Verlag Barbara Budrich

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ISSN: 1868-7245

GENDER 1-2026 | Care, Nachhaltigkeit und Transformation

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ISSN: 1868-7245

Inhalt

GENDER – Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft
1-2026: Care, Nachhaltigkeit und Transformation

Lena Eckert / Hanna Haag / Tina Jung: Vorwort: Care, Nachhaltigkeit und Transformation: feministische Interventionen in Wissensproduktionen

Schwerpunkt
Christine Katz / Daniela Gottschlich: Störung und Dynamik als Normalfall: Was bedeutet das für Natur- und Geschlechterverhältnisse?
Jutta Krauß: Musen als Reigen einander umgebender Körper – Muße-Praktiken des Forschens und Sorgens
Jennifer Dahmen-Adkins / Andrea Wolffram: Creating and Staying with the Trouble – Potenziale von weiblichen* ‚Non-Traditional Students‘ für eine transformierte und transformative Wissenschaft
Ian Boes / Johanna Gebhardt / Taj Irzhavsky / Lisa Krall / Alina Sabransky / Susanna Schoenberg: Methoden nachhal(l)tig kompostieren: im Kollektiv mit mehr-als-menschlichen Gefügen
Fabiana Schmid / Sarah Demlehner / Waltraud Ernst: ‚Grüner‘ Wasserstoff zur Bewältigung der Klimakrise? Auf der Suche nach alternativen feministischen Energiezukünften

Offener Teil/Analysen und Debatten
Alina Jung: Scham – Schuld – Schweigen? Subjektwerdung von ungewollt Schwangeren
Susana B. Violante / Carolina Durán / Romina Pulley: Mittelalter und Moderne: Philosophie, Wissenschaft und Spiritualität dreier Frauen, die Spuren hinterlassen haben
Monika Schamschula: Psychische Belastung durch vergeschlechtlichte Care-Arbeit: Perspektiven von Müttern mit psychischen Erkrankungen
Ursula Offenberger / Tamara Schwertel / Clara Retz / Judith Glaesser: Reproduktion im Spannungsfeld von Klima- und Bevölkerungspolitik. Eine Analyse medial-öffentlicher Meinungsäußerungen

Rezensionen
Stefanie Mayer: Eva Kreisky, 2024: Diskreter Maskulinismus. Kritische Zeitdiagnosen. Herausgegeben von Marion Löffler
Yona-Dvir Shalem / Noy Katsman: Orit Avishai, 2023: Queer Judaism: LGBT Activism and the Remaking of Jewish Orthodoxy in Israel
Sabine Weier: Susanne Altmann, 2024: When Technology Was Female. Histories of Construction and Deconstruction, 1917–1989
Sabine Weier: Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (Hrsg.), 2023: Queere Vielfalt im Fußball. Perspektiven aus Forschung und Praxis

 

Einzelbeitrag-Download (Open Access): gender.budrich-journals.de
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Publisher

ISSN

1868-7245

eISSN

2196-4467

Volume

18. Jahrgang 2026

Edition

1-2026

Date of publication

05.03.2026

Scope

168 Seiten

Language

Deutsch

Format

17 x 24 cm

DOI

https://doi.org/10.3224/gender.v18i1

Open Access-Lizenz

https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de

Homepage

https://gender.budrich-journals.de

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Autor*innen

Keywords

Anti-Natalismus, Bevölkerungspolitik, Biografieforschung, care, Care-Arbeit, Caring with Nature/s, cartesianism, Elisabeth of Bohemia, Emotionen, feministische Forschung, feministische Klimakritik, Feministischer Neuer Materialismus, Geschlechtergerechtigkeit, grüner Wasserstoff, Hildegard of Bingen, klimapolitische Diskurse, kollektives Schreiben, Kompost, körperbasierte Wissensproduktion, MINT-Studium, Muse, Mutterschaft, Muße-Praktiken, März 2026, Nachhaltigkeit, Natur und Geschlecht, Naturmanagement, Nichtreproduktion, philosophy, psychische Erkrankung, Psychische Gesundheit, qualitative Sozialforschung, Rosvita of Gandersheim, science, situiertes Wissen, sociotechnical imaginaries, Sorge, sozial-ökologische Gerechtigkeit, soziale Ungleichheit, spirituality, Störung und Dynamik, Sympoiesis, Techno-Optimismus, Transformation, transformative Wissenschaft, transformierte Wissenschaft, ungewollte Schwangerschaft, öffentliche Meinungen

