Verlag Barbara Budrich

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ISSN: 1869-3016

ZPTh 2-2018 | Themenheft zur politischen Theorie von Judith N. Shklar

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ISSN: 1869-3016

Inhalt

ZPTh โ€“ Zeitschrift fรผr Politische Theorie
2-2018: Themenheft zur politischen Theorie von Judith N. Shklar
Gast-Hrsg.: Hannes Bajohr & Rieke Trimาซev

Hannes Bajohr / Rieke Trimาซev: Editorial der Gastherausgeber

รœbersetzungen
Judith N. Shklar: Gewissen und Freiheit
Seyla Benhabib / Paul Linden-Retek: Judith Shklars Kritik des Legalismus

Abhandlungen
Tobias Bรผlte: Politisches Denken jenseits von Begrรผndung und Fatalismus. รœberlegungen zu einer erweiterten Lesart Judith Shklars
Samantha Ashenden / Andreas Hess: Republican Elements in the Liberalism of Fear
Peter Vogt: Skepsis und Sozialdemokratie โ€“ Mรฉsalliance oder Zukunftsbรผndnis? Ein Plรคdoyer im Anschluss an Judith Shklar
Christine Unrau: Judith Shklars Sinn fรผr Verรคnderung Quellen und Voraussetzungen politischen Wandels im Denken Judith Shklars
Rieke Trimาซev: Verbindlichkeitskonflikte und politische Verpflichtung

Weitere Abhandlungen
Urs Lindner: Von der Chancengleichheit zur gleichen Teilhabe. Zur Rechtfertigung von Gleichstellungspolitik

Rezensionen
Micha Steinwachs: Freiheit und der skeptische Blick auf das Recht

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Einzelbeitrag-Download (Open Access/Gebรผhr): zpth.budrich-journals.de
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Zusรคtzliche Informationen

Publisher

ISSN

1869-3016

eISSN

2196-2103

Volume

9. Jahrgang 2018

Edition

2

Date of publication

28.01.2020

Scope

137

Language

Deutsch

Format

17 x 24 cm

DOI

https://doi.org/10.3224/zpth.v9i2

Open Access-Lizenz

https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de

Homepage

https://zpth.budrich-journals.de/

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Autor*innen

Keywords

Begrรผndungstheorie, Chancengleichheit, demokratische Gleichheit, Dissens, Empathie, Freiheit, Gerechtigkeit, Gewissen, gleiche Teilhabe, Gleichstellungspolitik, Grausamkeit, Jean-Jacques Rousseau, Judith Shklar, Kritik, Legalismus, Liberalismus, Liberalismus der Furcht, Loyalitรคt, negative und positive Freiheit, Pluralitรคt, politische Verpflichtung, Republikanismus, Sinn fรผr Ungerechtigkeit, Skepsis, Sozialdemokratie, Tugenden und Laster, Ungerechtigkeit, Verรคnderung

