Verlag Barbara Budrich

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ISSN: 1619-6910

GWP 2-2026 | Themen: Frieden und internationale Konflikte · Landtagswahlen 2026 · Politische Institutionen · Deliberation · Gerechtigkeit · Nahostkonflikt · Soziale Arbeit · Ökologiepolitik · Soziale Marktwirtschaft

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ISSN: 1619-6910

Inhalt

GWP – Gesellschaft. Wirtschaft. Politik
Heft 2-2026, Themen: Frieden und internationale Konflikte · Landtagswahlen 2026 · Politische Institutionen · Deliberation · Gerechtigkeit · Nahostkonflikt · Soziale Arbeit · Ökologiepolitik · Soziale Marktwirtschaft

Editorial

Online-Archiv
Ein Blick zurück – in die Gegenwart: Landtagswahlen (Open Access)

Meinung
Rolf Bader / Klaus Moegling: Warum moderne Industriestaaten nur im Frieden überlebensfähig sind (Open Access)
Reinhard Loske: Anschwellende Ökosystemrhetorik, nachlassende Ökologiepolitik. Wann der Nutzen des Ökosystembegriffs für technisch-ökonomische Ziele Sinn macht – und wann sie kruder Sprachmissbrauch ist (Open Access)

Aktuelle Analyse
Eckhard Jesse: Die Landtagswahlen 2026 in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz: Parallelen und Unterschiede

Wirtschaftspolitische Kolumne
Roland Sturm / Thorsten Winkelmann: Brauchen wir eine bessere Standortpolitik?

Fachaufsätze
Tanja Klenk / Sylvia Veit: Im Maschinenraum des Regierens: Ergebnisse des PAE-Surveys 2025 zum Profil und Rollenverständnis von Führungskräften in Ministerien
Stephanie Geymann / Andrea Helmer-Denzel: Soziale Arbeit im Kontext der Ganztagsbetreuung an Grundschulen – Ein Arbeitsfeld der begrenzten (Un-)Möglichkeiten
Oguz Orhan: Präkonzepte und antisemitische Ressentiments: Eine empirische Untersuchung der Perspektiven von Schülerinnen und Schülern zum Nahostkonflikt
Simon Lütkewitte / Martin Kroh: Prinzipien der Verteilungsgerechtigkeit. Gerechtigkeitsprinzipien in politischen Debatten sowie aktuelle Befunde aus der empirischen Gerechtigkeitsforschung

Essay
Reinhard Heinritz: Vom Hass zur Solidarität. Einblicke in neue Bücher

Kontrovers dokumentiert
Patrick Bredl: Wehrpflicht und Wehrdienst in Deutschland

Didaktik der Sozialwissenschaften
Liane Platz / Harald Hantke: Deliberation als didaktischer Ansatz: Implikationen für Diskussionen im gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht

Das besondere Buch
Hans-Joachim von Olberg: „Die Bildungspolitik ist in den letzten 20 Jahren in Deutschland wenig vorangekommen!“ Bemerkungen zu drei Überblicksdarstellungen

Rezensionen
Marie Blümchen: Andreas Nölke/Michael Schedelik: Ökonomie verstehen. Eine pluralistische Einführung für Lehramt und Sozialwissenschaften
Klaus Moegling: Christopher Hempel: Fächerübergreifender Unterricht

 

Einzelbeitrag-Download (Open Access/Gebühr): gwp.budrich-journals.de
Sie können sich hier für den GWP-Alert anmelden.

Zusätzliche Informationen

Publisher

ISSN

1619-6910

eISSN

2196-1654

Volume

75. Jahrgang 2026

Edition

2-2026

Date of publication

16.06.2026

Scope

116 Seiten

Language

Deutsch

Format

17 x 24 cm

DOI

https://doi.org/10.3224/gwp.v75i2

Homepage

https://gwp.budrich-journals.de

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Autor*innen

Keywords

Antisemitismus, Baden-Württemberg, Conceptual-Change, Deindustrialisierung, deliberation, Demokratie, Demokratiebildung, Deutschlandfonds, didaktische Rekonstruktion, empirische Gerechtigkeitsforschung, Extremismus, funktionale Politisierung, Ganztagesbetreuung, Gerechtigkeitsprinzipien, Grundschule, Hass, internationale Beziehungen, Investitionsförderung, Juni 2026, Landtagswahlen, militärische Risiken, Ministerialbürokratie, Missbrauch des Ökosystembegriffs, multi-professionelle Zusammenarbeit, Nahostkonflikt, natürliche Ökosysteme, Netzwerke, Parteiensystem, politisch-administrative Eliten, Professionsverständnis, Qualitätsentwicklung, Repräsentation und Diversität, Rheinland Pfalz, Schülervorstellungen, Sicherheitspolitik, Solidarität, Social Work, soziale Gerechtigkeit, Sozialstaat, technisch-ökonomische „Ökosysteme“, Unterrichtsdiskussionen, Urteilsbildung, Verteidigungsfähigkeit, Verteilungskonflikte, Wohlfahrtstaat, „Superwahljahr“ 2026

