Beschreibung
Open Access: Der Titelย Feministische Visionen vor und nach 1989 (DOI: 10.3224/84742521) ist kostenlos im Open Access (PDF) herunterladbar oder kostenpflichtig als Print-Ausgabe erhรคltlich. Der Titel steht unter der Creative Commons Lizenz Attribution 4.0 International (CC BY 4.0): https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
Wie forderten Geschlechterdiskurse vor und nach 1989 die gesellschaftlichen Verhรคltnisse heraus? Wie intervenierten Akteur*innen in machtvolle Ordnungen? Wie werden feministische Visionen in gegenwรคrtige Aktivismen aufgenommen? Der Band untersucht feministische, queere und kรผnstlerische Widerstandspraxen sowie Mediendiskurse und Selbst- und Fremdzuschreibungen von DDR-Geschlechterbildern aus intersektionalen, postkolonialen und postsรคkularen Perspektiven. Zudem wird die Entwicklung der Gender Studies in Osteuropa in den Blick genommen.
Die Autor*innen setzen sich mit Geschlechterdiskursen und -studien vor und nach 1989 in der DDR sowie in Mittel- und Osteuropa bis in die unmittelbare Gegenwart hinein auseinander. Neben einer Neubetrachtung von Emanzipationsbewegungen der 1980er-Jahre wird analysiert, wie gegenwรคrtige Aktivismen uneingelรถste feministische Visionen aufnehmen โ in der LGBTIQ*Bewegung sowie in postkolonialen, postsรคkularen, queeren Theorien. Dabei werden Literatur, Kunst, visuelle Kulturen, und Religion in der DDR als Orte von Widerstand und Vision perspektiviert. Die Beitrรคge beschรคftigen sich zudem mit Fremd- und Selbstzuschreibungen, den Diskursen รผber โdieโ Ostdeutschen und die Komplexitรคt ostdeutscher Geschlechterrealitรคten. Der โModernisierungsvorsprungโ der Geschlechterpolitik in der DDR sowie die Perspektiven verschiedener Generationen werden diskutiert. Das โOstdeutscheโ als Marker des โAnderenโ verweist dabei auf โwestdeutscheโ hegemoniale Vorstellungen, ausgehandelt in Geschlechterbildern und Mediendiskursen.
Gleichzeitig adressieren die Autor*innen interdependente Machtverhรคltnisse. Es wird nach einem intersektionalen Antidiskriminierungsrecht gefragt, das strukturelle Diskriminierungen adressiert, ohne Ostdeutsche als โEthnieโ zu essentialisieren. Zudem wird die (Nicht-)Etablierung der Gender Studies als umkรคmpftes politisches Feld in den Blick genommen. Gender Studies sind in der DDR, Polen, Tschechien und Ungarn aus den jeweiligen sozialen Bewegungen unterschiedlich hervorgegangen oder entwickelten sich stรคrker, wie an der Humboldt-Universitรคt zu Berlin, aus innerakademischen Kontexten heraus. Es wird deutlich, dass und wie Fragen der Geschlechtergerechtigkeit und Gender Studies Austragungsorte politischer Konflikte und rechtsextremer Angriffe sind.
Die Herausgeber*innen:
Dr. Karin Aleksander, Leiterin der Genderbibliothek des Zentrums fรผr transdisziplinรคre Geschlechterstudien (ZtG) (1990-2019)
Prof. Dr. Ulrike E. Auga, Professorin fรผr Religionswissenschaft, Interkulturelle Theologie und Geschlechterstudien, HU Berlin; Fellow CTI Princeton; assoziiertes Mitglied am ZtG
Elisaveta Dvorakk, Doktorandin, Institut fรผr Kunst- und Bildgeschichte, HU Berlin
Dr. Kathleen Heft, DeZIM-Institut Berlin
Dr. Gabriele Jรคhnert, Geschรคftsfรผhrerin ZtG, HU Berlin
Dr. Heike Schimkat, Leiterin DDF-Projekt (2018-19) am ZtG/Genderbibliothek; Projektleiterin Institut fรผr Innovation und Beratung an der Evangelischen Hochschule Berlin e.V.
Hier finden Sie den Waschzettel zum Buch (PDF-Infoblatt).
Die Zielgruppe:
Lehrende und Forschende der Gender Studies







Bewertungen
Es gibt noch keine Bewertungen.