Verlag Barbara Budrich

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Informationen zum Buch

ISBN: 978-3-86649-094-9

Bildung und soziale Ungleichheit in der DDR

Mรถglichkeiten und Grenzen einer gegenprivilegierenden Bildungspolitik

Authors/Editors:

Erscheinungsdatum : 24.05.2007

36,00 โ‚ฌ

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ISBN: 978-3-86649-094-9
Kategorien: Education, Society

Beschreibung

Das Buch zeichnet die Entwicklung und Verรคnderung des Zusammenhanges von Bildung und sozialer Ungleichheit, vor allem hinsichtlich des Zugangs zu weiterfรผhrender Bildung, fรผr den gesamten Zeitraum der Existenz der DDR (1945-1989) nach. Am Beispiel der Arbeiter-und-Bauern-Fakultรคten (ABF) werden Mรถglichkeiten und Grenzen einer gegenprivilegierenden Bildungspolitik dargestellt und es wird eine Erweiterung theoretischer Erklรคrungsmodelle fรผr den Zusammenhang von Bildung und sozialer Ungleichheit vorgeschlagen, die es ermรถglicht, machtpolitische Aspekte stรคrker in den Blick zu nehmen.

In dieser doppelten Perspektive wird einerseits untersucht, inwieweit die ABF zu einer Verรคnderung der sozialstrukturellen Zusammensetzung der Studierenden und der Eliten des Landes beigetragen haben. Andererseits wird die Frage gestellt, ob diese Einrichtungen tatsรคchlich in dem von der SED intendierten Sinne politisch in die Hochschulen gewirkt haben, bzw. inwieweit auch โ€žGrenzen der Diktaturโ€œ nachgezeichnet werden kรถnnen. Empirische Basis sind umfangreiche Sekundรคranalysen sowie Analysen bisher nicht publizierter Archivquellen, aber auch lebensgeschichtliche Interviews mit Absolventen der ABF, sowie eine quantitative Verbleibsstudie der ABF-Absolventen. Die so gefundenen empirischen Aussagen bilden dann die Basis fรผr weiterfรผhrende theoretische Diskussionen รผber den Zusammenhang von Bildung und sozialer Ungleichheit. So wird in der Arbeit eine Erweiterung der Bourdieuschen Konzeption des politischen Kapitals vorgeschlagen sowie das รผberwiegend in der Politikwissenschaft diskutierte Konzept der Politischen Gelegenheitsstruktur (Political Process Ansatz) fรผr eine bildungssoziologische Fragestellung nutzbar gemacht. Diese vorgeschlagene Konzeption ermรถglicht es, stรคrker als bisher auch machtpolitische Aspekte hinsichtlich der Chancen fรผr den Bildungsaufstieg einer eher bildungsfernen Klientel in den Blick zu nehmen.

 

Die Autorin:

Prof. Dr. Ingrid Miethe, Professorin fรผr Allgemeine Pรคdagogik, Evangelische Fachhochschule Darmstadt

Zusรคtzliche Informationen

Publisher

ISBN

978-3-86649-094-9

Format

A5

Scope

387

Year of publication

2007

Date of publication

24.05.2007

Edition

1.

Language

Deutsch

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Autor*innen

Keywords

Bildungsgeschichte, DDR Geschichte, Hochschule, Sozialstrukturanalyse, Ungleichheitsforschung

Rezensionen

Ingrid Miethe setzt sich in ihrer Habilitationsschrift mit einem zeithistorischen „Bildungsexperiment“ auseinander, nรคmlich mit der Arbeiter- und Bauernfakultรคt (ABF) der DDR sowie den Vorstudienabteilungen (VA), die 1945/46 als Vorlรคufereinrichtungen der ABF gegrรผndet worden waren.

Soziologische Revue Juli 2010

 

Die theoretisch รผberaus fundierte und auf einer breiten Quellenbasis fuรŸende Studie ist in ihrer Aussage eindeutig: Fรผr eine begrenzte Zeit gelang es der DDR-Bildungspolitik tatsรคchlich, den tradierten Konnex von Bildung und sozialer Herkunft aufzuheben und Arbeiterkindern einen Hochschulzugang zu ermรถglichen. […] Die Arbeit stellt nicht allein fรผr Zeithistoriker, sondern auch fรผr Pรคdagogen und Bildungspolitiker eine lehrreiche Lektรผre dar.