Abstracts

Warum moderne Industriestaaten nur im Frieden überlebensfähig sind (Rolf Bader und Klaus Moegling)
Es werden von Seiten der Politik sicherheitspolitische Ansprüche formuliert, die nur schwierig oder gar nicht umsetzbar sind. Es werden die Schwierigkeiten moderner Industriestaaten beschrieben, die eigene kritische Infrastruktur zu schützen. Die nuklearen Bedrohungen und der Sicherheit versprechende Begriff des nuklearen Schutzschirms werden kritisch analysiert. Insbesondere das Auslaufen des New Start-Vertrags wird problematisiert. Es werden abschließend Perspektiven für die notwendige internationale Zusammenarbeit angesprochen. Schlagwörter: Verteidigungsfähigkeit, militärische Risiken, Sicherheitspolitik, internationale Beziehungen
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Anschwellende Ökosystemrhetorik, nachlassende Ökologiepolitik. Wann der Nutzen des Ökosystembegriffs für technisch-ökonomische Ziele Sinn macht – und wann sie kruder Sprachmissbrauch ist (Reinhard Loske)
Der Beitrag befasst sich mit der zunehmenden Verwendung des Ökosystembegriffs in technisch-ökonomischen Kontexten. Unter die Lupe genommen und hinterfragt werden Begriffe wie nukleares Ökosystem, industrielles und wirtschaftliches Ökosystem, digitales Ökosysteme und Rüstungsökosystem. Es wird konstatiert, dass diese zunehmende Ökosystemrhetorik parallel zu einer starken Abschwächung ökologisch orientierter Politik verläuft und deshalb wenig glaubwürdig ist. Glaubwürdig wäre die Verwendung der Ökosystembegrifflichkeit erst dann, wenn ökologische Organisationsprinzipien und reale ökologische Fortschritte Hand in Hand gingen. Schlagwörter: Natürliche Ökosysteme, Technisch-ökonomische „Ökosysteme“, Missbrauch des Ökosystembegriffs
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Die Landtagswahlen 2026 in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz: Parallelen und Unterschiede (Eckhard Jesse)
Der Beitrag analysiert nach einem Überblick zu den Spezifika von Landtagswahlen den Wahlausgang in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Diese beiden Landtagswahlen bildeten den Auftakt im „Superwahljahr“ 2026. Ein Vergleich ergibt mehr Parallelen als Unterschiede. Die AfD, die CDU und Die Linke gewannen jeweils, die FDP, die SPD und die Grünen verloren jeweils. In beiden Parlamenten sind nur noch vier Parteien. Konnten die Grünen in Baden-Württemberg unter Cem Özdemir den ersten Platz behaupten, so gelang dies der SPD in Rheinland nicht. In Baden-Württemberg wird das bisherige Bündnis aus Grünen und CDU fortgesetzt, in Rheinland-Pfalz kommt es jetzt zu einer Regierung aus CDU und SPD. Schlagwörter: Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Landtagswahlen, „Superwahljahr“ 2026, Parteiensystem
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Roland Sturm und Thorsten Winkelmann: Brauchen wir eine bessere Standortpolitik? (Roland Sturm und Thorsten Winkelmann)
Standortpolitik umfasst alle politischen, rechtlichen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen von Bund, Ländern und Gemeinden, die Einfluss darauf haben, ob Unternehmen investieren, innovieren und sich ansiedeln – sowie, ob Fachkräfte angezogen werden oder verloren gehen. Der Beitrag diskutiert eine Vielzahl von materiellen und institutionellen Maßnahmen der Standortpolitik. In der modernen Standortökonomie werden Cluster-Theorien berücksichtigt, worunter man ein geografisch konzentriertes Netzwerk von Unternehmen, Zulieferern, Dienstleistern, Forschungseinrichtungen und anderer Institutionen versteht, die durch komplementäre Kompetenzen und Wissensflüsse miteinander verbunden sind. Thema des Beitrags sind auch die Vor- und Nachteile des Standort Deutschland und dessen gegenwärtige Herausforderungen. Schlagwörter: Investitionsförderung, Netzwerke, Deutschlandfonds, Deindustrialisierung, Sozialstaat
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Im Maschinenraum des Regierens: Ergebnisse des PAE-Surveys 2025 zum Profil und Rollenverständnis von Führungskräften in Ministerien (Tanja Klenk und Sylvia Veit)
In diesem Beitrag werden Ergebnisse einer Befragung von rund 1.600 Führungskräften in Bundes- und Landesministerien in Deutschland vorgestellt. Die Befragten identifizieren sich zwar weitgehend mit dem Weberianischen Bild der Verwaltung als neutrale Umsetzungsinstanz politischer Vorgaben, gleichzeitig verstehen sich die ministeriellen Führungskräfte aber auch als aktive Mitgestaltende von Politikinhalten. Politische Responsivität, Fachexpertise und bürokratische Professionalität sind Teil ihres beruflichen Selbstverständnisses. Typisch für die Ministerialverwaltungen ist außerdem eine ausgeprägte funktionale Politisierung des Personals. Schlagwörter: Ministerialbürokratie, Politisch-administrative Eliten, Funktionale Politisierung, Repräsentation und Diversität
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Soziale Arbeit im Kontext der Ganztagsbetreuung an Grundschulen – Ein Arbeitsfeld der begrenzten (Un-)Möglichkeiten (Stephanie Geymann und Andrea Helmer-Denzel)
Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern und zur Milderung herkunftsbedingter Bildungsungleichheit führen. In der Praxis gestaltet sich eine am Kind orientierte Erziehung, Bildung und Betreuung herausfordernd. Beteiligte Akteur*innen aus Schule, Sozialer Arbeit und Bürgerschaftlichem Engagement handeln auf der Grundlage unterschiedlicher Zielsetzungen, Rahmen- und Arbeitsbedingungen, die zu einem Machtgefälle und Abgrenzungstendenzen führen. Fachkräftemangel und De-Professionalisierungstendenzen in der Sozialen Arbeit verschärfen die Problematik und verhindern die Qualitätsentwicklung im Arbeitsfeld. Schlagwörter: Ganztagesbetreuung, Multi-professionelle Zusammenarbeit, Grundschule, Soziale Arbeit, Professionsverständnis, Qualitätsentwicklung
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Präkonzepte und antisemitische Ressentiments: Eine empirische Untersuchung der Perspektiven von Schülerinnen und Schülern zum Nahostkonflikt (Oguz Orhan)
Auf Grundlage einer qualitativen Interviewstudie wird untersucht, welche Erklärungs- und Deutungsmodelle SchülerInnen der gymnasialen Oberstufe zur Einordnung des Nahostkonflikts heranziehen. Die Ergebnisse zeigen vielfältige und teils ambivalente Denkfiguren, die auf ein Spannungsfeld emotionaler, moralischer und weltanschaulicher Zugänge verweisen. Daran anknüpfend werden Perspektiven für die Entwicklung theoriegeleiteter und evidenzbasierter Lernangebote zum Nahostkonflikt diskutiert. Schlagwörter: Nahostkonflikt, Schülervorstellungen, Antisemitismus, Didaktische Rekonstruktion, Conceptual-Change
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Prinzipien der Verteilungsgerechtigkeit. Gerechtigkeitsprinzipien in politischen Debatten sowie aktuelle Befunde aus der empirischen Gerechtigkeitsforschung (Simon Lütkewitte und Martin Kroh)
Menschen bewerten eine bestehende Verteilung von Ressourcen (z.B. Einkommen) in der Gesellschaft sehr unterschiedlich und vielfach im Einklang mi ihren Grundvorstellungen von Gerechtigkeit. Der Beitrag stellt vier Prinzipien vor, die helfen, Verteilungen als gerecht oder ungerecht einzuordnen: das Leistungs-, Gleichheits-, Bedarfs- und das Anrechtsprinzip. Obwohl in sozialpolitischen Debatten deutliche Parteienunterschiede in der Fokussierung der Prinzipien ersichtlich werden, zeigen unsere Befunde einen breiten Konsens in der Bevölkerung zu Leistungs- und Bedarfsprinzip sowie zur Abkehr vom Anrechtsprinzip. Schlagwörter: Soziale Gerechtigkeit, Verteilungskonflikte, Gerechtigkeitsprinzipien, Empirische Gerechtigkeitsforschung, Wohlfahrtstaat
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Vom Hass zur Solidarität. Einblicke in neue Bücher (Reinhard Heinritz)
Der Essay möchte, anhand von aktuellen Publikationen, Politik als Darstellung und Austausch von Emotionen in den Blick nehmen. Hass, Wut und Zorn, die ihren Ursprung in dunklen Ängsten haben, führen leicht zu physischer Gewalt, während positive Gefühle wie Gemeinsinn oder Verbundenheit oft weniger ausgeprägt sind. Die Neue Rechte, so meine Annahme, hat ihre Wurzeln in jener emotionalen Dunkelwelt, lenkt diese Energien aber auch gezielt gegen äußere Feinde und untergräbt so tendenziell jede vernünftige Verständigung. Daher ist es wichtig, sich dieser autoritären Strategien bewusst zu werden, um die Lust an offenen Formen des demokratischen Austausches mit anderen Menschen zu stärken. Schlagwörter: Hass, Extremismus, Solidarität, Demokratie
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Deliberation als didaktischer Ansatz: Implikationen für Diskussionen im gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht (Liane Platz und Harald Hantke)
Der Beitrag untersucht Deliberation als didaktischen Ansatz für Unterrichtsdiskussionen im gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht. Anknüpfend an Habermas‘ Deliberationstheorie werden empirische Metabefunde zu Bedingungen gelingender Deliberation ausgewertet. Die Analyse zeigt, dass Diskursqualität, heterogene Gruppenzusammensetzung, aktive Moderation, Diskussionshäufigkeit und der Einfluss getroffener Entscheidungen zentrale Faktoren sind. Mithilfe des Angebots-Nutzungs-Modells können diese Befunde systematisch auf den Unterricht übertragen werden. Deliberation kann damit als empirisch gestützter Ansatz zur Förderung von Fachwissen und Urteilskompetenz angesehen werden, der jedoch kontextspezifische Anpassungen und weitere schulbezogene Forschung erfordert. Schlagwörter: Deliberation, Unterrichtsdiskussionen, Urteilsbildung, Demokratiebildung
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GWP – Gesellschaft. Wirtschaft. Politik
Heft 2-2026, Themen: Frieden und internationale Konflikte · Landtagswahlen 2026 · Politische Institutionen · Deliberation · Gerechtigkeit · Nahostkonflikt · Soziale Arbeit · Ökologiepolitik · Soziale Marktwirtschaft