Abstracts

Politisches Denken jenseits von Begrรผndung und Fatalismus. รœberlegungen zu einer erweiterten Lesart Judith Shklars (Tobias Bรผlte)
In diesem Aufsatz zeige ich, dass Shklars liberale Politische Theorie und ihr Diktum, Grausamkeit an erste Stelle zu setzen, ohne begrรผndungstheoretische Fundierung auskommen. Shklars Liberalismus erscheint dabei als eine parteiische, herrschaftskritische Perspektive ohne idealen Begrรผndungsbezug, die nach kontextgebundenen und historischen Blockaden und Mรถglichkeiten der Selbstbestimmung gerade auch schwacher AkteurInnen fragt. Dafรผr arbeite ich Shklars Skepsis anhand dreier Weichenstellungen ihres Denkens heraus โ€“ Pluralitรคt, Dissens und subjektiver Sinn fรผr Ungerechtigkeit โ€“, die einem begrรผndungstheoretische Vorgehen entgegenstehen. In einem zweiten Schritt zeige ich dann, dass ihre Orientierung an der Grausamkeit keine statische, minimale Grundnorm ist, sondern eine bestรคndige Befragung der Machtverhรคltnisse erfordert und eine fordernde, politische Perspektive jenseits der akuten Grausamkeitsverhinderung รถffnet. Schlรผsselwรถrter: Shklar, Pluralitรคt, Dissens, Ungerechtigkeit, Liberalismus, Begrรผndungstheorie
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Republican Elements in the Liberalism of Fear (Samantha Ashenden, Andreas Hess)
Judith Shklars Liberalismus der Furcht unterscheidet sich von anderen Liberalismen. Er gewinnt seine einzigartige Prรคgung und Qualitรคt durch eine lang andauernde und konsequente kritische Auseinandersetzung mit dem Republikanismus. Ihre Diskussion der gegenwรคrtigen Relevanz von Tugenden und Lastern, von Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, die Fragen von Rechten, Reprรคsentation, Staatsbรผrgerschaft und Demokratie weisen auf รคltere republikanische Einflรผsse hin. Shklar war sich dennoch darรผber im Klaren, dass ein unrekonstruierter Republikanismus und die republikanische Vorstellung eines tugendhaften Lebens auf moderne gesellschaftliche und politische Bedingungen nicht mehr anwendbar waren. Dies wird besonders deutlich in ihrer Diskussion รผber Rousseau und in ihrer Studie Ganz normale Laster. Der irreduzibel pluralistische und individualistische Charakter moderner Demokratien hat es unvorstellbar werden lassen, dass wir eine einheitliche Vorstellung des tugendhaften Lebens hegen. Shklars Betonung der positiven Freiheit, die sich kritisch gegen Isaiah Berlins Argument richtet, negative Rechte und negative Freiheit stรคnden im Mittelpunkt des modernen Liberalismus; ihr Beharren auf der Notwendigkeit eines gemeinsamen Geistes, wie er in ihrer Studie รผber Montesquieu zum Ausdruck kommt; die Notwendigkeit, in Hinsicht auf Wahl und Verdienst gleichgestellt zu sein, wie er in der amerikanischen Staatsbรผrgerschaft betont wird; und schlieรŸlich ihre Diskussion des sich wandelnden Charakters von Loyalitรคt und politischer Verpflichtung in ihren letzten Harvard Vortrรคgen, sind allesamt Ausdruck der republikanischen Einflรผsse, die in ihrem Elementarliberalismus zu erkennen sind. Schlรผsselwรถrter: Republikanismus, Liberalismus der Furcht, Rousseau, Tugenden und Laster, negative und positive Freiheit, Loyalitรคt, politische Verpflichtung
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Skepsis und Sozialdemokratie โ€“ Mรฉsalliance oder Zukunftsbรผndnis? Ein Plรคdoyer im Anschluss an Judith Shklar (Peter Vogt)
Judith Shklars โ€žLiberalismus der Furchtโ€œ wird oft als ein Plรคdoyer fรผr eine Art Nachtwรคchterliberalismus interpretiert. Im Gegensatz zu dieser Deutung konzentriere ich mich im Folgenden auf die gleichsam sozialdemokratischen Zรผge von Shklars Liberalismus. Diese Zรผge, so will ich zeigen, sind eng mit Shklars Auffassung von Skepsis verbunden. Shklars frรผhe historische Skepsis wendet sich sowohl gegen einen melancholischen Kulturpessimismus wie gegen einen illusionรคren Fortschrittsglauben. Fรผr Shklars spรคte politische Skepsis sind zwei Charakteristika entscheidend. Erstens: Im Anschluss an einen terminologischen Vorschlag Hugo Friedrichs lรคsst sich Shklars politische Skepsis als eine โ€žerschlieรŸendeโ€œ im Unterschied zu einer โ€žzersetzendenโ€œ begreifen. Dabei folgt Shklar zweitens dem Begrรผndungsmodell einer โ€žnegativen Rechtfertigungโ€œ (A. Margalit) jenseits von Relativismus und der Suche nach Letztbegrรผndung. Shklars so zu charakterisierende Skepsis weist eine natรผrliche Affinitรคt zu einem sozialdemokratisch angereicherten Liberalismus auf. Shklars โ€žLiberalismus der Furchtโ€œ, der sowohl auf historischer als auch politischer Skepsis beruht, mรผndet letztlich in eine โ€žSozialdemokratie der Furchtโ€œ (T. Judt). Schlรผsselwรถrter: Skepsis, Grausamkeit, Liberalismus, Sozialdemokratie
