Verlag Barbara Budrich

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Informationen zum Buch

ISBN: 978-3-8474-2654-7

Mutterschaft und Wissenschaft in der Pandemie

(Un-)Vereinbarkeit zwischen Kindern, Care und Krise

(2 Kundenbewertungen)

Erscheinungsdatum : 11.07.2022

27,99 โ‚ฌ - 30,00 โ‚ฌ

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ISBN: 978-3-8474-2654-7
Kategorien: Gender Studies, Society

Beschreibung

In der Pandemie spitzen sich gesellschaftliche Schieflagen und strukturelle Ungerechtigkeiten zu, so auch die berufliche Benachteiligung, die maรŸgeblich durch die Ungleichverteilung von Care-Arbeit begรผnstigt wird. Dieses Buch versammelt Erfahrungsberichte von Frauen*, die im Wissenschaftsbetrieb tรคtig sind und von ihren Erlebnissen wรคhrend der Pandemie an deutschen Hochschulen berichten, und trรคgt somit zur Sichtbarkeit tabuisierter und individualisierter Erfahrungen bei. So werden die prekรคren Bedingungen, die sich wรคhrend der Pandemie noch verstรคrkt haben, deutlich gemacht.

Die Pandemie spitzt gesellschaftliche Schieflagen und strukturelle Ungerechtigkeiten zu. So werden beispielsweise die Ungleichverteilung von Care-Arbeit, daraus folgende Benachteiligungen im Beruf, Lohnungerechtigkeiten oder der ungleiche Zugang zu Impfstoffen รผberdeutlich sichtbar. Eine weitere Zuspitzung lรคsst sich an der Figur der Mutter beobachten: So mehren sich die Stimmen, dass Mรผtter von kleinen Kindern die Verliererinnen der Pandemie sind. Noch mehr gilt das fรผr mehrfachdiskriminierte Mรผtter und Alleinerziehende. Diese Benachteiligung lรคsst sich auch in der Wissenschaft beobachten. Wรคhrend die Publikationen von Vรคtern in der Pandemie stiegen, sind die von Mรผttern eingebrochen. Eine ganze Generation von Frauen, v.a. Mรผttern, mitsamt ihrem Wissen kรถnnten verloren gehen. Gleichzeitig ist Mutterschaft in der Wissenschaft merkwรผrdig unsichtbar, wenn man von รผblichen Vereinbarkeitsdiskursen absieht. So sind Mรผtter zum einen im akademischen Betrieb spรคtestens ab nach der Promotion eine Seltenheit, zum anderen bildet Mutterschaft auch in feministischer Theorie und Geschlechterforschung eine Leerstelle und ein Tabu. Ein Manifest, das sich mit kritischen Perspektiven auf den Wissenschaftsmythos des allein und wettbewerbsorientierten, privilegierten und von Care-Arbeit befreiten Wissenschaftler beschรคftigt, erรถffnet eine neue Sichtweise auf eine mรถgliche Zukunft, nicht nur des Betriebes, innerhalb dessen Wissen generiert wird, sondern auch auf die Schwerpunktsetzungen von Erkenntnis und gesellschaftlicher Zukunft.

Inhaltsverzeichnis + Leseprobe

Die Herausgeber*innen:
Dr. Sarah Czerney, Referentin fรผr Chancengleichheit und Karriereentwicklung (Projekt FEM POWER), Leibniz-Institut fรผr Neurobiologie Magdeburg
Dr. Lena Eckert, akademische Mitarbeiterin, Zentrum fรผr Lehre und Lernen, Europa-Universitรคt Viadrina, Frankfurt/Oder
Dr. Silke Martin, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Seminar fรผr Medien- und Kommunikationswissenschaft, Universitรคt Erfurt

 

Hier finden Sie den Waschzettel zum Buch (PDF-Infoblatt).

 

Die Zielgruppe:
Lehrende und Forschende der Soziologie und Gender Studies

Zusรคtzliche Informationen

Publisher

ISBN

978-3-8474-2654-7

eISBN

978-3-8474-1811-5

Format

14,8 x 21 cm

Scope

230

Year of publication

2022

Date of publication

11.07.2022

Edition

1.

