Beschreibung
Die Abschnitte des Buches können auch einzeln kostenpflichtig heruntergeladen werden.
Was macht Kinder stark? Wie können sie ihren Platz in unserer komplizierten Welt finden und die Zukunft mit gestalten? Für UNICEF Deutschland und den bekannten Familiensoziologen Hans Bertram trägt ein Bündel von Faktoren zum Wohlbefinden von Kindern bei. Dazu gehört natürlich – aber nicht allein – die materielle Situation. Wichtige Voraussetzungen für ihre Entwicklung sind auch die Qualität der familiären Beziehungen, faire Bildungschancen, die Möglichkeit sich zu beteiligen sowie die soziale und berufliche Teilhabe der Eltern. Die Beiträge des Buches diskutieren aktuelle Forschungsergebnisse zum Aufwachsen in Deutschland und Europa in Zeiten von Finanz- und Flüchtlingskrise. Sie unterstreichen, dass den Kinderrechten mehr Nachdruck verliehen werden muss – als normatives Prinzip und als praktische Aufgabe für Politiker, Eltern und Lehrer.
Die deutsche Gesellschaft befindet sich in Aufruhr. Der Prozess der europäischen Einigung ist durch die Finanzkrise und durch die Flüchtlingskrise schwer belastet worden. Das hat außenpolitische, aber auch innenpolitische Konsequenzen. Wenn es um die Folgen oder auch um die Bewältigung dieser Krisen geht, wird in Politik und Öffentlichkeit gern auf das Schicksal von Kindern verwiesen, weil das Aufmerksamkeit und Mitleid erzeugt.
Dieses Buch stellt wichtige empirische Studien aus den letzten zwei Jahren vor, in denen die Kinder selbst zu ihrer Lebenssituation, zu ihrem persönlichen Wohlergehen, zur Schule und zum Elternhaus befragt wurden, wie auch zu ihrer Toleranz gegenüber den neuen Entwicklungen und gegenüber den Menschen aus anderen Ländern. Denn in diesen Zeiten sollte man nicht nur mit dem Schicksal von Kindern Politik machen oder in den Medien Aufmerksamkeit erreichen, sondern sie auch selbst befragen. Dabei haben sich die AutorInnen in ihren Befragungen immer auch bemüht, die Perspektive der Kinderrechte zu berücksichtigen.
Inhaltsverzeichnis ansehen
Aus dem Inhalt:
- Kindliches Wohlbefinden, kindliche Wertentwicklung, Eltern-Kind- Beziehungen in Deutschland
- Wohlbefinden von Kindern im europäischen und internationalen Vergleich
- Kindliches Wohbefinden und soziale Teilhabe als Frage einer kindergerechten Infrastruktur
OPEN ACCESS:
Den Beitrag „Die Welt der Kinder – ihre Werte, Ängste und Rechte“ von Erika Bethke können Sie hier kostenlos herunterladen.
Den Beitrag „Die gemeinsame Zeit zwischen Kindern und ihren Eltern“ von Elke Schillenkamp können Sie hier kostenlos herunterladen.
Der Herausgeber:
Prof. Dr. Hans Bertram,
Humboldt-Universität zu Berlin
Hier finden Sie den Waschzettel zum Buch (pdf- Infoblatt).
Zielgruppen: Forschende, Lehrende und Studierende der Soziologie/Erziehungswissenschaft
J. Step –
Das Buch befasst sich ausführlich mit den Kinderrechten im Zusammenhang mit der aktuellen weltweiten Lage. In verschiedenen Themenbereichen werden die unterschiedlichsten Facetten der aktuellen Situation, in Bezug auf die Kinder, beleuchtet. Schwerpunkte werden dabei auf der aktuellen Situation in Deutschland, den europäischen und internationalen Kontext, aber auch auf dem aktuellen Thema der Flucht gesetzt. Das Buch versucht einen größtmöglichen Überblick über den aktuellen Ist-Zustand zu ermöglichen und geht dabei auch immer wieder kritisch auf weiterhin bestehende Missstände ein.
