Beschreibung
Geschichte in Biografien – Biografien der Mรผtter erzรคhlt von den Tรถchtern: Die vielschichtigen Erinnerungsberichte beweisen in aller Deutlichkeit, dass sich Geschichte aus der Sicht von Frauen auf eine neue Weise darstellt. Andere Prioritรคten bestimmen die Betrachtungsweise. Unbeachtete Schwerpunkte bekommen Gewicht. Hoffnungen und Erwartungen fรผr die Zukunft lassen sich davon ableiten.
Aus dem Inhalt (Auswahl):
Ingrid Willing รผber ihre Groรmutter Clara Vohs (*1878), die in Riga ermordet wurde
Martine Metzing-Peyre รผber ihre Mutter Marianne Kergomard- Peyre (1903-2000) und deren Leben in der Resistance
Libet Werhahn รผber ihre Mutter Gussie Adenauer (1895-1948), die Konrad Adenauer zur Seite stand
Dr. Theodora Freifrau von Bottlenberg-Landsberg รผber ihre Mutter (1905-1979), der Frau eines Opfers des 20. Juli
Uta Wรผrfel รผber ihre Mutter Lotte Kroll (1911-1995), die von Ostpreuรen nach Bayern kam
Dorothea Kaminski รผber ihre Mutter Meta Kaminski (1890-1969), die auf der Flucht von ihren Kindern getrennt wurde
Marlene Zinken รผber ihre Mutter Helen Fuรhoeller (1897-1986) und ihre Groรmutter Helen Laufs (1861- 1947), die 20 Menschen eine wรผrdige Zuflucht gewรคhrten
Dr. Annete Kuhn รผber ihre Mutter Kรคthe Kuhn, die ihre eigene jรผdische Identitรคt verschwieg
Rezensionen
Die Berichte beweisen in aller Deutlichkeit, dass sich Geschichten aus der Sicht von Frauen auf eine neue Weise darstellt. […] Ein Buch, das sehr berรผhrt.
BLZ – Zeitschrift der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft 11/12-2013
Das Buch in die Hand zu nehmen ist gleich schon ein Ereignis – das besondere Format, das Gewicht, die schon am Umschlag auffallende sorgsame, liebe- und anspruchsvolle Gestaltung sagen diesseits der Worte, dass es um etwas Kostbares, etwas mit Bedacht Erstelltes und Inhaltsschweres geht. Nichts fรผr die schnelle Zwischendurch-Lektรผre; keine Wegwerf-Literatur, die, kaum รผberflogen, schon wieder vergessen ist. Die stille Botschaft dieses Buches in meiner Hand: Achtung, hier wird keine leichte Kost verabreicht; stelle Dich auf Intimitรคt und Schonungslosigkeit ein, liebe Leserin, lieber Leser; nimm, was du liest, mit Respekt zur Kenntnis und lass es Dir nahe kommen.
Tรถchter erinnern sich an ihre Mรผtter – ein fรผr sich schon spannendes, unerschรถpflich bewegendes Thema, gerade fรผr BiografInnen wie mich. Hier richtet sich der Blick obendrein auf Mรผtter und Tรถchter aus der Phase zwischen 1938 und 1958, also um weibliche Eltern-Kind-Wahrnehmungen der Kriegs- und Nachkriegszeit. Ein Pulverfass!
Kathleen Battke M.A.auf lebensschreiben.de, 13.8.2013
Ein sehr nachdenklich stimmendes Buch, das Marlene Zinken hiermit vorlegt. Zugleich geben die geschilderten Biografien Mut, das eigene Schicksal handfest zu meistern.
Brikada.de, 12.05.2013
Es ist spannend, รผber die einzelnen Geschichten der Frauen zu lesen. Ich habe auch meine Mutter begonnen „auszufragen“, weil viele Dinge zwar einmal erzรคhlt wurden aber ich in der Vergangenheit vielleicht auch zu wenig Fragen gestellt haben.
Sabine Grรผnert -Servicestelle fMEHR Mรคnner in Kitas 5/2013
In den in diesem Buch vorliegenden 27 Erzรคhlungen erfรคhrt man viel รผber zwei Jahrzehnte deutscher Geschichte, NS-Terror, Krieg und Nachkriegsjahre, wiedergegeben von den Tรถchtern, deren Mรผtter das alles hautnah erlebten. […] Viele Fotos und Dokumente ergรคnzen die biografischen Schilderungen, die vor allem รคltere Leser nachvollziehen kรถnnen.
