Beschreibung
Was macht ein gutes Studium aus und was kann ich dafรผr lernen? Das Buch bietet eine umfassende Einfรผhrung in โgutesโ Studieren und das Verstรคndnis von Wissen und Wissenschaft. Es lehrt kritisches Denken und betrachtet die ethischen und sozialen Aspekte der Wissenschaft. Der Autor vereint philosophische und psychologische Werkzeuge, um Mut zu machen und Souverรคnitรคt im Umgang mit diversen Studienanforderungen zu schaffen.
Das Buch geht davon aus, dass ein gelingendes Studium neben der Schulung technischer und intellektueller Fรคhigkeiten auch der Bildung der psychischen und mentalen Seiten des Menschen bedarf. Deshalb enthรคlt es Kapitel, die sich mit mรถglichen Sorgen und รngsten im Studium (Stress, Selbstwahrnehmung, Unsicherheiten) ebenso beschรคftigen, wie mit gรผnstigen Haltungen, Einstellungen und Schlรผsselkompetenzen bezรผglich Studieninhalt und -praxis (Logik, Reflexion, Kritikfรคhigkeit, Diskussionshaltungen). Das Buch ist interaktiv gestaltet, es geht an alle Themen voraussetzungslos heran und ist sowohl in der Sache wie auch in der Sprache verstรคndlich und klar formuliert. Der Aufbau der einzelnen Kapitel ist didaktisch orientiert und hilft sowohl Lehrenden bei der Vorlesungs- oder Seminargestaltung als auch Studierenden beim begleitenden oder Selbststudium.
Table of contents + reading sample
Der Autor:
Dr. Thomas Schรคfer, Lehrbeauftragter und Gastprofessor, Alice Salomon Hochschule Berlin
Der Fachbereich:
Key Competences







Laila Riedmiller –
โGut studierenโ ist ein etwas anderer Studienratgeber. Denn wie bereits der Untertitel verrรคt, handelt es sich um einen fachรผbergreifenden Studienbegleiter mit Ausrichtung auf Sozial-, Kultur- und Geisteswissenschaften. Es geht also weder um allgemein organisatorische Themen ร la โwie finde ich den passenden Studiengang und wie schreibe ich mich einโ, noch um fachspezifische Inhalte. Stattdessen stehen Fragen im Fokus, die fรผr die Herausbildung (nicht nur) eines wissenschaftlichen Bewusstseins zentral sind: Was ist eigentlich Wissenschaft? Welche Grenzen hat Wissenschaft und inwiefern gehรถrt zu โguterโ Wissenschaft die Offenheit fรผr Kritik zwingend dazu? Was ist รผberhaupt unter โKritikโ zu verstehen? Wie lassen sich trotzdem โbessereโ und โschlechtereโ Argumente formulieren? Wie kann ich als Student*in fundiert argumentieren? Wie gehe ich mit รberforderung im Studium um und warum gehรถrt diese (in Maรen) auch dazu? Wie kann ich mit Stress umgehen?
All diese Fragen werden anschaulich und mit praktischen Beispielen behandelt. Dabei setzt der Autor, was mir sehr gut gefiel, die benannten Maรstรคbe auch an sich selbst an. So geht er in einem Kapitel auf normative Elemente innerhalb wissenschaftlicher รberzeugungen ein und setzt bei seinem Kapitel zu Stress konsequent den Disclaimer, dass, auch wenn bestimmte individuelle Umgangsweisen mit Stress sehr hilfreich seien, eine rein individuelle Verantwortungsverlagerung und Ausblendung struktureller Faktoren problematisch wรคre.
Auch wenn viele anschauliche Beispiele das Risiko beinhalten kรถnnten, dass die Darstellung zu schematisch oder plakativ wird, umgeht Thomas Schรคfer dieses Risiko zumeist. So zeigt er zwar sehr deutlich auf, wie sich eine Meinung sprachlich von einem Forschungsargument unterscheidet, verdeutlicht aber auch, dass Wissenschaft nicht objektiv ist und auch Forschungserkenntnisse grundsรคtzlich zu hinterfragen sind. Schรคfer verwendet lebensnahe Beispiele, vermeidet aber Dogmatismus. So finden sich einerseits viele Denkanstรถรe zu gesellschaftlicher Ungleichheit und Diskriminierung, andererseits wird aber auch darauf hingewiesen, dass eine stark konstruktivistische Position zu Geschlechtervorstellungen sich mit der Frage biologischer Einflรผsse zumindest auseinandersetzen muss.
