Beschreibung
Die Etablierung der Sozialen Arbeit als Wissenschaft ist mittlerweile ausreichend oft fundiert begrรผndet worden. Das vorliegende Buch geht daher einen Schritt weiter und bildet den derzeitigen Stand der Wissenschaft Soziale Arbeit anhand ihrer theoretischen Grundlagen, der normativen Dimensionen und ausgewรคhlter Theorieentwรผrfe ab. Dabei wird die grundsรคtzliche Frage nach der Notwendigkeit von Theorien genauso beantwortet wie die Frage nach dem Gegenstand Sozialer Arbeit und der theoretischen Begrรผndung von Methoden.
Im ersten Abschnitt werden anhand der Fragen, wozu es Theorien Sozialer Arbeit braucht, was ihr Gegenstand ist und wie sich Methoden Sozialer Arbeit theoretisch begrรผnden lassen, zentrale Grundlagen fรผr den zweiten und dritten Abschnitt des Buches gelegt. Dort geht es zum einen um die Frage, was die Normativitรคt Sozialer Arbeit aus wissenschaftstheoretischer Perspektive kennzeichnet und inwieweit Menschenrechte als normative Bezugsgrรถรe Soziale Arbeit leiten, zum anderen um die umfangreichere Darstellung ausgewรคhlter aktueller Theorieentwรผrfe Sozialer Arbeit. Dabei wurde insbesondere darauf geachtet, dass die Bandbreite und Vielfalt der in der Sozialen Arbeit existierenden Theorieansรคtze Berรผcksichtigung finden, so dass Beitrรคge fast aller โTheorieschulenโ und deren Grundlagen in dem Buchabschnitt enthalten sind.
Das Buch bietet einen hervorragenden รberblick รผber die Soziale Arbeit aus einer theoretischen Perspektive und bildet den Stand der Wissenschaft Soziale Arbeit im aktuellen Diskursrahmen ab.
Open Access
Sie kรถnnen das Kapitel „Zwischen Wunsch und Wirklichkeit? Schlaglichter zur Rezeption des Capability/-ies-Ansatzes in der deutschsprachigen Sozialen Arbeit“ von Bernhard Babic und Ortrud Leรmann hier (DOI 10.3224/9783847407676a) kostenlos herunterladen.
Die HerausgeberInnen:
Prof. Dr. Stefan Borrmann,
Professor fรผr internationale Sozialarbeitsforschung, Hochschule fรผr angewandte Wissenschaften Landshut
Prof. Dr. Christian Spatscheck,
Professor fรผr Theorien und Methoden Sozialer Arbeit, Fakultรคt Gesellschaftswissenschaften, Hochschule Bremen
Prof. Dr. Sabine Pankofer,
Professorin fรผr Psychologie in der Sozialen Arbeit, Katholische Stiftungsfachhochschule Mรผnchen
Prof. Dr. Juliane Sagebiel,
Professorin fรผr Sozialarbeitswissenschaft, Fakultรคt fรผr angewandte Sozialwissenschaften, Hochschule Mรผnchen
Prof. Dr. Brigitta Michel-Schwartze,
em. Professorin fรผr Theorien und Methoden der Sozialen Arbeit und Arbeit in sozialen Brennpunkten, Fachbereich Soziale Arbeit, Bildung und Erziehung, Hochschule Neubrandenburg
Hier finden Sie den Waschzettel zum Buch (pdf- Infoblatt).
Zielgruppen: Lehrende, Forschende und Studierende der Sozialen Arbeit
Keywords: Theorien Sozialer Arbeit, Sozialarbeitswissenschaft, Normative Grundlagen
Fachbereiche: Social Work


Christian –
Dieser Herausgeberband bietet einen sehr guten รberblick รผber aktuelle Themen die innerhalb der Disziplin Sozialer Arbeit verhandelt werden. So ist zum Beispiel ein eigenes Kapitel dem โCapability Approachโ gewidmet, der sukzessive Einzug in die Theoriediskussion hรคlt. Meiner Meinung nach ist besonders hervorzuheben, dass ein weiteres Kapitel explizit die internationale Sozialarbeitsliteratur einbezieht und sich so von den meist deutschsprachig dominierten Diskursen abhebt. Insgesamt halte ich diese Literatur als sehr geeignet, einen Einblick in die aktuellen Debatten zu erhalten und die jeweiligen Standpunkte der namhaften Autor_innen nachzuvollziehen. Somit eignet sich dieses Buch nicht nur fรผr die schon mit Theorien (in) der Sozialen Arbeit vertrauten Personen, sondern besonders auch fรผr den Einsatz in der Lehre.
