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ISSN: 1865-7192

dms 1-2026 | Resilienz der öffentlichen Verwaltung

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ISSN: 1865-7192

Inhalt

dms – der moderne staat – Zeitschrift für Public Policy, Recht und Management
1-2026: Resilienz der öffentlichen Verwaltung
hrsg. von Sarah Cardaun & Eckhard Schröter

Themenschwerpunkt
Sarah Cardaun / Eckhard Schröter: Resilienz der öffentlichen Verwaltung: Begriffliche und analytische Perspektiven unter Krisenbedingungen
Markus Thiel: Selbstbehauptung durch Gesetz? Zu den rechtlichen Sicherungsstrukturen und -mechanismen für die öffentliche Verwaltung
Fritz Sager / Bettina Stauffer / Susanne Hadorn / Johanna Kuenzler / Céline Mavrot: Resilienz in der Politikumsetzung – Konzept, empirische Grundlagen und Perspektiven zukünftiger Forschung
Tanja Klenk / Dorothee Riese / Renate Reiter / Caspar Lückenbach / Benjamin Ewert: Modernizing for Resilience? The Case of Germany’s Public Health Service
Nina Felgendreher: Politicization, Motivation, and Resistance in Germany’s Bureaucracy
Ralf Schüle / Bettina Distel: „Dann schaffen wir es, neues Wissen zu generieren“. Kommunale Resilienz durch urbane Datenplattformen

Abhandlungen
Gunnar Auth / Frank Bensberg / Julian P. Christ: Competencies for AI adoption in public administration: A demand-side study based on job postings from Germany
Sarah Schulz: Zur Justizforschung mit besonderem Blick auf Richter:innen der Sozialgerichtsbarkeit

Essay
Olivia Jürgenssen / Marianna Rovner / Stefan Handke: Wohlbefinden als Steuerungsinstrument: Positive Psychologie für menschenzentrierte Verwaltungsdienste

Rezensionen
Edward C. Page: Kucinskas, J. C. (2025). The Loyalty Trap. Conflicting Loyalties of Civil Servants Under Increasing Autocracy. Columbia University Press, 440 Seiten, 120,00 US-$ (geb.), 30,00 US-$ (kart.), 29,99 US-$ (E-Book)
Werner Jann: Peters, B. G., Knox, C., Panizza, F., Larraburu, C. R., & Staroňová, K. (Eds.) (2025). Handbook of Politicization and Political Patronage. Cheltenham: Edward Elgar. 626 Seiten, ISBN: 978 1 03532 623 5
Marc Seuberlich: Holtkamp, L. & Garske, B. (2025). Verwaltungsreformen. Problemorientierte Einführung in die Verwaltungswissenschaft. (2. vollständig überarbeitete Auflage). Wiesbaden: Springer VS. 284 Seiten. ISBN 978-3-658-46640-4 (Print). ISBN 978-3-658-46641-1 (eBook)

 

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Zusätzliche Informationen

Publisher

ISSN

1865-7192

eISSN

2196-1395

Volume

19. Jahrgang 2026

Edition

1-2026

Date of publication

24.06.2026

Scope

196 Seiten

Language

Deutsch

Format

17 x 24 cm

DOI

https://doi.org/10.3224/dms.v19i1

Homepage

https://dms.budrich-journals.de

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Inhaltsverzeichnis
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Autor*innen

Keywords

adaptive and transformative change, administrative Handlungsfähigkeit, agency, AI adoption, AI competencies, Anpassungsfähigkeit, crisis management, Datengovernance, digitale Daseinsvorsorge, digitale Kompetenz, E-Government, Elitensoziologie, freiheitliche demokratische Grundordnung, governance, job mining, job posting analysis, Juni 2026, Justizforschung, Katastrophenschutz, kommunale Resilienz, Menschenzentrierung, organisatorische Ressourcen, organizational capacity, policy capacity, Polykrise, Positive Psychologie, proaktive Verwaltung, public health governance, Rechtsordnung, Rechtssoziologie, resiliente Politikumsetzung, resiliente Verwaltung, Resilienz, Sozialgerichtsbarkeit, universelle psychologische Grundbedürfnisse, urbane Datenplattform, Wissensmanagement, ÖGD reform

