Inhalt
FZG โ Freiburger Zeitschrift fรผr GeschlechterStudien
2019: Geschlechtliche Vielfalt im Sport
(Gast)-Hrsg.: Dr. Karolin Heckemeyer
Editorial
Karolin Heckemeyer / Elke Gramespacher: Perspektiven auf geschlechtliche Vielfalt im Sport
Aufsรคtze
Ilse Hartmann-Tews / Diana Emberger / Birgit Braumรผller: Visuelle Prรคsentation von Sportlern und Sportlerinnen bei den Olympischen Sommerspielen 2000-2016. Muster und Wandel der Geschlechterordnung in der Printmedienberichterstattung.
Corinna Schmechel: Zwischenrรคume โ die Sportumkleide als Raum praktischer Geschlechterpolitik im Sport
Judith von der Heyde: Hegemonialisierte Weiblichkeit. Eine Konzeptualisierung von Weiblichkeit in der Mรคnnerdomรคne
Katrina Karkazis / Rebecca M. Jordan-Young: The Powers of Testosterone: Obscuring Race and Regional Bias in the Regulation of Women Athletes
Interview
Karolin Heckemeyer / Elke Gramespacher: Der Sport zwischen Geschlechterbinaritรคt und geschlechtlicher Vielfalt
Rezensionen
Stefanie Duttweiler: Wer gegen wen? Eine Analyse von Klassifikationsprozessen im Sport
Okka Zimmermann: Versagen der Kleinfamilie?
Aufsatz aus dem Offenen Call
Anne-Laure Garcia: Von der Feminisierung zur Entmaskulinisierung. Epistemologische Reflexion รผber das begriffliche Instrumentarium zur soziologischen Erforschung vom Wandel der Geschlechterverhรคltnisse in der Berufssphรคre
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Abstracts
Visuelle Prรคsentation von Sportlern und Sportlerinnen bei den Olympischen Sommerspielen 2000-2016. Muster und Wandel der Geschlechterordnung in der Printmedienberichterstattung. (Ilse Hartmann-Tews, Diana Emberger, Birgit Braumรผller)
Die besondere Bedeutung Olympischer Sommerspiele liegt in ihrer Grรถรe und medialen Omniprรคsenz. Alle vier Jahre treten seit den Spielen in Sydney 2000 รผber 10.500 Sportler und Sportlerinnen aus mehr als 200 Lรคndern in mehr als 30 Sportarten und 300 Wettbewerben gegeneinander an (Sports Reference 2016). Welche Formen und Modi die visuelle Kommunikation prรคgen, steht im Mittelpunkt der vorliegenden inhaltsanalytischen Forschung รผber die Sommerspiele 2000 bis 2016. Um das Spektrum der Printmedien in Deutschland abzubilden, wurden mit der Bild-Zeitung (BILD) ein Boulevardmedium und mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) ein Qualitรคtsmedium ausgewรคhlt und insgesamt 3.394 Fotos analysiert. Zentrale Fragestellung ist hierbei, ob Sportlerinnen โ wie in der Tagespresse โ unterreprรคsentiert sind, inwieweit in die Fotografien von Sportlern und Sportlerinnen eine mediale Konstruktion von Geschlecht eingelagert ist, sich hier stabile Muster zeigen oder sich im 21. Jahrhundert ein Wandel abzeichnet. Schlagwรถrter: Olympische Spiele, Gender, Printmedien, Inhaltsanalyse, visuelle Kommunikation
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Zwischenrรคume โ die Sportumkleide als Raum praktischer Geschlechterpolitik im Sport (Corinna Schmechel)
In diesem Beitrag werden Praktiken der konventionellen zweigeschlechtlichen Umkleideorganisation in ihrer Relevanz fรผr die Sportpartizipation von LGBTI*-Personen hervorgehoben, um anschlieรend alternative Praktiken zu diskutieren. Es werden exemplarische Umkleide-Strukturpraktiken queerer Sportkontexte beschrieben, um aus einer emotions- und raumsoziologischen Perspektive deren Potentiale und Grenzen fรผr Fragen der In- und Exklusion aufzuzeigen. Schlagwรถrter: Umkleide, Zweigeschlechtlichkeit, queere Rรคume, Raumsoziologie, Emotionssoziologie
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Hegemonialisierte Weiblichkeit. Eine Konzeptualisierung von Weiblichkeit in der Mรคnnerdomรคne (Judith von der Heyde)
Dieser Beitrag geht der Frage nach, ob das Konzept hegemonialer Mรคnnlichkeit von Connell (1999) auf Weiblichkeit anwendbar ist. Eine praxistheoretische Herangehensweise an Geschlecht und Hegemonie kann dabei ihr Verhรคltnis zueinander analysierbar machen. Weiblichkeit ist nicht hegemonial, aber sie kann sich hegemonialisieren, wenn Frauen hegemoniale Praktiken anwenden und diese mit ihrer Weiblichkeitspraxis vereinbar sind. Das ist vor allem dann mรถglich, wenn der Kontext, in dem sie handeln, ein von Hegemonie geprรคgter ist. Bezugnehmend auf eine ethnographische Studie, die zwei Frauen in einer sonst aus mรคnnlichen Mitgliedern bestehenden Gruppe von Fuรballfans fokussiert, wird dieser Beitrag die hegemonialisierte Weiblichkeit theoretisieren. Schlagwรถrter: doing gender, Praxistheorie, Geschlechterverhรคltnis, hegemoniale Mรคnnlichkeit, Weiblichkeit
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The Powers of Testosterone: Obscuring Race and Regional Bias in the Regulation of Women Athletes (Katrina Karkazis, Rebecca M. Jordan-Young)
Using strategies from critical race studies and feminist studies of science, medicine, and the body, we examine the covert operation of race and region in a regulation restricting the natural levels of testosterone in women athletes. Sport organizations claim the rule promotes fair competition and benefits the health of women athletes. Intersectional and postcolonial analyses have shown that „gender challenges“ of specific women athletes engage racialized judgments about sex atypicality that emerged in the context of Western colonialism and are at the heart of Western modernity. Here, we introduce the concept of „T talk“ to refer to the web of direct claims and indirect associations that circulate around testosterone as a material substance and a multivalent cultural symbol. In the case we discuss, T talk naturalizes the idea of sport as a masculine domain while deflecting attention from the racial politics of intrasex competition. Using regulation documents, scientific publications, media coverage, in-depth interviews, and sport officialsโ public presentations, we show how this supposedly neutral and scientific regulation targets women of color from the Global South. Contrary to claims that the rule is beneficent, both racialization and medically-authorized harms are inherent to the regulation. Keywords: health, hyperandrogenism, racialization, sex and gender, science, sport, T talk, violence
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