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ISSN: 0173-184x

PERIPHERIE 1-2016 (Heft 141) | Konfliktfeld Stadt

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ISSN: 0173-184x

Content

PERIPHERIE – Politik • Ökonomie • Kultur
1-2016 (Heft 141): Konfliktfeld Stadt

Schwerpunkt
Erhard Berner: „Zur Wohnungsfrage“ im 21. Jahrhundert: Marktversagen, hilflose Politik und die globale Ausbreitung von Slums
Paul Schweizer / Paula Larruscahim / Fabio Vieira: Pixação – Differenz, Säuberungspolitiken und Widerstand in „Global City“ São Paulo
Julia Haß: Frauenamateurfußball in Rio de Janeiro – Umkämpfter Sport- und Stadtraum
Frank Müller / Markus-Michael Müller: Im- und Export von Aufstandsbekämpfung: Von Rio de Janeiro nach Port-au-Prince und zurück
Gregor Dobler: Umkämpfter Freiraum: Die Erfindung des Städtischen im Norden Namibias, 1950-1980

PERIPHERIE-Stichwort
Anne Vogelpohl: Recht auf Stadt
Anne Huffschmid: Recht auf Urbanität

Rezensionen
Anne Hennings: Jürgen Oßenbrügge & Anne Vogelpohl (Hg.): Theorien in der Raum- und Stadtforschung. Einführungen
Frank Ingo Müller: Susan Parnell & Sophie Oldield (Hg.): The Routledge Handbook on Cities of the Global South
Hanna Baumann: Ulrike Freitag; Nelida Fuccaro; Claudia Ghrawi & Nora Lafi (Hg.): Urban Violence in the Middle East. Changing Cityscapes in the Transition from Empire to Nation State
Laura Kemmer: Anne Huffschmid: Risse im Raum. Erinnerung, Gewalt und städtisches Leben in Lateinamerika
Sarah Uhlmann: Corinna Hölzl: Protestbewegung und Stadtpolitik. Urbane Konflikte in Santiago de Chile und Buenos Aires
Paul Schweizer: Eva Youkhana & Larissa Förster (Hg.): Grafficity – Visual Practices and Contestations in Urban Space
Bettina Engels: Adam Branch & Zachariah Mampilly: African Uprising. Popular Protest and Political Change
Corinna Trogisch: Zivilgesellschaft in der Türkei: Ömer Çaha: Women and Civil Society in Turkey. Women’s Movements in a Muslim Society / Anıl al-Rebholz: Das Ringen um die Zivilgesellschaft in der Türkei. Intellektuelle Diskurse, oppositionelle Gruppen und Soziale Bewegungen seit 1980

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Publisher

ISSN

0173-184X

eISSN

2366-4185

Volume

36. Jahrgang 2016

Edition

1 (141)

Date of publication

04.04.2016

Scope

146

Language

Deutsch

Format

14,8 x 21 cm

DOI

https://doi.org/10.3224/peripherie.v36i141

Open Access-Lizenz

https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de

Homepage

https://peripherie.budrich-journals.de

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Autor*innen

Schlagwörter

Amateurfußball, Armut, Aufstandsbekämpfung, Brasilien, Frauenfußball, Gentrifizierung, Graffiti, Haiti, Namibia, Pixação, politische Anthropologie, Rio de Janeiro, Slums, Sport, Stadt, São Paulo, Urbanisierung, Widerstand, Wohnungsbau, Wohnungsmarkt, Wohnungspolitik, öffentlicher Raum