Abstracts

Resilienz der öffentlichen Verwaltung: Begriffliche und analytische Perspektiven unter Krisenbedingungen (Sarah Cardaun, Eckhard Schröter)
Der Beitrag führt in den Themenschwerpunkt zur Resilienz der öffentlichen Verwaltung ein und verortet das Konzept im Kontext anhaltender Krisen und wachsender Anforderungen an staatliches Handeln. Er zeigt, dass Resilienz in Politik und Verwaltung zwar breite Verwendung findet, jedoch häufig begrifflich unscharf bleibt und unterschiedliche, teils widersprüchliche Bedeutungen umfasst. Vor diesem Hintergrund diskutiert der Beitrag Resilienz als analytischen Zugriff auf administrative Handlungsfähigkeit unter Krisenbedingungen. Im Mittelpunkt steht die doppelte Rolle der Verwaltung, die einerseits zur Stabilisierung anderer gesellschaftlicher Teilsysteme beiträgt, andererseits selbst auf eigene Funktionsfähigkeit angewiesen ist. Resilienz wird dabei als mehrdimensionales Konzept verstanden, das Stabilität, Anpassung und Veränderung verbindet und sich auf verschiedenen Ebenen – von individuellen Akteuren bis hin zu institutionellen Strukturen – manifestiert. Abschließend werden die Beiträge des Themenschwerpunkts in diesen Rahmen eingeordnet und als unterschiedliche Zugänge zur Analyse administrativer Resilienz interpretiert. Schlagwörter: resiliente Verwaltung; administrative Handlungsfähigkeit; Polykrise; Governance; Anpassungsfähigkeit
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Selbstbehauptung durch Gesetz? Zu den rechtlichen Sicherungsstrukturen und -mechanismen für die öffentliche Verwaltung (Markus Thiel)
Resilienz der öffentlichen Verwaltung bezeichnet die Fähigkeit, auf Krisensituationen, Unsicherheiten, Störungen, Angriffe und unerwartete Veränderungen wirksam, flexibel, nachhaltig und funktionssichernd zu reagieren. Die Schaffung, Aufrechterhaltung und Anpassung dieser Fähigkeit bedarf im Rechtsstaat der gesetzlichen Steuerung: Zuständigkeiten sind festzulegen, Aufgaben zuzuweisen, Verfahren zu gestalten, Kooperationen zu koordinieren und (Eingriffs-)Befugnisse zu eröffnen. Dieser Beitrag beleuchtet nach grundlegenden Begriffsbestimmungen verschiedene Typen gesetzlicher Bestimmungen im Themenfeld der Resilienz der öffentlichen Verwaltung, unterzieht sie einer kritischen Würdigung und gibt Handlungsempfehlungen für die Gesetzgeber in Bund und Ländern. Behandelt werden ausgewählte organisationsrechtliche Vorgaben und Regelungen zu Verfahren, Krisenmanagementgesetze, Vorschriften zur Sicherung kritischer Infrastrukturen einschließlich der Stärkung der Sicherheit der Informationstechnologie, aber auch Bestimmungen für verschiedene Akteure des Sicherheitssektors. Dabei sollen präventive Maßnahmen ebenso untersucht werden wie reaktive Instrumente, um einen Gesamtüberblick über den Beitrag der Rechtsordnung zur Resilienz zu verschaffen und einen Ausblick auf künftige Entwicklungen zu geben. Schlagwörter: Resilienz, Rechtsordnung, freiheitliche demokratische Grundordnung, Katastrophenschutz
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Resilienz in der Politikumsetzung – Konzept, empirische Grundlagen und Perspektiven zukünftiger Forschung (Fritz Sager, Bettina Stauffer, Susanne Hadorn, Johanna Kuenzler, Céline Mavrot)
Dieser Beitrag entwickelt das Konzept der resilienten Politikumsetzung, um zu erklären, wie Verwaltungen unter politischem Druck handlungsfähig bleiben. Resilienz wird dabei als dynamischer Prozess verstanden, der Verwaltungen befähigt, Belastungen abzufedern, ohne die Kernziele politischer Programme aufzugeben. Theoretisch wird ein Drei-Säulen-Modell vorgeschlagen, das organisatorische Ressourcen, Policy Capacity and Agency unterscheidet. Diese Dimensionen verdeutlichen, dass Resilienz weder auf strukturelle Ausstattung noch auf individuelle Handlungsmacht allein zurückgeführt werden kann, sondern aus ihrem Zusammenspiel entsteht. Resiliente Implementierung ist nicht nur eine defensive Reaktion, sondern auch eine aktiv gestaltende Qualität administrativen Handelns, die auf Widerstands- und Anpassungsfähigkeit zugleich zielt. Überdies wird deutlich, dass Resilienz normative Spannungen aufwirft, da sie einerseits rechtsstaatliche Stabilität sichert, andererseits aber mit demokratischer Responsivität kollidieren kann. Der Essay zeigt zudem eine prospektive Forschungsagenda auf, die diese Ambivalenzen systematisch beleuchtet und das Konzept vergleichend in unterschiedlichen institutionellen Kontexten prüft. Schlagwörter: resiliente Politikumsetzung, organisatorische Ressourcen, Policy Capacity, Agency