Abstracts

Störung und Dynamik als Normalfall: Was bedeutet das für Natur- und Geschlechterverhältnisse? (Christine Katz, Daniela Gottschlich)
Der Beitrag untersucht, wie Störung und Dynamik in ökologischen Theorien und im praktischen Naturmanagement Eingang finden und welche Bedeutung dies für Geschlechterverhältnisse hat. Denn auch in der Ökologie wird implizit eine Auseinandersetzung über Gesellschaftliches und damit über Geschlechterverhältnisse ausgetragen. Wir nutzen Erkenntnisse aus drei Forschungsprojekten und dualismuskritische Zugänge aus der Geschlechtertheorie. Der Wandel im Naturverständnis von Stabilität zu Störung und Dynamik als Normalfall eröffnet neue Perspektiven, die mit der bisherigen dualistischen Herrschaftslogik brechen: mit Instrumentalisierung, Ausbeutung und Unterordnung „des Anderen“. Zugleich begünstigt in der Ökologie dieser Wandel die Tendenz zur Fixierung auf Funktionalität, was wiederum die Ökonomisierbarkeit von Natur erleichtert. Ein prozesshaftes Naturverständnis, wie wir es im Lübecker Modell der naturnahen ökologischen Waldwirtschaft finden, bietet hingegen Chancen für tatsächlich nachhaltiges vorsorgendes Naturmanagement – für ein Caring with Nature/s in der Praxis. Schlüsselwörter: Naturmanagement, Natur und Geschlecht, Störung und Dynamik, Caring with Nature/s
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Musen als Reigen einander umgebender Körper – Muße-Praktiken des Forschens und Sorgens (Jutta Krauß)
Dieser Beitrag lotet das Spannungsfeld von Forschung und Sorge aus. Dabei dienen die Musen und Muße-Praktiken als Projektions- und Reflexionsfläche für Beziehungsgeflechte. Um eine Lesart des Beziehungsgeflechts Muse mit den Muße-Praktiken des Forschens und Sorgens zu entwickeln, wird die Denkfigur Reigen einander umgebender Körper entworfen. Die im Diskurs etablierte Denkfigur ist durch subjektive Setzungen von wandernden Konzepten nach Mieke Bal und durch die Engführung mit dem Konzept des situierten Wissens von Donna Haraway gekennzeichnet. Auf der Grundlage eines konkreten Forschungsprojektes aus der Disziplin der Tanzwissenschaft wird ein Modell für körperbasierte Wissensproduktionen im Spannungsfeld von Forschung und Sorge etabliert, das Dimensionen von Nachhaltigkeit beinhaltet. Schlüsselwörter: Muse, Muße-Praktiken, Sorge, körperbasierte Wissensproduktion, Nachhaltigkeit
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Creating and Staying with the Trouble – Potenziale von weiblichen* ‚Non-Traditional Students‘ für eine transformierte und transformative Wissenschaft (Jennifer Dahmen-Adkins, Andrea Wolffram)
Der Beitrag untersucht, wie Studiengänge mit ökologischem Nachhaltigkeitsbezug (GreenMINT) in den Technik- und Naturwissenschaften zur geschlechtergerechten und nachhaltigen Transformation von Hochschulen und Wissenschaft beitragen können. Im Fokus stehen sogenannte weibliche Non-Traditional Students (NTS) als potenzielle Mitgestaltende dieses Wandels. Methodisch basiert die Studie auf einer Mixed-Methods-Fallstudie an einer Hochschule, die quantitative Befragungen und qualitative Interviews kombiniert. Die Ergebnisse zeigen, dass die NTS Studienentscheidungen häufig mit einem gesellschaftlichen und ökologischen Gestaltungsanspruch verbinden. Gleichzeitig wirken bestehende Fachkulturen und strukturelle Erwartungen hemmend. Mit Donna Haraways Konzept der Sympoiesis werden Bildungsentscheidungen als relationale, situiert-emotionale Prozesse verstanden. Der Beitrag diskutiert, wie Hochschulen als Räume sympoietischen Mit-Werdens neu gedacht werden können, dies nicht nur, um neue Zielgruppen zu gewinnen, sondern auch, um sie als Orte der Mitgestaltung transformativer Zukunftspfade zu etablieren. Schlüsselwörter: Sympoiesis, Transformierte Wissenschaft, Transformative Wissenschaft, Geschlechtergerechtigkeit, Nachhaltigkeit, MINT-Studium
