Beschreibung
Ob Sie gerade erst in die Hochschullehre starten oder Ihre Methoden auf das nächste Level heben wollen: Dieser Lehrcoach begleitet Sie Schritt für Schritt durch die Herausforderungen moderner Lehre – von der ersten Kontaktaufnahme mit Ihren Studierenden und der souveränen Leitung von Gruppen über die Auswahl der passenden Methoden und der effizienten Nutzung digitaler Lehrformate bis hin zur Prüfungsplanung sowie der Evaluation abgeschlossener Lehrveranstaltungen. Die komplett überarbeitete 4. Auflage stellt wertvolles Handwerkszeug bereit, um eine erfolgreiche Lehrkraft zu werden.
In vier Schritten vermitteln die Autoren zentrale didaktische Fähigkeiten. Auf der Grundlage einer Lehre, die sich am Lernen der Studierenden orientiert, hilft der Didaktik-Coach den Dozentinnen und Dozenten dabei, elementare Fertigkeiten auszubilden: die eigene Kontaktfähigkeit weiter zu entfalten, ein von der Gehirnforschung gestütztes Lernverständnis zu entwickeln, sich mit Hilfe gruppenanalytischer Erkenntnisse sicher in Seminaren zu bewegen und schließlich eine Methodenkompetenz zu erwerben, die deshalb effizient ist, weil sie sich an den Bedürfnissen der Lerngruppe orientiert. Dabei ergibt sich die Wahl der geeigneten Methoden für die professionelle Lehre an Hochschulen aus der Kombination von Gruppen-, Lern- und Lehrprozessen. Plausibel aufgebaut, aktualisiert, erweitert und verständlich geschrieben: So macht die Hochschul-Lehre Freude!
Die Autoren:
Andreas Böss-Ostendorf, Diplompädagoge, Diplomtheologe, Gruppenanalytiker, Trainer und Lehrbeauftragter für Studientechniken und Hochschuldidaktik
Holger Senft, Germanist, Coach und Supervisor, Berater in den Bereichen Lernorganisation, Prüfungscoaching und Hochschuldidaktik
beide: Frankfurt am Main
Der Fachbereich:
Key Competences







Sarah Weber –
Eine Bereicherung für jede Lehrperson – mit Herz und Klarheit
Als jemand, die viele Jahre lang selbst gelehrt hat und zudem auch immer wieder mit Lehrenden an Hochschulen arbeitet, habe ich hohe Ansprüche an didaktische Fachliteratur. Die 4., vollständig überarbeitete Auflage der „Einführung in die Hochschul-Lehre. Der Didaktik-Coach“ hat mich nicht nur um ein paar didaktische Methoden bereichert, sondern auch umfassend inspiriert.
Was das Buch auszeichnet:
Die klare Gliederung und die praxisnahen Beispiele machen das Buch zu einem wertvollen Begleiter. Besonders überzeugend finde ich, dass die Autoren durchgängig beide Perspektiven mitdenken – die der Studierenden UND die der Lehrenden. Diese doppelte Empathie zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Werk und macht es zu mehr als nur einem Methodenhandbuch.
Ja, viele der vorgestellten Methoden wie Fish Bowl oder World Café sind sicherlich erfahrenen Lehrenden bereits bekannt. Aber der eigentliche Mehrwert des Buches liegt woanders: in der Reflexion der eigenen Rolle als Lehrende*r und in der Entwicklung einer klaren Haltung gegenüber Lehr-Lern-Prozessen.
Die beiden Autoren schaffen es, diese tiefgreifenden Themen mit Humor und Einfühlungsvermögen zu vermitteln, ohne belehrend zu wirken. Genau diese Haltungsarbeit ist es, die nachhaltig wirkt und die mir früher gerade als junger Dozentin in manch herausfordernder Lehr-Situation sicher geholfen hätte, meinen eigenen Standpunkt zu hinterfragen – ich nehme aber auch jetzt noch sehr viel daraus für mich mit.
