Beschreibung
Open Access: Der Titel „Subjektwerden unter Bedingungen von outsiderness“ (DOI: 10.3224/96665054) ist kostenlos im Open Access (PDF) herunterladbar oder kostenpflichtig als Print-Ausgabe erhรคltlich. Der Titel steht unter der Creative Commons Lizenz Attribution 4.0 International (CC BY 4.0): https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
Wie machen sich nationalstaatliche Ein- und Ausgrenzungsmuster in der Schule bemerkbar? Welche Erfahrungen machen Schรผler*innen in ihrem Schulalltag? Wie werden sie von diesen Erfahrungen geprรคgt? Die Autorin untersucht Subjektivierungsprozesse in Schulbildungsbiographien junger kurdisch positionierter Frauen in der Tรผrkei daraufhin, wie sich โ vermittelt รผber Schule โ In- und Exklusionsverhรคltnisse im Nationalstaat in Subjekte einschreiben. Sie zeigt die Relevanz von Aneignungs- und Widersetzungsprozessen fรผr die Ausbildung von Selbstverstรคndnissen angesichts natio-ethno-kultureller (Nicht-)Zugehรถrigkeit und schlieรt Gedanken zu marginalisierter Handlungsfรคhigkeit an.
Mittels einer qualitativ-empirischen Studie untersucht die Autorin Subjektwerden unter Bedingungen von symbolischen In- und Exklusionsverhรคltnissen im Nationalstaat, die mit dem Begriff outsiderness konzeptualisiert werden. Sie fragt nach schulbezogenen Erfahrungen und Selbstdeutungen solcher Subjekte, die innerhalb der nationalstaatlichen Zugehรถrigkeitsordnungen als nicht fraglos-zugehรถrig gelten und untersucht diese anhand von schulbildungsbiographischen Selbstauskรผnften junger sich als kurdisch positionierender Frauen in Istanbul. Mit der Verbindung aus biographischer Methode und subjektivierungsanalytischem Zugang wird re-konstruiert, wie Subjekte Eigenerlebtem rรผckblickend einen Sinn zuweisen und diese Sinngebungen soziale Normen und Diskurse aufrufen, die auf die Subjekte wirken und sie ermรถglichen, die aber auch verschoben und unterwandert werden kรถnnen.ย Anhand einer kontrastiven Betrachtung zweier Fรคlle aus einem Sample von insgesamt neun biographisch-narrativen Interviews werden unterschiedliche Dimensionen der Verhandlung von outsiderness herausgearbeitet, so etwa die Einbettung von Schulerfahrungen in gesellschaftliche Diskurse der Leugnung und Abwertung kurdischer Positionen, Praktiken der biographischen Widersetzung und Aneignung hegemonialer Diskurse, biographische Erschlieรungen von neuen Subjektpositionen als Muslimin bzw. als โstolzeโ Kurdin, unterschiedliche Thematisierungsweisen von Schulerfahrungen zwischen Skandalisierung und Othering-Praktiken sowie Darstellungen im Interview selbst, die sich zwischen dem Modus der Korrektur und Bestรคtigung bewegen. Deutlich wird, dass sich nicht โeinfachโ รผber outsiderness sprechen lรคsst, da angesichts eines diskursiv รผberformten und umkรคmpften Sprechens รผber Zugehรถrigkeitsverhรคltnisse im tรผrkisch-nationalen Kontext jede (biographische) Thematisierung eine Positionierung darstellt. Ausgehend von den Analyseergebnissen wird diskutiert, wie Subjektwerden unter Bedingungen von outsiderness genauer erfasst werden kann: angesichts marginalisierter Handlungsfรคhigkeit wird insbesondere das Potenzial einer analytischen Fokussierung von subjektiven Souverรคnisierungsprozessen ausgelotet.
Inhaltsverzeichnis + Leseprobe
Die Autorin:
Marie Hoppe, Researcherin, Arbeitsgebiet Differenztheoretische Bildungs- und Subjektivierungsforschung, Fachbereich Bildungs- und Erziehungswissenschaften, Universitรคt Bremen
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Die Zielgruppe:
Forschende der Erziehungswissenschaft, Biographie-, Subjektivierungs- und Rassismusforschung







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