Beschreibung
Open Access: Der Titelย Ungleiche Geschlechtergleichheit | Jahrbuch FGFE 7/2011 (DOI: 10.3224/86649359) ist kostenlos im Open Access (PDF) herunterladbar oder kostenpflichtig als Print-Ausgabe erhรคltlich. Der Titel steht unter derย Creative Commons Lizenz Attribution Non Commercial No Derivatives 3.0 (CC BY-NC-ND 3.0 DE): https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/
Einerseits — so sagt der Neokonservatismus — sind Mรคnner und Frauen vรถllig gleichgestellt: Chancengleichheit scheint erreicht. Auf der anderen Seite besagt der liberale Individualismus, dass die Unterschiede zwischen den Geschlechtern von enormer Bedeutung sind. Sind dies zwei Seiten einer Medaille? Die AutorInnen analysieren diesen Widerspruch aus pรคdagogischer Perspektive.
Fรผr die pรคdagogische Geschlechterforschung ist eine kritische Auseinandersetzung mit den Theorien des Humankapitals und mit von solchen Ansรคtzen inspirierter neoliberaler Politik vor allem auf Grund ihrer widersprรผchlichen Geschlechtertheorie und Geschlechterpolitik von Bedeutung. Bei den Analysen des Humankapitals im Anschluss an Theodore W. Schultz, Jacob Mincer und Gary S. Becker stellt das weibliche Geschlecht angesichts seiner Fortpflanzungsfรคhigkeit einerseits eine bedeutende Ressource dar: Der Gesundheitszustand der Frauen, der Bildungsgrad der Mรผtter und eine funktionierende hรคusliche Arbeitsteilung werden als entscheidende Indikatoren fรผr die Qualitรคtsentwicklung einer Bevรถlkerung angesehen. Unter diesen Prรคmissen werden traditionell zur privaten Sphรคre gehรถrende Bereiche wie die Frรผherziehung der Kinder oder die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu einer รถffentlichen Angelegenheit. Anderseits implizieren die Analysen der Vertreter der Chicago School, die sich auf Chancengleichheit und Wettbewerb auf dem Markt beziehen, eine Neutralisierung der Geschlechtskategorie: Das einzige Kriterium, das soziale Ungleichheit in der Gesellschaft legitimieren dรผrfe, sei Leistung, gemessen mit einem „geschlechterneutralen Produktivitรคtstest“, wie Gary S. Becker und Guity N. Becker betonen. Zu den politischen und gesellschaftlichen Folgen dieses Ansatzes zรคhlen einerseits eine Reihe von politischen Maรnahmen in der Familienpolitik, die auf die Wiedergeburt der traditionellen Familienwerte gerichtet zu sein scheinen, anderseits gehรถren dazu unterschiedliche Interventionen zur Steigerung des Produktivitรคtspotentials und der Wettbewerbsfรคhigkeit von Frauen und Mรคnnern, die die ganze Lebensspanne der Individuenย — von der frรผhen Kindheit bis ins Alter โ umfassen. In diesem Band wird dieser Widerspruch von Neokonservativismus und liberalem Individualismus, von der die aktuelle bildungspolitische und familienpolitische Debatte und Praxis geprรคgt ist, analysiert.
Die HerausgeberIn:
Prof. Dr. Rita Casale
Professorin fรผr Allgemeine Erziehungswissenschaft / Theorie der Bildung an der Bergischen Universitรคt
Wuppertal
Prof. Dr. Edgar Forster
Professor fรผr Erziehungswissenschaft an der Universitรคt Salzburg, รsterreich
Reihe: Jahrbuch erziehungswissenschaftliche Geschlechterforschung
Einzelbeitrรคge zum Download (teils Open Access / teils kostenpflichtig): jahrbuchfgfe.budrich-journals.de







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