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Modernizing for Resilience? The Case of Germany’s Public Health Service (Tanja Klenk, Dorothee Riese, Renate Reiter, Caspar Lückenbach, Benjamin Ewert)
Recent crises have renewed interest in resilience as a guiding concept for public administration, yet reform agendas often remain vague about what resilience entails, which organizational capacities it requires, and how it relates to organizational stability versus change. This paper examines how reforms introduced in response to the COVID-19 pandemic, most notably the Pact for the Public Health Service, seek to strengthen Germany’s Public Health Service (Öffentlicher Gesundheitsdienst, ÖGD). Differentiating between analytical and leadership capacities, operational capacities, and political capacities for strategic organizational development, as well as between absorptive, adaptive, and transformative forms of resilience, we aim to understand how these reforms influence resilience and for what resilience is being strengthened. The study draws on a comprehensive empirical dataset combining expert interviews with key policymakers and practitioners with a nationwide survey of all 376 local public health offices. Keywords: crisis management; organizational capacity; adaptive and transformative change; public health governance; ÖGD reform
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Politicization, Motivation, and Resistance in Germany’s Bureaucracy (Nina Felgendreher)
This study examines the factors that shape the resistance of German senior civil servants to undemocratic measures, focusing on the interplay of institutional, motivational and ideological influences. Using data from the 2025 Survey of Politico-Administrative Elites (PAE) in Germany and structural equation modeling, the findings reveal that public service motivation (PSM) is the most significant predictor of resistance, alongside progressive political orientations. Functional politicization plays an ambivalent role, reducing resistance in some contexts while also fostering PSM, with its effects conditioned by political ideology. This study makes a valuable contribution to resilience research by offering insights into the factors that shape civil servants’ resistance and, consequently, the resilience of public administration. Keywords: functional politicization, populism, Public Service Motivation, top civil servants, resilience
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„Dann schaffen wir es, neues Wissen zu generieren“. Kommunale Resilienz durch urbane Datenplattformen (Ralf Schüle, Bettina Distel)
Die Studie untersucht den potenziellen Beitrag urbaner Datenplattformen zur Steigerung kommunaler Resilienz-Ressourcen. Dazu werden aus bestehender Literatur systemische und handlungsbezogene Resilienz-Ressourcen in einem heuristischen Analyserahmen zusammengebracht, der anschließend auf drei Fallstudien angewendet wird. Inhaltlich zeigen die Analysen, dass der Auf- bzw. Ausbau von Datenplattformen Kommunen dazu befähigt, vorhandene Daten- und Wissensbestände systematischer zu nutzen und diese dauerhaft bzw. über zeitliche oder organisationale Grenzen hinweg bereitzustellen. Zudem führt die Kopplung von Fach- und Datenkompetenzen in den untersuchten Fallbeispielen zum Aufbau neuer bzw. zur Intensivierung bestehender Kooperationen. Neben dem Bedarf weiterer inhaltlicher Forschung zu den Wirkungen urbaner Datenplattformen in Kommunen weist die Studie auch aus methodischer Perspektive auf weitere Forschungsbedarfe hin: Die jeweiligen Aufbauphase einer urbanen Datenplattform muss ebenso berücksichtigt werden, wie die Erweiterung überwiegend technischer Perspektiven um Prozess- bzw. Planungsperspektiven. Die Studie zeigt, dass die Forschungsstränge zur resilienten und digitalen Stadt systematischer verschränkt werden müssen. Schlagwörter: kommunale Resilienz, urbane Datenplattform, digitale Kompetenz, Wissensmanagement, Datengovernance