Bagso.de Juli 2009
Annรคherungen also sind diese 27 Biographien รผber die Mรผtter. Erhellend fรผr die Leserin die Vielfalt an Leben – an Umstรคnden, Entscheidungen, Haltungen. Und unterhaltend im besten Sinn auch die Vielfalt an Erzรคhlweisen. Anekdotisches neben tief Ergreifendem, Komik neben Tragik, oft im selben Text. Da werden Mullbinden verhรคkelt – doch schon am Pfingstmittag hรคngen die blรผtenweiรen Sommerpullover auf den Knien. Und im selben Leben rettet eine depressive Mutter zusammen mit ihrem Mann und den รคltesten Sรถhnen immer wieder jรผdische Mitbรผrger – ihre entsetzlichen รngste verdrรคngt sie, die lebt dann die Tochter aus. Wie auch immer die Mรผtter zu ihren Tรถchtern waren – manche รผber Jahrzehnte hinweg kรผhl! – die Tรถchter, nun selbst alt oder รคlter, mรผhen sich, das Leben ihrer Mรผtter zu wรผrdigen. Denn Handelnde waren sie alle.
Chrismon online April 2009
Wir begegnen in diesem Buch Frauen, die ihre Familie mit Energie, Einfallsreichtum und harter Arbeit durch die schweren Kriegs- und Hungerjahre brachten.[…] Aus jeder einzelnen der Begegnungen von Mรผttern und Tรถchtern spricht Achtsamkeit, Toleranz, Liebe und Respekt, sodass ein auรergewรถhnliches Buch der Erinnerung entstanden ist, das zu Herzen geht.
Mathilde 93 April 2008
Der mit Bildern und Zeichnungen reich ausgestattete groรformatige Band ist der erste einer von Annette Kuhn konzipierten Schriftenreihe aus dem Haus der FrauenGeschichte. Er kรถnnte fรผr รltere Anreiz sein, selber zur Feder zu greifen, und Jรผngere ermuntern, Gesprรคche mit noch lebenden Zeitzeuginnen zu fรผhren und durch authentische Geschichten einem Kapitel deutscher Geschichte auf die Spur zu kommen.
Frau und Kultur 2/2008
Mit kurzen Geschichten, Photos, Bildern und Gedichten versuchen die Autorinnen eine Annรคherung an ihre Mรผtter zwischen den Jahren 1938 und 1958. Es geht ihnen darum, eine Frauengeneration die „Ehre“ zukommen zu lassen, die ihr in den Augen der Autorinnen – den Tรถchtern – zukommt. Wenig ‚redselig‘, wie die meisten waren, wenn es um sie selbst ging, mรผssen ihre Tรถchter zum Teil sehr mรผhsam Informationen zusammentragen. Es entsteht ein zum Teil sehr berรผhrendes Panorama von starken und weniger starken Frauen, deren Positionierung zum politischen Kontext ihrer Zeit jedoch vielfach erstaunlich unklar bleibt.
Querelles-Net Nr. 25 2008.
Dieses Buch ist ein wichtiger Schlรผssel zum Verstรคndnis der Geschichte, in der gerade die Mรผtter fast Vergessenes an ihre Tรถchter weitergeben oder auch nicht. …, es ist ein historisches Lesebuch, und doch ist es auch noch viel mehr. Tief taucht der Leser in bisher wohl gehรผtete Geheimnisse ein, in den verdrรคngten Schmerz รผber den toten Ehemann, verlorene und tote Kinder, die auf Fotos in Sonntagskleidchen aufgebahrt sind und Trรคnen in die Augen treiben. Diese Geschichten lassen mit-fรผhlen, mit-leiden und auch mit-freuen.ย […] Es ist ein sehr lesenswertes Buch, es ist ein erschรผtterndes Buch, es ist ein รผberaus wichtiges Buch mit Geschichten aus der Sicht von Tรถchtern aus dem Leben ihrer Mรผtter. So wird Geschichte auf eine vรถllig neue Art und Weise dargestellt. Bisher unbeachtete Schwerpunkte werden aufgedeckt, neue Prioritรคten erhalten einen anderen Stellenwert und ein neues Gewicht. Die Mรผtter von damals sind wirklich „gezeichnet“ und „aus-gezeichnet“, das darf nicht vergessen werden. Und damit dies nicht vergessen wird, dafรผr sorgt dieses Buch, das mehr ist als nur eine historische Wรผrdigung der Mรผtter: Es ist ein Glรผck, dass wir heute dieses Buch lesen dรผrfen.
Dorothea Voigtlรคnder auf weltexpress.de.
Ein beeindruckendes Buch.
Wir Frauen 4 2007
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