Verlag Barbara Budrich

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ISSN: 1865-7192

dms 2-2021 | Politik und Verwaltung in der Corona-Krise

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ISSN: 1865-7192

Inhalt

dms โ€“ der moderne staat โ€“ Zeitschrift fรผr Public Policy, Recht und Management
2-2021: Politik und Verwaltung in der Corona-Krise
hrsg. von Sonja Blum, Kathrin Loer, Renate Reiter & Annette E. Tรถller

Themenschwerpunkt
Sonja Blum / Kathrin Loer / Renate Reiter / Annette E. Tรถller: Politik und Verwaltung in der Corona-Krise. Einleitung
Detlef Sack / Aanor Roland / Sebastian Fuchs: Vom Lockdown in die Staatsbeteiligung? Wirtschaftspolitik in der Covid-19 Pandemie
Tanja Klenk / Mirella Cacace / Stefanie Ettelt: Der รถffentliche Gesundheitsdienst in der Corona-Krise: zwischen Hierarchie, loser Koppelung und polyzentrischer Koordination
Benjamin Ewert / Kathrin Loer: Die Corona-Pandemie als Wendepunkt in der deutschen Prรคventionspolitik?
Lukas Thiele / Andree Pruin: Does large-scale digital collaboration contribute to crisis management? An analysis of projects from the #WirVsVirus hackathon implemented in Germany during the COVID-19 pandemic
Michael Bรถcher / Max Krott / Ulrike Zeigermann: Wissenschaftsbasierte Politikberatung in der Corona-Krise: Die Ressortforschung des Robert-Koch-Instituts zwischen wissenschaftlichem Standard und politischem Handlungsdruck
Iris Reus: Die mediale Darstellung des Fรถderalismus wรคhrend der Corona-Pandemie โ€“ Eine Auswertung von Positionen, Konnotationen und Bewertungen in deutschen Tageszeitungen
Sven T. Siefken / Sebastian Hรผnermund: Der Bundestag in der Corona-Krise. Zwischen materieller Mitwirkung und kommunikativen Defiziten
Sonja Blum / Johanna Kuhlmann: Wir sind Helden. Sozialpolitische MaรŸnahmen und politische Kommunikation in der Corona-Pandemie

Abhandlungen
Eva Bund: Bedingungen fรผr Verwaltungsinnovationen im Kontext von Krisen โ€“ Das Bundesamt fรผr Migration und Flรผchtlinge (BAMF) in der Flรผchtlingskrise
Henrik Dosdall: Attraktivitรคt und Gleichstellung in Militรคrorganisationen. Zum organisierten Umgang der Bundeswehr mit dem Gleichstellungsrecht
Sandra Plรผmer: Koordinierungsmechanismen des Policy-Lernens innerhalb von Regierungsformationen am Beispiel nordrhein-westfรคlischer Schulpolitik

Datenbericht
Sylvia Veit / Stefanie Vedder / Anika Manschwetus / Simon Scholz / Bastian Strobel: Ministerialeliten in Deutschland

Rezensionen
Ellen Fobรฉ: Politics for Hire. The World and Work of Policy Professionals (Stefan Svallfors)
Markus Tepe: Handbook of Research Methods in Public Administration, Management and Policy (Eran Vigoda-Gadot & Dana R. Vashdi (Eds.))
Tanja Klenk: Public Administration in Germany (Sabine Kuhlmann, Isabella Proeller, Dieter Schimanke & Jan Ziekow (Eds.))

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Publisher

ISSN

1865-7192

eISSN

2196-1395

Volume

14. Jahrgang 2021

Edition

2

Date of publication

07.12.2021

Scope

272

Language

Deutsch

Format

17 x 24 cm

DOI

https://doi.org/10.3224/dms.v14i2

Open Access-Lizenz

https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de

Homepage

https://dms.budrich-journals.de

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Autor*innen

Keywords

Advocacy Coalition Framework, Bundeswehr, Bรผrokratie, Corona, Corona-Pandemie, COVID-19, Covid-19-Krise, Eliten, Flรผchtlingskrise, Fรถderalismus, G9, Gleichstellungsrecht, governance, Hackathon, institutionelle Isomorphie, Krisenkommunikation, Krisenmanagement, Krisenpolitik, Legitimitรคt, Managerialisierung, Medienberichterstattung, Ministerialverwaltung, Open Governance, Policy-Lernen, Policy-Reformen, Policyakteure, Policyinstrumente, Policywandel, Politisierung, process tracing, Prรคventionspolitik, regierungsinterne Koordinierung, RIU-Modell, Robert-Koch-Institut, Sozialpolitik, Spitzenbeamte, staatliche Leistungsfรคhigkeit, Staatsintervention, systemische Innovationspolitik, Twitter, Verwaltungshandeln, Verwaltungsinnovationen, Wirtschaftspolitik, wissenschaftliche Politikberatung, ร–ffentlicher Gesundheitsdienst (ร–GD)