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Competencies for AI adoption in public administration: A demand-side study based on job postings from Germany (Gunnar Auth, Frank Bensberg, Julian P. Christ)
Digital competencies have become a central field of interest for politics, academics, and business in the last decade. The relevance and range of AI competencies for e-government have already been addressed by several studies, although generalisable empirical analyses based upon quantitative approaches are rare. The aim of the research presented in this study is to understand which competencies are needed for AI adoption in public administration from the employer’s perspective. For this purpose, a large-scale analysis of N=62,028 public job postings from Germany between July and November 2023 was conducted. Based on a conceptual framework of AI in public administration, text mining methods were used to extract AI competency requirements. The results show that AI currently is not a dominant topic in the light of public job offerings in Germany, with only 0.91% (n=565 job postings) including the term artificial intelligence (“Künstliche Intelligenz”). While this supports the assumption that AI has not yet proliferated as a cross-sectional technology within public administration and remains in an early stage, it also emphasises the need for effective measures to achieve the political goals in national and European strategy documents. Keywords: AI Adoption, AI Competencies, Job Posting Analysis, Job Mining, E-Government
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Zur Justizforschung mit besonderem Blick auf Richter:innen der Sozialgerichtsbarkeit (Sarah Schulz)
Der Artikel plädiert für eine Justizforschung mit Differenzierung nach einzelnen Fachgerichtsbarkeiten und stellt rechtssoziologische Befunde zu Richter:innen der Sozialgerichtsbarkeit vor. In einer qualitativen Interviewstudie wurden das Jurastudium und der Weg ins Richteramt erforscht. Diese ersten Befunde werden in den Kontext von elitensoziologischer Forschung und Forschung zu Beförderungspraktiken in der Justiz gestellt. In den Blick genommen wurden Hürden für den Bildungsaufstieg und unterstützende Faktoren, die halfen, das Jurastudium zu bestehen und die Entscheidung zu treffen, (Sozial-)Richter:in zu werden. Ein Fokus lag auf Hindernissen von Richter:innen aus nichtakademischen und „Jura-fernen“ Haushalten sowie auf der fachlichen Spezialisierung im Studium. Schlagwörter: Rechtssoziologie, Sozialgerichtsbarkeit, Justizforschung, Elitensoziologie
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Wohlbefinden als Steuerungsinstrument: Positive Psychologie für menschenzentrierte Verwaltungsdienste (Olivia Jürgenssen, Marianna Rovner, Stefan Handke)
Die Verwaltungsdigitalisierung in Deutschland bleibt trotz technischer Fortschritte und gesetzlicher Grundlagen wie dem Onlinezugangsgesetz (OZG) hinter ihren Erwartungen zurück. Die geringe Nutzung digitaler Verwaltungsleistungen verweist auf Defizite in ihrer Gestaltung, was insbesondere auf Defizite in Bezug auf Nutzerorientierung und psychologische Wirkung zurückzuführen ist. Dieser Beitrag argumentiert, dass eine menschenzentrierte Gestaltung digitaler Verwaltungsdienste nicht nur deren Inanspruchnahme erhöht, sondern auch das Vertrauen der Bürger:innen in den Staat stärkt. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Prinzipien der Positiven Psychologie – insbesondere die Förderung von Autonomie, Kompetenz und sozialer Eingebundenheit – zur Verbesserung der digitalen Daseinsvorsorge beitragen können. Auf Basis theoretischer Konzepte wie Human-Centered Design, Public Value und der Selbstbestimmungstheorie wird ein interdisziplinärer Ansatz entwickelt, der die digitale Transformation der Verwaltung als Chance für ein neues, vertrauensstiftendes Staatsverständnis begreift. Exemplarisch werden proaktive und lebenslagenorientierte Verwaltungsservices als praktische Anwendung dieser Perspektive diskutiert. Schlagwörter: Digitale Daseinsvorsorge; Menschenzentrierung; Proaktive Verwaltung; Positive Psychologie; universelle psychologische Grundbedürfnisse
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Inhalt