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Methoden nachhal(l)tig kompostieren: im Kollektiv mit mehr-als-menschlichen Gefügen (Ian Boes, Johanna Gebhardt, Taj Irzhavsky, Lisa Krall, Alina Sabransky, Susanna Schoenberg)
Dieser Artikel denkt über Möglichkeiten feministischer, transformativer und nachhaltiger Wissenschaft nach und praktiziert in diesem kollektiven (Schreib-)Prozess eine experimentelle und kompostistische Forschungspraxis. In der kritischen Auseinandersetzung mit tradierten, zumeist rationalistischen und objektivierenden Methoden geht es diesem Kollektiv nicht darum, nach neuen Lösungen zu suchen, sondern un/stimmige Antworten in dieser Suche auszuhalten und dafür Verantwortung zu übernehmen. Kompost wird in Anlehnung an Donna Haraway als Versuch verstanden, Praktiken der Wissensproduktion und Welterzeugung zu entwickeln, die den Menschen aus dem Zentrum rücken. Damit geht es um ein Denken und Praktizieren in nichtmenschlichen und mehr-als-menschlichen Gefügen, sodass sich im Verlauf des Artikels Visionen von Klimagerechtigkeit, ein Steinmuseum, Stimulanzien in der Kunstpraxis, digitale Spielfiguren und mehr-als-textliche Begleiter*innen begegnen. Mit ihnen werden verschiedene Möglichkeiten der Verbindung von Kompost, Nachhaltigkeit, Sorge-Tragen und transformativer Wissenschaft erkundet. Schlüsselwörter: Kompost, Kollektives Schreiben, Nachhaltigkeit, Feministischer Neuer Materialismus, Situiertes Wissen, Transformative Wissenschaft
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‚Grüner‘ Wasserstoff zur Bewältigung der Klimakrise? Auf der Suche nach alternativen feministischen Energiezukünften (Fabiana Schmid, Sarah Demlehner, Waltraud Ernst)
‚Grüner‘ Wasserstoff (GH2) wird von den EU-Mitgliedstaaten als „Schlüsseltechnologie“ der Energiewende gehandelt, wobei jedoch erhebliche Effizienzverluste dessen großflächigen Einsatz infrage stellen. Zugleich reproduzieren europäische GH2-Strategien (neo-)koloniale Machtverhältnisse und blockieren sozial-ökologische Transformation. Feministische Kritik hebt androzentrische Verkürzungen in der Klimakrisenpolitik hervor, welche komplexe sozial-ökologische Problemlagen auf techno-wissenschaftliche Zukunftsperspektiven reduzieren. Der Beitrag analysiert dominante Narrative um GH2 mittels sociotechnical imaginaries und verortet darin verankerte techno-optimistische Androzentrismen. Aus intersektionaler Perspektive auf sozial-ökologische Gerechtigkeit werden alternative Wissensformen und Handlungsmöglichkeiten jenseits hegemonialer Machtzentren aufgezeigt. Damit leisten wir einen Beitrag zur Klärung lokal-globaler Zusammenhänge und zur methodischen Fundierung sozial-ökologisch gerechter feminist energy futures. Schlüsselwörter: Grüner Wasserstoff, Sociotechnical Imaginaries, Feministische Klimakritik, Sozial-ökologische Gerechtigkeit, Techno-Optimismus
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Scham – Schuld – Schweigen? Subjektwerdung von ungewollt Schwangeren (Alina Jung)
Scham und Schuld sind Emotionen, mit denen ungewollt Schwangere häufig konfrontiert werden. Diese Gefühle stehen im Zusammenhang mit der sozialen Kontrolle und stützen Normkonformität. Da Schwangerschaftsabbrüche meist als Normverstoß wahrgenommen werden, führen sie oft, aber nicht zwangsläufig dazu, dass Betroffene schweigen. Dieser Artikel verdeutlicht den Zusammenhang zwischen den genannten Emotionen, gesellschaftlichen Diskursen sowie Subjektpositionen und den dadurch entstehenden Positionierungen. Dafür werden narrativ-biografische Interviews mit der reflexiven thematischen Analyse emotionssoziologisch untersucht. Die Analyse synthetisiert drei Formen von Scham und Schuldgefühlen, die wegen fehlgeschlagener Verhütung, der Entscheidung zum Abbruch und aufgrund patriarchaler Erwartungen entstehen. Dabei wird deutlich, dass Scham und Schuld nicht zu Schweigen führen müssen. Damit das möglich wird, ist jedoch eine umfassende Handlungsfähigkeit Voraussetzung, die nicht allen Interviewten zuteilwird. Schlüsselwörter: Feministische Forschung, Ungewollte Schwangerschaft, Emotionen, Biografieforschung, Qualitative Sozialforschung
