Verlag Barbara Budrich

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ISSN: 2701-9624

ZRex 1-2026 | Freie Beiträge

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ISSN: 2701-9624

Inhalt

ZRex – Zeitschrift für Rechtsextremismusforschung
1-2026: Freie Beiträge

Beiträge
Maximilian Pichl: Vom „totalen Migrationsstaat“ zum „Ordnungsstaat“. Über die Rechtsstaatsverständnisse der Neuen Rechten
Anna Fend: Umkämpftes Gedenken: Die Erinnerung an Todesopfer rechter Gewalt in Leipzig (1990–2020)
Matthias Quent / Christian Stein: Radicalized by TikTok and Co.? The Influence of Social Media Use on Far-Right Orientations of Young Adults in Germany
Michael Krell / Paul Nguyễn: Stadt, Land, Weltverschwörung? Eine qualitative Inhaltsanalyse des Aufgewacht-Magazins der radikal rechten Kleinstpartei Freie Sachsen
Aljoscha Jegodtka / Sebastian Bornemann: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bei Studierenden der Sozialen Arbeit und Kindheitspädagogik. Ergebnisse einer explorativen Studie
Brit Engelke / Bernd Belina: Provinzielle politische Kultur und extreme Rechte im ländlichen Raum
Martin Hauff: Oswald Spengler und die Widersprüche der wirtschaftspolitischen Positionen in der Neuen Rechten

Forum
Johann Henningsen / Lea Tewes / Hendrik Wehling: Die radikale Rechte in Deutschland, 1945–2000. Ein Forschungsprojekt am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und am Moses Mendelssohn Zentrum
Katharina Mayer / Katja Sternberger: Das Institut für Rechtsextremismusforschung an der Universität Tübingen – die Phase des Aufbaus

Rezensionen
Viktoria Rösch: Fröhlich, Johanna K. (2025). Die leidende Gemeinschaft des Volkes. Ethnographische Beobachtungen in der neuen rechten Bewegung
Matthias Quent: Stöss, Richard (2025). Der rechte Rand Europas. Rechtsextremismus und Rechtskonservatismus bei den Wahlen zum Europäischen Parlament 1979 bis 2024

 

Einzelbeitrag-Download (Open Access): zrex.budrich-journals.de
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Zusätzliche Informationen

Publisher

ISSN

2701-9624

eISSN

2701-9632

Volume

6. Jahrgang 2026

Edition

1-2026

Date of publication

24.03.2026

Scope

136 Seiten

Language

Deutsch

Format

17 x 24 cm

DOI

https://doi.org/10.3224/zrex.v6i1

Open Access-Lizenz

https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de

Homepage

https://zrex.budrich-journals.de

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Autor*innen

Keywords

AfD, Erinnerungsaktivismus, Erinnerungskultur, explorative Studie, far right, Freie Sachsen, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Kindheitspädagogik, Country, Leipzig, ländlicher Raum, Migration, März 2026, Neue Rechte, Oswald Spengler, political attitudes, Populismus, Preußischer Sozialismus, Provinzialität, rechte Gewalt, rechter Libertarismus, Rechtsextremismus, Rechtsextremismusforschung, Rechtsstaat, right-wing extremism, social media, solidarischer Patriotismus, Social Work, Sozialstaat, Stadt, Studierende, TikTok, Todesopfer rechter Gewalt, Verschwörungserzählungen, youth, Zivilgesellschaft, zivilgesellschaftliches Engagement