Jahrbuch Extremismus & Demokratie 2008

 

Ingrid Miethe hat einen wichtigen Beitrag zu dem fast geisterhaft erscheinenden Streit unter Historikern geleistet, der darum geht, ob und unter welchen methodischen Voraussetzungen es angesichts angeblicher รœberforschung รผberhaupt noch eine DDR-Geschichtsschreibung geben solle. Auf ganz unspektakulรคre Weise hat sie mit ihrem Buch nachgewiesen, dass es durchaus noch „weiรŸe Flecken“ gibt und dass sich auch ohne ein transnational oder europรคisch angelegtes Forschungsdesign eine piefige DDR-Heimatgeยญschichte vermeiden lรคsst. Mit ihrem methodisch-theoretiยญschen Arsenal, das sie aus der historischen Sozialstrukturanalyse, der Sozialgeschichtsschreibung und der Biografieforschung entlehnt sowie den Fragestellungen, die ihre Forschung strukturieren, hat sie ein gerade auch fรผr Zeithistoriker beachtenswertes und zur Nachahmung empfohlenes Buch geschrieben.

H-Soz-Kult 3/2008

 

Miethe’s analysis of these developments is clear and highly convincing. Her claims are thoroughly underpinned by a vast range of material, from her own interviews to documents in numerous archives, as well as the work of other scholars in the field. In fact, one of the other virtues of her study is that the first chapter contains a succinct and critical overview of the published literature on educational inequalities in the GDR, which provides a helpful summary for anyone unfamiliar with this topic (pp. 45-75). She also manages to provide, where necessary, wider contextual information in relation to the history of the GDR and the communist bloc more generally, whilst maintaining a clear focus on her own area of investigation. The book is written in an engaging and highly readable style. The author succeeds in combining nuanced theoretical analysis with examples from real lives that remind us of the concrete effects of political decision-making on the everyday existences of citizens, yet these examples also serve to underline the individual and sometimes unpredictable ways in which inhabitants of the GDR carved out biographies for themselves within the structures imposed upon them.

David Clarke The Journal of Contemporary European Studies, Volume 15,3/2007

Beschreibung

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Das Buch zeichnet die Entwicklung und Verรคnderung des Zusammenhanges von Bildung und sozialer Ungleichheit, vor allem hinsichtlich des Zugangs zu weiterfรผhrender Bildung, fรผr den gesamten Zeitraum der Existenz der DDR (1945-1989) nach. Am Beispiel der Arbeiter-und-Bauern-Fakultรคten (ABF) werden Mรถglichkeiten und Grenzen einer gegenprivilegierenden Bildungspolitik dargestellt und es wird eine Erweiterung theoretischer Erklรคrungsmodelle fรผr den Zusammenhang von Bildung und sozialer Ungleichheit vorgeschlagen, die es ermรถglicht, machtpolitische Aspekte stรคrker in den Blick zu nehmen.

In dieser doppelten Perspektive wird einerseits untersucht, inwieweit die ABF zu einer Verรคnderung der sozialstrukturellen Zusammensetzung der Studierenden und der Eliten des Landes beigetragen haben. Andererseits wird die Frage gestellt, ob diese Einrichtungen tatsรคchlich in dem von der SED intendierten Sinne politisch in die Hochschulen gewirkt haben, bzw. inwieweit auch โ€žGrenzen der Diktaturโ€œ nachgezeichnet werden kรถnnen. Empirische Basis sind umfangreiche Sekundรคranalysen sowie Analysen bisher nicht publizierter Archivquellen, aber auch lebensgeschichtliche Interviews mit Absolventen der ABF, sowie eine quantitative Verbleibsstudie der ABF-Absolventen. Die so gefundenen empirischen Aussagen bilden dann die Basis fรผr weiterfรผhrende theoretische Diskussionen รผber den Zusammenhang von Bildung und sozialer Ungleichheit. So wird in der Arbeit eine Erweiterung der Bourdieuschen Konzeption des politischen Kapitals vorgeschlagen sowie das รผberwiegend in der Politikwissenschaft diskutierte Konzept der Politischen Gelegenheitsstruktur (Political Process Ansatz) fรผr eine bildungssoziologische Fragestellung nutzbar gemacht. Diese vorgeschlagene Konzeption ermรถglicht es, stรคrker als bisher auch machtpolitische Aspekte hinsichtlich der Chancen fรผr den Bildungsaufstieg einer eher bildungsfernen Klientel in den Blick zu nehmen.