Abstracts

Politik und Verwaltung in der Corona-Krise. Einleitung (Sonja Blum, Kathrin Loer, Renate Reiter, Annette Elisabeth Tรถller)
Die COVID-19 Pandemie entwickelte sich seit Mรคrz 2020 zu einer umfassenden Herausforderung fรผr Gesellschaften, Gesundheitssysteme, Staaten und Volkswirtschaften weltweit, so auch in Deutschland. Politik und Verwaltung hierzulande reagierten schnell und durchaus entschlossen. Dabei รถffnete sich mit der โ€žCorona-Kriseโ€œ ein Gelegenheitsfenster. Dennoch lassen sich echte Policy-Reformen oder auch institutionelle Reformen, deren Bedarf im Krisenmoment schonungslos offengelegt wurde, (bislang) nicht nachweisen โ€“ das zeigt der รœberblick รผber die Beitrรคge zu diesem Themenschwerpunktheft. Dieser Einleitungsbeitrag ordnet die Beitrรคge theoretisch ein und wirft dabei zugleich einen systematisierenden Blick auf den politischen und administrativen Umgang mit der Pandemie. Schlagworte: COVID-19, Expertise, Krisenkommunikation, (Nicht-)Wandel, Policy-Reformen
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Vom Lockdown in die Staatsbeteiligung? Wirtschaftspolitik in der Covid-19 Pandemie (Detlef Sack, Aanor Roland, Sebastian Fuchs)
Der Beitrag thematisiert die distributiven und regulatorischen wirtschaftspolitischen MaรŸnahmen der deutschen Bundesregierung ab dem Frรผhjahr 2020 im Zeichen der Covid-19-Pandemie. Die Anforderung an die Politik besteht in der gleichzeitigen Lรถsung der kurzfristigen, pandemiebedingten und der langfristigen, strukturell bedingten รถkonomischen Probleme. Die Fallstudie rekonstruiert die Policies der deutschen Bundesregierung in den beiden, derzeit ersichtlichen Phasen. AnschlieรŸend wird die staatliche Politik erklรคrt durch (1) das Zusammenwirken der exekutiven Politics von Bund und Lรคndern, in der neben Union und SPD auch Bรผndnisgrรผne, Linke und FDP als Mitregenten eingebunden sind, und (2) die Rechtfertigung der MaรŸnahmen durch die erheblichen รถkonomischen Folgen. Die Krisen- und Konjunkturpolitik bewegt sich zudem auch im Pfad eines vorherigen โ€“ auch (aber nicht nur) durch die Krisenerfahrungen 2008/09 induzierten โ€“ wirtschaftspolitischen Paradigmenwandels und wird durch modernisierte Beratungsgremien ebenso gestรผtzt, wie durch Wirtschaftsverbรคnde und -kammern. Im Ergebnis geht die Wirtschafts- und Konjunkturpolitik 2020 aus einer Entscheidungs- und Beratungssituation hervor, die durch eine โ€šรผbergroรŸeโ€˜ Koalition im exekutiven Fรถderalismus, paradigmatisch pluralisierte Expertise und einen โ€šKorporatismus ohne Verbrennungsmotorโ€˜ geprรคgt ist. Schlagwรถrter: Covid-19-Krise, Wirtschaftspolitik, Staatsintervention, Krisenpolitik
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Der รถffentliche Gesundheitsdienst in der Corona-Krise: zwischen Hierarchie, loser Koppelung und polyzentrischer Koordination (Tanja Klenk, Mirella Cacace, Stefanie Ettelt)
Der รถffentliche Gesundheitsdienst (ร–GD) spielt bei der Bewรคltigung der Covid-19 Pandemie eine zentrale Rolle. Sein Krisenmanagement ist im hohen MaรŸe auf Koordination angewiesen, was jedoch durch die Komplexitรคt der Strukturen und die Vielzahl der Akteure im deutschen Gesundheitssystem erschwert wird. Die verwaltungswissenschaftliche Literatur unterschiedet drei Paradigmen der Koordination: hierarchisch-funktional, lose verbunden (neoinstitutionalistisch) und polyzentrisch. Der Beitrag nutzt diese Unterscheidung als theoretischen Rahmen und zeigt, dass alle drei Formen der Koordination in der Struktur und im gesetzlichen Auftrag des ร–GD angelegt sind. Wir zeigen anhand von zwei Aufgaben des Krisenmanagements, Testung und Kontaktnachverfolgung, dass sich hierarchische Koordinationsformen in der Krise als unzureichend herausgestellt haben und zunehmend polyzentrische Ansรคtze erprobt wurden. Eine nachhaltige Verankerung der polyzentrischen Koordination verlangt allerdings eine grundlegende Reform der institutionellen Architektur des ร–GD, auch im Regelbetrieb. AbschlieรŸend plรคdiert der Beitrag dafรผr, das durch die Krise entstandene โ€žWindow of Opportunityโ€œ fรผr eine solche Reform zu nutzen. Schlagworte: ร–ffentlicher Gesundheitsdienst (ร–GD), Covid-19, Koordination, Krisenmanagement, Governance
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Die Corona-Pandemie als Wendepunkt in der deutschen Prรคventionspolitik? (Benjamin Ewert, Kathrin Loer)
Der Beitrag widmet sich der Frage, inwieweit die Corona-Pandemie als โ€žeruptives Ereignisโ€œ einen paradigmatischen Wandel (Hall, 1993) in der deutschen Prรคventionspolitik herbeifรผhrt. Erst recht vor dem Hintergrund der kollektiven Pandemieerfahrung mรผsste ein umfassender Gesundheitsschutz der Bevรถlkerung, so die leitende Annahme, durch eine konsistente prรคventionspolitische Programmatik und holistische Konzepte angestrebt werden. Der Beitrag diskutiert zunรคchst die Ursachen dafรผr, dass Prรคventionspolitik in Deutschland bislang so zaghaft vorging und vergleichsweise wenig Beachtung erhielt. Anhand von politikwissenschaftlichen Ansรคtzen zur Konzeptionalisierung von Policywandel werden drei Hypothesen zur Prรคventionspolitik entlang des Spektrums von รผbertragbaren und nicht-รผbertragbaren Krankheiten entwickelt, die auf Basis der empirischen Entwicklungen (Mรคrz โ€“ Dezember 2020) getestet werden. Das Resultat der anschlieรŸenden Analyse fรคllt eindeutig aus: Wenngleich die Pandemie kurzfristig zu neuen Bearbeitungsmustern fรผhrte, sowohl was die angewandten prรคventionspolitischen Instrumente als auch die handelnden Akteurskonstellationen betrifft, gibt es keine Anzeichen fรผr einen paradigmatischen Wandel. Die deutsche Prรคventionspolitik bleibt bis auf weiteres bruchstรผckhaft und inkonsistent. Schlagworte: Policywandel, Policyinstrumente, Policyakteure, Prรคventionspolitik, Corona-Pandemie
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Does large-scale digital collaboration contribute to crisis management? An analysis of projects from the #WirVsVirus hackathon implemented in Germany during the COVID-19 pandemic (Lukas Thiele, Andree Pruin)
