Beschreibung
In vielen Tรคtigkeitsfeldern der Psychosozialen Beratung und der Sozialen Arbeit sind die Fachkrรคfte mit Klient*innen konfrontiert, die durch traumatische Ereignisse belastet und geprรคgt sind. Dieser Band versammelt Aufsรคtze zur Weiterentwicklung der psychosozialen Traumatologie. Auf Basis aktueller Forschungsergebnisse und praxisorientierter Handlungsempfehlungen aus Masterarbeiten der Diploma Hochschule zeigen die Beitrรคge, wie Fachkrรคfte in der Traumahilfe unterstรผtzt werden kรถnnen, die psychosoziale Komplexitรคt traumatischer Erfahrungen besser zu verstehen und wirksam zu handeln.
Die hier versammelten Beitrรคge thematisieren Phรคnomene aus vielfรคltigen Arbeitsfeldern, etwa der Kinder- und Jugendhilfe, der Unterstรผtzung von erwachsenen Klient*innen und nicht zuletzt der Unterstรผtzung professioneller Helfer*innen. Es werden die Gemeinsamkeiten der aktuellen Unterstรผtzungsformen zur Bewรคltigung traumatischer Erfahrungen im Kontext einer psychosozialen Traumatologie vermittelt und die aktuelle psychotraumatologische Fachdebatte um traumatisierende Folgen von alltรคglichen Rassismuserfahrungen diskutiert. Die Beitrรคge zu spezifischen Arbeits- und Problemfeldern wie Prostitution, Kinder in Frauenhรคusern, Arbeitslosigkeit, ambulant betreutes Wohnen, Flucht oder รคltere Menschen mit Migrationshintergrund machen deutlich, dass eine klinisch geprรคgte Definition von Traumata nicht angemessen ist. Hilfreicher ist ein psychosoziales Traumaverstรคndnis, das die sozialen Dimensionen integriert und in einem systemischen Sinne die Komplexitรคt traumatischen Geschehens ernst nimmt. Dadurch verliert auch die nicht immer schlรผssige und oftmals in der Praxis hinderliche Unterscheidung zwischen Traumaberatung, Traumapรคdagogik und Traumatherapie an praktischer Bedeutung. Die Traumahilfe ist darauf angewiesen, eine individualisierende und fachspezifische Perspektive zugunsten mehrdimensionaler Zugรคnge zu erweitern und stattdessen disziplinenรผbergreifend in (bio-)psychosozialen Konzepten zu denken und zu handeln.
Die Herausgeber*innen:
Claudia Nikitsin, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Technische Hochschule Deggendorf.
Maike Stern, B.A. Frรผh- und Kindheitspรคdagogik, M.A. Psychosoziale Beratung in Sozialer Arbeit, Leitung einer Hamburger Kita.
Dr. habil. Eddie Hartmann, Wissenschaftlicher Projektleiter, Hamburger Stiftung zur Fรถrderung von Wissenschaft und Kultur.
Prof. Dr. Jรผrgen Beushausen, Diploma Hochschule, Familien- und Traumatherapeut.
Subjects:
Soziale Arbeit; Erziehungswissenschaft







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