 

Die Autorin:

Prof. Dr. Ingrid Miethe, Professorin fรผr Allgemeine Pรคdagogik, Evangelische Fachhochschule Darmstadt

Bibliography

Zusรคtzliche Informationen

Publisher

ISBN

978-3-86649-094-9

Format

A5

Scope

387

Year of publication

2007

Date of publication

24.05.2007

Edition

1.

Language

Deutsch

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Ingrid Miethe setzt sich in ihrer Habilitationsschrift mit einem zeithistorischen „Bildungsexperiment“ auseinander, nรคmlich mit der Arbeiter- und Bauernfakultรคt (ABF) der DDR sowie den Vorstudienabteilungen (VA), die 1945/46 als Vorlรคufereinrichtungen der ABF gegrรผndet worden waren.

Soziologische Revue Juli 2010

 

Die theoretisch รผberaus fundierte und auf einer breiten Quellenbasis fuรŸende Studie ist in ihrer Aussage eindeutig: Fรผr eine begrenzte Zeit gelang es der DDR-Bildungspolitik tatsรคchlich, den tradierten Konnex von Bildung und sozialer Herkunft aufzuheben und Arbeiterkindern einen Hochschulzugang zu ermรถglichen. […] Die Arbeit stellt nicht allein fรผr Zeithistoriker, sondern auch fรผr Pรคdagogen und Bildungspolitiker eine lehrreiche Lektรผre dar.

Jahrbuch Extremismus & Demokratie 2008

 

Ingrid Miethe hat einen wichtigen Beitrag zu dem fast geisterhaft erscheinenden Streit unter Historikern geleistet, der darum geht, ob und unter welchen methodischen Voraussetzungen es angesichts angeblicher รœberforschung รผberhaupt noch eine DDR-Geschichtsschreibung geben solle. Auf ganz unspektakulรคre Weise hat sie mit ihrem Buch nachgewiesen, dass es durchaus noch „weiรŸe Flecken“ gibt und dass sich auch ohne ein transnational oder europรคisch angelegtes Forschungsdesign eine piefige DDR-Heimatgeยญschichte vermeiden lรคsst. Mit ihrem methodisch-theoretiยญschen Arsenal, das sie aus der historischen Sozialstrukturanalyse, der Sozialgeschichtsschreibung und der Biografieforschung entlehnt sowie den Fragestellungen, die ihre Forschung strukturieren, hat sie ein gerade auch fรผr Zeithistoriker beachtenswertes und zur Nachahmung empfohlenes Buch geschrieben.

H-Soz-Kult 3/2008

 

Miethe’s analysis of these developments is clear and highly convincing. Her claims are thoroughly underpinned by a vast range of material, from her own interviews to documents in numerous archives, as well as the work of other scholars in the field. In fact, one of the other virtues of her study is that the first chapter contains a succinct and critical overview of the published literature on educational inequalities in the GDR, which provides a helpful summary for anyone unfamiliar with this topic (pp. 45-75). She also manages to provide, where necessary, wider contextual information in relation to the history of the GDR and the communist bloc more generally, whilst maintaining a clear focus on her own area of investigation. The book is written in an engaging and highly readable style. The author succeeds in combining nuanced theoretical analysis with examples from real lives that remind us of the concrete effects of political decision-making on the everyday existences of citizens, yet these examples also serve to underline the individual and sometimes unpredictable ways in which inhabitants of the GDR carved out biographies for themselves within the structures imposed upon them.

David Clarke The Journal of Contemporary European Studies, Volume 15,3/2007

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