Johannes –
Nicht nur, dass die Beitrรคge der Autor_innen einen fundierten und aktuellen Einblick in die vielfรคltigen Diskurse der Sozialen Arbeit liefern – die Beitrรคge halten durchaus den ein oder anderen Heureka-Moment parat. Ein Sammelband der wirklich Lust macht, sich durch die Literaturangaben weiterzulesen.
Besonders hervorheben mรถchte ich den Artikel von Heiko Kleve, der einen Blick auf die Soziale Arbeit als postmoderne Profession und ihr Ambivalenzmanagement wirft. In meinem Studium war das mittlerweile doch einige Werke umfassende Werk von Kleve leider nie Thema – hier habe ich erstmalig einen ersten, Interesse weckenden Eindruck seiner Theorie gewonnen.
Herr Amthmor wirft in seinem Beitrag einen Blick „รผber den Teich“ und stellt die deutschsprachige Soziale Arbeit/Sozialpรคdagogik vergleichend neben die angloamerikanische Social Work. Etwas wehmรผtig bleibt hier der Eindruck zurรผck, warum die Internationalitรคt und die groรen Theorien – bei aller Unterschiedlichkeit der Systeme – nicht stรคrker in Deutschland diskutiert werden…
Insgesamt empfehle ich den Band fรผr jeden Absolventen der Sozialen Arbeit in der Praxis, um „fit“ zu bleiben auf theoretischer Ebene. Jedem Masterstudierenden der Sozialen Arbeit sei auch zum Griff an das Werk geraten. Es freut ein Sammelwerk in der Hand zu heben, das weitergeht als nur fortwรคhrend nur auf Mรคngel in der wissenschaftlichen Fundierung der Profession zu bemรคngeln. Nur Mut, Soziale Arbeit!
Bessy –
Dieses Band gibt einen hervorragenden รberblick รผber aktuelle theoretische Abhandlungen zur Sozialen Arbeit. Die (durchaus auch kritische) Einbeziehung gesundheitsorientierter Konzepte wie dem Empowerment-Modell und dem Capability-Ansatz sind hier besonders hervorzuheben. Sabine Pankofer stellt diesbezรผglich das Empowerment-Konzept in Verbindung mit der Sozialen Arbeit auf einen wissenschaftlichen Prรผfstand.
Auch eine theoretische Diskussion der Sozialen Arbeit mit dem Ziel einer selbstermรคchtigten Lebensfรผhrung erscheint hier nicht mehr als ad absurdum, sondern wird als ein wesentlicher Teil des guten Lebens begriffen. Dieter Rรถh fรผhrt diesbezรผglich eine รผbersichtliche Diskussion zu Gerechtigkeit, gutem Leben und dem Capability Ansatz.
Und endlich setzt sich auch die Soziale Arbeit mit der Konstruktion ihres eigenen Gegenstandes auseinander und fรผhrt postmoderne Diskussionen zu einer normenkritischen Wissenschaftstheorie.
Ich kann als erfahrene Sozialpรคdagogin dieses รbersichtsband nur empfehlen und schlieรe mich meinem Vorredner an, dass diese kompakte Zusammenstellung aktueller Theorien der Sozialen Arbeit auch neben einer oftmals anstrengenden praktischen Arbeit in diesem Feld gut und eingรคngig zu lesen ist und somit dazu beitrรคgt „up to date“ zu bleiben ohne eine dementsprechende Anzahl an Bรผchern gelesen zu haben.
