Beschreibung
Im Kontext der zunehmenden gesellschaftlichen Internationalisierung werden Sport und Bewegung einerseits als Integrationsfaktor immer wichtiger. Andererseits verstรคrken sich die sportbezogenen Ansรคtze in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Das Buch thematisiert den Beitrag des Sports als Lernfeld fรผr interkulturelle Kompetenzen und skizziert die entwicklungspolitischen Ansรคtze aus der Perspektive verschiedener deutscher Akteure wie Sportverbรคnden und Nichtregierungsorganisationen.
Die Relevanz des Themas โSport und Bewegung im Kontext von internationaler Zusammenarbeit und Entwicklungโ spiegelt sich gegenwรคrtig nicht nur im politischen Diskurs wider (EU Migrationspolitik, Flรผchtlingswelle, Einwanderungsgesetz), sondern wird auch in der steigenden Anzahl von Initiativen und Projekten im Bereich der sportbezogenen globalen Zusammenarbeit deutlich. Nationale und internationale Akteure (Regierungs- und Entwicklungsorganisationen, nationale und internationale Sportverbรคnde, NGOs und Stiftungen) organisieren schwerpunktmรครig Aktivitรคten in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenlรคndern mit Sport- und Bewegungsbezug, um einen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung in den Ziellรคndern zu leisten. Andererseits wird hierzulande im Rahmen der Aufnahme- und Integrationsbemรผhungen von geflรผchteten Menschen und Migranten*innen eine ebensolche gesteigerte Aktivitรคt und ein sich anschlieรender Diskurs sichtbar. Eine dritte Dimension, die im Zuge der weiter zunehmenden Internationalisierung und Globalisierung erkennbar an Bedeutung zunimmt, ist die vielfรคltiger werdende Zusammenarbeit zwischen Lรคndern hinsichtlich erkannter Herausforderungen im Sport. Mit dem hier vorgelegten Herausgeberwerk soll allen drei angesprochenen Dimensionen Rechnung getragen werden und es gibt Antworten auf drei zentrale Fragen: Wie kรถnnen mit Sport und Bewegung integrative gesellschaftliche Prozesse unterstรผtzt werden? Welchen Beitrag kรถnnen Sport und Bewegung als Lernfeld fรผr interkulturelle (globale) Kompetenzen leisten? Welche Bedingungen mรผssen erfรผllt sein, damit Sport und Bewegung ihre entwicklungspolitische Wirksamkeit entfalten kรถnnen? Die insgesamt sechszehn Beitrรคge umreiรen das Handlungsfeld und gehen kritisch auf die entfaltbaren Potenziale, Grenzen und Herausforderungen ein. Insgesamt geben die Beitrรคge differenzierte Einblicke in die komplexen gesellschaftlichen und politischen Zusammenhรคnge auf nationaler und internationaler Ebene.
Herausgeberin:
Dr. Karen Petry, stellvertretende Institutsleiterin, Institut fรผr Europรคische Sportentwicklung und Freizeitforschung, Deutsche Sporthochschule Kรถln
Hier finden Sie den Waschzettel zum Buch (pdf- Infoblatt).
Target group:
Forschende, Lehrende und Praxis der Sportwissenschaft und Politikwissenschaft







Nina Seibert –
Durch eine gute Mischung aus grundlegenden Elementen zum Themenfeld Sport fรผr Entwicklung und tieferen Einblicken in einzelne Bereiche von Sport fรผr Entwicklung, bietet das Buch sowohl fรผr Einsteiger*innen, als auch fรผr Studierende mit Vorwissen verstรคndliche und interessante Inhalte. Wรคhrend der erste Teil des Buches sportbezogene Themen- und Handlungsfelder, wie beispielsweise Inklusion, Sportgroรveranstaltungen oder die Agenda 2030 im Kontext von Sport fรผr Entwicklung aufgreift, werden im zweiten Teil Ansรคtze und Erfahrungen einzelner Akteure genauer angefรผhrt. Hierdurch ergeben sich diverse thematische Schwerpunkt und das Buch kann bezรผglich vielfรคltiger Aspekte hinzugezogen werden. Die einzelnen Kapitel sind leicht verstรคndlich und relativ kurzgehalten, sodass zentrale Aspekte schnell ersichtlich werden und einfach herausgearbeitet werden kรถnnen. Nichts desto trotz erreichen die Autor*innen eine gewisse Tiefe in ihren Ausfรผhrungen, sodass die Inhalte ausreichend ausgefรผhrt werden. Mir persรถnlich konnte das Buch verschiedene neue Anreize geben und bezรผglich diverser Aspekte weiterhelfen, weshalb ich es anderen Leser*innen empfehlen kann.
