Beschreibung
Open Access: Der Titel Disability, Elternschaft und Soziale Arbeit (DOI: 10.3224/84742537) ist kostenlos im Open Access (PDF) herunterladbar oder kostenpflichtig als Print-Ausgabe erhรคltlich. Der Titel steht unter der Creative Commons Lizenz Attribution 4.0 International (CC BY 4.0): https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
Dieses Buch befasst sich mit Elternschaft von Mรผttern und Vรคtern mit sogenannten Lernschwierigkeiten, die hรคufig mit Vorurteilen gegenรผber ihren Fรคhigkeiten in der Elternrolle konfrontiert werden. Die Autorin orientiert sich an der Gesellschaftskritik der Disability Studies und verfolgt einen emanzipatorisch-partizipativen Zugang. Als besonders relevant nach Analyse von gesellschaftlichen Diskussionen in Newsgroups, Interviews mit Fachkrรคften der Sozialen Arbeit und Interviews mit Eltern mit Lernschwierigkeiten zeigen sich mehrdimensionale Benachteiligungen und die jeweils (nicht) existenten Rahmenbedingungen fรผr die Wahrnehmung der Elternrolle.
Menschen mit Lernschwierigkeiten sind Personen, denen eine (โgeistigeโ) Behinderung zugeschrieben wird und die aufgrund von gesellschaftlichen Barrieren Behinderungen erfahren. Behinderung als Abweichung von Normalitรคtsvorstellungen wird durch verschiedene Diskurse erzeugt und ist auf den ersten Blick nicht mit den dominierenden Entwรผrfen von Mutter- und Vaterschaft sowie familialer Leistungs- und Funktionsfรคhigkeit vereinbar. Viele Eltern mit Lernschwierigkeiten sind aufgrund von Unfรคhigkeitszuschreibungen von Interventionen der Kinder- und Jugendhilfe betroffen.
Eine Hermeneutik des Verstehens bildet den metatheoretischen Bezugspunkt fรผr die methodologische Annรคherung an drei spezifische Forschungsinteressen. Basierend auf diskurstheoretischen รberlegungen der hermeneutischen Wissenssoziologie wurden Erwartungen und Normen in Bezug auf Elternschaft und Behinderung in Newsgroups analysiert. Interviews mit Fachkrรคften in der Sozialen Arbeit wurden durchgefรผhrt und mit einer Referenzgruppe partizipativ analysiert. Mรผtter und Vรคter mit Lernschwierigkeiten wurden interviewt und die Interviews hermeneutisch-phรคnomenologisch analysiert. Zuschreibungen, Fremdwahrnehmungen und Selbstverstรคndnisse wurden schlieรlich in einer theoretischen Diskussion zusammengefรผhrt.
Die Ergebnisse verweisen auf das Streben von Eltern mit Lernschwierigkeiten nach der Erfรผllung geschlechtsspezifischer Fรคhigkeitsorientierungen, das in Wechselwirkung mit ihrer facettenreichen Diskreditierung in der Elternrolle und der Verinnerlichung von Defizitzuschreibungen steht. Fรผr die Wahrnehmung ihrer Mutter- beziehungsweise Vaterschaft unter behindernden Bedingungen sind sowohl die Beobachtung und Kontrolle durch Fachkrรคfte als auch deren Unterstรผtzung relevant. Die Mรถglichkeiten der elterlichen Subjektbildung sind demnach von sozialen, kulturellen und รถkonomischen Rahmenbedingungen, unter anderem von den jeweils (nicht) existenten systemischen Strukturen, abhรคngig.
Inhaltsverzeichnis + Leseprobe
Die Autorin:
Dr.in phil. Rahel More, Universitรคtsassistentin am Institut fรผr Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung, Arbeitsbereich Sozialpรคdagogik und Inklusionsforschung, Alpen-Adria-Universitรคt Klagenfurt, รsterreich
Hier finden Sie den Waschzettel zum Buch (pdf- Infoblatt).
Die Zielgruppe:
Forschende und Lehrende der Erziehungswissenschaft und Sozialen Arbeit







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