Abstracts

Vom „totalen Migrationsstaat“ zum „Ordnungsstaat“. Über die Rechtsstaatsverständnisse der Neuen Rechten (Maximilian Pichl)
In der Literatur der extremen und der Neuen Rechten spielt der Rechtsstaat eine immer größere Rolle. Kritik am liberalen Rechtsstaatsverständnis wird vor allem im Kontext der Migrations- und Sozialpolitik geäußert. Am Beispiel ausgewählter extrem rechter und neurechter Publikationen werden die darin vertretenen Rechtsstaatsverständnisse diskutiert und erläutert, wie diese als Scharniere in den radikalisierten Konservatismus fungieren. Eine Untersuchung des Rechtsstaatsverständnisses und der Rechtspolitik der extremen und Neuen Rechten wird somit als relevanter Forschungsgegenstand der Rechtsextremismusforschung begründet. Schlüsselbegriffe: Migration, Neue Rechte, Rechtsstaat, Sozialstaat
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Umkämpftes Gedenken: Die Erinnerung an Todesopfer rechter Gewalt in Leipzig (1990–2020) (Anna Fend)
Der Artikel untersucht die Erinnerungskämpfe verschiedener Akteur:innen in Leipzig, die zwischen 1990 und 2020 um das öffentliche Gedenken an Todesopfer rechter Gewalt geführt wurden. Der Artikel zeichnet die Entwicklung nach, in der sich die Erinnerung an rechte Gewalt von einer Marginalisierung zu einer wachsenden gesellschaftlichen Aufmerksamkeit verschoben hat. Die theoretische Grundlage bildet Jenny Wüstenbergs Konzept des Erinnerungsaktivismus, der zivilgesellschaftliche Akteur:innen in den Mittelpunkt stellt. Mithilfe der historischen Diskursanalyse nach Armin Landwehr wurden über 300 Zeitungsartikel, städtische Dokumente und Zeugnisse von Erinnerungsaktivist:innen analysiert. Die Ergebnisse zeigen: Rechte Gewalt wurde in den frühen 1990er-Jahren von Stadt und Medien entpolitisiert. Erste Formen gesellschaftlichen Protests wurden nach dem Mord an Achmed Bachir 1996 sichtbar. Ein Wendepunkt war die Ermordung Kamal Kilades 2010, die eine gesellschaftliche Mobilisierung und erinnerungsaktivistische Auseinandersetzung auslöste. Die Studie betont, dass das Erinnern an rechte Gewalt in Leipzig wesentlich durch den anhaltenden zivilgesellschaftlichen Erinnerungsaktivismus geprägt ist. Schlüsselbegriffe: Todesopfer rechter Gewalt; Leipzig; Erinnerungsaktivismus, Erinnerungskultur; rechte Gewalt, Zivilgesellschaft
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Radicalized by TikTok and Co.? The Influence of Social Media Use on Far-Right Orientations of Young Adults in Germany (Matthias Quent & Christian Stein)
Right-wing extremism among young people often gets attributed to radicalisation on social media. This study examines how the use of various social media platforms affects extremist-leaning attitudes of young people in Germany. A particular focus is placed on TikTok, as the platform has grown rapidly among young people and is discussed in public debates as a potential influence on far-right orientations. Methodologically, the analysis is based on a representative online survey (n = 2,099; ages 16–27) with self-reported data on party sympathies, political self-placement, and social media usage intensity. The results show a positive association between the intensity of social media use and far-right attitudes. The findings also indicate that this relationship varies in strength across different platforms, and the platform TikTok does not stand out as a particularly strong accelerant of radicalization. Keywords: Social Media, right-wing extremism, far right, AfD, youth, TikTok, political attitudes
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Stadt, Land, Weltverschwörung? Eine qualitative Inhaltsanalyse des Aufgewacht-Magazins der radikal rechten Kleinstpartei Freie Sachsen (Michael Krell & Paul Nguyễn)
Ziel des Beitrags ist es, eine empirisch fundierte Bestimmung der spatial imaginaries Stadt und Land in den Erzählungen der radikal rechten Kleinstpartei Freie Sachsen vorzunehmen. Dafür wird die zur Partei gehörige Zeitschrift „Aufgewacht. Das Politikmagazin für Sachsen/Magazin des Widerstands“ aus einer humangeografisch informierten Perspektive von 2022 bis 2024 qualitativ inhaltsanalytisch ausgewertet. Als Ergebnis konnten vier Muster der Erzählungen über Stadt und Land identifiziert werden, die das Land zur Arena des radikal rechten Widerstandes gegen falsche gesellschaftliche Entwicklungen, die in der Großstadt ihren Ausgang nehmen, hervorbringen. Zur Analyse dieser Ergebnisse schlagen wir vor, Erzählungen über Stadt und Land als Ausdruck populistischer Kommunikationsstrategien und der Metaerzählung des Great Reset zu verstehen. Schlüsselbegriffe: Freie Sachsen, Stadt, Land, Verschwörungserzählungen, Populismus
