Beschreibung
Bewertung ist mit Entwertung ebenso verbunden wie die Eingrenzung der Einen mit der Ausgrenzung der Anderen. Dieser Mechanismus, genannt โExternalisierung als Prinzipโ, ist bezeichnend fรผr die herrschaftlich geprรคgte kapitalistische Wertbildung, die systematisch Abwertungen und Ausschlรผsse hervorruft. Die Konstruktion dieses externalisierenden Prinzips wird theorie- und ideengeschichtlich analysiert, um sodann nach aktuellen Verรคnderungen zu suchen: โWertbebenโ durch COVID-19? Herrschaftsfreie Bewertung ohne Externalisierung in alternativen Handlungsrรคumen? Die Ergebnisse der Fallstudie laden zu kritischen Reflexionen und zukunftsweisenden รberlegungen ein.
Im ersten Kapitel analysieren die Autorinnen ideen- und theoriegeschichtlich die politik- und wirtschaftswissenschaftliche Konstruktion des externalisierenden Prinzips, seine auch gewaltsame Durchsetzung und die damit einhergehenden Herrschaftsformen. Sie beginnen mit Thomas Hobbes und enden bei Karl Marx. Entwicklungslinien im zwanzigsten Jahrhundert skizzieren Uta von Winterfeld und Adelheid Biesecker im zweiten Kapitel und stellen die wirkmรคchtigen Erzรคhlungen und ihre Schatten vor. Das umfangreiche dritte Kapitel war nicht vorgesehen, ebenso,wie COVID-19 selber. Das Virus hat uns eine โFallstudieโ beschert, in der die Autorinnen der Frage nachgehen, ob COVID-19 ein Wertbeben darstellt. Andrea Baier steuert einen Beitrag zur Sorge und Sorgearbeit in Zeiten der Pandemie bei. Charlotte Horras, Luisa Lucas und Annika Rehm erzรคhlen uns die Geschichte der โerschรถpft und empรถrtenโ berufstรคtigen Mรผtter. Vera Kravchik, Melanie Lucas und Yasmin erzรคhlen als politische Sozialarbeiterinnen, die sich in Pandemiezeiten engagieren und zugleich blockiert werden. Biesecker und von Winterfeld analysieren weiter, ob sich Gesellschaftliche Naturverhรคltnisse verรคndern und ob hier ein โWertbebenโ stattgefunden hat. Das fรผr die Autorinnen unerwartete Ergebnis ist, dass die Pandemie auch als Ausdruck krisenhafter gesellschaftlicher Naturverhรคltnisse verstanden werden muss und ein Wertbeben kaum stattfindet. Da sie gleich zu Beginn der Pandemie vermutet haben, dass sie einen Digitalisierungsschub auslรถsen wird, haben sie Andrea Vetter gebeten, dies in einem Beitrag kritisch zu reflektieren. Im vierten Kapitel wird der Frage nachgegangen, wie und von wem und inwiefern die Geschichte von Wert und Herrschaft anders erzรคhlt werden kann, was sie daran hindert und worin gleichwohl ein utopischer Funke besteht.
Inhaltsverzeichnis + Leseprobe
Die Autorinnen:
Prof. i.R. Dr. Adelheid Biesecker, Professorin fรผr รkonomische Theorie am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft, Universitรคt Bremen
Prof. Dr. Uta von Winterfeld, Projektleiterin am Wuppertal Institut und Professorin fรผr Politische รkologie an der Universitรคt Kassel
Hier finden Sie den Waschzettel zum Buch (PDF-Infoblatt).
Die Zielgruppe:
Lehrende und Forschende der Politikwissenschaft, Politischen รkonomie und Soziologie







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