Beschreibung
Open Access: Der Titelย Ikonische Macht (DOI: 10.3224/84740146) ist kostenlos im Open Access (PDF) herunterladbar oder kostenpflichtig als Print-Ausgabe erhรคltlich. Der Titel steht unter der Creative Commons Lizenz Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0): https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/
Bilder sind Teil der medialen รffentlichkeit, sie konstruieren Gesellschaft. Wie machtvoll sind sie dabei? Die Autorin untersucht die soziale Gestaltung von Pressebildern in Tageszeitungen. In Feininterpretationen werden die gestalterischen Routinen der Redaktionen nachgezeichnet. Zudem wird gezeigt, wie bei der Verรถffentlichung um die Auslegung der Bilder gerungen wird. Die Autorin entwickelt die qualitative Bildanalyse innovativ weiter und liefert zugleich einen eigenstรคndigen Beitrag zur Diskussion um die Macht der Bilder.
Indem Tageszeitungen fotografische Bilder verwenden, orientieren sie sich an einem โobjektiven Abbild‘ von Wirklichkeit und an der Annahme, die Bilder zeigten โRealitรคt‘. Das hat weitreichende Folgen. Jedes publizierte Bild zeigt einen Ausschnitt der Welt, eine spezifische Perspektive. Damit werden andere Deutungen ausgeschlossen. Die Gestaltung sowie die Auslegung der Bilder bleiben verdeckt. Hierbei manifestiert sich die ikonische Macht. Sie รคuรert sich im latenten Bestreben, mit dem publizierten Bild die eigene Weltauslegung durchzusetzen. Ikonische Macht ist nicht etwa Resultat von Strategien sondern von impliziten Gestaltungsweisen. Die Redaktionen gewichten tagtรคglich, was ihnen wichtig ist, indem sie die Bilder auswรคhlen, zuschneiden und modulieren. Die Entscheidung, die โrichtige‘ Fotografie zu verรถffentlichen, ist Teil von Routinen. In den publizierten Bildern dokumentiert sich ihr jeweiliger redaktioneller Habitus (Bourdieu).
Die Studie untersucht die Rolle von Pressefotografien im Spannungsfeld von Presse, Politik und รffentlichkeit. Die Analyse der Pressebilder basiert auf der Dokumentarischen Methode der Bildinterpretation (Bohnsack). Als Ausgangspunkt dient die Rekonstruktion der formalen Strukturen im Bild. Verglichen werden Bilder von politischem Personal in รคhnlichen sozialen Situationen, die von den Tageszeitungen auf unterschiedliche Weise publiziert wurden. Darรผber hinaus werden die weltanschaulichen Perspektiven der Redaktionen erforscht. Eine innovative Erweiterung erfรคhrt diese Methode durch Vergleiche mit Bildern auรerhalb des journalistischen Kontextes.
Die Studie zur sozialen Gestaltung zeigt, dass politisch sehr heterogene Tageszeitungen รคhnliche gestalterisch-soziale Orientierungen teilen. Der Fokus auf die Erzeugung von ikonischer Macht ermรถglicht es, soziale und รคsthetische Prozesse zu relationieren. Das Buch eignet sich insbesondere fรผr Sozial- und GeisteswissenschaftlerInnen sowie fรผr AkteurInnen aus der Bildpraxis, die an der โMacht‘ รถffentlicher Bilder interessiert sind.
Die Autorin:
Dr. Heike Kanter,
Soziologin, Arbeitsschwerpunkte: Rekonstruktive Sozialforschung mit Fokus auf Visueller Methodologie und Methoden der Bildanalyse, Wissens- und Kรถrpersoziologie, Bildwissenschaft
Hier finden Sie den Waschzettel zum Buch (pdf- Infoblatt).
Zielgruppen: WissenschaftlerInnen und Studierende der Soziologie, Bildwissenschaft, Medienwissenschaft und Politikwissenschaften, BildjournalistInnen, FotoredakteurInnen
Keywords: Ikonische Macht, Bildinterpretation, Pressefotografie
Fachbereiche: Sociology







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