Christopher –
Die Sozialarbeitswissenschaft hat sich in den akademischen Diskurs und in der akademischen Lehre weitestgehend etabliert. In den letzten Jahrzenten wurde sozialarbeiterisches Fachwissen entwickelt, aus dem sich eine Vielzahl von Theorien herausgebildet hat. Zu Beginn des Buches wird daher folgerichtig von einem vorhandenen fundierten Theoriepluralismus in der Sozialen Arbeit gesprochen. In dem vorliegenden Buch wird eine Auswahl aktueller theoretischer Entwรผrfe behandelt. Dabei wird zunรคchst im ersten Teil des Buches in mehreren Beitrรคgen auf die Notwendigkeit von Theorien in der Sozialen Arbeit hingewiesen. Darauf bauen dann die weiteren beiden Teile des Buches auf. Im dritten Teil des Buches werden von einer Vielzahl von renommierten Autor_innen (Staub-Bernasconi, Spatscheck, Barbic/Leรmann u.a.) Theorieentwรผrfe vorgestellt die den derzeitigen Stand der Theoriedebatte aufzeigen. Das Buch zeigt erfolgreich einen aktuellen Diskursstand auf und dient so jeder in der Soziale Arbeit tรคtigen Person einen Einblick in diese Debatte zu bekommen. Die Beitrรคge sind gut geschrieben und meiner Meinung nach fรผr die Leser_innen verstรคndlich. Das Buch verdeutlicht die Pluralitรคt der Theorienentwicklung und die vielen unterschiedlichen Theorieansรคtze. Ich kann dieses Buch guten Gewissens fรผr Personen weiterempfehlen, die sich mit der Wissenschaft Sozialer Arbeit befassen mรถchten und Einblicke in aktuellen Diskurse und Theorieentwรผrfe bekommen mรถchten. Dabei ist das Buch meines Erachtens nach fรผr Student_innen, Absolvent_innen, aber auch Praktiker_innen geeignet.
Julien –
Die Verรถffentlichung im Rahmen der Schriftenreihe der DGSA wird dem Selbstverstรคndnis der Schriftenreihe, โein Forum, das sich aus den Beitrรคgen der Sektionen und Fachgruppen, den von ihnen veranstalteten Tagungen und Kongressen speist, jedoch darรผber hinaus auch zentrale Themen und Fragestellungen des Fachdiskurses im Bereich der Sozialen Arbeitโ zu sein, nach meiner Einschรคtzung nur teilweise gerecht. Hierbei wird auf die Beitrรคge zu zentralen Themen und Fragestellungen rekurriert. In diesen Beitrรคgen fehlen Verweise auf Verรถffentlichungen kritischer Teilnehmer des Diskurses der Wissenschaft Soziale Arbeit. Im Rahmen meiner studentischen Kenntnisse habe ich an dieser Stelle z.B. eine Auseinandersetzung mit den Verรถffentlichungen von Scheu, B./Autrata, O. gรคnzlich vermisst.
Der dreiteilige Aufbau der Verรถffentlichung hat einen ausfรผhrlichen dritten Teil der โTheorieentwรผrfeโ mit neun Beitrรคgen, welche einen guten Einblick in die aktuelle โEntwurflandschaftโ der Autor_Innen zu geben scheinen.
Es ist den Lesenden – wenn รผberhaupt – nur schwer erkenntlich, weshalb der zweite Teil mit nur zwei Beitrรคgen, die auf verschiedenen Denkebenen ansetzen, eigenstรคndig dargestellt ist.
Dem ersten Teil sind fรผnf Beitrรคge zugeordnet. Wo genau in den Beitrรคgen der jeweilige โZugangโ zu Theoriebildung in der Sozialen Arbeit erรถffnet wird, wurde mir als Student nicht ganz klar. So habe ich an dieser Stelle fรผnf voneinander unabhรคngige Beitrรคge wahrgenommen und nicht fรผnf Zugangsmรถglichkeiten zur โTheorieโ, wie sie mir die Abschnitt-รberschrift verheiรen hat. Dabei hรคtte mich interessiert, wie man zu einer wissenschaftstheoretisch festgelegten Definition von โTheorieโ unterschiedlich Zugang erhalten kann.
Die einzelnen Beitrรคge sind klar strukturiert und in einer verstรคndlichen Sprache verfasst. Wenn man die Verรถffentlichung nicht in ihrer Gesamtheit betrachtet, sondern sich auf einzelne Beitrรคge begrenzt, ist der Lektรผre der Verรถffentlichung meiner Meinung nach ein entsprechender Erkenntnisgewinn nicht von der Hand zu weisen.
Im Rahmen der Erstellung meiner Bachelor-Thesis fand ich v.a. den Beitrag von Stefan Borrmann, โWarum braucht Soziale Arbeit Theorien? Antworten auf eine basale Frageโ, sehr hilfreich.
Insgesamt sehe ich die Verรถffentlichung an ihrem eigenen Anliegen, bzw. dem der Schriftenreihe, gescheitert, sich mit der vorgelegten Zusammenstellung an „Lehrende, Forschende, Praktiker_Innen und Studierende der Sozialen Arbeit sowie benachbarter Disziplinen und Professionen…“ (vgl. S.6) zugleich wenden zu wollen bzw. zu kรถnnen.
Bereits der Einband hat den tรคglichen Anforderungen eines studentischen Buches (in die Tasche packen, auspacken, wieder einpacken) nicht genรผgen kรถnnen.