In recent years, collaborative approaches to crisis management involving citizens have gained increasing attention. One example is the #WirVsVirus hackathon, which was conducted in response to the COVID-19 pandemic and had over 28,000 participants. Because research on large-scale, digital collaboration in crisis situations is scarce, consequences of their use in crisis management remain unclear. This article relies on the open governance paradigm as a lens for studying two projects emerging from the hackathon. Based on nine qualitative expert interviews, we ask how digital open governance affects governance capacity and legitimacy in crisis management. Our findings suggest that digital open governance can contribute to governance capacity and legitimacy, as it mobilises large, diverse groups of citizens to quickly develop citizen-centric, ready-to-use solutions for crisisrelated problems. However, we also identified potential problems, including risks regarding legitimacy and accountability, difficulties with scalable solutions, and questionable long-term impacts. Keywords: open governance, crisis management, capacity, legitimacy, hackathon
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Wissenschaftsbasierte Politikberatung in der Corona-Krise: Die Ressortforschung des Robert-Koch-Instituts zwischen wissenschaftlichem Standard und politischem Handlungsdruck (Michael Bรถcher, Max Krott, Ulrike Zeigermann)
Wissenschaftliche Politikberatung genoss wรคhrend der ersten Welle der Corona-Pandemie so groรŸe Aufmerksamkeit, dass von manchen gar eine โ€žTechnokratisierungโ€œ der Politik in Deutschland beklagt wurde. Der Artikel analysiert die Frage, ob die wissenschaftliche Politikberatung des Robert-Koch-Instituts (RKI) tatsรคchlich so viel Gewicht erlangte. Anhand einer Dokumentenanalyse zu fรผnf ausgewรคhlten Fรคllen โ€“ der Vorlaufforschung des RKI sowie den Entscheidungen zum ersten Lockdown, zur GrenzschlieรŸung, Maskenpflicht und zu SchulschlieรŸungen โ€“ werden auf der Basis des RIU-Modells des wissenschaftlichen Wissenstransfers Integrationsprozesse zwischen Wissenschaft und Politik hinsichtlich der Rolle des RKI untersucht. Deutlich wird, dass das RKI als zustรคndige Ressortforschungseinrichtung fรผr eine Politik im Krisenmodus unterschiedliche Integrationsleistungen erbrachte. Trotzdem war die Politik der dominante Akteur. Aufgezeigt wird, dass vorhandene unabhรคngige wissenschaftliche Expertise, die Vernetzung wissenschaftlicher Institutionen, enger Informationsaustausch mit politischen Akteuren und Medien die Chance erhรถhen, dass wissenschaftliche Informationen von der Politik in Handlungsgrundlagen aufgenommen werden. Schlagworte: Wissenschaftliche Politikberatung, Corona-Pandemie, Robert-Koch-Institut, RIU-Modell
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Die mediale Darstellung des Fรถderalismus wรคhrend der Corona-Pandemie โ€“ Eine Auswertung von Positionen, Konnotationen und Bewertungen in deutschen Tageszeitungen (Iris Reus)
Die vorliegende Studie stellt die erste umfassende und systematische Analyse der Medienberichterstattung zum deutschen Fรถderalismus dar. Ausgewertet wurden Positionen, Konnotationen und Bewertungen in 449 Statements aus 14 Tageszeitungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie fรผr den Zeitraum Mรคrz bis September 2020. Methodisch werden quantitative und qualitative Ansรคtze kombiniert, um sowohl Verteilungsmuster als auch Themen und Motive zu erfassen. Die Ergebnisse bestรคtigen fรผr die Krise, was die Literatur fรผr โ€šnormale Zeitenโ€˜ annimmt: Eine deutliche Mehrheit aller verรถffentlichten Statements zum Fรถderalismus fรคllt negativ aus. Dies รคnderte auch die Phase der Einheitlichkeit der Landesregelungen infolge der Einigung auf einen umfassenden bundesweiten Lockdown nicht. Die erfolgreiche Stabilisierung des Infektionsgeschehens โ€štrotzโ€˜ unterschiedlicher Lockerungen in den Lรคndern fรผhrte (absolut) zu weniger negativen Statements, aber nicht zu substantiell positiven. Mehrheitlich negative Statements finden sich in der Gruppe der Bevรถlkerung, der JournalistInnen und auch der PolitikerInnen insgesamt; mehrheitlich positive Statements finden sich lediglich bei LandespolitikerInnen der CDU/CSU. Schlagworte: Fรถderalismus, Medienberichterstattung, Covid-19, Corona, Pandemie
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Der Bundestag in der Corona-Krise. Zwischen materieller Mitwirkung und kommunikativen Defiziten (Sven T. Siefken, Sebastian Hรผnermund)
Die Bekรคmpfung der Covid-19-Pandemie galt vielen als โ€žStunde der Exekutiveโ€œ und fรผhrte zu Kritik an mangelnder Mitwirkung des Bundestages. Um dies zu รผberprรผfen, bedarf es einerseits der Betrachtung materieller Einbindung des Parlaments in die inhaltliche Herstellung von Politik, andererseits deren kommunikativer Vermittlung. Primรคr- wie Sekundรคrquellen der Parlamentsstatistik und der Ausschusstรคtigkeit zu Gesetzgebung und Kontrolle werden analysiert und mittels eines Vorjahresvergleiches bewertet. Die Parlamentskommunikation wird basierend auf den Plenardebatten sowie Interviews mit Abgeordneten zu ihrer Wahlkreisarbeit betrachtet. Deutlich wird, dass von einem generellen Bedeutungsverlust des Bundestages โ€“ zumindest in der โ€žersten Welleโ€œ der Corona-Krise โ€“ keine Rede sein kann. Die materielle, wenngleich vielfach informale Mitwirkung an der Regierungspolitik durch die Fraktionen aus Mehrheit und Teilen der Opposition, war รผber weite Strecken vorhanden. Allerdings erwies sich die glaubhafte Vermittlung dieses Erfolgs, sowohl im Plenum des Bundestages als auch โ€žzu Hauseโ€œ in den Wahlkreisen, als รผberaus defizitรคr. Schlagwรถrter: Bundestag; Covid-19; Gesetzgebung; Kontrolle; Entparlamentarisierung
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Wir sind Helden. Sozialpolitische MaรŸnahmen und politische Kommunikation in der Corona-Pandemie (Sonja Blum, Johanna Kuhlmann)
