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dms โ der moderne staat โ Zeitschrift fรผr Public Policy, Recht und Management
2-2018: Verwaltung als Akteur – Akteur in der Verwaltung
hrsg. von Yvonne Hegele & Ina Radtke
Themenschwerpunkt: Verwaltung als Akteur โ Akteure in der Verwaltung
Yvonne Hegele / Ina Radtke: Verwaltung als Akteur โ Akteure in der Verwaltung: Aktuelle Beitrรคge zur Debatte
Caroline Fischer: Beraten statt Archivieren. Wie รถffentlich Beschรคftigte ihr Wissen am Arbeitsplatz teilen
Benjamin Grรถbe: Administrative Verhaltensmuster im europรคisierten Willensbildungs- und Entscheidungsprozess auf nationalstaatlicher Ebene bei der Transposition von EU-Richtlinien
Kristina Ophey: Der Einfluss von Organisationsfaktoren auf Kooperation und Koordination in Kernexekutiven: Akteursverhalten in der Europรคischen Kommission nach der Juncker-Reform
Matthias Dรถring / Stephan Lรถbel: Street-Level Bureaucrats und Intermediรคre: Beziehung auf Augenhรถhe?
Ulrike Zeigermann: Akteure in Sekretariaten internationaler Organisationen. Das OECD-Sekretariat im Kontext der Policy Coherence for Development-Debatte
Abhandlungen
Falk Ebinger / Nicolas Lux / Christoph Kintzinger / Benjamin Garske: Die Deutsche Verwaltungselite der Regierungen Brandt bis Merkel II. Herkunft, Zusammensetzung und Politisierung der Fรผhrungskrรคfte in den Bundesministerien
Sylvia Veit / Nadin Fromm / Falk Ebinger: โNEINโ zu sagen ist eine unserer wichtigsten Pflichten. Politisierung, Rollenverstรคndnis und Entscheidungsverhalten von leitenden Ministerialbeamt*innen in Deutschland
Torben Fischer / Malte Pennekamp: Von der hierarchischen Politikverflechtung zur differenzierten Verwaltungszentralisierung: Die Reform der Bundesfernstraรenverwaltung 2017
Weert Canzler: Die infrastrukturelle Umsetzung der Energiewende
Esteban Piรฑeiro / Martina Koch / Nathalie Pasche: Von der Chancengleichheit zur managerialen Selbstmobilisierung. รber die diskursive Adaption der โinterkulturellen รffnungโ im schweizerischen Verwaltungskontext
Rezensionen
John Siegel: Seibel, Wolfgang/Klamann, Kevin/Treis, Hannah: Verwaltungsdesaster: Von der Loveparade bis zu den NSU-Ermittlungen. 2017. Frankfurt/New York: Campus. 320 Seiten. 29,95 EUR, ISBN 9783593507873.
Eva Ruffing: Carl Dahlstrรถm und Victor Lapuente. Organizing Leviathan. Politicians, Bureaucrats, and the Making of Good Government. 2017. Cambridge: Cambridge University Press Paperback. 270 Seiten. ISBN-10: 131663065X.
Sylvia Veit: Bache, Ian and Louise Reardon: The Politics and Policy of Wellbeing. Understanding the Rise and Significance of a New Agenda. 2016. Cheltenham: Edward Elgar. 200 Seiten. ISBN: 978 1 78347 934 4 (Paperback), ยฃ 19,96.
Hellmut Wollmann: Kropp, S., Aasland, A., Berg-Nordlie, M., Holm-Hansen, J., Schuhmann, J. (Hrsg.). Governance in Russian Regions. A Policy Comparison. 2018. Palgrave Macmillan. 249 Seiten. Hardcover: 128,39 โฌ. ISBN 978-3-319-61701-5.
Steffen Eckhard: Weiร, Norman/Dรถrr Nikolas (Hrsg.). โDie Deutsche Gesellschaft fรผr die Vereinten Nationen (DGVN). Geschichte, Organisation und politisches Wirken, 1952-2017โ, Baden-Baden: Nomos. 2017. 243 Seiten. Broschiert. 34 EUR. ISBN 978-3-8487-4559-3.