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dms – der moderne staat – Zeitschrift für Public Policy, Recht und Management
1-2026: Resilienz der öffentlichen Verwaltung
hrsg. von Sarah Cardaun & Eckhard Schröter

Themenschwerpunkt
Sarah Cardaun / Eckhard Schröter: Resilienz der öffentlichen Verwaltung: Begriffliche und analytische Perspektiven unter Krisenbedingungen
Markus Thiel: Selbstbehauptung durch Gesetz? Zu den rechtlichen Sicherungsstrukturen und -mechanismen für die öffentliche Verwaltung
Fritz Sager / Bettina Stauffer / Susanne Hadorn / Johanna Kuenzler / Céline Mavrot: Resilienz in der Politikumsetzung – Konzept, empirische Grundlagen und Perspektiven zukünftiger Forschung
Tanja Klenk / Dorothee Riese / Renate Reiter / Caspar Lückenbach / Benjamin Ewert: Modernizing for Resilience? The Case of Germany’s Public Health Service
Nina Felgendreher: Politicization, Motivation, and Resistance in Germany’s Bureaucracy
Ralf Schüle / Bettina Distel: „Dann schaffen wir es, neues Wissen zu generieren“. Kommunale Resilienz durch urbane Datenplattformen

Abhandlungen
Gunnar Auth / Frank Bensberg / Julian P. Christ: Competencies for AI adoption in public administration: A demand-side study based on job postings from Germany
Sarah Schulz: Zur Justizforschung mit besonderem Blick auf Richter:innen der Sozialgerichtsbarkeit

Essay
Olivia Jürgenssen / Marianna Rovner / Stefan Handke: Wohlbefinden als Steuerungsinstrument: Positive Psychologie für menschenzentrierte Verwaltungsdienste

Rezensionen
Edward C. Page: Kucinskas, J. C. (2025). The Loyalty Trap. Conflicting Loyalties of Civil Servants Under Increasing Autocracy. Columbia University Press, 440 Seiten, 120,00 US-$ (geb.), 30,00 US-$ (kart.), 29,99 US-$ (E-Book)
Werner Jann: Peters, B. G., Knox, C., Panizza, F., Larraburu, C. R., & Staroňová, K. (Eds.) (2025). Handbook of Politicization and Political Patronage. Cheltenham: Edward Elgar. 626 Seiten, ISBN: 978 1 03532 623 5
Marc Seuberlich: Holtkamp, L. & Garske, B. (2025). Verwaltungsreformen. Problemorientierte Einführung in die Verwaltungswissenschaft. (2. vollständig überarbeitete Auflage). Wiesbaden: Springer VS. 284 Seiten. ISBN 978-3-658-46640-4 (Print). ISBN 978-3-658-46641-1 (eBook)

 

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1865-7192

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2196-1395

Volume

19. Jahrgang 2026

Edition

1-2026

Date of publication

24.06.2026

Scope

196 Seiten

Language

Deutsch

Format

17 x 24 cm

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https://doi.org/10.3224/dms.v19i1