Neben umfassenden Eindรคmmungsstrategien stellen sozial- und wirtschaftspolitische MaรŸnahmen einen zentralen Bestandteil der staatlichen Reaktionen auf die Corona-Pandemie dar. In Zeiten umfassender Krisen ist das politische Krisenmanagement gefordert, eine โ€žรผberzeugende Erzรคhlungโ€œ des zugrundeliegenden Problems und der gewรคhlten Lรถsungen zu liefern. Die Policy-Forschung hat gezeigt, dass Narrativen und den darin enthaltenen sozialen Konstruktionen von (insbesondere: โ€žverdientenโ€œ und โ€žunverdientenโ€œ) Zielgruppen bei der Reformkommunikation eine zentrale Rolle zukommt. Vor diesem Hintergrund analysiert der vorliegende Beitrag, welche Narrative in der Corona- Pandemie von politischen Entscheidungstrรคger*innen zur Begrรผndung sozialpolitischer Reformen genutzt wurden. Analysiert werden dabei mit Deutschland und ร–sterreich zwei traditionell konservative Wohlfahrtsstaaten sowie zwei sozialpolitische Felder (Arbeitsmarktpolitik, Familienpolitik). Die Narrativanalyse basiert auf einer systematischen Untersuchung der Regierungskommunikation auf Twitter wรคhrend der โ€žersten Welleโ€œ der Corona-Pandemie. Schlagwรถrter: COVID-19; Sozialpolitik; Narrative; Zielgruppen; Twitter
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Bedingungen fรผr Verwaltungsinnovationen im Kontext von Krisen โ€“ Das Bundesamt fรผr Migration und Flรผchtlinge (BAMF) in der Flรผchtlingskrise (Eva Bund)
Um Formen und Rahmenbedingungen von Innovationsprozessen in der รถffentlichen Verwaltung zu identifizieren, werden die Verรคnderungsprozesse im Bundesamt fรผr Migration und Flรผchtlinge (BAMF), die wรคhrend und als Folge der Flรผchtlingskrise vollzogen wurden, analysiert. Dazu konzentriert sich dieser konzeptionelle Beitrag auf drei Spannungsfelder, die auf Basis der Erkenntnisse der Innovationsforschung in Unternehmen zentrale Aushandlungsorte von Verรคnderungen darstellen und auf das Fallbeispiel BAMF im Krisenkontext รผbertragen werden: 1) das Wechselspiel zwischen politischem und verwaltungsinternem Druck infolge angestiegener Asylzahlen als treibende Kraft fรผr neuartige Lรถsungen und die dafรผr notwendige Ressourcenbereitstellung; 2) die Dialektik von Freiraum und Struktur, die von Fรผhrungsebenen gesteuert wird und bei einem ausgewogenen Verhรคltnis Innovationskultur befรถrdern kann; 3) der Umgang mit bestehenden Strukturen im Modifikationsprozess, da Akzeptanz und Effizienz zur nachhaltigen Implementation von Innovation beitragen. Diese Spannungsfelder kรถnnen als Analyserahmen dienen, um Behรถrden hinsichtlich ihrer Innovationsfรคhigkeit zu verorten und Ansatzpunkte fรผr gezielten Spannungsausgleich oder -aufbau zur Fรถrderung von Verwaltungsinnovationen abzuleiten. Schlagworte: Innovation, Wandel, Verwaltungsinnovationen, Verwaltungshandeln, systemische Innovationspolitik, Flรผchtlingskrise
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Attraktivitรคt und Gleichstellung in Militรคrorganisationenโˆ—. Zum organisierten Umgang der Bundeswehr mit dem Gleichstellungsrecht (Henrik Dosdall)
Der Artikel analysiert aus organisationssoziologischer Perspektive wie die Bundeswehr Gleichstellungsrecht umsetzt. Das zentrale Argument lautet, dass die Bundeswehr das Gleichstellungsrecht managerialisiert, indem sie institutionalisierte Praktiken adaptiert, die es erlauben, das Gleichstellungsrecht fรผr den Zweck der Personalgewinnung auszudeuten. Die Adaption dieser Praktiken wird maรŸgeblich dadurch begรผnstigt, dass sich das Gleichstellungsrecht als Lรถsung mit dem Problem der zukรผnftigen Personalgewinnung verknรผpfen lรคsst, nachdem die Bundesregierung die Wehrpflicht aussetzte und beschloss, die Bundeswehr wieder zu vergrรถรŸern. Der beschriebene Prozess fรผhrt auch dazu, dass die Bundeswehr in der Umsetzung des Gleichstellungsrechtes zunehmend groรŸen Unternehmen รคhnlicher wird. Insgesamt leistet die vorliegende Studie einen Beitrag zur Analyse der Beziehung staatlicher Organisationen zu ihrer rechtlichen Umwelt. Schlagworte: Organisation, Managerialisierung, Gleichstellungsrecht, Bundeswehr, institutionelle Isomorphie
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Koordinierungsmechanismen des Policy-Lernens innerhalb von Regierungsformationen am Beispiel nordrhein-westfรคlischer Schulpolitik (Sandra Plรผmer)
Trotz der Bedeutsamkeit von Policy-Lernen fรผr die Erklรคrung von Politikwandel bleiben viele Facetten des Phรคnomens ungeklรคrt. Ein Beispiel dafรผr ist die Koordinierung innerhalb von Advocacy-Koalitionen im Rahmen politischer Lernprozesse. Diese coordinated activity soll mithilfe des Advocacy Coalition Frameworks herausgearbeitet werden. Dazu dient die Rรผckkehr zum Abitur nach neun Jahren (G9) in Nordrhein-Westfalen als influential case, denn hier kam es zu grundlegenden Einstellungsรคnderungen in Form von Policy-Lernprozessen. Anhand dieser Beobachtung lassen sich schlieรŸlich die dahinterstehenden Koordinierungsmechanismen identifizieren, die insbesondere in der Endphase des Reformprozesses wirkten. Der Fokus liegt dabei auf der Koordinierung innerhalb der Regierungsformation als exekutiv-legislative Teilmenge der einzigen Advocacy-Koalition im schulstrukturpolitischen Subsystem. Mithilfe von process tracing und einer inhaltsanalytischen Auswertung von Policy-Dokumenten und Experteninterviews kรถnnen vier koalitionsinterne Koordinierungsmechanismen herausgearbeitet werden: Pendeldiplomatie, Lageanalyse und Szenarienbildung, Konzentration/breite Beteiligung sowie Planbarkeit/Spontanitรคt. Die Mechanismen prรคzisieren nicht nur die Koordinierungsdimension des Frameworks, sondern geben ebenso Aufschluss รผber regierungsinternes Politikmanagement auf Landesebene. Schlagworte: Policy-Lernen, regierungsinterne Koordinierung, Advocacy Coalition Framework, Rรผckkehr zu G9, process tracing
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Ministerialeliten in Deutschland (Sylvia Veit, Stefanie Vedder, Anika Manschwetus, Simon Scholz, Bastian Strobel)
In diesem Bericht wird ein Datensatz zu den Ministerialeliten in Deutschland seit Beginn des 20. Jahrhunderts vorgestellt. Der Datensatz umfasst sowohl Politiker*innen als auch Spitzenbeamt*innen in zentralstaatlichen Ministerien. Fรผr diese Personen wurden sozialstrukturelle Informationen, die Karriereverlรคufe sowie Daten zum politischen Engagement und zur Systemnรคhe โ€“ mit einem besonderen Fokus auf der NS-Zeit โ€“ erhoben. Der Datensatz basiert auf der Auswertung einer Vielzahl รถffentlich zugรคnglicher Quellen sowie auf umfangreichen Aktenauswertungen im Bundesarchiv. Schlagworte: Ministerialverwaltung, Eliten, Spitzenbeamte, Politisierung, Bรผrokratie
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2-2021: Politik und Verwaltung in der Corona-Krise
hrsg. von Sonja Blum, Kathrin Loer, Renate Reiter & Annette E. Tรถller