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Middle ages and modernity: Philosophy, science and spirituality of three women who left their mark (Susana B. Violante, Carolina Durán, Romina Pulley)
This paper seeks to recover the contributions of three women from different eras, often overlooked by the intellectual canon: Rosvita of Gandersheim, Hildegard of Bingen, and Elisabeth of Bohemia. The examination will encompass key elements of their thought, linked to the philosophy and science of their time. In the case of Rosvita, we will highlight how she challenged culturally ingrained stereotypes. Regarding Hildegard of Bingen, the focus will be on her contribution to the development of the philosophical and scientific fields. Finally, we will revisit Elisabeth of Bohemia’s perspective on Cartesian dualism. To this end, we will follow the methodological and hermeneutical approach of Alain de Libera’s philosophical archaeology. This approach involves uncovering the layers of formulations embedded in the ‘great problems of philosophy’ and revealing the various discourses that still influence us today. This analysis enables us to assert that there is no singular reading of the history of thought and that the contributions of these women represent a valuable intellectual resource for understanding contemporary science and philosophy. Keywords: Rosvita of Gandersheim, Hildegard of Bingen, Elisabeth of Bohemia, cartesianism, philosophy, science, spirituality
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Psychische Belastung durch vergeschlechtlichte Care-Arbeit: Perspektiven von Müttern mit psychischen Erkrankungen (Monika Schamschula)
Eine ungleiche Verteilung von Care-Arbeit kann das Risiko für psychische Belastungen erhöhen. Diese Studie analysiert anhand von 20 teil-narrativen Interviews mit Müttern mit einer psychischen Erkrankung, wie die Hauptverantwortung für Care-Arbeit als zusätzliche Belastung zur Erkrankung und/oder teilweise als mitverantwortlich für die psychische Gesundheit erlebt wird. Die Ergebnisse tragen dazu bei, Analysen der psychischen Gesundheit um den Faktor der geschlechtsspezifischen Elternschaft und der damit einhergehenden ungleichen Verteilung von Care-Arbeit zu erweitern. Schlüsselwörter: Mutterschaft, Psychische Gesundheit, Psychische Erkrankung, Care-Arbeit
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Reproduktion im Spannungsfeld von Klima- und Bevölkerungspolitik. Eine Analyse medial-öffentlicher Meinungsäußerungen (Ursula Offenberger, Tamara Schwertel, Clara Retz, Judith Glaesser)
Vor dem Hintergrund pro- und antinatalistischer Politiken staatlichen Handelns sowie sozialer Bewegungen untersucht unser Beitrag, wie die Position eines klimapolitischen Anti-Natalismus in öffentlichen Debatten aufgenommen wird. Grundlage ist eine rekonstruktive Analyse von Online-Kommentaren zu Artikeln der Zeitung DIE ZEIT. Im Fokus stehen diskursive Verknüpfungen zwischen Klimapolitik und bevölkerungspolitischem Denken. Die Bezugnahme auf Bevölkerung wird genutzt, um von der klimapolitischen Verantwortung des Globalen Nordens abzulenken. Während in der Wissenschaft demografische Größen genutzt werden, um Emissionen und Konsummuster wohlhabender Gruppen zu analysieren, dient diese Perspektive in der populären Rezeption häufig der Abwehr von Kritik. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung reproduktiver Gerechtigkeit im Kontext klimapolitischer Auseinandersetzungen. Schlüsselwörter: Klimapolitische Diskurse, Anti-Natalismus, Nichtreproduktion, Soziale Ungleichheit, Bevölkerungspolitik, Öffentliche Meinungen
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GENDER – Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft
1-2026: Care, Nachhaltigkeit und Transformation