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Resilienz der öffentlichen Verwaltung: Begriffliche und analytische Perspektiven unter Krisenbedingungen (Sarah Cardaun, Eckhard Schröter)
Der Beitrag führt in den Themenschwerpunkt zur Resilienz der öffentlichen Verwaltung ein und verortet das Konzept im Kontext anhaltender Krisen und wachsender Anforderungen an staatliches Handeln. Er zeigt, dass Resilienz in Politik und Verwaltung zwar breite Verwendung findet, jedoch häufig begrifflich unscharf bleibt und unterschiedliche, teils widersprüchliche Bedeutungen umfasst. Vor diesem Hintergrund diskutiert der Beitrag Resilienz als analytischen Zugriff auf administrative Handlungsfähigkeit unter Krisenbedingungen. Im Mittelpunkt steht die doppelte Rolle der Verwaltung, die einerseits zur Stabilisierung anderer gesellschaftlicher Teilsysteme beiträgt, andererseits selbst auf eigene Funktionsfähigkeit angewiesen ist. Resilienz wird dabei als mehrdimensionales Konzept verstanden, das Stabilität, Anpassung und Veränderung verbindet und sich auf verschiedenen Ebenen – von individuellen Akteuren bis hin zu institutionellen Strukturen – manifestiert. Abschließend werden die Beiträge des Themenschwerpunkts in diesen Rahmen eingeordnet und als unterschiedliche Zugänge zur Analyse administrativer Resilienz interpretiert. Schlagwörter: resiliente Verwaltung; administrative Handlungsfähigkeit; Polykrise; Governance; Anpassungsfähigkeit
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Selbstbehauptung durch Gesetz? Zu den rechtlichen Sicherungsstrukturen und -mechanismen für die öffentliche Verwaltung (Markus Thiel)
Resilienz der öffentlichen Verwaltung bezeichnet die Fähigkeit, auf Krisensituationen, Unsicherheiten, Störungen, Angriffe und unerwartete Veränderungen wirksam, flexibel, nachhaltig und funktionssichernd zu reagieren. Die Schaffung, Aufrechterhaltung und Anpassung dieser Fähigkeit bedarf im Rechtsstaat der gesetzlichen Steuerung: Zuständigkeiten sind festzulegen, Aufgaben zuzuweisen, Verfahren zu gestalten, Kooperationen zu koordinieren und (Eingriffs-)Befugnisse zu eröffnen. Dieser Beitrag beleuchtet nach grundlegenden Begriffsbestimmungen verschiedene Typen gesetzlicher Bestimmungen im Themenfeld der Resilienz der öffentlichen Verwaltung, unterzieht sie einer kritischen Würdigung und gibt Handlungsempfehlungen für die Gesetzgeber in Bund und Ländern. Behandelt werden ausgewählte organisationsrechtliche Vorgaben und Regelungen zu Verfahren, Krisenmanagementgesetze, Vorschriften zur Sicherung kritischer Infrastrukturen einschließlich der Stärkung der Sicherheit der Informationstechnologie, aber auch Bestimmungen für verschiedene Akteure des Sicherheitssektors. Dabei sollen präventive Maßnahmen ebenso untersucht werden wie reaktive Instrumente, um einen Gesamtüberblick über den Beitrag der Rechtsordnung zur Resilienz zu verschaffen und einen Ausblick auf künftige Entwicklungen zu geben. Schlagwörter: Resilienz, Rechtsordnung, freiheitliche demokratische Grundordnung, Katastrophenschutz
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Resilienz in der Politikumsetzung – Konzept, empirische Grundlagen und Perspektiven zukünftiger Forschung (Fritz Sager, Bettina Stauffer, Susanne Hadorn, Johanna Kuenzler, Céline Mavrot)
Dieser Beitrag entwickelt das Konzept der resilienten Politikumsetzung, um zu erklären, wie Verwaltungen unter politischem Druck handlungsfähig bleiben. Resilienz wird dabei als dynamischer Prozess verstanden, der Verwaltungen befähigt, Belastungen abzufedern, ohne die Kernziele politischer Programme aufzugeben. Theoretisch wird ein Drei-Säulen-Modell vorgeschlagen, das organisatorische Ressourcen, Policy Capacity and Agency unterscheidet. Diese Dimensionen verdeutlichen, dass Resilienz weder auf strukturelle Ausstattung noch auf individuelle Handlungsmacht allein zurückgeführt werden kann, sondern aus ihrem Zusammenspiel entsteht. Resiliente Implementierung ist nicht nur eine defensive Reaktion, sondern auch eine aktiv gestaltende Qualität administrativen Handelns, die auf Widerstands- und Anpassungsfähigkeit zugleich zielt. Überdies wird deutlich, dass Resilienz normative Spannungen aufwirft, da sie einerseits rechtsstaatliche Stabilität sichert, andererseits aber mit demokratischer Responsivität kollidieren kann. Der Essay zeigt zudem eine prospektive Forschungsagenda auf, die diese Ambivalenzen systematisch beleuchtet und das Konzept vergleichend in unterschiedlichen institutionellen Kontexten prüft. Schlagwörter: resiliente Politikumsetzung, organisatorische Ressourcen, Policy Capacity, Agency