Language

Deutsch

2 Bewertungen fรผr Mutterschaft und Wissenschaft in der Pandemie

  1. Lea Eileen Pรถhls

    Das Buch โ€žMutterschaft und Wissenschaft in der Pandemie. (Un-)Vereinbarkeiten zwischen Kindern, Care und Kriseโ€œ versammelt Erfahrungsberichte von Mรผttern wรคhrend der COVID-19 Pandemie, die in der Wissenschaft tรคtig sind. Die Wissenschaftler:innen berichten dabei erstaunlich offen und eindrรผcklich von ihren Erfahrungen im Wissenschaftssystem.
    Die insgesamt 35 Beitrรคge beschรคftigen sich mit der Frage โ€žWie hat sich dein Blick auf Mutterschaft und Wissenschaft mit der Pandemie verรคndert?โ€œ. Dabei ist besonders interessant, dass die Autor:innen aus vielen verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und aus allen Statusgruppen kommen. Dabei sind auch die Beitrรคge von solchen Personen eingeschlossen, die nicht mehr an der Universitรคt beschรคftigt sind. Die Herausgeberinnen wollen mit dieser Vielfalt an Beitrรคgen die Erfahrungen und das Wissen derer aufzeichnen, festhalten und weitergeben, die gerade in Welten leben, die von der Sorge um andere dominiert sind.
    Die Beitrรคge werden gerahmt durch ein Geleitwort von Uta Meier-Grรคwe, einer umfassenden Einleitung der Herausgeberinnen, sowie einem abschlieรŸenden Einblick in die qualitative Forschung zu โ€žCare Work und Corona โ€“ (k)eine Frage der Mutterschaft?โ€œ der Soziologinnen Josephine Jellen und Bianca Lange. In ihrem Forschungsprojekt gehen die beiden Wissenschaftlerinnen der Frage nach, ob die Mehr- und รœberbelastung von weiblich gelesenen Menschen in der Pandemie wirklich nur am Faktor Mutterschaft hรคngt oder ob nicht alle als Frauen* gelesenen Menschen die รœberlastung durch ein Mehr an Care-Arbeit erfahren.
    Die gesammelten Erfahrungsberichte sind grรถรŸtenteils erschรผtternd und es werden hochproblematische Situationen sichtbar. Die Herausgeberinnen nehmen dies zum Anlass, Ideen fรผr die Zukunft zu entwickeln. Das Buch schlieรŸt mit einem Manifest, das als Kollektiv geschrieben wurde und Visionen und Forderungen fรผr die Zukunft entwirft. Hierbei stehen die Fragen im Zentrum, was die Wissenschaft von Mutterschaft lernen kann und wie wir die Wissenschaft so verรคndern kรถnnen, dass sie zu einem gerechteren und lebenswerteren Ort fรผr alle wird.

  2. Berivan Gรผclรผ

    Das Buch โ€žMutterschaft und Wissenschaft in der Pandemie. (Un-)Vereinbarkeit zwischen Kindern, Care und Kriseโ€œ von Sarah Czerney, Lena Eckert und Silke Martin, welches 2022 erschienen ist, versammelt Erfahrungsberichte von Frauen, die im Wissenschaftsbetrieb tรคtig sind und von ihren Erlebnissen wรคhrend der Pandemie an deutschen Hochulen berichten. Somit trรคgt das Buch zur Sichtbarkeit von โ€“ leider โ€“ tabuisierter und individualisierter Erfahrungen bei, was mich als Frau sehr angesprochen hat bei meiner Buchauswahl. Prekรคre Bedingungen, die sich wรคhrend der Pandemie noch verstรคrkt haben, werden deutlich gemacht. Die verschiedenen Lebensalter und -situationen der Autorinnen bereichern die Erfahrungsberichte zusรคtzlich.

    Das Buch ist sehr verstรคndlich geschrieben und spricht mir wortwรถrtlich aus der Seele, deshalb bekommt es fรผnf Sterne. Der multiperspektivischen Herangehensweise der Herausgeberinnen trรคgt die multi-professionelle Ausrichtung der Autorinnen Rechnung. Die Fachdisziplinen Architektur, Agrarwissenschaften und Sozialwissenschaften sind ebenso vertreten wie Afrikanistik, Gender Studies, Medien- und Kunstwissenschaften. Neben einer Einleitung und einem einfรผhrenden Beitrag von Lena Eckert zur paradoxen Existenzweise der Mutter-Wissenschaftlerin besteht der Band aus sechs weiteren Teilen.

    Das Buch hat meine Erwartungen erfรผllt, sogar รผbertroffen. Die Forderungen, die im Buch formuliert werden, sind auch meine Forderungen und ich hoffe sehr, dass das Buch dazu beitrรคgt, รผber Mutterschaft und Wissenschaft zu sprechen.