Themenschwerpunkt
Sonja Blum / Kathrin Loer / Renate Reiter / Annette E. Tรถller: Politik und Verwaltung in der Corona-Krise. Einleitung
Detlef Sack / Aanor Roland / Sebastian Fuchs: Vom Lockdown in die Staatsbeteiligung? Wirtschaftspolitik in der Covid-19 Pandemie
Tanja Klenk / Mirella Cacace / Stefanie Ettelt: Der รถffentliche Gesundheitsdienst in der Corona-Krise: zwischen Hierarchie, loser Koppelung und polyzentrischer Koordination
Benjamin Ewert / Kathrin Loer: Die Corona-Pandemie als Wendepunkt in der deutschen Prรคventionspolitik?
Lukas Thiele / Andree Pruin: Does large-scale digital collaboration contribute to crisis management? An analysis of projects from the #WirVsVirus hackathon implemented in Germany during the COVID-19 pandemic
Michael Bรถcher / Max Krott / Ulrike Zeigermann: Wissenschaftsbasierte Politikberatung in der Corona-Krise: Die Ressortforschung des Robert-Koch-Instituts zwischen wissenschaftlichem Standard und politischem Handlungsdruck
Iris Reus: Die mediale Darstellung des Fรถderalismus wรคhrend der Corona-Pandemie โ€“ Eine Auswertung von Positionen, Konnotationen und Bewertungen in deutschen Tageszeitungen
Sven T. Siefken / Sebastian Hรผnermund: Der Bundestag in der Corona-Krise. Zwischen materieller Mitwirkung und kommunikativen Defiziten
Sonja Blum / Johanna Kuhlmann: Wir sind Helden. Sozialpolitische MaรŸnahmen und politische Kommunikation in der Corona-Pandemie