Lena Eckert / Hanna Haag / Tina Jung: Vorwort: Care, Nachhaltigkeit und Transformation: feministische Interventionen in Wissensproduktionen

Schwerpunkt
Christine Katz / Daniela Gottschlich: Störung und Dynamik als Normalfall: Was bedeutet das für Natur- und Geschlechterverhältnisse?
Jutta Krauß: Musen als Reigen einander umgebender Körper – Muße-Praktiken des Forschens und Sorgens
Jennifer Dahmen-Adkins / Andrea Wolffram: Creating and Staying with the Trouble – Potenziale von weiblichen* ‚Non-Traditional Students‘ für eine transformierte und transformative Wissenschaft
Ian Boes / Johanna Gebhardt / Taj Irzhavsky / Lisa Krall / Alina Sabransky / Susanna Schoenberg: Methoden nachhal(l)tig kompostieren: im Kollektiv mit mehr-als-menschlichen Gefügen
Fabiana Schmid / Sarah Demlehner / Waltraud Ernst: ‚Grüner‘ Wasserstoff zur Bewältigung der Klimakrise? Auf der Suche nach alternativen feministischen Energiezukünften

Offener Teil/Analysen und Debatten
Alina Jung: Scham – Schuld – Schweigen? Subjektwerdung von ungewollt Schwangeren
Susana B. Violante / Carolina Durán / Romina Pulley: Mittelalter und Moderne: Philosophie, Wissenschaft und Spiritualität dreier Frauen, die Spuren hinterlassen haben
Monika Schamschula: Psychische Belastung durch vergeschlechtlichte Care-Arbeit: Perspektiven von Müttern mit psychischen Erkrankungen
Ursula Offenberger / Tamara Schwertel / Clara Retz / Judith Glaesser: Reproduktion im Spannungsfeld von Klima- und Bevölkerungspolitik. Eine Analyse medial-öffentlicher Meinungsäußerungen

Rezensionen
Stefanie Mayer: Eva Kreisky, 2024: Diskreter Maskulinismus. Kritische Zeitdiagnosen. Herausgegeben von Marion Löffler
Yona-Dvir Shalem / Noy Katsman: Orit Avishai, 2023: Queer Judaism: LGBT Activism and the Remaking of Jewish Orthodoxy in Israel
Sabine Weier: Susanne Altmann, 2024: When Technology Was Female. Histories of Construction and Deconstruction, 1917–1989
Sabine Weier: Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (Hrsg.), 2023: Queere Vielfalt im Fußball. Perspektiven aus Forschung und Praxis

 