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Autor*innen

Keywords

Care-Arbeit, Corona, COVID-19, Karriere, maternal turn, persรถnliche Perspektiven, Tagung Macht und Geschlecht, Vereinbarkeit

Pressestimmen

Das Buch vereint nachfรผhlbare Erfahrungsberichte u.ย a. รผber die Stolperfallen des Wissenschaftssystems, das Scheitern an den eigenen Ansprรผchen, Trauer รผber verpasste Chancen, Erschรถpfung und รœberforderung. Aber die Autor*innen tragen auch inspirierende Erzรคhlungen von Vernetzung und Solidaritรคt bei und รผber das Lernen, Grenzen zu setzen. Ein abschlieรŸendes โ€žmutterschaftsfeministisches Manifestโ€œ enthรคlt Forderungen, wie die Vereinbarkeit fรผrsorglicher Elternschaft und Wissenschaft Realitรคt werden kรถnnte.

GiD-Magazin (Gen-ethischer Informationsdienst), Feb. 2023

 

Beschreibung

Beschreibung

In der Pandemie spitzen sich gesellschaftliche Schieflagen und strukturelle Ungerechtigkeiten zu, so auch die berufliche Benachteiligung, die maรŸgeblich durch die Ungleichverteilung von Care-Arbeit begรผnstigt wird. Dieses Buch versammelt Erfahrungsberichte von Frauen*, die im Wissenschaftsbetrieb tรคtig sind und von ihren Erlebnissen wรคhrend der Pandemie an deutschen Hochschulen berichten, und trรคgt somit zur Sichtbarkeit tabuisierter und individualisierter Erfahrungen bei. So werden die prekรคren Bedingungen, die sich wรคhrend der Pandemie noch verstรคrkt haben, deutlich gemacht.

Die Pandemie spitzt gesellschaftliche Schieflagen und strukturelle Ungerechtigkeiten zu. So werden beispielsweise die Ungleichverteilung von Care-Arbeit, daraus folgende Benachteiligungen im Beruf, Lohnungerechtigkeiten oder der ungleiche Zugang zu Impfstoffen รผberdeutlich sichtbar. Eine weitere Zuspitzung lรคsst sich an der Figur der Mutter beobachten: So mehren sich die Stimmen, dass Mรผtter von kleinen Kindern die Verliererinnen der Pandemie sind. Noch mehr gilt das fรผr mehrfachdiskriminierte Mรผtter und Alleinerziehende. Diese Benachteiligung lรคsst sich auch in der Wissenschaft beobachten. Wรคhrend die Publikationen von Vรคtern in der Pandemie stiegen, sind die von Mรผttern eingebrochen. Eine ganze Generation von Frauen, v.a. Mรผttern, mitsamt ihrem Wissen kรถnnten verloren gehen. Gleichzeitig ist Mutterschaft in der Wissenschaft merkwรผrdig unsichtbar, wenn man von รผblichen Vereinbarkeitsdiskursen absieht. So sind Mรผtter zum einen im akademischen Betrieb spรคtestens ab nach der Promotion eine Seltenheit, zum anderen bildet Mutterschaft auch in feministischer Theorie und Geschlechterforschung eine Leerstelle und ein Tabu. Ein Manifest, das sich mit kritischen Perspektiven auf den Wissenschaftsmythos des allein und wettbewerbsorientierten, privilegierten und von Care-Arbeit befreiten Wissenschaftler beschรคftigt, erรถffnet eine neue Sichtweise auf eine mรถgliche Zukunft, nicht nur des Betriebes, innerhalb dessen Wissen generiert wird, sondern auch auf die Schwerpunktsetzungen von Erkenntnis und gesellschaftlicher Zukunft.

Inhaltsverzeichnis + Leseprobe

Die Herausgeber*innen:
Dr. Sarah Czerney, Referentin fรผr Chancengleichheit und Karriereentwicklung (Projekt FEM POWER), Leibniz-Institut fรผr Neurobiologie Magdeburg
Dr. Lena Eckert, akademische Mitarbeiterin, Zentrum fรผr Lehre und Lernen, Europa-Universitรคt Viadrina, Frankfurt/Oder
Dr. Silke Martin, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Seminar fรผr Medien- und Kommunikationswissenschaft, Universitรคt Erfurt

 

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Die Zielgruppe:
Lehrende und Forschende der Soziologie und Gender Studies

Bibliography

Zusรคtzliche Informationen

Publisher

ISBN

978-3-8474-2654-7

eISBN

978-3-8474-1811-5

Format

14,8 x 21 cm

Scope

230

Year of publication

2022

Date of publication

11.07.2022

Edition

1.