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Modernizing for Resilience? The Case of Germany’s Public Health Service (Tanja Klenk, Dorothee Riese, Renate Reiter, Caspar Lückenbach, Benjamin Ewert)
Recent crises have renewed interest in resilience as a guiding concept for public administration, yet reform agendas often remain vague about what resilience entails, which organizational capacities it requires, and how it relates to organizational stability versus change. This paper examines how reforms introduced in response to the COVID-19 pandemic, most notably the Pact for the Public Health Service, seek to strengthen Germany’s Public Health Service (Öffentlicher Gesundheitsdienst, ÖGD). Differentiating between analytical and leadership capacities, operational capacities, and political capacities for strategic organizational development, as well as between absorptive, adaptive, and transformative forms of resilience, we aim to understand how these reforms influence resilience and for what resilience is being strengthened. The study draws on a comprehensive empirical dataset combining expert interviews with key policymakers and practitioners with a nationwide survey of all 376 local public health offices. Keywords: crisis management; organizational capacity; adaptive and transformative change; public health governance; ÖGD reform
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Politicization, Motivation, and Resistance in Germany’s Bureaucracy (Nina Felgendreher)
This study examines the factors that shape the resistance of German senior civil servants to undemocratic measures, focusing on the interplay of institutional, motivational and ideological influences. Using data from the 2025 Survey of Politico-Administrative Elites (PAE) in Germany and structural equation modeling, the findings reveal that public service motivation (PSM) is the most significant predictor of resistance, alongside progressive political orientations. Functional politicization plays an ambivalent role, reducing resistance in some contexts while also fostering PSM, with its effects conditioned by political ideology. This study makes a valuable contribution to resilience research by offering insights into the factors that shape civil servants’ resistance and, consequently, the resilience of public administration. Keywords: functional politicization, populism, Public Service Motivation, top civil servants, resilience
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„Dann schaffen wir es, neues Wissen zu generieren“. Kommunale Resilienz durch urbane Datenplattformen (Ralf Schüle, Bettina Distel)
Die Studie untersucht den potenziellen Beitrag urbaner Datenplattformen zur Steigerung kommunaler Resilienz-Ressourcen. Dazu werden aus bestehender Literatur systemische und handlungsbezogene Resilienz-Ressourcen in einem heuristischen Analyserahmen zusammengebracht, der anschließend auf drei Fallstudien angewendet wird. Inhaltlich zeigen die Analysen, dass der Auf- bzw. Ausbau von Datenplattformen Kommunen dazu befähigt, vorhandene Daten- und Wissensbestände systematischer zu nutzen und diese dauerhaft bzw. über zeitliche oder organisationale Grenzen hinweg bereitzustellen. Zudem führt die Kopplung von Fach- und Datenkompetenzen in den untersuchten Fallbeispielen zum Aufbau neuer bzw. zur Intensivierung bestehender Kooperationen. Neben dem Bedarf weiterer inhaltlicher Forschung zu den Wirkungen urbaner Datenplattformen in Kommunen weist die Studie auch aus methodischer Perspektive auf weitere Forschungsbedarfe hin: Die jeweiligen Aufbauphase einer urbanen Datenplattform muss ebenso berücksichtigt werden, wie die Erweiterung überwiegend technischer Perspektiven um Prozess- bzw. Planungsperspektiven. Die Studie zeigt, dass die Forschungsstränge zur resilienten und digitalen Stadt systematischer verschränkt werden müssen. Schlagwörter: kommunale Resilienz, urbane Datenplattform, digitale Kompetenz, Wissensmanagement, Datengovernance