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Abstracts
Verwaltung als Akteur โ Akteure in der Verwaltung: Aktuelle Beitrรคge zur Debatte (Yvonne Hegele, Ina Radtke)
Dieser Beitrag analysiert die jรผngere deutschsprachige Verwaltungswissenschaft im Hinblick darauf, mit welchen empirischen, theoretischen und methodischen Schwerpunktsetzungen sie Verwaltungen als kollektive Akteure einerseits und individuelle Akteure in der Verwaltung andererseits untersucht. Eine Verortung aktueller Studien ist geboten, um zu verstehen, wie Verwaltungswissenschaft nach Antworten auf die bestimmenden Fragen der Disziplin nach den Formen, Erklรคrungs- und Einflussfaktoren sowie Effekten von Verwaltungshandeln sucht. Dafรผr fรผhren wir eine quantitative Analyse aller in der Zeitschrift โder moderne staat โ Zeitschrift fรผr Public Policy, Recht und Managementโ (dms) von 2013 bis 2018/1 erschienenen Artikel durch. Im Ergebnis lรคsst sich eine groรe Bandbreite von theoretischen Konzepten, aber eine geringe Zahl an theorietestenden und theoriegenerierenden Untersuchungen feststellen. Methodisch รผberwiegen qualitative und deskriptive Studien. Der empirische Fokus der Beitrรคge liegt auf einem Lรคnderfokus auf Deutschland und auf Mehrebenenanalysen. Basierend auf identifizierten Forschungslรผcken schlieรt der Beitrag mit Forschungsdesideraten fรผr zukรผnftige verwaltungswissenschaftliche Untersuchungen und fordert einen stรคrkeren Beitrag zur Weiterentwicklung von Theorien, mehr Ausgeglichenheit bei den methodischen Ansรคtzen und eine Erweiterung des empirischen Fokus der zukรผnftigen Forschung. Schlagwรถrter: Verwaltungswissenschaft, Akteure, Neo-Institutionalismus, Metastudie, Verwaltungsforschung
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Beraten statt Archivieren. Wie รถffentlich Beschรคftigte ihr Wissen am Arbeitsplatz teilen (Caroline Fischer)
Dieser Artikel untersucht das Teilen von Wissen durch Beschรคftigte im รถffentlichen Sektor. Wissensteilung ist die zentrale Voraussetzung fรผr das organisationale Wissensmanagement. Es wurde eine Typologie entwickelt, die als Analyseraster vier Verhaltensweisen, Wissen zu teilen, unterscheidet (Berichten, Archivieren, Beraten, Hinweisen). Mithilfe von Daten aus drei Studien (qualitativ und quantitativ) wird beschrieben, wie Mitarbeiter im รถffentlichen Sektor ihr Wissen teilen. Dies wurde in der Literatur bisher auรer Acht gelassen. Die identifizierten Verhaltensweisen sind mehrheitlich responsiv, statt proaktiv, und richten sich direkt an Wissensnehmer, statt an ein Trรคgermedium. Sie kรถnnen daher in der vorgeschlagenen Typologie als beratendes Verhalten eingestuft werden. Das ist weniger ressourcenaufwรคndig fรผr die Wissensgeber, wirkt sich aber negativ auf die langfristige Speicherung und Auffindbarkeit von Wissen in einer Organisation aus. Schlagwรถrter: Wissensmanagement, Teilen von Wissen, proaktives Arbeitsverhalten, Typologie
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Administrative Verhaltensmuster im europรคisierten Willensbildungs- und Entscheidungsprozess auf nationalstaatlicher Ebene bei der Transposition von EU-Richtlinien (Benjamin Grรถbe)
In dem Beitrag wird eine Typologie vorgestellt, die es erlaubt, die Rolle der Ministerialbรผrokratie bei der Transposition von EU-Richtlinien auf mitgliedstaatlicher Ebene zu analysieren. Die Typologie beruht auf der Annahme, dass sowohl formelle als auch informelle Strukturen bรผrokratischer Organisationen einen Einfluss auf den internen Entscheidungsfindungsprozess haben. Basierend auf den beiden Dimensionen Bรผrokratische Kapazitรคt und Politische Ambition kรถnnen vier Idealtypen gebildet werden, die verschiedenartige Muster administrativen Verhaltens im Rahmen des politischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozesses auf nationalstaatlicher Ebene wรคhrend der Phase Politikformulierung abbilden. Im zweiten Teil des Artikels werden die formellen und informellen Strukturen und Charakteristika der Transpositionsprozesse von EU-Richtlinien in den Niederlanden, Frankreich, Dรคnemark und Griechenland dargestellt, um die vier idealtypischen Muster administrativen Verhaltens empirisch zu illustrieren. Die Fallbeispiele zeigen, dass die Vorgehensweise der Ministerialverwaltungen im Transpositionsprozess entlang der beiden Dimensionen variiert. Schlagwรถrter: Verwaltungseinfluss; Ministerialbรผrokratie; EU-Richtlinien; Transposition