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Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bei Studierenden der Sozialen Arbeit und Kindheitspädagogik. Ergebnisse einer explorativen Studie (Aljoscha Jegodtka & Sebastian Bornemann)
Die vorliegende, von Mai bis Juni 2023 durchgeführte quantitative explorative Studie untersucht, wie weit Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bei Studierenden der Sozialen Arbeit und Kindheitspädagogik verbreitet ist. Hierzu wurde eine Kurzskala der Mitte-Studie genutzt. Daten von insgesamt N=482 Studierenden, davon 351 Studierende der Sozialen Arbeit (72,8%) und 131 Studierende der Kindheitspädagogik (27,2%) konnten ausgewertet werden. Es ließen sich insbesondere Abwertungen gegenüber Arbeits- und Obdachlosen sowie gegenüber Asylsuchenden und muslimischen Mitbürger:innen feststellen. Eine Clusteranalyse zeigte, dass 4,5% der Studierenden der Sozialen Arbeit und 7,9% der Studierenden der Kindheitspädagogik deutlich ausgeprägt abwertende Einstellungen vertreten. Diese Ergebnisse verweisen zum einen auf Herausforderungen für die Lehre an Hochschulen, da davon auszugehen ist, dass Studierende mit autoritär-abwertenden Einstellungen in den untersuchten Studiengängen vertreten sind. Zum anderen stellt sich der Praxis die Aufgabe, die professionsethische Haltung angehender Fachkräfte stärker zu adressieren. Für zukünftige Forschung ist es sinnvoll, zielgruppenspezifischere Erhebungsinstrumente zu entwickeln und ein längsschnittliches Studiendesign anzustreben. Schlüsselbegriffe: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Studierende, Soziale Arbeit, Kindheitspädagogik, explorative Studie
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Provinzielle politische Kultur und extreme Rechte im ländlichen Raum (Brit Engelke & Bernd Belina)
Zivilgesellschaftliches Engagement gegen Rechtsextremismus in ländlichen Räumen trifft auf eine provinzielle politische Kultur. Provinzielle politische Kultur ist dadurch charakterisiert, dass „jede:r jede:n kennt“ und ist, daraus folgend, geprägt durch personenzentrierte Politik, Konformitätsdruck, Konsens- und Harmonieorientierung, Misstrauen gegenüber und Ablehnung von Fremden und insgesamt eine reaktionäre lokale Identität. Im Beitrag wird analysiert, wie sie sich auf das Engagement gegen die umtriebigen extrem rechten Akteur:innen in zwei Nachbardörfern auswirkt. Basierend auf qualitativen Interviews und Beobachtungen wird gezeigt, wie die provinzielle politische Kultur das Engagement gegen Rechtsextremismus in einem Dorf behindert, im anderen jedoch befördert. Schlüsselbegriffe: ländlicher Raum, Provinzialität, Rechtsextremismus, zivilgesellschaftliches Engagement
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Oswald Spengler und die Widersprüche der wirtschaftspolitischen Positionen in der Neuen Rechten (Martin Hauff)
Die Neue Rechte und auch die Alternative für Deutschland (AfD) befinden sich in einem Konflikt zwischen sozial-patriotischen und rechts-libertären Richtungen. Auch einzelne Autoren sind durch ein Spannungsverhältnis zwischen Staatsabsolutierung und Staatskritik geprägt. Diese Ambivalenz ist nicht zufällig, sondern zeigt sich auch bei Rechtsintellektuellen der Weimarer Republik, besonders bei Oswald Spengler, auf den sich die Neue Rechte explizit bezieht. Spengler prägte das Schlagwort des preußischen Sozialismus, wendete sich gegen Liberalismus und Finanzkapitalismus, kritisierte aber zugleich die Steuerbelastung von Unternehmen, den Sozialstaat und die Gewerkschaften. Durch eine Rekonstruktion von Spenglers Begründungsversuchs seines autoritären Wirtschaftsdenkens, das durch sich widersprechende Aspekte geprägt ist, lassen sich wirtschaftspolitische Positionen der Vertreter der Neuen Rechten historisch-systematisch einordnen und die Konflikte innerhalb der AfD besser einschätzen. Schlüsselbegriffe: Oswald Spengler, Preußischer Sozialismus, Neue Rechte, AfD, rechter Libertarismus, solidarischer Patriotismus
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ZRex – Zeitschrift für Rechtsextremismusforschung
1-2026: Freie Beiträge