Tobias Antoni –
Die Verรถffentlichung des Buches „Sport im Kontext von internationaler Zusammenarbeit und Entwicklung“ stellt eine komprimierte, deutschsprachige Herausgabe von aktuellen Themen und Fragestellungen dar. Durch die Auffรผhrung von Stakeholdern aus Politik, Wissenschaft und Praxis gelingt es, ein umfassendes Bild der deutschen sportbezogenen internationalen Zusammenarbeit zu konstruieren. Der Mehrwert des Buches liegt vor allem darin, dass das Thema von unterschiedlichen Ebenen betrachtet wird. Dadurch, dass Publikationen von Autor*innen aus unterschiedlichen Bereichen aufgefรผhrt werden, wird Sport als Entwicklungsinstrument interdisziplinรคr verstanden und erlรคutert. Dementsprechend ist das Buch nicht nur fรผr eine bestimmte Zielgruppe geeignet, sondern richtet sich an diverse Akteure des Themenfeldes „Sport fรผr Entwicklung“, wie z.B. Wissenschaftler*innen, Student*innen, Vereine, Unternehmen und politische Institutionen. Eine Grundlagenverstรคndnis vom Zusammenwirken von Sport, Politik und Gesellschaft wird vorausgesetzt. Allerdings erscheint mir das Buch ebenfalls fรผr Leute mit geringen Vorkenntnissen als geeigneter Einstieg in das Themenfeld. Das liegt vor allem daran, dass der theoretische Hintergrund in den einzelnen Kapiteln mit praxisnahen Beispielen, Studien und Projekten verstรคndlich erlรคutert wird.
Vale –
Ich bin Lehramtsstudent fรผr das Fach Sport und befinde mich aktuell im letzten Semester meines Studiums. Durch bildungswissenschaftliche und fachdidaktische Seminare, welche die Themen Heterogenitรคt, Migration, individuelle Fรถrderung und Inklusion behandeln, habe ich begonnen, mich vertieft mit dieser Thematik zu beschรคftigen.
Das Buch โSport im Kontext von internationaler Zusammenarbeit und Entwicklungโ bietet mir einen groรen Mehrwert, da dort in vielen Kapiteln die Potentiale von Sport, wie Gesundheitsfรถrderung und interkulturelle Kompetenz aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und vielschichtig beschrieben werden.
Fรผr mich als angehender Sportlehrer eine absolute Bereicherung; ich sehe dieses Buch sogar als eine Art persรถnliche Weiterbildung an, da dort zum Teil Themen beleuchtet werden, die sonst in der klassischen Lehramtsausbildung verhรคltnismรครig nur wenig Beachtung finden.
Vanessa Maith –
Die Publikation โSport im Kontext von internationaler Zusammenarbeit und Entwicklungโ richtet sich durch die interdisziplinรคre Betrachtung an eine Vielzahl von Stakeholdern, die im Sport fรผr Entwicklung aktiv sind. Die Beitrรคge beleuchten die Thematik aus unterschiedlichen Akteurs Perspektiven, wodurch ein holistisches Bild geschaffen wird. Die Beitrรคge sind relativ kurz und รผbersichtliche gehalten, was zur leichten Verstรคndlichkeit beitrรคgt. Ebenfalls sehr ansprechend sind die vielen Beispiele aus Programmen, Projekten und Studien, die das theoretische Konstrukt stรผtzen. Somit ist das Buch sowohl fรผr Personen mit Vorkenntnissen als auch thematische Einsteiger relevant. Durch die Vielschichtigkeit der Beitrรคge wird deutlich herausgearbeitet, welche Chancen und Probleme es im Kontext von Sport und Entwicklung gibt. Besonders die Thematisierung der Wirkungsmessung wird immer wieder aufgegriffen. Sehr hilfreich fand ich die Verknรผpfung der einzelnen Artikel, sodass immer die Mรถglichkeit besteht, mehr รผber einen angesprochenen Punkt zu erfahren. Fรผr mich persรถnlich eignet sich das Buch sehr gut fรผr mein Studium, da ich sowohl mein Wissen vertiefen als auch neue Aspekte dazulernen konnte. Aus diesem Grund empfehle ich das Buch nur weiter!