Für mich als Studentin der Sozialen Arbeit sind genau dies Punkte besonders wichtig. Die Texte ermöglichen mir ein gutes aktuelles Bild über einen sehr großen Bereich zu gewinnen und gleichzeitig die bestehenden Wechselwirkungen in diesen Bereichen zu verstehen. Die breite Fächerung der besprochenen Themen im Buch halte ich für besonders gut, da es so möglich ist das Buch in die unterschiedlichsten Bereiche meines Studiums einzubauen. Der Praxisbezug ist meiner Meinung nach genauso gegeben, wie eine kritische Auseinandersetzung mit den rechtlichen, wirtschaftlichen und politischen Tatsachen, die das Leben der Kinder und ihrer Familien tagtäglich mitbestimmen.
Ich empfinde die Schreibweise des Buchs als sehr angenehm und halte es sowohl für Praktiker, als auch für alle anderen Interessierten der Thematik sehr gut geeignet.
Stephan B. –
Der Untertitel des Buches führt ein wenig in die Irre. Die Autoren stützen ihre Zusammenfassungen, Beschreibungen und Thesen auf verschiedene Studien, die in den Artikeln Erwähnung finden. Ebenfalls sind das Buch und seine Texte nicht, wie der Titel vermuten lässt, von UNICEF in Auftrag gegeben, sondern auf anderer Initiative entstanden.
Im ersten Teil des Buches werden wesentliche Teile der Lebenswelten von Kindern unter verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet. Teilweise machen Wiederholungen die Texte dabei sehr langatmig. Die Autoren arbeiten dabei sehr gut heraus, dass tatsächliches Wohlbefinden von Kindern nicht unbedingt etwas mit der relativen Armutsquote gemeinsam hat und das Kinder andere Werte verfolgen und mit Beziehungen zufrieden sind, von denen man es erst nicht erwartet.
Der zweite Teil beschäftigt sich mit finanziellen und politischen Auswirkungen der Finanzkriesen der 30er und er 2000er Jahre. Dabei wird der Fokus auf die Wohlfahrt und die monetären Möglichkeiten von Familien im europäischen Vergleich gelegt. Der Leser kann sehr gut eigene Schlüsse für eine gelungenere Familienpolitik aus den Artikeln ziehen.
Im dritten Teil geht es im Wesentlichen um die UN-Kinderrechte sowie um die Bedeutung in verschiedenen Arbeitsbereichen der Pädagogik, Sozialen Arbeit und Therapie. Der Leser erhält einen umfangreichen Blick durch die Darstellung verschiedener Lebenswelten und Fluchterfahrungen sowie durch Einblicke in Studien der täglichen Arbeit mit Flüchtlingen und Migranten. Der Leser erhält dabei auch die Möglichkeit seine Informationsdefizite abzubauen und eine umfangreiche Sichtweise zu entwickeln.
Der Artikel im Schlussteil stellt einen Leitartikel im Form einer Zusammenfassung dar und gibt dem Leser die Möglichkeit umfangreich Sichtweisen und Blickwinkel zu erschließen, sowie eigene Gedanken und Erweiterungen zu Politik und Pädagogik zu entwickeln.
Die Autoren schaffen es dabei stets eine Verständliche Sprache zu benutzen. Die einzelnen Artikel fügen sich zu einem umfangreichen Bild der Migrations- und Flüchtlingssituation zusammen. Studenten der Sozialen Arbeit erhalten damit eine Grundlage, auf der sie politische Vorschläge und Entscheidungen sowie eine notwendige Netzwerkarbeit diskutieren und entwickeln können.
Für das Studium der Sozialen Arbeit stellt das Buch einen guten Information- und Reflexionsraum, der den Blick auf Familien, Migranten und Flüchtlinge gewinnbringend erweitert. Meine Empfehlung dieses Buch zu lesen, geht an jeden, der in einer Form mit Flüchtlingen, Migranten oder auch mit anderen Familien Umgang hat, da es auf die Kinderrecht und deren Umsetzung einen sehr gewinnbringenden Fokus setzt.