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Digital competencies have become a central field of interest for politics, academics, and business in the last decade. The relevance and range of AI competencies for e-government have already been addressed by several studies, although generalisable empirical analyses based upon quantitative approaches are rare. The aim of the research presented in this study is to understand which competencies are needed for AI adoption in public administration from the employer’s perspective. For this purpose, a large-scale analysis of N=62,028 public job postings from Germany between July and November 2023 was conducted. Based on a conceptual framework of AI in public administration, text mining methods were used to extract AI competency requirements. The results show that AI currently is not a dominant topic in the light of public job offerings in Germany, with only 0.91% (n=565 job postings) including the term artificial intelligence (“Künstliche Intelligenz”). While this supports the assumption that AI has not yet proliferated as a cross-sectional technology within public administration and remains in an early stage, it also emphasises the need for effective measures to achieve the political goals in national and European strategy documents. Keywords: AI Adoption, AI Competencies, Job Posting Analysis, Job Mining, E-Government
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Zur Justizforschung mit besonderem Blick auf Richter:innen der Sozialgerichtsbarkeit (Sarah Schulz)
Der Artikel plädiert für eine Justizforschung mit Differenzierung nach einzelnen Fachgerichtsbarkeiten und stellt rechtssoziologische Befunde zu Richter:innen der Sozialgerichtsbarkeit vor. In einer qualitativen Interviewstudie wurden das Jurastudium und der Weg ins Richteramt erforscht. Diese ersten Befunde werden in den Kontext von elitensoziologischer Forschung und Forschung zu Beförderungspraktiken in der Justiz gestellt. In den Blick genommen wurden Hürden für den Bildungsaufstieg und unterstützende Faktoren, die halfen, das Jurastudium zu bestehen und die Entscheidung zu treffen, (Sozial-)Richter:in zu werden. Ein Fokus lag auf Hindernissen von Richter:innen aus nichtakademischen und „Jura-fernen“ Haushalten sowie auf der fachlichen Spezialisierung im Studium. Schlagwörter: Rechtssoziologie, Sozialgerichtsbarkeit, Justizforschung, Elitensoziologie
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Die Verwaltungsdigitalisierung in Deutschland bleibt trotz technischer Fortschritte und gesetzlicher Grundlagen wie dem Onlinezugangsgesetz (OZG) hinter ihren Erwartungen zurück. Die geringe Nutzung digitaler Verwaltungsleistungen verweist auf Defizite in ihrer Gestaltung, was insbesondere auf Defizite in Bezug auf Nutzerorientierung und psychologische Wirkung zurückzuführen ist. Dieser Beitrag argumentiert, dass eine menschenzentrierte Gestaltung digitaler Verwaltungsdienste nicht nur deren Inanspruchnahme erhöht, sondern auch das Vertrauen der Bürger:innen in den Staat stärkt. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Prinzipien der Positiven Psychologie – insbesondere die Förderung von Autonomie, Kompetenz und sozialer Eingebundenheit – zur Verbesserung der digitalen Daseinsvorsorge beitragen können. Auf Basis theoretischer Konzepte wie Human-Centered Design, Public Value und der Selbstbestimmungstheorie wird ein interdisziplinärer Ansatz entwickelt, der die digitale Transformation der Verwaltung als Chance für ein neues, vertrauensstiftendes Staatsverständnis begreift. Exemplarisch werden proaktive und lebenslagenorientierte Verwaltungsservices als praktische Anwendung dieser Perspektive diskutiert. Schlagwörter: Digitale Daseinsvorsorge; Menschenzentrierung; Proaktive Verwaltung; Positive Psychologie; universelle psychologische Grundbedürfnisse
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