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Der Einfluss von Organisationsfaktoren auf Kooperation und Koordination in Kernexekutiven: Akteursverhalten in der Europรคischen Kommission nach der Juncker-Reform (Kristina Ophey)
Das Papier untersucht den Einfluss von verรคnderten organisatorischen Strukturen auf das Akteursverhalten in intrainstitutionellen Politikgestaltungsprozessen am Fall einer jรผngst restrukturierten Kernexekutive: Der Europรคischen Kommission. Es analysiert das Kooperations- und Koordinationsverhalten der Verwaltungsakteure in ressortรผbergreifenden Initiativprozessen in drei Politikbereichen vor und nach der Juncker-Reform. Die Auswertung der Interviewdaten zeigt, dass Organisationsfaktoren einen Einfluss auf das Akteursverhalten haben. Die organisatorischen Verรคnderungen, insbesondere entlang vertikaler Linien, haben zu weniger Siloverhalten der Akteure in der horizontalen Kooperation und Koordination gefรผhrt. Schlagwรถrter: Verwaltungsreform; Organisationsfaktoren; kernexekutive Verwaltungen; Europรคische Kommission; Koordination
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Street-Level Bureaucrats und Intermediรคre: Beziehung auf Augenhรถhe? (Matthias Dรถring, Stephan Lรถbel)
Der Artikel untersucht die Beziehung zwischen Verwaltung und Intermediรคren, also von Klienten beauftragte Dritte, die die Interaktion mit den Verwaltungen รผbernehmen. Hierbei wird die ambivalente Rolle diskutiert, die diese Intermediรคre im Zusammenwirken mit den Street-Level Bureaucrats (SLB) einnehmen. Auf Basis einer vergleichenden Fallstudie zweier Politikfelder werden Faktoren identifiziert, die die Interaktion zwischen beiden Akteuren charakterisieren. Auf Basis einer transaktionskostentheoretischen Perspektive werden vor allem die Spezialisierung und die Aggregationsfunktion von Intermediรคren als Vorteile fรผr SLB identifiziert, wodurch Prozesse schneller und effizienter abgewickelt werden kรถnnen. Darรผber hinaus prรคgen aber vor allem zwei Faktoren die Interaktion maรgeblich: Das Selbstbild der Street- Level Bureaucrats sowie das Vertrauen in den Intermediรคren. Das dynamische Zusammenspiel dieser Faktoren wird in der vorliegenden Studie beschrieben. Schlagwรถrter: Intermediรคre, Street-Level Bureaucrats, Verwaltungsinteraktion, Transaktionskostentheorie, Koproduktion
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Akteure in Sekretariaten internationaler Organisationen. Das OECD-Sekretariat im Kontext der Policy Coherence for Development-Debatte (Ulrike Zeigermann)
Mit dem zunehmend transnationalen Charakter komplexer politischer Probleme rรผcken Akteure internationaler Verwaltungen immer stรคrker in den Fokus. Dieser Beitrag untersucht die Interaktionen von Akteuren am Beispiel der Policy Coherence for Development-Abteilung der OECD und fragt, ob es sich dabei um einen Entrepreneur in der internationalen Kohรคrenzdebatte handelte. Das Hauptaugenmerk liegt somit auf dem OECD-Sekretariat, wo die Kohรคrenzidee bereits seit 1990 verankert ist. 2015 wurde Policy Coherence for Development zuletzt im Rahmen der globalen Agenda 2030 fรผr Nachhaltige Entwicklung von Staats- und Regierungschefs bestรคtigt. Die Untersuchung zeigt, dass die Kohรคrenzabteilung im Generalsekretariat der OECD in vielschichtigen internationalen Entscheidungsprozessen zu Kohรคrenzfragen sowohl organisationsintern als auch -extern zunehmend autonom agierte und dabei wechselnde Rollen als Entrepreneur und Broker einnahm. Dadurch soll schlieรlich zu einem besseren Verstรคndnis dynamischer Interaktionsformen von Akteuren der internationalen Verwaltung beigetragen werden. Schlagwรถrter: Internationale Verwaltung, OECD, Interaktionen, Broker, Entrepreneur