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Eva Bund: Bedingungen fรผr Verwaltungsinnovationen im Kontext von Krisen โ€“ Das Bundesamt fรผr Migration und Flรผchtlinge (BAMF) in der Flรผchtlingskrise
Henrik Dosdall: Attraktivitรคt und Gleichstellung in Militรคrorganisationen. Zum organisierten Umgang der Bundeswehr mit dem Gleichstellungsrecht
Sandra Plรผmer: Koordinierungsmechanismen des Policy-Lernens innerhalb von Regierungsformationen am Beispiel nordrhein-westfรคlischer Schulpolitik

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Sylvia Veit / Stefanie Vedder / Anika Manschwetus / Simon Scholz / Bastian Strobel: Ministerialeliten in Deutschland

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Ellen Fobรฉ: Politics for Hire. The World and Work of Policy Professionals (Stefan Svallfors)
Markus Tepe: Handbook of Research Methods in Public Administration, Management and Policy (Eran Vigoda-Gadot & Dana R. Vashdi (Eds.))
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2196-1395

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14. Jahrgang 2021

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2

Date of publication

07.12.2021

Scope

272

Language

Deutsch

Format

17 x 24 cm

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https://doi.org/10.3224/dms.v14i2

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Die COVID-19 Pandemie entwickelte sich seit Mรคrz 2020 zu einer umfassenden Herausforderung fรผr Gesellschaften, Gesundheitssysteme, Staaten und Volkswirtschaften weltweit, so auch in Deutschland. Politik und Verwaltung hierzulande reagierten schnell und durchaus entschlossen. Dabei รถffnete sich mit der โ€žCorona-Kriseโ€œ ein Gelegenheitsfenster. Dennoch lassen sich echte Policy-Reformen oder auch institutionelle Reformen, deren Bedarf im Krisenmoment schonungslos offengelegt wurde, (bislang) nicht nachweisen โ€“ das zeigt der รœberblick รผber die Beitrรคge zu diesem Themenschwerpunktheft. Dieser Einleitungsbeitrag ordnet die Beitrรคge theoretisch ein und wirft dabei zugleich einen systematisierenden Blick auf den politischen und administrativen Umgang mit der Pandemie. Schlagworte: COVID-19, Expertise, Krisenkommunikation, (Nicht-)Wandel, Policy-Reformen
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Der Beitrag thematisiert die distributiven und regulatorischen wirtschaftspolitischen MaรŸnahmen der deutschen Bundesregierung ab dem Frรผhjahr 2020 im Zeichen der Covid-19-Pandemie. Die Anforderung an die Politik besteht in der gleichzeitigen Lรถsung der kurzfristigen, pandemiebedingten und der langfristigen, strukturell bedingten รถkonomischen Probleme. Die Fallstudie rekonstruiert die Policies der deutschen Bundesregierung in den beiden, derzeit ersichtlichen Phasen. AnschlieรŸend wird die staatliche Politik erklรคrt durch (1) das Zusammenwirken der exekutiven Politics von Bund und Lรคndern, in der neben Union und SPD auch Bรผndnisgrรผne, Linke und FDP als Mitregenten eingebunden sind, und (2) die Rechtfertigung der MaรŸnahmen durch die erheblichen รถkonomischen Folgen. Die Krisen- und Konjunkturpolitik bewegt sich zudem auch im Pfad eines vorherigen โ€“ auch (aber nicht nur) durch die Krisenerfahrungen 2008/09 induzierten โ€“ wirtschaftspolitischen Paradigmenwandels und wird durch modernisierte Beratungsgremien ebenso gestรผtzt, wie durch Wirtschaftsverbรคnde und -kammern. Im Ergebnis geht die Wirtschafts- und Konjunkturpolitik 2020 aus einer Entscheidungs- und Beratungssituation hervor, die durch eine โ€šรผbergroรŸeโ€˜ Koalition im exekutiven Fรถderalismus, paradigmatisch pluralisierte Expertise und einen โ€šKorporatismus ohne Verbrennungsmotorโ€˜ geprรคgt ist. Schlagwรถrter: Covid-19-Krise, Wirtschaftspolitik, Staatsintervention, Krisenpolitik
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Der รถffentliche Gesundheitsdienst in der Corona-Krise: zwischen Hierarchie, loser Koppelung und polyzentrischer Koordination (Tanja Klenk, Mirella Cacace, Stefanie Ettelt)
Der รถffentliche Gesundheitsdienst (ร–GD) spielt bei der Bewรคltigung der Covid-19 Pandemie eine zentrale Rolle. Sein Krisenmanagement ist im hohen MaรŸe auf Koordination angewiesen, was jedoch durch die Komplexitรคt der Strukturen und die Vielzahl der Akteure im deutschen Gesundheitssystem erschwert wird. Die verwaltungswissenschaftliche Literatur unterschiedet drei Paradigmen der Koordination: hierarchisch-funktional, lose verbunden (neoinstitutionalistisch) und polyzentrisch. Der Beitrag nutzt diese Unterscheidung als theoretischen Rahmen und zeigt, dass alle drei Formen der Koordination in der Struktur und im gesetzlichen Auftrag des ร–GD angelegt sind. Wir zeigen anhand von zwei Aufgaben des Krisenmanagements, Testung und Kontaktnachverfolgung, dass sich hierarchische Koordinationsformen in der Krise als unzureichend herausgestellt haben und zunehmend polyzentrische Ansรคtze erprobt wurden. Eine nachhaltige Verankerung der polyzentrischen Koordination verlangt allerdings eine grundlegende Reform der institutionellen Architektur des ร–GD, auch im Regelbetrieb. AbschlieรŸend plรคdiert der Beitrag dafรผr, das durch die Krise entstandene โ€žWindow of Opportunityโ€œ fรผr eine solche Reform zu nutzen. Schlagworte: ร–ffentlicher Gesundheitsdienst (ร–GD), Covid-19, Koordination, Krisenmanagement, Governance
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Die Corona-Pandemie als Wendepunkt in der deutschen Prรคventionspolitik? (Benjamin Ewert, Kathrin Loer)
Der Beitrag widmet sich der Frage, inwieweit die Corona-Pandemie als โ€žeruptives Ereignisโ€œ einen paradigmatischen Wandel (Hall, 1993) in der deutschen Prรคventionspolitik herbeifรผhrt. Erst recht vor dem Hintergrund der kollektiven Pandemieerfahrung mรผsste ein umfassender Gesundheitsschutz der Bevรถlkerung, so die leitende Annahme, durch eine konsistente prรคventionspolitische Programmatik und holistische Konzepte angestrebt werden. Der Beitrag diskutiert zunรคchst die Ursachen dafรผr, dass Prรคventionspolitik in Deutschland bislang so zaghaft vorging und vergleichsweise wenig Beachtung erhielt. Anhand von politikwissenschaftlichen Ansรคtzen zur Konzeptionalisierung von Policywandel werden drei Hypothesen zur Prรคventionspolitik entlang des Spektrums von รผbertragbaren und nicht-รผbertragbaren Krankheiten entwickelt, die auf Basis der empirischen Entwicklungen (Mรคrz โ€“ Dezember 2020) getestet werden. Das Resultat der anschlieรŸenden Analyse fรคllt eindeutig aus: Wenngleich die Pandemie kurzfristig zu neuen Bearbeitungsmustern fรผhrte, sowohl was die angewandten prรคventionspolitischen Instrumente als auch die handelnden Akteurskonstellationen betrifft, gibt es keine Anzeichen fรผr einen paradigmatischen Wandel. Die deutsche Prรคventionspolitik bleibt bis auf weiteres bruchstรผckhaft und inkonsistent. Schlagworte: Policywandel, Policyinstrumente, Policyakteure, Prรคventionspolitik, Corona-Pandemie