Abstracts

„Zur Wohnungsfrage“ im 21. Jahrhundert: Marktversagen, hilflose Politik und die globale Ausbreitung von Slums (Erhard Berner)
In den großen Städten der Dritten Welt hat nur eine privilegierte Minderheit der Bevölkerung über den kommerziellen Markt Zugang zu Land und Wohnung. Daher schießen „irreguläre“ Siedlungen wie Pilze aus dem Boden. Doch sie sind geprägt durch Mangel und Unsicherheit. Der Artikel zeigt, dass das Versagen des formellen Marktes systematisch und strukturell bedingt ist. Daher greifen Versuche, ihn für die Armen zu öffnen, zu kurz und können seine inhärenten Begrenzungen nicht überwinden. Um die sich vergrößernde Kluft zwischen abgegrenzten Gemeinschaften und Ghettos zu verringern, müssen die Interventionen der Verwaltungen den enabling approach wiederentdecken und klüger als die gegenwärtige Mischung aus fahrlässiger Toleranz, brutaler Vertreibung, marktradikaler Privatisierung und populistischer Vergabe von Rechtstiteln werden. Schlagwörter: Städtische Armut, Wohnungsmarkt-Versagen, Informeller Wohnungsbau, Slumsanierung, Gentrifizierung
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Pixação – Differenz, Säuberungspolitiken und Widerstand in „Global City“ São Paulo (Paul Schweizer, Paula Larruscahim, Fabio Vieira)
In den letzten Jahren ist Brasilien als aufsteigende oder wachsende Ökonomie diskutiert worden. Vor allem São Paulo spielt eine zentrale Rolle in diesen Entwicklungsnarrativen. Dabei wird die Stadt als ökonomischer Motor und als Insel der Modernität im Land und in ganz Lateinamerika dargestellt. Doch die Politiken, die darauf abzielen, São Paulo als globale Stadt oder als Weltstadt zu konsolidieren, vertiefen Ungleichheiten und Exklusionen. Nichtsdestoweniger sind diese Politiken mit visuellen Interventionspraktiken in öffentlichen Räumen konfrontiert, die nicht mit modernen, europäisch-amerikanischen Imaginationen über oder Standards einer Kapitalhauptstadt zusammenpassen. Pixação ist ein typischer Graffiti-Stil in Brasilien. Er wurde ursprünglich in den 1980er Jahren von Jugendlichen in São Paulo praktiziert. Obwohl diese Zeichnungen, die sich überall auf Fassaden in brasilianischen Städten finden, generell keinen bestimmten politischen Inhalt aufweisen, diskutieren die AutorInnen pixação als alltägliche Widerstandspraxis im Kontext von räumlicher Segregation und repressiver Kontrolle des öffentlichen Raums. Ferner beziehen sie sich auf jüngere Fälle, in denen pixadores in breitere soziale Auseinandersetzungen involviert waren, wobei sie ihre Techniken und ihr Wissen zu einem fruchtbaren Werkzeug sozialer Bewegungen machten. Schließlich zeigen sie auf, dass Graffiti-Sprayer_innen kürzlich diese Techniken in europäischen Städten übernommen haben. So legen sie dar, dass multidirektionaler Wissensaustausch, den die post-koloniale Stadttheorie einfordert, auf dem Feld visueller Interventionen im öffentlichen Raum bereits praktiziert wird. Schlagwörter: widerständige Alltagspraxis, Pixação, São Paulo, postkoloniale Stadtforschung, visuelle Intervention im öffentlichen Raum, Graffiti
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Frauenamateurfußball in Rio de Janeiro – Umkämpfter Sport- und Stadtraum (Julia Haß)