Kleine Kritikpunkte:
Bei aller Begeisterung: Nicht alle Visualisierungen fand ich gleichermaßen hilfreich. Manche wirkten mir etwas zu simpel, andere erschlossen sich nicht auf den ersten Blick. Aber das ist Geschmackssache und tut dem Gesamtwert keinen Abbruch.
Was mich bei einer vollständig überarbeiteten Auflage etwas überrascht hat: Das aktuelle Thema KI-Nutzung durch Studierende kommt relativ kurz – trotz des amüsanten Einstiegsbeispiels, wo ein Dozent die Vorlesung von einer KI erledigen lässt und sich derweil entspannt auf einer Liege räkelt.
Aus meiner Erfahrung treibt dieses Thema einerseits derzeit viele Lehrende und ganze Hochschulen um. Andererseits ist es konsequent, den Fokus nicht zu sehr darauf zu setzen, denn letztendlich geht es – auch bei KI – immer um die eigene Haltung.
Fazit: Ein Buch, von dem alle Lehrenden profitieren können. Absolute Leseempfehlung!
Gabriele Matthes –
Ich habe um ein Rezensionsexemplar von „Einführung in die Hochschullehre“ (Andreas Boos Ostendorff, Holger Senft) gebeten, weil mich im Kontext digitaler Lehre und KI eine Frage nicht loslässt: Wo bleibt eigentlich der Mensch? Die 4., vollständig überarbeitete Auflage setzt genau dort an.
Bereits in der Einführung wird Entfremdung in der digitalen Lehre über eine Geschichte greifbar: Ein Dozent hält eine Vorlesung, die bereits über einen Avatar läuft. Er macht dabei eigentlich vieles richtig, mit Quizfragen, Übungsaufgaben und einer kritischen Haltung zu unbewussten Vorurteilen bei KI Algorithmen. Man kann sich gut in die Situation hineindenken und erahnt die potentiellen Risiken. Der Schlusssatz setzt dazu die passende Tonalität: „Ihre Studierenden werden Sie lieben.“
Mir gefallen insbesondere:
– Studierendenzentrierung
Teil 1 heißt „Lehren aus der Lernperspektive“. Lernhindernisse werden benannt, mit neurowissenschaftlichen Fakten begründet und in Lehrstrategien übersetzt. Die Einbeziehung der Studierenden in Konzeption und Durchführung wird auch später wiederholt aufgegriffen und an Beispielen gezeigt.
– Beziehung ist kein weicher Faktor
Kontaktmodell, Lernen in der Gruppe, Umfeld einbeziehen: Das Buch arbeitet fundiert mit Dynamiken zwischen Dozenten und Dozentinnen, Studierenden, Thema und Rahmenbedingungen.
– Klartext aus der Praxis
Die Teile zu Kontaktmodell und Gruppe sprechen schwierige Situationen an und entwickeln umsetzbare Lösungen, auch für kritische Lehrsituationen oder Gespräche.
– Praxisrelevante Methoden
Der Methodenschatz ist vielfältig und gut strukturiert, von Curriculum und Lehrveranstaltungsdesign bis zur Reflexion danach. Das ist kein Lehrbuch aus dem Elfenbeinturm, die Praxis ist der Ausgangspunkt.
Einordnung und Kritik
Ich lese solche Bücher auch mit Blick auf Coachingkompetenzen von Lehrenden und gelingende Beziehungsgestaltung. Aus dieser Perspektive habe ich keinen Schwachpunkt gefunden und benenne bewusst keinen, nur um einen Kritikteil zu erfüllen.
Absolut empfehlenswert für
Einsteigerinnen und Einsteiger in die Hochschullehre ebenso wie für erfahrene Lehrende. Auch im Trainingskontext außerhalb von Hochschulen dürfte vieles anschlussfähig sein.