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Die Deutsche Verwaltungselite der Regierungen Brandt bis Merkel II. Herkunft, Zusammensetzung und Politisierung der Fรผhrungskrรคfte in den Bundesministerien (Falk Ebinger, Nicolas Lux, Christoph Kintzinger, Benjamin Garske)
Dieser Beitrag prรคsentiert die Befunde der Elitestudie Politisch-Administrative Elite 2013 (PAE 2013) รผber Zusammensetzung und Politisierung der bundesdeutschen Verwaltungseliten. Diese vierte nationale Replikation der Comparative Elite Studies zum Ende der 17. Legislaturperiode bringt รผberraschende Entwicklungen ans Licht: Hinsichtlich der Zusammensetzung des Personals schreitet zwar die Feminisierung auch auf den Leitungsebenen fort und eine Berufsvererbung kann nicht mehr festgestellt werden, allerdings erlebt die Juristendominanz mit erstmals seit Jahrzehnten steigenden Werten ein Wiedererstarken. Der Grad an formaler Politisierung รผberrascht: Trotz des Verbleibs der CDU/CSU an der Macht findet ein umfassender Personalaustausch statt. Diese teils im Widerspruch zu etablierten Trends und Theorien stehenden Entwicklungen zeigen, dass das Feld der administrativen Elitenforschung auch zukรผnftig besondere Aufmerksamkeit verdient. Schlagwรถrter: Deutsche Ministerialverwaltung, politische Beamte, Parteipolitisierung, Politisierung, รmterpatronage
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โNEINโ zu sagen ist eine unserer wichtigsten Pflichten. Politisierung, Rollenverstรคndnis und Entscheidungsverhalten von leitenden Ministerialbeamt*innen in Deutschland (Sylvia Veit, Nadin Fromm, Falk Ebinger)
Die Politisierung der Verwaltung ist ein populรคres, aber unscharfes Konzept der Verwaltungsforschung. Der Beitrag setzt sich mit diesen begrifflichen Unschรคrfen auseinander und zeigt auf, dass sich Politisierung auf (1) strukturelle, (2) personalpolitische und (3) ergebnisbezogene Merkmale des administrativen Systems beziehen kann. Um ergebnisbezogene Merkmale konzeptionell zu erfassen, wird zwischen zwei, einander ergรคnzenden Formen der Loyalitรคt von Beamt*innen unterschieden โ einer (die/den Minister*in politisch) unterstรผtzenden Loyalitรคt (partisan support) und einer kritischen Loyalitรคt (responsibility). Im empirischen Teil greift der Beitrag die oft geรคuรerte Annahme auf, dass es einen klaren Zusammenhang zwischen der zweiten und der dritten Merkmalsdimension des Politisierungsbegriffes gรคbe. Auf Basis von Interviews mit ehemaligen leitenden Ministerialbeamt*innen in Deutschland wird diskutiert, ob und inwiefern politisierte Beamt*innen tatsรคchlich ein anderes Entscheidungsverhalten zeigen als wenig oder nicht politisierte Beamt*innen. Im Ergebnis zeigt sich, dass die unterstรผtzende Loyalitรคt in beiden Gruppen weit verbreitet ist, wรคhrend die kritische Loyalitรคt โ entgegen der landlรคufigen Erwartung โ fรผr die politisierten Beamt*innen besonders stark ausgeprรคgt ist. Methodisch innovativ ist die Verwendung von Vignetten zur Abbildung des Entscheidungsverhaltens im Rahmen eines qualitativen Untersuchungsdesigns. Schlagwรถrter: Funktionale Politisierung, Loyalitรคt, politische Beamte/politische Beamtinnen, Ministerialverwaltung, Vignettentechnik, politische Responsivitรคt der Verwaltung
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Von der hierarchischen Politikverflechtung zur differenzierten Verwaltungszentralisierung: Die Reform der Bundesfernstraรenverwaltung 2017 (Torben Fischer, Malte Pennekamp)