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Does large-scale digital collaboration contribute to crisis management? An analysis of projects from the #WirVsVirus hackathon implemented in Germany during the COVID-19 pandemic (Lukas Thiele, Andree Pruin)
In recent years, collaborative approaches to crisis management involving citizens have gained increasing attention. One example is the #WirVsVirus hackathon, which was conducted in response to the COVID-19 pandemic and had over 28,000 participants. Because research on large-scale, digital collaboration in crisis situations is scarce, consequences of their use in crisis management remain unclear. This article relies on the open governance paradigm as a lens for studying two projects emerging from the hackathon. Based on nine qualitative expert interviews, we ask how digital open governance affects governance capacity and legitimacy in crisis management. Our findings suggest that digital open governance can contribute to governance capacity and legitimacy, as it mobilises large, diverse groups of citizens to quickly develop citizen-centric, ready-to-use solutions for crisisrelated problems. However, we also identified potential problems, including risks regarding legitimacy and accountability, difficulties with scalable solutions, and questionable long-term impacts. Keywords: open governance, crisis management, capacity, legitimacy, hackathon
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Wissenschaftsbasierte Politikberatung in der Corona-Krise: Die Ressortforschung des Robert-Koch-Instituts zwischen wissenschaftlichem Standard und politischem Handlungsdruck (Michael Bรถcher, Max Krott, Ulrike Zeigermann)
Wissenschaftliche Politikberatung genoss wรคhrend der ersten Welle der Corona-Pandemie so groรŸe Aufmerksamkeit, dass von manchen gar eine โ€žTechnokratisierungโ€œ der Politik in Deutschland beklagt wurde. Der Artikel analysiert die Frage, ob die wissenschaftliche Politikberatung des Robert-Koch-Instituts (RKI) tatsรคchlich so viel Gewicht erlangte. Anhand einer Dokumentenanalyse zu fรผnf ausgewรคhlten Fรคllen โ€“ der Vorlaufforschung des RKI sowie den Entscheidungen zum ersten Lockdown, zur GrenzschlieรŸung, Maskenpflicht und zu SchulschlieรŸungen โ€“ werden auf der Basis des RIU-Modells des wissenschaftlichen Wissenstransfers Integrationsprozesse zwischen Wissenschaft und Politik hinsichtlich der Rolle des RKI untersucht. Deutlich wird, dass das RKI als zustรคndige Ressortforschungseinrichtung fรผr eine Politik im Krisenmodus unterschiedliche Integrationsleistungen erbrachte. Trotzdem war die Politik der dominante Akteur. Aufgezeigt wird, dass vorhandene unabhรคngige wissenschaftliche Expertise, die Vernetzung wissenschaftlicher Institutionen, enger Informationsaustausch mit politischen Akteuren und Medien die Chance erhรถhen, dass wissenschaftliche Informationen von der Politik in Handlungsgrundlagen aufgenommen werden. Schlagworte: Wissenschaftliche Politikberatung, Corona-Pandemie, Robert-Koch-Institut, RIU-Modell
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Die mediale Darstellung des Fรถderalismus wรคhrend der Corona-Pandemie โ€“ Eine Auswertung von Positionen, Konnotationen und Bewertungen in deutschen Tageszeitungen (Iris Reus)
Die vorliegende Studie stellt die erste umfassende und systematische Analyse der Medienberichterstattung zum deutschen Fรถderalismus dar. Ausgewertet wurden Positionen, Konnotationen und Bewertungen in 449 Statements aus 14 Tageszeitungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie fรผr den Zeitraum Mรคrz bis September 2020. Methodisch werden quantitative und qualitative Ansรคtze kombiniert, um sowohl Verteilungsmuster als auch Themen und Motive zu erfassen. Die Ergebnisse bestรคtigen fรผr die Krise, was die Literatur fรผr โ€šnormale Zeitenโ€˜ annimmt: Eine deutliche Mehrheit aller verรถffentlichten Statements zum Fรถderalismus fรคllt negativ aus. Dies รคnderte auch die Phase der Einheitlichkeit der Landesregelungen infolge der Einigung auf einen umfassenden bundesweiten Lockdown nicht. Die erfolgreiche Stabilisierung des Infektionsgeschehens โ€štrotzโ€˜ unterschiedlicher Lockerungen in den Lรคndern fรผhrte (absolut) zu weniger negativen Statements, aber nicht zu substantiell positiven. Mehrheitlich negative Statements finden sich in der Gruppe der Bevรถlkerung, der JournalistInnen und auch der PolitikerInnen insgesamt; mehrheitlich positive Statements finden sich lediglich bei LandespolitikerInnen der CDU/CSU. Schlagworte: Fรถderalismus, Medienberichterstattung, Covid-19, Corona, Pandemie
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Der Bundestag in der Corona-Krise. Zwischen materieller Mitwirkung und kommunikativen Defiziten (Sven T. Siefken, Sebastian Hรผnermund)
Die Bekรคmpfung der Covid-19-Pandemie galt vielen als โ€žStunde der Exekutiveโ€œ und fรผhrte zu Kritik an mangelnder Mitwirkung des Bundestages. Um dies zu รผberprรผfen, bedarf es einerseits der Betrachtung materieller Einbindung des Parlaments in die inhaltliche Herstellung von Politik, andererseits deren kommunikativer Vermittlung. Primรคr- wie Sekundรคrquellen der Parlamentsstatistik und der Ausschusstรคtigkeit zu Gesetzgebung und Kontrolle werden analysiert und mittels eines Vorjahresvergleiches bewertet. Die Parlamentskommunikation wird basierend auf den Plenardebatten sowie Interviews mit Abgeordneten zu ihrer Wahlkreisarbeit betrachtet. Deutlich wird, dass von einem generellen Bedeutungsverlust des Bundestages โ€“ zumindest in der โ€žersten Welleโ€œ der Corona-Krise โ€“ keine Rede sein kann. Die materielle, wenngleich vielfach informale Mitwirkung an der Regierungspolitik durch die Fraktionen aus Mehrheit und Teilen der Opposition, war รผber weite Strecken vorhanden. Allerdings erwies sich die glaubhafte Vermittlung dieses Erfolgs, sowohl im Plenum des Bundestages als auch โ€žzu Hauseโ€œ in den Wahlkreisen, als รผberaus defizitรคr. Schlagwรถrter: Bundestag; Covid-19; Gesetzgebung; Kontrolle; Entparlamentarisierung
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Wir sind Helden. Sozialpolitische MaรŸnahmen und politische Kommunikation in der Corona-Pandemie (Sonja Blum, Johanna Kuhlmann)