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ISSN

1868-7245

eISSN

2196-4467

Volume

18. Jahrgang 2026

Edition

1-2026

Date of publication

05.03.2026

Scope

168 Seiten

Language

Deutsch

Format

17 x 24 cm

DOI

https://doi.org/10.3224/gender.v18i1

Open Access-Lizenz

https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de

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Störung und Dynamik als Normalfall: Was bedeutet das für Natur- und Geschlechterverhältnisse? (Christine Katz, Daniela Gottschlich)
Der Beitrag untersucht, wie Störung und Dynamik in ökologischen Theorien und im praktischen Naturmanagement Eingang finden und welche Bedeutung dies für Geschlechterverhältnisse hat. Denn auch in der Ökologie wird implizit eine Auseinandersetzung über Gesellschaftliches und damit über Geschlechterverhältnisse ausgetragen. Wir nutzen Erkenntnisse aus drei Forschungsprojekten und dualismuskritische Zugänge aus der Geschlechtertheorie. Der Wandel im Naturverständnis von Stabilität zu Störung und Dynamik als Normalfall eröffnet neue Perspektiven, die mit der bisherigen dualistischen Herrschaftslogik brechen: mit Instrumentalisierung, Ausbeutung und Unterordnung „des Anderen“. Zugleich begünstigt in der Ökologie dieser Wandel die Tendenz zur Fixierung auf Funktionalität, was wiederum die Ökonomisierbarkeit von Natur erleichtert. Ein prozesshaftes Naturverständnis, wie wir es im Lübecker Modell der naturnahen ökologischen Waldwirtschaft finden, bietet hingegen Chancen für tatsächlich nachhaltiges vorsorgendes Naturmanagement – für ein Caring with Nature/s in der Praxis. Schlüsselwörter: Naturmanagement, Natur und Geschlecht, Störung und Dynamik, Caring with Nature/s
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Musen als Reigen einander umgebender Körper – Muße-Praktiken des Forschens und Sorgens (Jutta Krauß)
Dieser Beitrag lotet das Spannungsfeld von Forschung und Sorge aus. Dabei dienen die Musen und Muße-Praktiken als Projektions- und Reflexionsfläche für Beziehungsgeflechte. Um eine Lesart des Beziehungsgeflechts Muse mit den Muße-Praktiken des Forschens und Sorgens zu entwickeln, wird die Denkfigur Reigen einander umgebender Körper entworfen. Die im Diskurs etablierte Denkfigur ist durch subjektive Setzungen von wandernden Konzepten nach Mieke Bal und durch die Engführung mit dem Konzept des situierten Wissens von Donna Haraway gekennzeichnet. Auf der Grundlage eines konkreten Forschungsprojektes aus der Disziplin der Tanzwissenschaft wird ein Modell für körperbasierte Wissensproduktionen im Spannungsfeld von Forschung und Sorge etabliert, das Dimensionen von Nachhaltigkeit beinhaltet. Schlüsselwörter: Muse, Muße-Praktiken, Sorge, körperbasierte Wissensproduktion, Nachhaltigkeit
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Der Beitrag untersucht, wie Studiengänge mit ökologischem Nachhaltigkeitsbezug (GreenMINT) in den Technik- und Naturwissenschaften zur geschlechtergerechten und nachhaltigen Transformation von Hochschulen und Wissenschaft beitragen können. Im Fokus stehen sogenannte weibliche Non-Traditional Students (NTS) als potenzielle Mitgestaltende dieses Wandels. Methodisch basiert die Studie auf einer Mixed-Methods-Fallstudie an einer Hochschule, die quantitative Befragungen und qualitative Interviews kombiniert. Die Ergebnisse zeigen, dass die NTS Studienentscheidungen häufig mit einem gesellschaftlichen und ökologischen Gestaltungsanspruch verbinden. Gleichzeitig wirken bestehende Fachkulturen und strukturelle Erwartungen hemmend. Mit Donna Haraways Konzept der Sympoiesis werden Bildungsentscheidungen als relationale, situiert-emotionale Prozesse verstanden. Der Beitrag diskutiert, wie Hochschulen als Räume sympoietischen Mit-Werdens neu gedacht werden können, dies nicht nur, um neue Zielgruppen zu gewinnen, sondern auch, um sie als Orte der Mitgestaltung transformativer Zukunftspfade zu etablieren. Schlüsselwörter: Sympoiesis, Transformierte Wissenschaft, Transformative Wissenschaft, Geschlechtergerechtigkeit, Nachhaltigkeit, MINT-Studium