Ramona –
Das Buch โDie Wissenschaft Soziale Arbeit im Diskurs. Auseinandersetzung mit den theoriebildenden Grundlagen Sozialer Arbeitโ, herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft fรผr Soziale Arbeit (DGSA), geht einen Schritt weiter in der wissenschaftlichen Fundierung Sozialer Arbeit und beleuchtet durch verschiedene Beitrรคge den Ist-Stand der wissenschaftlichen Debatte. HerausgeberInnen sind, Prof. Dr. Stefan Borrmann (Prof. fรผr internationale Sozialarbeitsforschung), Prof. Dr. Christian Spatscheck (Prof. fรผr Theorien und Methoden Sozialer Arbeit), Prof. Dr. Sabine Pankofer (Prof. fรผr Psychologie in der Sozialen Arbeit), Prof. Dr. Juliane Sagebiel (Prof. Sozialarbeitswissenschaft) und Prof. Dr. Brigitta Michel-Schwartze (Prof. fรผr Theorien und Methoden der Sozialen Arbeit und Arbeit in sozialen Brennpunkten).
Das Buch gliedert sich nach einem Vorwort in vier Teile. Der erste Teil bildet die Einleitung, der zweite beschรคftigt sich mit den Zugรคngen zur Theoriebildung in der Sozialen Arbeit, der dritte Teil umfasst normative Dimensionen in der Theoriebildung und der vierte Teil schlieรt mit Theorieentwรผrfen fรผr die Soziale Arbeit ab.
Der zweite Teil โZugรคnge zur Theoriebildung in der Sozialen Arbeitโ beinhaltet fรผnf Beitrรคge zur Thematik. Stefan Borrmann schreibt zum Thema โWarum braucht Soziale Arbeit Theorien? Antworten auf eine basale Frageโ. Dieses Kapitel ist als Hinfรผhrung und Wiederholung der Thematik absolut empfehlenswert. Borrmann beantwortet die Frage โWarum Soziale Arbeit Theorien braucht?โ auf vier Ebenen, die die Professionalisierung Sozialer Arbeit, die theoretischen, sowie praktischen Grundlagen der Handlungswissenschaft, als auch die Selbstdefinition der Profession umschlieรen. Die wichtigsten Grundlagen werden hier noch einmal wiederholt, auch anhand รผbersichtlicher Schaubilder, um die Bedeutung des Themas deutlich zu machen und den Grundstein fรผr die weiteren Beitrรคge zu legen. Als zweiten Beitrag thematisieren Johannes Boettner und Brigitta Michel-Schwartze โSoziale Arbeit als Konstrukteurin ihres Gegenstandes: Prozesse-Potenziale-Restriktionโ. Auch dieser Beitrag ist wichtig fรผr die Grundlagen einer Sozialen Arbeit als Handlungswissenschaft, er geht genauer auf die Bedeutung der Bestimmung und Definition des Gegenstandes der Sozialen Arbeit ein, was fรผr eine Profession unumgรคnglich ist. Herrscht hier Einigkeit, kann dies die Soziale Arbeit in ihrem professionalisierungs Prozess einen groรen Schritt voranbringen, da eine Selbstdefinition vor Fremddefinition schรผtzt. Des Weiteren gehen Michael Domes und Juliane Sagebiel im zweiten Teil auf das Thema โTheorie als Medium zur Identitรคtsbildung โ die Bedeutung der Person des/der Lehrenden in der Vermittlung von Theorien der Sozialen Arbeitโ ein. Dieser Beitrag war besonders erhellend, da ich selbst Soziale Arbeit studiere und deutlich wurde, dass der Professionalisierungsprozess zu einem groรen Teil durch Lehrende weitergegeben und verdeutlicht werden kann. Domes und Sagebiel thematisieren hier vor allem den Habitus des Lehrenden und des Lernenden, sowie die Bedeutung der Atmosphรคre wรคhrend der Vorlesung um eine eigene Identitรคtsentwicklung des Lernenden in Bezug auf die Handlungswissenschaft in Gang zu bringen. Ralph-Christian Amthor beschรคftigt sich mit โWissenschaftlich fundierten Handlungskonzepten. Zur theoretischen Fundierung professionellen Handelns unter Berรผcksichtigung der englischsprachigen Social Work Scienceโ und zu guter Letzt schlieรt Heiko Kleve mit dem Beitrag โPostmoderne Soziale Arbeit als Ambivalenzmanagement. Das Tetralemma als Theoriefigur und Beitrag zur sozialarbeiterischen Methodenentwicklungโ den zweiten Teil des Buches zur Theoriebildung Sozialer Arbeit ab.