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Judith Shklars Sinn fรผr Verรคnderung Quellen und Voraussetzungen politischen Wandels im Denken Judith Shklars (Christine Unrau)
Obwohl es oft in die Schublade eines negativen Liberalismus der Schadensbegrenzung gesteckt wird, spielt in Judith Shklars Denken die Aussicht auf gezielte Verรคnderung und Verbesserung der politischen Bedingungen eine wichtige Rolle. Der Beitrag geht der Bedeutung dieses Themas im Werk Shklars nach und stellt dabei die Frage nach den Quellen und Voraussetzungen von Verรคnderung in den Mittelpunkt. Damit soll letztlich aufgezeigt werden, dass Shklars Denken nicht nur um eine negative Gefahrenabwehr kreist, sondern einen richtungsweisenden Beitrag zur Diskussion der Mรถglichkeiten und Grenzen politischer Verรคnderung leistet. Schlรผsselwรถrter: Shklar, Verรคnderung, Sinn fรผr Ungerechtigkeit, Empathie
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Verbindlichkeitskonflikte und politische Verpflichtung (Rieke Trimาซev)
Kurz vor ihrem Tod im Jahr 1992 wandte sich Judith N. Shklar in mehreren Vortrรคgen und Texten dem Thema politischer Verpflichtung zu. Aus einer ideologiegeschichtlich geschulten Perspektive nimmt sie insbesondere Verbindlichkeitskonflikte in den Blick. Im Verhรคltnis zu anderen liberalen Verpflichtungstheorien erweisen sich Shklars Arbeiten in dieser Hinsicht als originell und zeitgemรครŸ, weil sie Verbindlichkeitskonflikten eine verpflichtungsproduktive Rolle zugestehen. Der vorliegende Aufsatz rekonstruiert zentrale Elemente von Shklars Verpflichtungstheorie und bietet dabei auch eine Einordnung des in diesem Schwerpunktheft erstmals verรถffentlichten Textes Gewissen und Freiheit. Er untersucht das Verhรคltnis von Shklars Ansatz zu gรคngigen Verpflichtungstheorien und schรคrft das Profil von Shklars Thesen insbesondere in einem exemplarischen Vergleich mit der Verpflichtungstheorie von Michael Walzer. Schlรผsselwรถrter: Judith N. Shklar, Politische Verpflichtung, Loyalitรคt, Konflikt
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Von der Chancengleichheit zur gleichen Teilhabe. Zur Rechtfertigung von Gleichstellungspolitik (Urs Lindner)
In den letzten Jahren hat (auch) in Deutschland eine Verschiebung in der Begrรผndung von Gleichstellungspolitik stattgefunden: von der Chancengleichheit zur gleichen Teilhabe. Wie ist dieser Wandel zu verstehen? Was sind seine normativen Implikationen? Diese Fragen verweisen auf das tieferliegende Problem, wie Gleichstellungspolitik gerechtfertigt werden kann und welche Konzeption von Gleichheit dafรผr angemessen ist. Der Text bearbeitet dieses Problem, indem verschiedene Dimensionen des Gleichheitsbegriffs expliziert werden. In einem ersten Schritt wird gezeigt, dass sich Kontroversen um Gleichstellung hรคufig auf der Ebene prozeduraler Gerechtigkeit bewegen, wobei formale und substanzielle Auffassungen von Verfahrensgleichheit aufeinanderprallen. In den weiteren Abschnitten werden dann drei Gleichheitskonzeptionen mit mehr oder weniger substanziellem Anspruch vorgestellt: meritokratische Chancengleichheit, distributive Gleichheit und demokratische Gleichheit. Diskutiert wird, inwiefern sie in der Lage sind, MaรŸnahmen und Instrumente der Gleichstellungspolitik zu begrรผnden. Einzig die demokratische Gleichheit, so die zu entwickelnde These, kann die Verschiebung von der Chancengleichheit zur gleichen Teilhabe verstรคndlich machen und einen normativen Rechtfertigungsrahmen fรผr beide bereitstellen. Schlรผsselwรถrter: Gleichstellungspolitik, Chancengleichheit, gleiche Teilhabe, demokratische Gleichheit, Gerechtigkeit
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Inhalt