Language

Deutsch

Produktsicherheit

Bewertungen (2)

2 Bewertungen fรผr Mutterschaft und Wissenschaft in der Pandemie

  1. Lea Eileen Pรถhls

    Das Buch โ€žMutterschaft und Wissenschaft in der Pandemie. (Un-)Vereinbarkeiten zwischen Kindern, Care und Kriseโ€œ versammelt Erfahrungsberichte von Mรผttern wรคhrend der COVID-19 Pandemie, die in der Wissenschaft tรคtig sind. Die Wissenschaftler:innen berichten dabei erstaunlich offen und eindrรผcklich von ihren Erfahrungen im Wissenschaftssystem.
    Die insgesamt 35 Beitrรคge beschรคftigen sich mit der Frage โ€žWie hat sich dein Blick auf Mutterschaft und Wissenschaft mit der Pandemie verรคndert?โ€œ. Dabei ist besonders interessant, dass die Autor:innen aus vielen verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und aus allen Statusgruppen kommen. Dabei sind auch die Beitrรคge von solchen Personen eingeschlossen, die nicht mehr an der Universitรคt beschรคftigt sind. Die Herausgeberinnen wollen mit dieser Vielfalt an Beitrรคgen die Erfahrungen und das Wissen derer aufzeichnen, festhalten und weitergeben, die gerade in Welten leben, die von der Sorge um andere dominiert sind.
    Die Beitrรคge werden gerahmt durch ein Geleitwort von Uta Meier-Grรคwe, einer umfassenden Einleitung der Herausgeberinnen, sowie einem abschlieรŸenden Einblick in die qualitative Forschung zu โ€žCare Work und Corona โ€“ (k)eine Frage der Mutterschaft?โ€œ der Soziologinnen Josephine Jellen und Bianca Lange. In ihrem Forschungsprojekt gehen die beiden Wissenschaftlerinnen der Frage nach, ob die Mehr- und รœberbelastung von weiblich gelesenen Menschen in der Pandemie wirklich nur am Faktor Mutterschaft hรคngt oder ob nicht alle als Frauen* gelesenen Menschen die รœberlastung durch ein Mehr an Care-Arbeit erfahren.
    Die gesammelten Erfahrungsberichte sind grรถรŸtenteils erschรผtternd und es werden hochproblematische Situationen sichtbar. Die Herausgeberinnen nehmen dies zum Anlass, Ideen fรผr die Zukunft zu entwickeln. Das Buch schlieรŸt mit einem Manifest, das als Kollektiv geschrieben wurde und Visionen und Forderungen fรผr die Zukunft entwirft. Hierbei stehen die Fragen im Zentrum, was die Wissenschaft von Mutterschaft lernen kann und wie wir die Wissenschaft so verรคndern kรถnnen, dass sie zu einem gerechteren und lebenswerteren Ort fรผr alle wird.

  2. Berivan Gรผclรผ

    Das Buch โ€žMutterschaft und Wissenschaft in der Pandemie. (Un-)Vereinbarkeit zwischen Kindern, Care und Kriseโ€œ von Sarah Czerney, Lena Eckert und Silke Martin, welches 2022 erschienen ist, versammelt Erfahrungsberichte von Frauen, die im Wissenschaftsbetrieb tรคtig sind und von ihren Erlebnissen wรคhrend der Pandemie an deutschen Hochulen berichten. Somit trรคgt das Buch zur Sichtbarkeit von โ€“ leider โ€“ tabuisierter und individualisierter Erfahrungen bei, was mich als Frau sehr angesprochen hat bei meiner Buchauswahl. Prekรคre Bedingungen, die sich wรคhrend der Pandemie noch verstรคrkt haben, werden deutlich gemacht. Die verschiedenen Lebensalter und -situationen der Autorinnen bereichern die Erfahrungsberichte zusรคtzlich.

    Das Buch ist sehr verstรคndlich geschrieben und spricht mir wortwรถrtlich aus der Seele, deshalb bekommt es fรผnf Sterne. Der multiperspektivischen Herangehensweise der Herausgeberinnen trรคgt die multi-professionelle Ausrichtung der Autorinnen Rechnung. Die Fachdisziplinen Architektur, Agrarwissenschaften und Sozialwissenschaften sind ebenso vertreten wie Afrikanistik, Gender Studies, Medien- und Kunstwissenschaften. Neben einer Einleitung und einem einfรผhrenden Beitrag von Lena Eckert zur paradoxen Existenzweise der Mutter-Wissenschaftlerin besteht der Band aus sechs weiteren Teilen.

    Das Buch hat meine Erwartungen erfรผllt, sogar รผbertroffen. Die Forderungen, die im Buch formuliert werden, sind auch meine Forderungen und ich hoffe sehr, dass das Buch dazu beitrรคgt, รผber Mutterschaft und Wissenschaft zu sprechen.

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