Der Artikel bietet eine Diskussion über die Rolle des Sports als einer Alltagspraxis zur (Neu )Verhandlung der räumlichen Genderbeziehungen in Rio de Janeiro, Brasilien. Als Sport von nationaler Bedeutung prägen Räume des Fußballs die Architektur und das tägliche Leben in der Stadt. Vor dem Hintergrund einer Geschichte aus Exklusion und Diskriminierung haben Frauen erst in den letzten Dekaden des 20. Jahrhunderts begonnen, diese Räume zu nutzen. Indem er seinen Blick auf Frauenamateurfußball in Rio de Janeiro richtet, analysiert der Artikel ungleiche Gender-Beziehungen in Sport und urbanem Raum. In den letzten paar Jahren wurde Frauenamateurfußball populärer; es entstanden neue Vereine, Teams und Wettbewerbe. Doch obwohl heutzutage Männer Fußballräume mit Frauen teilen, müssen Frauenteams und fußballbezogene soziale Projekte immer noch darum kämpfen, dass für Frauen und Mädchen mehr Sporträume in der Stadt eingerichtet werden. Schlagwörter: Geschlechterverhältnisse, Stadtraum, Sport, Amateurfußball, Brasilien
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Im- und Export von Aufstandsbekämpfung: Von Rio de Janeiro nach Port-au-Prince und zurück (Frank Müller, Markus-Michael Müller)
Der Artikel befasst sich mit dem globalen Wiedererstarken von Aufstandsbekämpfung im urbanen Süden, indem er Brasiliens Erfahrung mit Konzept der Befriedung im Kontext von MINUSTAH (United Nations Mission in Haiti) und dessen weitere Anwendung in Rio de Janeiros marginalisierten Regionen, den favelas, untersucht. Die Autoren legen dar, dass der transnationale Export-Import von „Favela-Befriedungserfahrung“ eng mit den geopolitischen Ansprüchen des Landes verknüpft ist. Indem die Autoren ihre Argumentation empirisch mit den Perspektiven lokaler AkteurInnen auf die Implementierung dieser Befriedungsstrategie in zwei marginalisierten Vierteln der Stadt, Maré und Alemão, fundieren, zeichnen sie deren Modifikationen und lokalen Anpassungen nach. Ferner weisen sie nach, dass das koloniale Befriedungsprojekt, das ein zentraler Aspekt der Aufstandsbekämpfung in Städten ist, die innerstaatlichen Kompetenzen des brasilianischen Militärs ausweitet. Durch Entfaltung dieses Arguments trägt der Artikel dazu bei, die weithin vernachlässigte Rolle von Staaten aus dem Globalen Süden als zentralen Akteuren bei globaler Aufstandsbekämpfung aufzuzeigen. Schlagwörter: Aufstandsbekämpfung, Befriedung, Haiti, Brasilien, Rio de Janeiro
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Umkämpfter Freiraum: Die Erfindung des Städtischen im Norden Namibias, 1950-1980 (Gregor Dobler)
Der Artikel zeichnet die Entwicklung von Städten als einer räumlichen Form und als einer Praxis in Nord-Namibia nach. In vorkolonialer Zeit war die Region durch vereinzelte Kleinsiedlungen geprägt. Städte begannen erst in den 1950er Jahren zu entstehen. Von Beginn an kreuzten sich Planung von oben und gelebte Praxis von unten und beeinflussten sich gegenseitig. Das Auftauchen von Städten in Nord-Namibia ist untrennbar mit dem System der Wanderarbeit und mit repressiver Apartheidpolitik verknüpft. Doch Städte waren ebenso Räume relativer Autonomie und der Freiheit von sozialer Kontrolle. Sie entwickelten sich als Grenzräume in dem Sinn, wie Kopytoff ihn umrissen hat. Hier konnten Menschen neue soziale Formen ausprobieren. Die führte zu Konflikten um Macht und Kontrolle. Der Artikel kommt zu dem Schluss, dass Auseinandersetzungen über das Recht auf Stadt nicht neu sind; sie gehören vielmehr zentral zu den Bedingungen städtischen Lebens. Schlagwörter: Stadt, Namibia, Urbanisierung, Konflikt, Recht auf Stadt, politische Anthropologie
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PERIPHERIE – Politik • Ökonomie • Kultur
1-2016 (Heft 141): Konfliktfeld Stadt