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Maximilian Pichl: Vom „totalen Migrationsstaat“ zum „Ordnungsstaat“. Über die Rechtsstaatsverständnisse der Neuen Rechten
Anna Fend: Umkämpftes Gedenken: Die Erinnerung an Todesopfer rechter Gewalt in Leipzig (1990–2020)
Matthias Quent / Christian Stein: Radicalized by TikTok and Co.? The Influence of Social Media Use on Far-Right Orientations of Young Adults in Germany
Michael Krell / Paul Nguyễn: Stadt, Land, Weltverschwörung? Eine qualitative Inhaltsanalyse des Aufgewacht-Magazins der radikal rechten Kleinstpartei Freie Sachsen
Aljoscha Jegodtka / Sebastian Bornemann: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bei Studierenden der Sozialen Arbeit und Kindheitspädagogik. Ergebnisse einer explorativen Studie
Brit Engelke / Bernd Belina: Provinzielle politische Kultur und extreme Rechte im ländlichen Raum
Martin Hauff: Oswald Spengler und die Widersprüche der wirtschaftspolitischen Positionen in der Neuen Rechten

Forum
Johann Henningsen / Lea Tewes / Hendrik Wehling: Die radikale Rechte in Deutschland, 1945–2000. Ein Forschungsprojekt am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und am Moses Mendelssohn Zentrum
Katharina Mayer / Katja Sternberger: Das Institut für Rechtsextremismusforschung an der Universität Tübingen – die Phase des Aufbaus

Rezensionen
Viktoria Rösch: Fröhlich, Johanna K. (2025). Die leidende Gemeinschaft des Volkes. Ethnographische Beobachtungen in der neuen rechten Bewegung
Matthias Quent: Stöss, Richard (2025). Der rechte Rand Europas. Rechtsextremismus und Rechtskonservatismus bei den Wahlen zum Europäischen Parlament 1979 bis 2024

 