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ZPTh โ€“ Zeitschrift fรผr Politische Theorie
2-2018: Themenheft zur politischen Theorie von Judith N. Shklar
Gast-Hrsg.: Hannes Bajohr & Rieke Trimาซev

Hannes Bajohr / Rieke Trimาซev: Editorial der Gastherausgeber

รœbersetzungen
Judith N. Shklar: Gewissen und Freiheit
Seyla Benhabib / Paul Linden-Retek: Judith Shklars Kritik des Legalismus

Abhandlungen
Tobias Bรผlte: Politisches Denken jenseits von Begrรผndung und Fatalismus. รœberlegungen zu einer erweiterten Lesart Judith Shklars
Samantha Ashenden / Andreas Hess: Republican Elements in the Liberalism of Fear
Peter Vogt: Skepsis und Sozialdemokratie โ€“ Mรฉsalliance oder Zukunftsbรผndnis? Ein Plรคdoyer im Anschluss an Judith Shklar
Christine Unrau: Judith Shklars Sinn fรผr Verรคnderung Quellen und Voraussetzungen politischen Wandels im Denken Judith Shklars
Rieke Trimาซev: Verbindlichkeitskonflikte und politische Verpflichtung

Weitere Abhandlungen
Urs Lindner: Von der Chancengleichheit zur gleichen Teilhabe. Zur Rechtfertigung von Gleichstellungspolitik

