Beschreibung
Dieses Buch führt zentrale Fragen der reflexiven Übergangsforschung zusammen: Welche Differenzkonstruktionen gehen mit dem Identifizieren, Bearbeiten, Hervorbringen von sozialen Phänomenen wie Übergängen im Lebenslauf einher, und welche Verbindungen werden dabei negiert? Barbara Stauber untersucht Differenzphänomene im postkolonialen Diskurs, im Verhältnis von Erwerbsarbeit und Carearbeit, in den aktuellen Genderdebatten sowie im Kontext von Freund-Feind-Konstruktionen und leitet daraus Impulse für Forschung, für pädagogische Praxis und für gesellschaftspolitisches Engagement ab.
Die Autorin geht davon aus, dass politische Entwicklungen und Diskurse in zentralen gesellschaftlichen Bereichen immer wieder ähnlichen Logiken folgen: Logiken des (Ab-)Spaltens, des (Auf-)Trennens und des Hierarchisierens. Dies zeigt der Blick auf globale Migrationsbewegungen, auf die unterschiedliche Bewertung von Arbeitsleistungen, auf geschlechterpolitische Debatten wie auch auf Freund-Feind-Konstruktionen in Kriegen. Stuart Hall’s Prognose, dass das Leben mit Differenz das Problem des 21. Jahrhunderts werde, scheint sich zu bestätigen.
Mit der Frage nach machtvollen Differenzkonstruktionen greift der Band auch zentrale Überlegungen einer reflexiven Übergangsforschung auf: Welche Differenzsetzungen gehen mit der Herstellung von Übergängen im Lebenslauf einher, und was sind die dabei häufig negierten Verbindungen? Und inwieweit trägt Forschung selbst – anhand ihrer Gegenstandsbestimmung, ihrer Konzepte und Methoden – zu diesem hegemonialen Differenzdiskurs bei?
Diese Dialektik aus Trennen und Verbinden wird anhand von vier prominenten Feldern verdeutlicht, die permanent auch Übergänge generieren: Im postkolonialen Diskurs, im Verhältnis von Erwerbsarbeit und Carearbeit, in den aktuellen Genderdebatten, sowie im Kontext von Freund-Feind-Konstruktionen wird gezeigt, wo und wie jeweils Differenzen gesetzt und Relationalitäten ausgeblendet werden. Ohne Feldspezifika zu übergehen, wird versucht, die hier beobachtbare Differenzsetzungen und die jeweils übergangenen Relationen zu systematisieren. Gefragt wird nach Denkbewegungen, die hilfreich sind, um aus solchen zumeist dichotomen Trennungen hinauszuführen – und auch nach den Grenzen, an die solche Denkbewegungen stoßen. Abschließend wird ausgelotet, wie Verbindungen gestiftet werden könnten, und welche Relevanz eine relationale soziale Methodologie hat – für die reflexive Übergangsforschung, für die pädagogische Praxis, aber auch für jedes an Transformation interessierte gesellschaftspolitische Engagement.
Die Autorin:
Prof. Dr. Barbara Stauber, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Tübingen
Subjects:
Erziehungswissenschaft, Soziale Arbeit, Soziologie







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