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ISSN

2701-9624

eISSN

2701-9632

Volume

6. Jahrgang 2026

Edition

1-2026

Date of publication

24.03.2026

Scope

136 Seiten

Language

Deutsch

Format

17 x 24 cm

DOI

https://doi.org/10.3224/zrex.v6i1

Open Access-Lizenz

https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de

Homepage

https://zrex.budrich-journals.de

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Vom „totalen Migrationsstaat“ zum „Ordnungsstaat“. Über die Rechtsstaatsverständnisse der Neuen Rechten (Maximilian Pichl)
In der Literatur der extremen und der Neuen Rechten spielt der Rechtsstaat eine immer größere Rolle. Kritik am liberalen Rechtsstaatsverständnis wird vor allem im Kontext der Migrations- und Sozialpolitik geäußert. Am Beispiel ausgewählter extrem rechter und neurechter Publikationen werden die darin vertretenen Rechtsstaatsverständnisse diskutiert und erläutert, wie diese als Scharniere in den radikalisierten Konservatismus fungieren. Eine Untersuchung des Rechtsstaatsverständnisses und der Rechtspolitik der extremen und Neuen Rechten wird somit als relevanter Forschungsgegenstand der Rechtsextremismusforschung begründet. Schlüsselbegriffe: Migration, Neue Rechte, Rechtsstaat, Sozialstaat
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Umkämpftes Gedenken: Die Erinnerung an Todesopfer rechter Gewalt in Leipzig (1990–2020) (Anna Fend)
Der Artikel untersucht die Erinnerungskämpfe verschiedener Akteur:innen in Leipzig, die zwischen 1990 und 2020 um das öffentliche Gedenken an Todesopfer rechter Gewalt geführt wurden. Der Artikel zeichnet die Entwicklung nach, in der sich die Erinnerung an rechte Gewalt von einer Marginalisierung zu einer wachsenden gesellschaftlichen Aufmerksamkeit verschoben hat. Die theoretische Grundlage bildet Jenny Wüstenbergs Konzept des Erinnerungsaktivismus, der zivilgesellschaftliche Akteur:innen in den Mittelpunkt stellt. Mithilfe der historischen Diskursanalyse nach Armin Landwehr wurden über 300 Zeitungsartikel, städtische Dokumente und Zeugnisse von Erinnerungsaktivist:innen analysiert. Die Ergebnisse zeigen: Rechte Gewalt wurde in den frühen 1990er-Jahren von Stadt und Medien entpolitisiert. Erste Formen gesellschaftlichen Protests wurden nach dem Mord an Achmed Bachir 1996 sichtbar. Ein Wendepunkt war die Ermordung Kamal Kilades 2010, die eine gesellschaftliche Mobilisierung und erinnerungsaktivistische Auseinandersetzung auslöste. Die Studie betont, dass das Erinnern an rechte Gewalt in Leipzig wesentlich durch den anhaltenden zivilgesellschaftlichen Erinnerungsaktivismus geprägt ist. Schlüsselbegriffe: Todesopfer rechter Gewalt; Leipzig; Erinnerungsaktivismus, Erinnerungskultur; rechte Gewalt, Zivilgesellschaft
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Right-wing extremism among young people often gets attributed to radicalisation on social media. This study examines how the use of various social media platforms affects extremist-leaning attitudes of young people in Germany. A particular focus is placed on TikTok, as the platform has grown rapidly among young people and is discussed in public debates as a potential influence on far-right orientations. Methodologically, the analysis is based on a representative online survey (n = 2,099; ages 16–27) with self-reported data on party sympathies, political self-placement, and social media usage intensity. The results show a positive association between the intensity of social media use and far-right attitudes. The findings also indicate that this relationship varies in strength across different platforms, and the platform TikTok does not stand out as a particularly strong accelerant of radicalization. Keywords: Social Media, right-wing extremism, far right, AfD, youth, TikTok, political attitudes
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Stadt, Land, Weltverschwörung? Eine qualitative Inhaltsanalyse des Aufgewacht-Magazins der radikal rechten Kleinstpartei Freie Sachsen (Michael Krell & Paul Nguyễn)
Ziel des Beitrags ist es, eine empirisch fundierte Bestimmung der spatial imaginaries Stadt und Land in den Erzählungen der radikal rechten Kleinstpartei Freie Sachsen vorzunehmen. Dafür wird die zur Partei gehörige Zeitschrift „Aufgewacht. Das Politikmagazin für Sachsen/Magazin des Widerstands“ aus einer humangeografisch informierten Perspektive von 2022 bis 2024 qualitativ inhaltsanalytisch ausgewertet. Als Ergebnis konnten vier Muster der Erzählungen über Stadt und Land identifiziert werden, die das Land zur Arena des radikal rechten Widerstandes gegen falsche gesellschaftliche Entwicklungen, die in der Großstadt ihren Ausgang nehmen, hervorbringen. Zur Analyse dieser Ergebnisse schlagen wir vor, Erzählungen über Stadt und Land als Ausdruck populistischer Kommunikationsstrategien und der Metaerzählung des Great Reset zu verstehen. Schlüsselbegriffe: Freie Sachsen, Stadt, Land, Verschwörungserzählungen, Populismus