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Methoden nachhal(l)tig kompostieren: im Kollektiv mit mehr-als-menschlichen Gefügen (Ian Boes, Johanna Gebhardt, Taj Irzhavsky, Lisa Krall, Alina Sabransky, Susanna Schoenberg)
Dieser Artikel denkt über Möglichkeiten feministischer, transformativer und nachhaltiger Wissenschaft nach und praktiziert in diesem kollektiven (Schreib-)Prozess eine experimentelle und kompostistische Forschungspraxis. In der kritischen Auseinandersetzung mit tradierten, zumeist rationalistischen und objektivierenden Methoden geht es diesem Kollektiv nicht darum, nach neuen Lösungen zu suchen, sondern un/stimmige Antworten in dieser Suche auszuhalten und dafür Verantwortung zu übernehmen. Kompost wird in Anlehnung an Donna Haraway als Versuch verstanden, Praktiken der Wissensproduktion und Welterzeugung zu entwickeln, die den Menschen aus dem Zentrum rücken. Damit geht es um ein Denken und Praktizieren in nichtmenschlichen und mehr-als-menschlichen Gefügen, sodass sich im Verlauf des Artikels Visionen von Klimagerechtigkeit, ein Steinmuseum, Stimulanzien in der Kunstpraxis, digitale Spielfiguren und mehr-als-textliche Begleiter*innen begegnen. Mit ihnen werden verschiedene Möglichkeiten der Verbindung von Kompost, Nachhaltigkeit, Sorge-Tragen und transformativer Wissenschaft erkundet. Schlüsselwörter: Kompost, Kollektives Schreiben, Nachhaltigkeit, Feministischer Neuer Materialismus, Situiertes Wissen, Transformative Wissenschaft
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‚Grüner‘ Wasserstoff (GH2) wird von den EU-Mitgliedstaaten als „Schlüsseltechnologie“ der Energiewende gehandelt, wobei jedoch erhebliche Effizienzverluste dessen großflächigen Einsatz infrage stellen. Zugleich reproduzieren europäische GH2-Strategien (neo-)koloniale Machtverhältnisse und blockieren sozial-ökologische Transformation. Feministische Kritik hebt androzentrische Verkürzungen in der Klimakrisenpolitik hervor, welche komplexe sozial-ökologische Problemlagen auf techno-wissenschaftliche Zukunftsperspektiven reduzieren. Der Beitrag analysiert dominante Narrative um GH2 mittels sociotechnical imaginaries und verortet darin verankerte techno-optimistische Androzentrismen. Aus intersektionaler Perspektive auf sozial-ökologische Gerechtigkeit werden alternative Wissensformen und Handlungsmöglichkeiten jenseits hegemonialer Machtzentren aufgezeigt. Damit leisten wir einen Beitrag zur Klärung lokal-globaler Zusammenhänge und zur methodischen Fundierung sozial-ökologisch gerechter feminist energy futures. Schlüsselwörter: Grüner Wasserstoff, Sociotechnical Imaginaries, Feministische Klimakritik, Sozial-ökologische Gerechtigkeit, Techno-Optimismus
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Scham und Schuld sind Emotionen, mit denen ungewollt Schwangere häufig konfrontiert werden. Diese Gefühle stehen im Zusammenhang mit der sozialen Kontrolle und stützen Normkonformität. Da Schwangerschaftsabbrüche meist als Normverstoß wahrgenommen werden, führen sie oft, aber nicht zwangsläufig dazu, dass Betroffene schweigen. Dieser Artikel verdeutlicht den Zusammenhang zwischen den genannten Emotionen, gesellschaftlichen Diskursen sowie Subjektpositionen und den dadurch entstehenden Positionierungen. Dafür werden narrativ-biografische Interviews mit der reflexiven thematischen Analyse emotionssoziologisch untersucht. Die Analyse synthetisiert drei Formen von Scham und Schuldgefühlen, die wegen fehlgeschlagener Verhütung, der Entscheidung zum Abbruch und aufgrund patriarchaler Erwartungen entstehen. Dabei wird deutlich, dass Scham und Schuld nicht zu Schweigen führen müssen. Damit das möglich wird, ist jedoch eine umfassende Handlungsfähigkeit Voraussetzung, die nicht allen Interviewten zuteilwird. Schlüsselwörter: Feministische Forschung, Ungewollte Schwangerschaft, Emotionen, Biografieforschung, Qualitative Sozialforschung