Etwas irritiert war ich vom breiten Platz, den Spiritualitรคt, v.a. โAchtsamkeitโ einnimmt, insbesondere, da der Autor mit dem Verweis auf das innere Kind auch ein Motiv aufruft, das wissenschaftlich zumindest umstritten ist und weiterhin vor allem moderne buddhistische Auslegungen aufgreift. Hier fiel das Buch nach zwei sehr starken Dritteln qualitativ etwas ab. Zwar bin ich keine dogmatische Vertreterin einer Wissenschaft, die sich pauschal gegen Spiritualitรคt abgrenzen muss oder zwischen Ratio und Glauben in jedem einzelnen Fall klar trennen wรผrde, aber hier wรคre mir ein deutlicherer Verweis wichtig gewesen โ gerade, damit die eingangs eingefรผhrte Stรคrke des Buchs auch konsequent durchgehalten wird. Denn im Kapitel zu Macht und Wissenschaft wird als Beispiel fรผr einen innerwissenschaftlichen Disput, bei dem sich gegenseitig die Wissenschaftlichkeit abgesprochen wird und eine Position gegenรผber der anderen die mรคchtigere ist, die Diskussion zwischen โSchulmedizinโ (einem ohnehin nicht sonderlich neutralen Begriff) und Homรถopathie als eine dargestellt, bei der zwei verschiedene Verstรคndnisse von Wissenschaftlichkeit aufeinandertreffen. Legt man hier aber die Maรstรคbe des Autors aus den vorherigen Kapiteln an, so halten nun einmal die Argumente zur Wirksamkeit von Homรถopathie รผber den Placebo-Effekt hinaus und die hierzu bisher durchgefรผhrten Studien einer logischen รberprรผfung nicht stand. Zwar wird kurz darauf eingerรคumt, dass manche Positionen innerhalb von Machtkonflikten stรคrker sind als andere. Da dabei aber kein Rรผckbezug auf das Beispiel stattfindet und gerade Studienanfรคnger*innen den nicht explizit gemachten Wechsel von Logik und Philosophie im ersten Teil des Buchs zu Spiritualitรคt nicht in jedem Fall erkennen werden, besteht hier die Gefahr von Relativismus.
Ich habe dieses Buch im Rahmen der Read & Feed- Aktion angefragt, da ich als Wissenschaftliche Mitarbeiterin immer auf der Suche nach Bรผchern bin, die ich meinen Studierenden empfehlen kann. Gerade was die Themen logisches Argumentieren, Zitation und die Verbindung von wissenschaftlicher Herangehensweise und (selbst-)kritischer Haltung angeht, finde ich dieses Buch sehr gewinnbringend und wรผrde es meinen Studierenden auf jeden Fall empfehlen. Dabei gefรคllt mir vor allem auch der Umfang des Buchs, das mit knapp 150 Seiten nicht รผberfordert und gleichzeitig sehr klar verstรคndliche Tipps gibt. Auch die inhaltliche Ausrichtung, die das Studium nicht als einen Karriereweg, sondern eine Mรถglichkeit der Charakterbildung und (auch politischen) Subjektiviertung begreift, gefiel mir gut. Damit ist das Buch nicht nur fรผr Studienanfรคnger*innen interessant, sondern (wie es als Anspruch auch formuliert wurde) auch fรผr Lehrende, die ihren Studierenden โsoft skillsโ mit auf den Weg geben mรถchten. Auch wenn sich hier natรผrlich die Frage stellt, inwiefern diese sehr idealisierte Vorstellung von Forschung und Wissenschaft im von Einsparungen, Ressourcenverkรผrzung und generell von รkonomisierung geprรคgten Universitรคtsalltag im Einzelnen umgesetzt werden kann.
Violetta Freimut –
Das Buch โGut studierenโ von Thomas Schรคfer richtet sich an Lehrende und Studierende der Kultur-, Geistes- und Sozialwissenschaften. Dank zahlreicher Definitionen, Fallbeispiele und Bemerkungen sind die Inhalte gut nachvollziehbar. Insbesondere die Ausfรผhrungen zu โDiskursโ und โDiskursanalyseโ haben mir bei der Bearbeitung einer aktuellen Hausarbeit (Germanistik) geholfen. Interessant ist auch das Kapitel โUmgang mit Stress und Zeitโ. Hier bietet Schรคfer wertvolle Anregungen, die dazu einladen, das eigene Verhalten zu reflektieren. Durch gezielte Fragen werden die Leserinnen und Leser zum Nachdenken angeregt.