Neben umfassenden Eindรคmmungsstrategien stellen sozial- und wirtschaftspolitische MaรŸnahmen einen zentralen Bestandteil der staatlichen Reaktionen auf die Corona-Pandemie dar. In Zeiten umfassender Krisen ist das politische Krisenmanagement gefordert, eine โ€žรผberzeugende Erzรคhlungโ€œ des zugrundeliegenden Problems und der gewรคhlten Lรถsungen zu liefern. Die Policy-Forschung hat gezeigt, dass Narrativen und den darin enthaltenen sozialen Konstruktionen von (insbesondere: โ€žverdientenโ€œ und โ€žunverdientenโ€œ) Zielgruppen bei der Reformkommunikation eine zentrale Rolle zukommt. Vor diesem Hintergrund analysiert der vorliegende Beitrag, welche Narrative in der Corona- Pandemie von politischen Entscheidungstrรคger*innen zur Begrรผndung sozialpolitischer Reformen genutzt wurden. Analysiert werden dabei mit Deutschland und ร–sterreich zwei traditionell konservative Wohlfahrtsstaaten sowie zwei sozialpolitische Felder (Arbeitsmarktpolitik, Familienpolitik). Die Narrativanalyse basiert auf einer systematischen Untersuchung der Regierungskommunikation auf Twitter wรคhrend der โ€žersten Welleโ€œ der Corona-Pandemie. Schlagwรถrter: COVID-19; Sozialpolitik; Narrative; Zielgruppen; Twitter
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Bedingungen fรผr Verwaltungsinnovationen im Kontext von Krisen โ€“ Das Bundesamt fรผr Migration und Flรผchtlinge (BAMF) in der Flรผchtlingskrise (Eva Bund)
Um Formen und Rahmenbedingungen von Innovationsprozessen in der รถffentlichen Verwaltung zu identifizieren, werden die Verรคnderungsprozesse im Bundesamt fรผr Migration und Flรผchtlinge (BAMF), die wรคhrend und als Folge der Flรผchtlingskrise vollzogen wurden, analysiert. Dazu konzentriert sich dieser konzeptionelle Beitrag auf drei Spannungsfelder, die auf Basis der Erkenntnisse der Innovationsforschung in Unternehmen zentrale Aushandlungsorte von Verรคnderungen darstellen und auf das Fallbeispiel BAMF im Krisenkontext รผbertragen werden: 1) das Wechselspiel zwischen politischem und verwaltungsinternem Druck infolge angestiegener Asylzahlen als treibende Kraft fรผr neuartige Lรถsungen und die dafรผr notwendige Ressourcenbereitstellung; 2) die Dialektik von Freiraum und Struktur, die von Fรผhrungsebenen gesteuert wird und bei einem ausgewogenen Verhรคltnis Innovationskultur befรถrdern kann; 3) der Umgang mit bestehenden Strukturen im Modifikationsprozess, da Akzeptanz und Effizienz zur nachhaltigen Implementation von Innovation beitragen. Diese Spannungsfelder kรถnnen als Analyserahmen dienen, um Behรถrden hinsichtlich ihrer Innovationsfรคhigkeit zu verorten und Ansatzpunkte fรผr gezielten Spannungsausgleich oder -aufbau zur Fรถrderung von Verwaltungsinnovationen abzuleiten. Schlagworte: Innovation, Wandel, Verwaltungsinnovationen, Verwaltungshandeln, systemische Innovationspolitik, Flรผchtlingskrise
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Attraktivitรคt und Gleichstellung in Militรคrorganisationenโˆ—. Zum organisierten Umgang der Bundeswehr mit dem Gleichstellungsrecht (Henrik Dosdall)
Der Artikel analysiert aus organisationssoziologischer Perspektive wie die Bundeswehr Gleichstellungsrecht umsetzt. Das zentrale Argument lautet, dass die Bundeswehr das Gleichstellungsrecht managerialisiert, indem sie institutionalisierte Praktiken adaptiert, die es erlauben, das Gleichstellungsrecht fรผr den Zweck der Personalgewinnung auszudeuten. Die Adaption dieser Praktiken wird maรŸgeblich dadurch begรผnstigt, dass sich das Gleichstellungsrecht als Lรถsung mit dem Problem der zukรผnftigen Personalgewinnung verknรผpfen lรคsst, nachdem die Bundesregierung die Wehrpflicht aussetzte und beschloss, die Bundeswehr wieder zu vergrรถรŸern. Der beschriebene Prozess fรผhrt auch dazu, dass die Bundeswehr in der Umsetzung des Gleichstellungsrechtes zunehmend groรŸen Unternehmen รคhnlicher wird. Insgesamt leistet die vorliegende Studie einen Beitrag zur Analyse der Beziehung staatlicher Organisationen zu ihrer rechtlichen Umwelt. Schlagworte: Organisation, Managerialisierung, Gleichstellungsrecht, Bundeswehr, institutionelle Isomorphie
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Koordinierungsmechanismen des Policy-Lernens innerhalb von Regierungsformationen am Beispiel nordrhein-westfรคlischer Schulpolitik (Sandra Plรผmer)
Trotz der Bedeutsamkeit von Policy-Lernen fรผr die Erklรคrung von Politikwandel bleiben viele Facetten des Phรคnomens ungeklรคrt. Ein Beispiel dafรผr ist die Koordinierung innerhalb von Advocacy-Koalitionen im Rahmen politischer Lernprozesse. Diese coordinated activity soll mithilfe des Advocacy Coalition Frameworks herausgearbeitet werden. Dazu dient die Rรผckkehr zum Abitur nach neun Jahren (G9) in Nordrhein-Westfalen als influential case, denn hier kam es zu grundlegenden Einstellungsรคnderungen in Form von Policy-Lernprozessen. Anhand dieser Beobachtung lassen sich schlieรŸlich die dahinterstehenden Koordinierungsmechanismen identifizieren, die insbesondere in der Endphase des Reformprozesses wirkten. Der Fokus liegt dabei auf der Koordinierung innerhalb der Regierungsformation als exekutiv-legislative Teilmenge der einzigen Advocacy-Koalition im schulstrukturpolitischen Subsystem. Mithilfe von process tracing und einer inhaltsanalytischen Auswertung von Policy-Dokumenten und Experteninterviews kรถnnen vier koalitionsinterne Koordinierungsmechanismen herausgearbeitet werden: Pendeldiplomatie, Lageanalyse und Szenarienbildung, Konzentration/breite Beteiligung sowie Planbarkeit/Spontanitรคt. Die Mechanismen prรคzisieren nicht nur die Koordinierungsdimension des Frameworks, sondern geben ebenso Aufschluss รผber regierungsinternes Politikmanagement auf Landesebene. Schlagworte: Policy-Lernen, regierungsinterne Koordinierung, Advocacy Coalition Framework, Rรผckkehr zu G9, process tracing
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Ministerialeliten in Deutschland (Sylvia Veit, Stefanie Vedder, Anika Manschwetus, Simon Scholz, Bastian Strobel)
In diesem Bericht wird ein Datensatz zu den Ministerialeliten in Deutschland seit Beginn des 20. Jahrhunderts vorgestellt. Der Datensatz umfasst sowohl Politiker*innen als auch Spitzenbeamt*innen in zentralstaatlichen Ministerien. Fรผr diese Personen wurden sozialstrukturelle Informationen, die Karriereverlรคufe sowie Daten zum politischen Engagement und zur Systemnรคhe โ€“ mit einem besonderen Fokus auf der NS-Zeit โ€“ erhoben. Der Datensatz basiert auf der Auswertung einer Vielzahl รถffentlich zugรคnglicher Quellen sowie auf umfangreichen Aktenauswertungen im Bundesarchiv. Schlagworte: Ministerialverwaltung, Eliten, Spitzenbeamte, Politisierung, Bรผrokratie
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