Viertel District Six befand, in unmittelbarer Nachbarschaft ihres Wohnviertels. Die früheren Einwohner*innen wurden vom Apartheidsregime deportiert. Allen drei Orten ist gemeinsam, dass das, was ihnen hier Bedeutung gibt, durch Gewalt und Verwaltungshandeln ausgelöscht wurde. Durch die Darstellung ihrer eigenen Erfahrung, zu der auch die Arbeit an einem Film über die drei Orte gehört, zeigt die Autorin Möglichkeiten auf, mnemonische Spuren auf persönlicher Ebene und darüber hinaus aufzufinden. Zugleich verweist sie auf die Verstrickung in Komplizität durch die hier angesprochenen Prozesse, mit der sich jegliche ernsthafte Auseinandersetzung konfrontiert sieht. Diese Positionierung steht im Gegensatz zu vereinfachenden und destruktiven Reaktionen auf die Problematik von Komplizität und Komplexität, von Ethnonationalismus und Identitätspolitik. Schlagwörter: Erinnerungspolitik, Palästina, Shoah, Apartheid, Identität
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