Der dritte Teil des Buches behandelt mit zwei Betrรคgen das Thema โNormative Dimensionen in der Theoriebildung der Sozialen Arbeitโ. Wolfgang Krieger schreibt hierzu รผber โNormativitรคt und Wissenschaft der Sozialen Arbeit. Systematisierende Zugรคnge zu einer normenkritischen Wissenschaftstheorie der Sozialen Arbeitโ. Krieger beleuchtet hier sehr anschaulich ein Thema, dass eigentlich jeden Sozialarbeiter betrifft, den meisten aber nicht wirklich bewusst ist. Ich denke diese Bewusstheit sollte im Studium mehr ausgebildet werden, weswegen ich diesen Beitrag als Pflichtlektรผre betiteln wรผrde. Eric Mรผhrle schlieรt das Kapitel mit dem Beitrag โMenschenrechte und Demokratieverstรคndnisse in ihrer normativen Bedeutung fรผr die Theoriebildung in der Sozialen Arbeitโ ab.
Im vierten Teil des Buches geht es um โTheorieentwรผrfe Sozialer Arbeitโ. Hier werden innerhalb von neun Beitrรคgen verschiedene Theorieentwรผrfe thematisiert, von Luhmanns Systemtheorie, รผber den Capability Ansatz, รผber Geschlechtertheoretische Grundlagen und auch das Thema der Integration. Am meisten inspiriert hat mich dabei der Beitrag von Silvia Staub-Bernasconi รผber die Theorie von Krieg und Frieden, und die Empirie und soziale Praxis von Jane Addams. Dieser Beitrag zeigt sehr deutlich auf, was fรผr einen Beitrag Soziale Arbeit leisten kann und wie sie bisher in ihren Grenzen gehalten wird. Er macht deutlich, dass die Soziale Arbeit nicht einfach nur ein Beruf ist, sondern als Profession einen groรen Beitrag zu Gesellschaft liefern kann und dies nicht nur auf Basis von Gemeinwesenarbeit sondern auch weltpolitisch.
Das Buch hat mich persรถnlich sehr bereichert, da ich meine Bachelorarbeit auch in diesem thematischen Bereich schreiben mรถchte. Es wiederholt nicht nur Grundlagen sondern erรถrtert auch den jetzigen Ist-Stand und setzt die Soziale Arbeit wieder auf die Zielgerade zur Profession, die oftmals verloren geht. Ich kann dieses Buch wirklich allen empfehlen, die sich fรผr die Soziale Arbeit interessieren oder in diesem Bereich studieren oder arbeiten.
Heike –
Dieser Sammelband ist fรผr Bachelor- als auch Masterstudiengรคnge der Sozialen Arbeit hinsichtlich der Auseinandersetzung „Wissenschaft Soziale Arbeit“ relevant. Zu Wort kommen in den Beitrรคgen vorwiegend Professor*innen. Im Buch wird eingegangen auf Theorieentwรผrfe, betrachtet wird ebenso der Gegenstand Sozialer Arbeit als auch die theoretische Herleitung von Methoden. Ich halte auf Grund der Mehrdimensionalitรคt die Auseinandersetzung mit dem Buch vor allem am Ende eines Studiums fรผr geeignet.
Mit groรer Freude las ich den Beitrags Domes und Sagebiels, worin gefragt wird, welche Rolle Lehrende bei der „Vermittlung von Theorien der Sozialen Arbeit“ spielen. Ich werde das Buch sicherlich kรผnftig mit verschiedenen Brillen und Fragen lesen…Meine Erwartungen wurden in jedem Falle erfรผllt.
morangesa –
Der Sammelband โDie Wissenschaft Soziale Arbeit im Diskursโ wurde im Rahmen der Schriftenreihe โTheorie, Forschung und Praxisโ der Deutschen Gesellschaft fรผr Soziale Arbeit verรถffentlicht. Anliegen dieser Reihe ist, Arbeiten aus der Fachgesellschaft zu prรคsentieren sowie โzentrale Themen und Fragestellungen des Fachdiskurses im Bereich der Sozialen Arbeitโ aufzugreifen. Mit dem vorliegenden Band verfolgen die Herausgeber_innen das Anliegen, der โVielschichtigkeit/Pluralitรคt der Theorieentwicklung in der Wissenschaft Soziale Arbeitโ (S. 14) Ausdruck zu geben und eine Grundlage zu schaffen, um die vielfรคltigen Ansรคtze in der Zukunft systematischer aufeinander beziehen zu kรถnnen. Dafรผr ist der Band in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil geht es um die Klรคrung des Stellenwerts von Theoriebildung in der Sozialen Arbeit. Im zweiten Teil wird zwei Beitrรคgen nach der Notwendigkeit einer normativen Orientierung in der Wissenschaft der Sozialen Arbeit diskutiert. Schlieรlich werden im umfangreichsten dritten Teil verschiedene theoretische Zugรคnge vorgestellt.