Im Zuge der Bund-Lรคnder-Finanzreform 2017 wurde auch die Bundesfernstraรenverwaltung neu organisiert. Zukรผnftig liegt die Kompetenz fรผr die Verwaltung der Bundesautobahnen direkt beim Bund, wรคhrend fรผr die Bundesstraรen die Bundesauftragsverwaltung weiterhin Bestand hat. Damit wandelt sich die Struktur der Bund-Lรคnder- Kooperation im Bereich der Bundesfernstraรen von einer hierarchischen Politikverflechtung zu einem System differenzierter Verwaltungszentralisierung. Die neue Verflechtungsstruktur ist durch straรenklassenbezogene Unterschiede hinsichtlich der Wahrnehmungs- und Verwaltungskompetenzen des Bundes und der Einfluss- und Steuerungsmรถglichkeiten gegenรผber den Lรคndern gekennzeichnet, ohne jedoch zu einer umfassenden Verfahrens- und Aufgabenentflechtung zwischen Bund und Lรคndern zu fรผhren. Vor diesem Hintergrund sind auch die Auswirkungen der Reform auf die Leistungsfรคhigkeit der Bundesfernstraรenverwaltung differenziert zu bewerten, da das in Politik und Wissenschaft bisher dominierende Argument der Leistungssteigerung durch Verwaltungszentralisierung nur auf einen Teilbereich bzw. Teilaufgaben der reformierten Bundesfernstraรenverwaltung zutrifft und durch die differenzierte Zentralisierung potentiell neue Konfliktstrukturen, Effizienzhemmnisse und politische Legitimationsprobleme entstehen. Schlagwรถrter: Bund-Lรคnder-Finanzreform, Bundesfernstraรenverwaltung, Politikverflechtung, Bundesauftragsverwaltung, Infrastrukturgesellschaft
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Die infrastrukturelle Umsetzung der Energiewende (Weert Canzler)
Die Energiewende umfasst neben dem Ausstieg aus der Kernkraft eine weitgehende Dekarbonisierung aller Energiesektoren, einen Anteil von Erneuerbaren Energien (EE) von mindestens 60 Prozent am Gesamtenergieverbrauch sowie eine dramatische Steigerung der Energieeffizienz bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts. Sie bedeutet einen Paradigmenwechsel von einem anbieterzentrierten fossilen Energiesystem mit wenigen Groรkraftwerken hin zu einem verteilten und nur bedingt steuerbaren Energiesystem auf der Grundlage fluktuierend einspeisender Photovoltaik- und Windenergieanlagen. Die infrastrukturelle Umsetzung der Energiewende folgt diesem neuen Paradigma. Eine entscheidende Herausforderung besteht darin, die dauerhafte und breite gesellschaftliche Akzeptanz der Energiewende sicherzustellen. Denn die kรผnftige Energieversorgung wird โsichtbarerโ, der benรถtigte Flรคchenbedarf fรผr EE-Anlagen wird steigen. Die infrastrukturelle Umsetzung der Energiewende ist vor diesem Hintergrund keine exklusive Aufgabe von Netzexperten und Energietechnikern, sondern sie bedarf einer Berรผcksichtigung der Interessen und des Engagements mรถglichst vieler Bรผrgerinnen und Bรผrger. Hierfรผr bietet ein dezentrales Infrastrukturmodell wie der โzellulare Ansatzโ eine viel versprechende Perspektive. Allerdings sind die Voraussetzungen fรผr eine breite materielle Partizipation und eine flexible Governance erst noch zu schaffen. Schlagwรถrter: Dekarbonisierung, Akzeptanz, zellularer Ansatz, Prosuming, flexible Governance
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Von der Chancengleichheit zur managerialen Selbstmobilisierung. รber die diskursive Adaption der โinterkulturellen รffnungโ im schweizerischen Verwaltungskontext (Esteban Piรฑeiro, Martina Koch, Nathalie Pasche)
Ende der 1990er Jahre gewinnt in der Schweiz das integrationspolitische Reformkonzept der โInterkulturellen รffnung der Verwaltungโ an Bedeutung. Damit soll zum einen der Zugang der auslรคndischen Bevรถlkerung zu Dienstleistungen รถffentlicher Einrichtungen verbessert, zum anderen der chancengleiche Zugang zu Arbeitsstellen im staatlichen Sektor gewรคhrleistet werden. Unsere genealogische Analyse des Verwaltungsdiskurses zeigt, wie die institutionelle Logik der โInterkulturellen รffnungโ im Zeichen einer modernen Verwaltungsfรผhrung managerial adaptiert und in Verbindung mit Diversity Management produktiv gewendet wird. Die โInterkulturelle รffnungโ folgt nun einem pragmatischen Effizienzdenken und einer unternehmerischen Logik, um letztlich den Umgang mit einer auslรคndischen Kundschaft effektiver und effizienter zu gestalten. Die integrationspolitischen Ziele der Chancengleichheit und Antidiskriminierung geraten dabei in den Hintergrund. Schlagwรถrter: Interkulturelle รffnung der Verwaltung, Integrationspolitische Programmatik, New Public Management, Organisationssoziologischer Neoinstitutionalismus, Genealogische Diskursanalyse
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