Beschreibung
Wie kann es Soldatinnen und Soldaten gelingen, sich in ihrem Beruf ethisch zu orientieren? Darf man ohne eigenen unmittelbaren Handlungsdruck Menschen tรถten, um Menschen zu retten? Wie lebt jemand damit, dass er entweder Schรคden angerichtet oder sie nicht verhindert hat, obwohl er es gekonnt hรคtte?
An der renommierten amerikanischen Militรคrakademie West Point wird gelehrt: Wenn ein Krieg gerecht ist, dann ist auch das Tรถten in diesem Krieg gerecht und sollte keine Schuldgefรผhle auslรถsen. Dafรผr dass der Krieg gerecht ist, haben nicht die Soldaten, sondern die politischen Fรผhrer zu sorgen und die Gesellschaft, die sie beauftragt oder gewรคhren lรคsst. Sollte der Soldat feststellen, dass die Verantwortlichen einen ungerechten Krieg anzetteln, sollte er den Gehorsam verweigern. Dem Soldaten bleibt also eine Gewissensentscheidung. Hartwig von Schubert vertritt in diesem Band eine erheblich differenziertere Lรถsung: Einen gerechten Krieg gibt es nicht, denn jeder Krieg ist eine Bankrotterklรคrung menschlicher Kommunikation. Der Krieg als Mittel zwischenstaatlicher Konfliktregulierung ist im Vรถlkerrecht geรคchtet. Erlaubt sind dort als die zwei einzigen Ausnahmen vom Gewaltverbot nur die Selbstverteidigung und die Gewaltmaรnahme in Systemen kollektiver Sicherheit, รผber die nur die autorisierten Verantwortlichen eines Staates oder einer Staatengemeinschaft entscheiden dรผrfen. Und selbst dann hat nur der staatlich autorisierte โKombattant“ das Kampffรผhrungsrecht und ist hierbei zur Wahrung der Verhรคltnismรครigkeit verpflichtet, er darf straffrei tรถten und darf gegebenenfalls nicht-exzessive Kollateralschรคden in Kauf nehmen. Aber die Straffreiheit dieser Tรถtungshandlung bedeutet nicht Schuldlosigkeit, also bedarf der Soldat der Vergebung.
Der Autor:
Dr. Hartwig von Schubert, Evangelischer Militรคrdekan an der Fรผhrungsakademie der Bundeswehr Hamburg
Hier finden Sie den Waschzettel zum Buch (pdf- Infoblatt).
Zielgruppen: PolitikwissenschafterInnen, Angehรถrige und KritikerInnen der Bundeswehr
Keywords: Neuausrichtung der Bundeswehr, Friedensethik, Auslandseinsรคtze
Fachbereiche: Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung


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