Beschreibung
Wie wurden Kinder, Jugendliche und Familien im Österreich der Nachkriegszeit durch institutionelle Konflikte und fachliche Zuständigkeitskämpfe geprägt? Das Buch rekonstruiert die Entwicklung der Kinder- und Jugendwohlfahrt im Land Salzburg von 1945 bis 1975 im Spannungsfeld von Sozialpädagogik, Heilpädagogik und Kinder- und Jugendpsychiatrie und fragt nach den Folgen für die Betroffenen.
Auf der Grundlage umfangreicher Archivmaterialien, insbesondere aus dem Landesarchiv Salzburg und dem Archiv der Erzdiözese Salzburg, analysieren die Autor*innen zentrale Institutionen der Salzburger Wohlfahrtspflege, darunter die Erziehungsberatungsstelle der Universität Salzburg und heilpädagogische Einrichtungen unter wechselnder Trägerschaft. Den methodologischen Rahmen für die Analysen bildet die Denkfigur des organisationalen bzw. des institutionellen Gedächtnisses, um hegemoniale Deutungsmuster und Legitimationsstrategien sichtbar zu machen. Die Ergebnisse zeigen, wie eine zunehmend medizinisch-psychologisch ausgerichtete Praxis defizitorientierte Fürsorgeverläufe begünstigte – belegt durch die Analyse von Mündelakten. Der Band leistet damit einen Beitrag zur historischen Aufarbeitung des österreichischen Fürsorgeregimes und zur fachlichen Selbstvergewisserung der Sozialpädagogik.
Die Autorinnen:
Univ.-Prof.in Dr.in Birgit Bütow, Professur für Sozialpädagogik, Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Salzburg
MA Vanessa Blaha, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Senior Scientist in der Arbeitsgruppe Sozialpädagogik, Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Salzburg
MA Anna-Maria Penetsdorfer, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Senior Scientist in der Arbeitsgruppe Sozialpädagogik, Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Salzburg
MA Daniela Steinberger, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe Sozialpädagogik, Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Salzburg und Hochschullehrende am Institut für Elementarpädagogik, Pädagogische Hochschule Tirol
Subjects:
Erziehungswissenschaft, Soziale Arbeit







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