Der dritte Teil bietet gut verstรคndliche Texte, die einen Einblick in verschiedene theoretische Perspektiven ermรถglichen. Dies ist fรผr jede Phase des Studiums – vom Bachelor-Studium bis zur Promotion โ hilfreich, um sich eine erste Orientierung zu verschaffen. Fรผr eine vertiefende Auseinandersetzung mit den eingefรผhrten Theorien bieten die Beitrรคge Ansatzpunkte. Besonders gefallen hat mir der von Spatscheck verfasste Beitrag zur Theorie der Aneignung.
Im ersten Teil diskutiert Stefan Borrmann die Frage, warum Soziale Arbeit Theorie braucht. Dieser Beitrag ist fรผr die Einfรผhrung in Seminare zur โTheorie und Geschichte der Sozialen Arbeitโ oder รhnliches gut geeignet. In dem Band fehlt mir allerdings die Einordnung der in dem Band prรคsentierten โSozialarbeitswissenschaftโ in die Debatte um die Professionalisierung der Sozialen Arbeit und der Kontroverse zwischen universitรคrer Sozialpรคdagogik und der Sozialen Arbeit an Fachhochschulen. Glรผcklicherweise gibt es heute viele Synergien und รberschneidungen zwischen beiden Bezugssystemen. Dieses Potenzial hรคtte auch im Sinne des Anliegens, Zugรคnge aufeinander zu beziehen, stรคrker gemacht werden kรถnnen.
Melanie –
Fรผr welchen Studienabschnitt eignet sich das Buch?
Das Buch eignet sich grundsรคtzlich fรผr jeden Studienabschnitt. Ich wรผrde es mehr fรผr den Anfang des Studiums empfehlen, da es viele verschiedene Ansรคtze und Theorien behandelt, diese aber nicht zu detailliert. Somit kann man sich mit diesem Buch gut einen รberblick verschaffen, und wenn das betroffene Thema in der Vorlesung behandelt wird, dieses nochmal extra in einem ausfรผhrlichen Buch dazu nachlesen und sich mehr damit befassen.
Ist der Inhalt des Buches relevant fรผr eine Prรผfung / die Abschlussprรผfung?
Fรผr mich war der Inhalt nicht prรผfungsrelevant. Nachdem ich aber nun ein Semester im Ausland war, muss ich zugeben, dass mir das Kapitel, in dem u.a. erklรคrt wird, was unter den englischen Begriffen der Sozialen Arbeit zu verstehen ist, fรผr mein Verstรคndnis weitergeholfen hรคtte, weil darin nochmals Konzepte vorkommen, die ich in Deutschland noch nicht so oft gehรถrt hatte bzw. nicht genau wusste, was sich dahinter verbirgt (z.B. Empowerment, Macro practice, S.78f).
Auch die Theoriefigur des Tetralemmas (S.91ff) fand ich sehr interessant, weil ich mich damit zuvor noch nicht beschรคftigt hatte.
Wird der Inhalt gut verstรคndlich dargeboten?
Nachdem das Buch von mehreren Menschen geschrieben worden ist, sind die Kapitel verschieden schwer (oder leicht) zu lesen, im Groรen und Ganzen aber recht gut verstรคndlich.
Erfรผllt das Buch deine Erwartungen? Was kรถnnte besser sein?
รber die Schreibweise, z.B. โTeilnehmer_innenโ (S.60), bin ich anfangs recht oft gestolpert und hรคtte es bevorzugt, nur die mรคnnliche Schreibweise โTeilnehmerโ zu lesen, mit einem generellen Hinweis zu Beginn, dass dieser geschlechtsneutral zu verstehen ist.
Stellenweise hรคtte ich mir eine etwas kritischere Betrachtung der Theorien der Sozialen Arbeit gewรผnscht. Ansonsten ist das Buch aber gut gelungen und ich wรผrde es an die Studierenden der Sozialen Arbeit weiterempfehlen.