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Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bei Studierenden der Sozialen Arbeit und Kindheitspädagogik. Ergebnisse einer explorativen Studie (Aljoscha Jegodtka & Sebastian Bornemann)
Die vorliegende, von Mai bis Juni 2023 durchgeführte quantitative explorative Studie untersucht, wie weit Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bei Studierenden der Sozialen Arbeit und Kindheitspädagogik verbreitet ist. Hierzu wurde eine Kurzskala der Mitte-Studie genutzt. Daten von insgesamt N=482 Studierenden, davon 351 Studierende der Sozialen Arbeit (72,8%) und 131 Studierende der Kindheitspädagogik (27,2%) konnten ausgewertet werden. Es ließen sich insbesondere Abwertungen gegenüber Arbeits- und Obdachlosen sowie gegenüber Asylsuchenden und muslimischen Mitbürger:innen feststellen. Eine Clusteranalyse zeigte, dass 4,5% der Studierenden der Sozialen Arbeit und 7,9% der Studierenden der Kindheitspädagogik deutlich ausgeprägt abwertende Einstellungen vertreten. Diese Ergebnisse verweisen zum einen auf Herausforderungen für die Lehre an Hochschulen, da davon auszugehen ist, dass Studierende mit autoritär-abwertenden Einstellungen in den untersuchten Studiengängen vertreten sind. Zum anderen stellt sich der Praxis die Aufgabe, die professionsethische Haltung angehender Fachkräfte stärker zu adressieren. Für zukünftige Forschung ist es sinnvoll, zielgruppenspezifischere Erhebungsinstrumente zu entwickeln und ein längsschnittliches Studiendesign anzustreben. Schlüsselbegriffe: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Studierende, Soziale Arbeit, Kindheitspädagogik, explorative Studie
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Provinzielle politische Kultur und extreme Rechte im ländlichen Raum (Brit Engelke & Bernd Belina)
Zivilgesellschaftliches Engagement gegen Rechtsextremismus in ländlichen Räumen trifft auf eine provinzielle politische Kultur. Provinzielle politische Kultur ist dadurch charakterisiert, dass „jede:r jede:n kennt“ und ist, daraus folgend, geprägt durch personenzentrierte Politik, Konformitätsdruck, Konsens- und Harmonieorientierung, Misstrauen gegenüber und Ablehnung von Fremden und insgesamt eine reaktionäre lokale Identität. Im Beitrag wird analysiert, wie sie sich auf das Engagement gegen die umtriebigen extrem rechten Akteur:innen in zwei Nachbardörfern auswirkt. Basierend auf qualitativen Interviews und Beobachtungen wird gezeigt, wie die provinzielle politische Kultur das Engagement gegen Rechtsextremismus in einem Dorf behindert, im anderen jedoch befördert. Schlüsselbegriffe: ländlicher Raum, Provinzialität, Rechtsextremismus, zivilgesellschaftliches Engagement
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Oswald Spengler und die Widersprüche der wirtschaftspolitischen Positionen in der Neuen Rechten (Martin Hauff)
Die Neue Rechte und auch die Alternative für Deutschland (AfD) befinden sich in einem Konflikt zwischen sozial-patriotischen und rechts-libertären Richtungen. Auch einzelne Autoren sind durch ein Spannungsverhältnis zwischen Staatsabsolutierung und Staatskritik geprägt. Diese Ambivalenz ist nicht zufällig, sondern zeigt sich auch bei Rechtsintellektuellen der Weimarer Republik, besonders bei Oswald Spengler, auf den sich die Neue Rechte explizit bezieht. Spengler prägte das Schlagwort des preußischen Sozialismus, wendete sich gegen Liberalismus und Finanzkapitalismus, kritisierte aber zugleich die Steuerbelastung von Unternehmen, den Sozialstaat und die Gewerkschaften. Durch eine Rekonstruktion von Spenglers Begründungsversuchs seines autoritären Wirtschaftsdenkens, das durch sich widersprechende Aspekte geprägt ist, lassen sich wirtschaftspolitische Positionen der Vertreter der Neuen Rechten historisch-systematisch einordnen und die Konflikte innerhalb der AfD besser einschätzen. Schlüsselbegriffe: Oswald Spengler, Preußischer Sozialismus, Neue Rechte, AfD, rechter Libertarismus, solidarischer Patriotismus
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