Schwerpunkt
Erhard Berner: „Zur Wohnungsfrage“ im 21. Jahrhundert: Marktversagen, hilflose Politik und die globale Ausbreitung von Slums
Paul Schweizer / Paula Larruscahim / Fabio Vieira: Pixação – Differenz, Säuberungspolitiken und Widerstand in „Global City“ São Paulo
Julia Haß: Frauenamateurfußball in Rio de Janeiro – Umkämpfter Sport- und Stadtraum
Frank Müller / Markus-Michael Müller: Im- und Export von Aufstandsbekämpfung: Von Rio de Janeiro nach Port-au-Prince und zurück
Gregor Dobler: Umkämpfter Freiraum: Die Erfindung des Städtischen im Norden Namibias, 1950-1980

PERIPHERIE-Stichwort
Anne Vogelpohl: Recht auf Stadt
Anne Huffschmid: Recht auf Urbanität

Rezensionen
Anne Hennings: Jürgen Oßenbrügge & Anne Vogelpohl (Hg.): Theorien in der Raum- und Stadtforschung. Einführungen
Frank Ingo Müller: Susan Parnell & Sophie Oldield (Hg.): The Routledge Handbook on Cities of the Global South
Hanna Baumann: Ulrike Freitag; Nelida Fuccaro; Claudia Ghrawi & Nora Lafi (Hg.): Urban Violence in the Middle East. Changing Cityscapes in the Transition from Empire to Nation State
Laura Kemmer: Anne Huffschmid: Risse im Raum. Erinnerung, Gewalt und städtisches Leben in Lateinamerika
Sarah Uhlmann: Corinna Hölzl: Protestbewegung und Stadtpolitik. Urbane Konflikte in Santiago de Chile und Buenos Aires
Paul Schweizer: Eva Youkhana & Larissa Förster (Hg.): Grafficity – Visual Practices and Contestations in Urban Space
Bettina Engels: Adam Branch & Zachariah Mampilly: African Uprising. Popular Protest and Political Change
Corinna Trogisch: Zivilgesellschaft in der Türkei: Ömer Çaha: Women and Civil Society in Turkey. Women’s Movements in a Muslim Society / Anıl al-Rebholz: Das Ringen um die Zivilgesellschaft in der Türkei. Intellektuelle Diskurse, oppositionelle Gruppen und Soziale Bewegungen seit 1980

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0173-184X

eISSN

2366-4185

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36. Jahrgang 2016

Edition

1 (141)

Date of publication

04.04.2016

Scope

146

Language

Deutsch

Format

14,8 x 21 cm

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https://doi.org/10.3224/peripherie.v36i141