Alina Weber –
โGut studierenโ von Thomas Schรคfer ist ein Studienbegleiter fรผr Studierende und Lehrende der Kultur-, Geistes- und Sozialwissenschaften. Ich selbst befinde mich schon eine Weile in meinem Studium und das Buch hat mir nicht viele neue Erkenntnisse geliefert, das war aber auch nicht mein Anspruch. Vielmehr hat es mir eine Bestรคtigung meiner Entwicklung innerhalb der Wissenschaft gegeben und war fรผr mich dementsprechend eine bekrรคftigende Selbstreflexion (vor allem als Arbeiter*innenkind ohne familiรคre Unterstรผtzung). Thomas Schรคfer fasst umfassend die wichtigsten Aspekte von Verstรคndnis und Umgang mit Wissen und Wissenschaft zusammen. Die Beispiele sind realistisch und alltagsnah. Der rote Faden wird an manchen Stellen erst etwas spรคter klar, Schรคfer bezieht sich aber immer wieder auf bereits Genanntes und knรผpft damit verstรคndliche Zusammenhรคnge und lรถst Unklarheiten auf. Manche Formulierungen sind meiner Meinung nach etwas sperrig, aber das kommt vereinzelt vor, ansonsten lรคsst sich das Buch sehr gut lesen. Es bleiben auch manche Tiefen weg und an der ein oder anderen Stelle hรคtte ich mir mehr Schรคrfe gewรผnscht.
Ich wรผrde โGut studierenโ grundsรคtzlich fรผr alle empfehlen, denn es ist ein gutes Werk, um sich selbst im eigenen Umgang mit Wissen und Wissenschaft (und sich selbst) zu prรผfen und zu wachsen.
Jochen Vatter –
Wer mรถchte nicht gut, schnell, effektiv, ohne Umwege ins Studium einsteigen und dieses ebenso zu Ende bringen! Das vorliegende Buch ist geeignet, den Studierenden dafรผr Hilfestellung zu bieten und Irrwege zu vermeiden. Jede/r Leser/in wird aus dem Angebot Nutzen ziehen und es wird zielgerichtet das Gelingen des Studiums garantieren. Insofern ist es verlรคsslicher Begleiter wรคhrend der gesamten Studienzeit und vermittelt grundlegende Kenntnisse und Erkenntnisse auf dem Weg zu einem verantwortungsvollen Mitglied der akademischen Gesellschaft. Eine lรถbliche und wertvolle, umfassende Einfรผhrung in gutes Studieren, in einer Weise, die Sicherheit und Souverรคnitรคt vermittelt. Bemerkenswert im Ansatz des Autors ist, dass er der Kritikfรคhigkeit einen breiten Raum gibt. Mit kritischem Blick und kritischer Einstellung sollen und mรผssen unsere Studierenden allem und jedem und รผberall gegenรผbertreten. Unter diesem Blickwinkel und so ausfรผhrlich wurde Studium bisher wahrscheinlich noch nicht durchleuchtet. 35 Seiten, die man nicht nur einmal lesen sollte. Lesenswert, weil aufschlussreich und hilfreich auch die anderen Beitrรคge, die interessierte Offenheit und Vorurteilslosigkeit sowie weitere wichtige Haltungen und Tugenden fรถrdern, die da u.a. sind:
โNeugier und Interesse gegenรผber Wissen und wissenschaftlichem Denken, Selbstรคndigkeit und Eigensinn beim Lernen und Studieren, Sicherheit und Souverรคnitรคt im Umgang mit den diversen Studienanforderungen, Klarheit und Genauigkeit im eigenen Denken, offene, faire und menschenfreundliche Diskussionshaltungโ.
Interesse geweckt? Was der Titel verspricht, kann der Inhalt auf jeden Fall halten; somit bietet das Buch eine gewinnbringende Hinfรผhrung und Einfรผhrung, die Sicherheit vermitteln kann, weil es Anregungen und Hilfestellungen auch durch viele Beispiele und Analysen gibt. Die Struktur der Verรถffentlichung trรคgt zur guten Lesbarkeit bei.
Insgesamt ein Handbuch, das Souverรคnitรคt vermittelt und zum Gelingen des Studierens beitrรคgt und eine Bereicherung des Buchmarkts fรผr Lehrende und Studierende, fรผr Seminar, Vorlesung, Selbststudium, fรผr Studienanfรคnger/innen und Fortgeschrittene. Rundherum empfehlenswert.