Rezensionen
Micha Steinwachs: Freiheit und der skeptische Blick auf das Recht

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ISSN

1869-3016

eISSN

2196-2103

Volume

9. Jahrgang 2018

Edition

2

Date of publication

28.01.2020

Scope

137

Language

Deutsch

Format

17 x 24 cm

DOI

https://doi.org/10.3224/zpth.v9i2

Open Access-Lizenz

https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de

Homepage

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Abstracts

Abstracts

Politisches Denken jenseits von Begrรผndung und Fatalismus. รœberlegungen zu einer erweiterten Lesart Judith Shklars (Tobias Bรผlte)
In diesem Aufsatz zeige ich, dass Shklars liberale Politische Theorie und ihr Diktum, Grausamkeit an erste Stelle zu setzen, ohne begrรผndungstheoretische Fundierung auskommen. Shklars Liberalismus erscheint dabei als eine parteiische, herrschaftskritische Perspektive ohne idealen Begrรผndungsbezug, die nach kontextgebundenen und historischen Blockaden und Mรถglichkeiten der Selbstbestimmung gerade auch schwacher AkteurInnen fragt. Dafรผr arbeite ich Shklars Skepsis anhand dreier Weichenstellungen ihres Denkens heraus โ€“ Pluralitรคt, Dissens und subjektiver Sinn fรผr Ungerechtigkeit โ€“, die einem begrรผndungstheoretische Vorgehen entgegenstehen. In einem zweiten Schritt zeige ich dann, dass ihre Orientierung an der Grausamkeit keine statische, minimale Grundnorm ist, sondern eine bestรคndige Befragung der Machtverhรคltnisse erfordert und eine fordernde, politische Perspektive jenseits der akuten Grausamkeitsverhinderung รถffnet. Schlรผsselwรถrter: Shklar, Pluralitรคt, Dissens, Ungerechtigkeit, Liberalismus, Begrรผndungstheorie
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Republican Elements in the Liberalism of Fear (Samantha Ashenden, Andreas Hess)
Judith Shklars Liberalismus der Furcht unterscheidet sich von anderen Liberalismen. Er gewinnt seine einzigartige Prรคgung und Qualitรคt durch eine lang andauernde und konsequente kritische Auseinandersetzung mit dem Republikanismus. Ihre Diskussion der gegenwรคrtigen Relevanz von Tugenden und Lastern, von Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, die Fragen von Rechten, Reprรคsentation, Staatsbรผrgerschaft und Demokratie weisen auf รคltere republikanische Einflรผsse hin. Shklar war sich dennoch darรผber im Klaren, dass ein unrekonstruierter Republikanismus und die republikanische Vorstellung eines tugendhaften Lebens auf moderne gesellschaftliche und politische Bedingungen nicht mehr anwendbar waren. Dies wird besonders deutlich in ihrer Diskussion รผber Rousseau und in ihrer Studie Ganz normale Laster. Der irreduzibel pluralistische und individualistische Charakter moderner Demokratien hat es unvorstellbar werden lassen, dass wir eine einheitliche Vorstellung des tugendhaften Lebens hegen. Shklars Betonung der positiven Freiheit, die sich kritisch gegen Isaiah Berlins Argument richtet, negative Rechte und negative Freiheit stรคnden im Mittelpunkt des modernen Liberalismus; ihr Beharren auf der Notwendigkeit eines gemeinsamen Geistes, wie er in ihrer Studie รผber Montesquieu zum Ausdruck kommt; die Notwendigkeit, in Hinsicht auf Wahl und Verdienst gleichgestellt zu sein, wie er in der amerikanischen Staatsbรผrgerschaft betont wird; und schlieรŸlich ihre Diskussion des sich wandelnden Charakters von Loyalitรคt und politischer Verpflichtung in ihren letzten Harvard Vortrรคgen, sind allesamt Ausdruck der republikanischen Einflรผsse, die in ihrem Elementarliberalismus zu erkennen sind. Schlรผsselwรถrter: Republikanismus, Liberalismus der Furcht, Rousseau, Tugenden und Laster, negative und positive Freiheit, Loyalitรคt, politische Verpflichtung
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Skepsis und Sozialdemokratie โ€“ Mรฉsalliance oder Zukunftsbรผndnis? Ein Plรคdoyer im Anschluss an Judith Shklar (Peter Vogt)
