Beschreibung
Vor dem Hintergrund der politischen Debatten über fehlende Fachkräfte in der Altenpflege sowie der sogenannten „Flüchtlingskrise“ mit ihrem Höhepunkt im Jahr 2015 wird die berufliche Integration von Geflüchteten als eine Möglichkeit zur Abschwächung dieses Fachkräftemangels diskutiert. Marina Schmidt untersucht ein in diesem Zusammenhang entstandenes Ausbildungsprogramm und begleitet geflüchtete Männer im Rahmen einer ethnografischen Studie über mehrere Monate hinweg während deren Ausbildung in der Altenpflegehilfe. Dabei untersucht sie die (Re-)Produktion, Aushandlung und Funktion sozialer Differenzen – insbesondere Ethnizität, Gender und Alter – innerhalb dieses Professionalisierungsprozesses.
Vor dem Hintergrund der „Flüchtlingskrise“ entstanden staatlich geförderte Arbeitsmarktprogramme zur Qualifizierung geflüchteter Menschen in der Altenpflegehilfe, als eine doppelte Antwort auf migrations- und pflegepolitische Herausforderungen. Diese Programme treffen auf ein besonders spannungsreiches Geschlechterverhältnis. Während die Mehrheit der Geflüchteten männlich ist, gilt die Altenpflege immer noch als feminisiertes Berufsfeld.
Ein solches Ausbildungsprogramm für Geflüchtete bildet den Untersuchungsgegenstand der Arbeit. Im Fokus der Analyse stehen die Herstellung und Funktion sozialer Differenzen wie Ethnizität, Gender und Alter. Untersucht wird, wie diese Differenzen in Interaktion hergestellt und ausgehandelt werden, wie sie sich im Ausbildungsverlauf verändern und welche Rolle ihnen im Prozess professionsbezogener Anerkennung zukommt. Um die situativen Differenzierungspraktiken zu analysieren, wurde die Methode der Ethnografie gewählt. Die Auszubildenden des Programms wurden in den institutionellen Settings der Berufsschule und der ausbildenden Altenpflegeeinrichtung über mehrere Monate ethnografisch begleitet.
Die Ergebnisse beleuchten die spezifische, kontextgebundene und systemimmanente Bearbeitung und Aushandlung von Differenzen, die einen wesentlichen, wenn auch meist impliziten Bestandteil des Professionalisierungsprozesses der geflüchteten Männer* innerhalb des Qualifizierungsprogramms darstellen.
Die Autorin:
Dr. Marina Schmidt ist Fachreferentin für Seniorenarbeit und Pflege beim Internationalen Bund e.V., Frankfurt am Main.
Der Fachbereich:
Soziologie; Soziale Arbeit







Bewertungen
Es gibt noch keine Bewertungen.