Anna Winkler –
Der Sammelband โSport im Kontext von internationaler Zusammenarbeit und Entwicklungโ bietet einen guten รberblick รผber die Vielfalt an Themen, die im โSport for Development-Bereichโ relevant sind. Jeder Artikel hat einen eigenen thematischen Schwerpunkt und es werden sowohl Perspektiven und Beispiele aus der internationalen Entwicklungszusammenarbeit als auch regionale Projekte vorgestellt, die Sport als Mittel in der pรคdagogischen Arbeit nutzen, speziell mit dem Ziel der Fรถrderung von Integration und interkulturellem Lernen. Die Publikation vereint sehr gut theoretischen Input gepaart mit verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven (Politik, Soziologie, Migrationsforschung etc.) und praxisnahe Beispiele von konkreten Projekten oder Organisationen. Nicht nur thematisch bietet diese Verรถffentlichung eine groรe Bandbreite; auch auf Akteursebene ist sie sehr breit gefรคchert. So werden sowohl Akteure der staatlichen internationalen Entwicklungszusammenarbeit, Sportverbรคnde/-vereine und Nichtregierungsorganisationen als auch theoriegestรผtzte Beitrรคge aus der Wissenschaft beleuchtet. Dadurch kann ein guter exemplarischer รberblick geschaffen werden, wie Sport (als weit gefasster Begriff) in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten und von verschiedenen Stakeholdern eingesetzt wird und welche Wirkungen dem zugeschrieben werden. Auch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Themenbereich lรคsst sich in einzelnen Artikeln finden. So werden beispielsweise die Transfermรถglichkeiten von den im Sport erworbenen Kompetenzen auf auรersportliche/ andere gesellschaftliche Kontexte thematisiert und sich kritisch damit auseinandergesetzt. Auch die vorhandene Forschungslรผcke und dass dieser Bereich, gerade im Bereich des Monitorings und der Evaluation, noch nicht weitreichend untersucht ist, wird aufgegriffen. Ich wรผrde das Buch jeder Person weiterempfehlen, die Interesse hat, einen รberblick in dem Bereich zu erhalten, aber auch um schon vorhandenes Wissen weiter zu vertiefen.
M. Bloemer –
Der Sammelband beinhaltet viele interessante Themen wie Integration, interkulturelle Kompetenz, Gesundheit, sexualisierte Gewalt im Sport, Sportgroรveranstaltungen, SDGs und die Rolle des Sports darin, Machtverhรคltnisse, โGood Governanceโ, und Entwicklungspolitik im Hinblick auf Sport. Dies sowohl auf โgrassrootโ- als auch auf professioneller Ebene. Ebenso fasst er normative Ansรคtze und den Sprung von Entwicklungspolitik bis zur praktischen Anwendung der Maรnahmen internationaler Zusammenarbeit von NGOs, staatsnahen Akteuren, und organisiertem Sport.
Diese vielfรคltigen Themen werden aus deutscher Perspektive aufbereitet, und beschreiben, was in Deutschland passierte und implizieren, was in Zukunft passieren mรผsste. Dieses vor allem mit รbertragung in den aktuellen politischen Kontext, vor allem im Hinblick auf die SDGs.
รber den wissenschaftlichen Elfenbeinturm hinaus lรคsst sich aus den vielen Beschreibungen und Reflektionen verschiedener Akteure lernen. Auch Selbstรผberschรคtzungen der Wirkungen des Sports werden diskutiert, Machtstrukturen thematisiert und somit der kritische Dialog im deutschsprachigen Raum zwischen Akteuren aus dem Sport, aus der Entwicklungspolitik, sowie aus der Zivilgesellschaft angeregt. Zudem geht er ein unterreprรคsentiertes Thema der Wirkungsmessung des Sports an.
Band 1 der Schriftreihe beweist die typischen Stรคrken eines Sammelbands, aufgrund vieler unterschiedlicher Perspektiven auf verschiedenen Eben. Vor allem verdeutlicht er die Interdisziplinaritรคt des ganzen Sektors und wirkt trotzdem nicht zerrรผttet und aneinandergereiht, sondern umfasst Beitrรคge, die Bรถgen schaffen, Wissenschaft und Praxis miteinander verbinden und Forschungslรผcken aufzeigen.
Dies ist eine klare Empfehlung fรผr Einsteiger in den deutschen SfE-Raum und eine Vertiefung und Anreiz fรผr weitere Forschung und Umsetzung von Involvierten.