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Middle ages and modernity: Philosophy, science and spirituality of three women who left their mark (Susana B. Violante, Carolina Durán, Romina Pulley)
This paper seeks to recover the contributions of three women from different eras, often overlooked by the intellectual canon: Rosvita of Gandersheim, Hildegard of Bingen, and Elisabeth of Bohemia. The examination will encompass key elements of their thought, linked to the philosophy and science of their time. In the case of Rosvita, we will highlight how she challenged culturally ingrained stereotypes. Regarding Hildegard of Bingen, the focus will be on her contribution to the development of the philosophical and scientific fields. Finally, we will revisit Elisabeth of Bohemia’s perspective on Cartesian dualism. To this end, we will follow the methodological and hermeneutical approach of Alain de Libera’s philosophical archaeology. This approach involves uncovering the layers of formulations embedded in the ‘great problems of philosophy’ and revealing the various discourses that still influence us today. This analysis enables us to assert that there is no singular reading of the history of thought and that the contributions of these women represent a valuable intellectual resource for understanding contemporary science and philosophy. Keywords: Rosvita of Gandersheim, Hildegard of Bingen, Elisabeth of Bohemia, cartesianism, philosophy, science, spirituality
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Eine ungleiche Verteilung von Care-Arbeit kann das Risiko für psychische Belastungen erhöhen. Diese Studie analysiert anhand von 20 teil-narrativen Interviews mit Müttern mit einer psychischen Erkrankung, wie die Hauptverantwortung für Care-Arbeit als zusätzliche Belastung zur Erkrankung und/oder teilweise als mitverantwortlich für die psychische Gesundheit erlebt wird. Die Ergebnisse tragen dazu bei, Analysen der psychischen Gesundheit um den Faktor der geschlechtsspezifischen Elternschaft und der damit einhergehenden ungleichen Verteilung von Care-Arbeit zu erweitern. Schlüsselwörter: Mutterschaft, Psychische Gesundheit, Psychische Erkrankung, Care-Arbeit
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Vor dem Hintergrund pro- und antinatalistischer Politiken staatlichen Handelns sowie sozialer Bewegungen untersucht unser Beitrag, wie die Position eines klimapolitischen Anti-Natalismus in öffentlichen Debatten aufgenommen wird. Grundlage ist eine rekonstruktive Analyse von Online-Kommentaren zu Artikeln der Zeitung DIE ZEIT. Im Fokus stehen diskursive Verknüpfungen zwischen Klimapolitik und bevölkerungspolitischem Denken. Die Bezugnahme auf Bevölkerung wird genutzt, um von der klimapolitischen Verantwortung des Globalen Nordens abzulenken. Während in der Wissenschaft demografische Größen genutzt werden, um Emissionen und Konsummuster wohlhabender Gruppen zu analysieren, dient diese Perspektive in der populären Rezeption häufig der Abwehr von Kritik. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung reproduktiver Gerechtigkeit im Kontext klimapolitischer Auseinandersetzungen. Schlüsselwörter: Klimapolitische Diskurse, Anti-Natalismus, Nichtreproduktion, Soziale Ungleichheit, Bevölkerungspolitik, Öffentliche Meinungen
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