Judith Shklars โ€žLiberalismus der Furchtโ€œ wird oft als ein Plรคdoyer fรผr eine Art Nachtwรคchterliberalismus interpretiert. Im Gegensatz zu dieser Deutung konzentriere ich mich im Folgenden auf die gleichsam sozialdemokratischen Zรผge von Shklars Liberalismus. Diese Zรผge, so will ich zeigen, sind eng mit Shklars Auffassung von Skepsis verbunden. Shklars frรผhe historische Skepsis wendet sich sowohl gegen einen melancholischen Kulturpessimismus wie gegen einen illusionรคren Fortschrittsglauben. Fรผr Shklars spรคte politische Skepsis sind zwei Charakteristika entscheidend. Erstens: Im Anschluss an einen terminologischen Vorschlag Hugo Friedrichs lรคsst sich Shklars politische Skepsis als eine โ€žerschlieรŸendeโ€œ im Unterschied zu einer โ€žzersetzendenโ€œ begreifen. Dabei folgt Shklar zweitens dem Begrรผndungsmodell einer โ€žnegativen Rechtfertigungโ€œ (A. Margalit) jenseits von Relativismus und der Suche nach Letztbegrรผndung. Shklars so zu charakterisierende Skepsis weist eine natรผrliche Affinitรคt zu einem sozialdemokratisch angereicherten Liberalismus auf. Shklars โ€žLiberalismus der Furchtโ€œ, der sowohl auf historischer als auch politischer Skepsis beruht, mรผndet letztlich in eine โ€žSozialdemokratie der Furchtโ€œ (T. Judt). Schlรผsselwรถrter: Skepsis, Grausamkeit, Liberalismus, Sozialdemokratie
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Judith Shklars Sinn fรผr Verรคnderung Quellen und Voraussetzungen politischen Wandels im Denken Judith Shklars (Christine Unrau)
Obwohl es oft in die Schublade eines negativen Liberalismus der Schadensbegrenzung gesteckt wird, spielt in Judith Shklars Denken die Aussicht auf gezielte Verรคnderung und Verbesserung der politischen Bedingungen eine wichtige Rolle. Der Beitrag geht der Bedeutung dieses Themas im Werk Shklars nach und stellt dabei die Frage nach den Quellen und Voraussetzungen von Verรคnderung in den Mittelpunkt. Damit soll letztlich aufgezeigt werden, dass Shklars Denken nicht nur um eine negative Gefahrenabwehr kreist, sondern einen richtungsweisenden Beitrag zur Diskussion der Mรถglichkeiten und Grenzen politischer Verรคnderung leistet. Schlรผsselwรถrter: Shklar, Verรคnderung, Sinn fรผr Ungerechtigkeit, Empathie
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Verbindlichkeitskonflikte und politische Verpflichtung (Rieke Trimาซev)
Kurz vor ihrem Tod im Jahr 1992 wandte sich Judith N. Shklar in mehreren Vortrรคgen und Texten dem Thema politischer Verpflichtung zu. Aus einer ideologiegeschichtlich geschulten Perspektive nimmt sie insbesondere Verbindlichkeitskonflikte in den Blick. Im Verhรคltnis zu anderen liberalen Verpflichtungstheorien erweisen sich Shklars Arbeiten in dieser Hinsicht als originell und zeitgemรครŸ, weil sie Verbindlichkeitskonflikten eine verpflichtungsproduktive Rolle zugestehen. Der vorliegende Aufsatz rekonstruiert zentrale Elemente von Shklars Verpflichtungstheorie und bietet dabei auch eine Einordnung des in diesem Schwerpunktheft erstmals verรถffentlichten Textes Gewissen und Freiheit. Er untersucht das Verhรคltnis von Shklars Ansatz zu gรคngigen Verpflichtungstheorien und schรคrft das Profil von Shklars Thesen insbesondere in einem exemplarischen Vergleich mit der Verpflichtungstheorie von Michael Walzer. Schlรผsselwรถrter: Judith N. Shklar, Politische Verpflichtung, Loyalitรคt, Konflikt
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Von der Chancengleichheit zur gleichen Teilhabe. Zur Rechtfertigung von Gleichstellungspolitik (Urs Lindner)
In den letzten Jahren hat (auch) in Deutschland eine Verschiebung in der Begrรผndung von Gleichstellungspolitik stattgefunden: von der Chancengleichheit zur gleichen Teilhabe. Wie ist dieser Wandel zu verstehen? Was sind seine normativen Implikationen? Diese Fragen verweisen auf das tieferliegende Problem, wie Gleichstellungspolitik gerechtfertigt werden kann und welche Konzeption von Gleichheit dafรผr angemessen ist. Der Text bearbeitet dieses Problem, indem verschiedene Dimensionen des Gleichheitsbegriffs expliziert werden. In einem ersten Schritt wird gezeigt, dass sich Kontroversen um Gleichstellung hรคufig auf der Ebene prozeduraler Gerechtigkeit bewegen, wobei formale und substanzielle Auffassungen von Verfahrensgleichheit aufeinanderprallen. In den weiteren Abschnitten werden dann drei Gleichheitskonzeptionen mit mehr oder weniger substanziellem Anspruch vorgestellt: meritokratische Chancengleichheit, distributive Gleichheit und demokratische Gleichheit. Diskutiert wird, inwiefern sie in der Lage sind, MaรŸnahmen und Instrumente der Gleichstellungspolitik zu begrรผnden. Einzig die demokratische Gleichheit, so die zu entwickelnde These, kann die Verschiebung von der Chancengleichheit zur gleichen Teilhabe verstรคndlich machen und einen normativen Rechtfertigungsrahmen fรผr beide bereitstellen. Schlรผsselwรถrter: Gleichstellungspolitik, Chancengleichheit, gleiche Teilhabe, demokratische Gleichheit, Gerechtigkeit
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