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„Zur Wohnungsfrage“ im 21. Jahrhundert: Marktversagen, hilflose Politik und die globale Ausbreitung von Slums (Erhard Berner)
In den großen Städten der Dritten Welt hat nur eine privilegierte Minderheit der Bevölkerung über den kommerziellen Markt Zugang zu Land und Wohnung. Daher schießen „irreguläre“ Siedlungen wie Pilze aus dem Boden. Doch sie sind geprägt durch Mangel und Unsicherheit. Der Artikel zeigt, dass das Versagen des formellen Marktes systematisch und strukturell bedingt ist. Daher greifen Versuche, ihn für die Armen zu öffnen, zu kurz und können seine inhärenten Begrenzungen nicht überwinden. Um die sich vergrößernde Kluft zwischen abgegrenzten Gemeinschaften und Ghettos zu verringern, müssen die Interventionen der Verwaltungen den enabling approach wiederentdecken und klüger als die gegenwärtige Mischung aus fahrlässiger Toleranz, brutaler Vertreibung, marktradikaler Privatisierung und populistischer Vergabe von Rechtstiteln werden. Schlagwörter: Städtische Armut, Wohnungsmarkt-Versagen, Informeller Wohnungsbau, Slumsanierung, Gentrifizierung
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Pixação – Differenz, Säuberungspolitiken und Widerstand in „Global City“ São Paulo (Paul Schweizer, Paula Larruscahim, Fabio Vieira)
In den letzten Jahren ist Brasilien als aufsteigende oder wachsende Ökonomie diskutiert worden. Vor allem São Paulo spielt eine zentrale Rolle in diesen Entwicklungsnarrativen. Dabei wird die Stadt als ökonomischer Motor und als Insel der Modernität im Land und in ganz Lateinamerika dargestellt. Doch die Politiken, die darauf abzielen, São Paulo als globale Stadt oder als Weltstadt zu konsolidieren, vertiefen Ungleichheiten und Exklusionen. Nichtsdestoweniger sind diese Politiken mit visuellen Interventionspraktiken in öffentlichen Räumen konfrontiert, die nicht mit modernen, europäisch-amerikanischen Imaginationen über oder Standards einer Kapitalhauptstadt zusammenpassen. Pixação ist ein typischer Graffiti-Stil in Brasilien. Er wurde ursprünglich in den 1980er Jahren von Jugendlichen in São Paulo praktiziert. Obwohl diese Zeichnungen, die sich überall auf Fassaden in brasilianischen Städten finden, generell keinen bestimmten politischen Inhalt aufweisen, diskutieren die AutorInnen pixação als alltägliche Widerstandspraxis im Kontext von räumlicher Segregation und repressiver Kontrolle des öffentlichen Raums. Ferner beziehen sie sich auf jüngere Fälle, in denen pixadores in breitere soziale Auseinandersetzungen involviert waren, wobei sie ihre Techniken und ihr Wissen zu einem fruchtbaren Werkzeug sozialer Bewegungen machten. Schließlich zeigen sie auf, dass Graffiti-Sprayer_innen kürzlich diese Techniken in europäischen Städten übernommen haben. So legen sie dar, dass multidirektionaler Wissensaustausch, den die post-koloniale Stadttheorie einfordert, auf dem Feld visueller Interventionen im öffentlichen Raum bereits praktiziert wird. Schlagwörter: widerständige Alltagspraxis, Pixação, São Paulo, postkoloniale Stadtforschung, visuelle Intervention im öffentlichen Raum, Graffiti
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Der Artikel bietet eine Diskussion über die Rolle des Sports als einer Alltagspraxis zur (Neu )Verhandlung der räumlichen Genderbeziehungen in Rio de Janeiro, Brasilien. Als Sport von nationaler Bedeutung prägen Räume des Fußballs die Architektur und das tägliche Leben in der Stadt. Vor dem Hintergrund einer Geschichte aus Exklusion und Diskriminierung haben Frauen erst in den letzten Dekaden des 20. Jahrhunderts begonnen, diese Räume zu nutzen. Indem er seinen Blick auf Frauenamateurfußball in Rio de Janeiro richtet, analysiert der Artikel ungleiche Gender-Beziehungen in Sport und urbanem Raum. In den letzten paar Jahren wurde Frauenamateurfußball populärer; es entstanden neue Vereine, Teams und Wettbewerbe. Doch obwohl heutzutage Männer Fußballräume mit Frauen teilen, müssen Frauenteams und fußballbezogene soziale Projekte immer noch darum kämpfen, dass für Frauen und Mädchen mehr Sporträume in der Stadt eingerichtet werden. Schlagwörter: Geschlechterverhältnisse, Stadtraum, Sport, Amateurfußball, Brasilien
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Der Artikel befasst sich mit dem globalen Wiedererstarken von Aufstandsbekämpfung im urbanen Süden, indem er Brasiliens Erfahrung mit Konzept der Befriedung im Kontext von MINUSTAH (United Nations Mission in Haiti) und dessen weitere Anwendung in Rio de Janeiros marginalisierten Regionen, den favelas, untersucht. Die Autoren legen dar, dass der transnationale Export-Import von „Favela-Befriedungserfahrung“ eng mit den geopolitischen Ansprüchen des Landes verknüpft ist. Indem die Autoren ihre Argumentation empirisch mit den Perspektiven lokaler AkteurInnen auf die Implementierung dieser Befriedungsstrategie in zwei marginalisierten Vierteln der Stadt, Maré und Alemão, fundieren, zeichnen sie deren Modifikationen und lokalen Anpassungen nach. Ferner weisen sie nach, dass das koloniale Befriedungsprojekt, das ein zentraler Aspekt der Aufstandsbekämpfung in Städten ist, die innerstaatlichen Kompetenzen des brasilianischen Militärs ausweitet. Durch Entfaltung dieses Arguments trägt der Artikel dazu bei, die weithin vernachlässigte Rolle von Staaten aus dem Globalen Süden als zentralen Akteuren bei globaler Aufstandsbekämpfung aufzuzeigen. Schlagwörter: Aufstandsbekämpfung, Befriedung, Haiti, Brasilien, Rio de Janeiro
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Der Artikel zeichnet die Entwicklung von Städten als einer räumlichen Form und als einer Praxis in Nord-Namibia nach. In vorkolonialer Zeit war die Region durch vereinzelte Kleinsiedlungen geprägt. Städte begannen erst in den 1950er Jahren zu entstehen. Von Beginn an kreuzten sich Planung von oben und gelebte Praxis von unten und beeinflussten sich gegenseitig. Das Auftauchen von Städten in Nord-Namibia ist untrennbar mit dem System der Wanderarbeit und mit repressiver Apartheidpolitik verknüpft. Doch Städte waren ebenso Räume relativer Autonomie und der Freiheit von sozialer Kontrolle. Sie entwickelten sich als Grenzräume in dem Sinn, wie Kopytoff ihn umrissen hat. Hier konnten Menschen neue soziale Formen ausprobieren. Die führte zu Konflikten um Macht und Kontrolle. Der Artikel kommt zu dem Schluss, dass Auseinandersetzungen über das Recht auf Stadt nicht neu sind; sie gehören vielmehr zentral zu den Bedingungen städtischen Lebens. Schlagwörter: Stadt, Namibia, Urbanisierung, Konflikt, Recht auf Stadt, politische Anthropologie
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