Editorial

Online-Archiv
Ein Blick zurück – in die Gegenwart: Landtagswahlen (Open Access)

Meinung
Rolf Bader / Klaus Moegling: Warum moderne Industriestaaten nur im Frieden überlebensfähig sind (Open Access)
Reinhard Loske: Anschwellende Ökosystemrhetorik, nachlassende Ökologiepolitik. Wann der Nutzen des Ökosystembegriffs für technisch-ökonomische Ziele Sinn macht – und wann sie kruder Sprachmissbrauch ist (Open Access)

Aktuelle Analyse
Eckhard Jesse: Die Landtagswahlen 2026 in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz: Parallelen und Unterschiede

Wirtschaftspolitische Kolumne
Roland Sturm / Thorsten Winkelmann: Brauchen wir eine bessere Standortpolitik?

Fachaufsätze
Tanja Klenk / Sylvia Veit: Im Maschinenraum des Regierens: Ergebnisse des PAE-Surveys 2025 zum Profil und Rollenverständnis von Führungskräften in Ministerien
Stephanie Geymann / Andrea Helmer-Denzel: Soziale Arbeit im Kontext der Ganztagsbetreuung an Grundschulen – Ein Arbeitsfeld der begrenzten (Un-)Möglichkeiten
Oguz Orhan: Präkonzepte und antisemitische Ressentiments: Eine empirische Untersuchung der Perspektiven von Schülerinnen und Schülern zum Nahostkonflikt
Simon Lütkewitte / Martin Kroh: Prinzipien der Verteilungsgerechtigkeit. Gerechtigkeitsprinzipien in politischen Debatten sowie aktuelle Befunde aus der empirischen Gerechtigkeitsforschung

Essay
Reinhard Heinritz: Vom Hass zur Solidarität. Einblicke in neue Bücher

Kontrovers dokumentiert
Patrick Bredl: Wehrpflicht und Wehrdienst in Deutschland

Didaktik der Sozialwissenschaften
Liane Platz / Harald Hantke: Deliberation als didaktischer Ansatz: Implikationen für Diskussionen im gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht

Das besondere Buch
Hans-Joachim von Olberg: „Die Bildungspolitik ist in den letzten 20 Jahren in Deutschland wenig vorangekommen!“ Bemerkungen zu drei Überblicksdarstellungen

Rezensionen
Marie Blümchen: Andreas Nölke/Michael Schedelik: Ökonomie verstehen. Eine pluralistische Einführung für Lehramt und Sozialwissenschaften
Klaus Moegling: Christopher Hempel: Fächerübergreifender Unterricht

 

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ISSN

1619-6910

eISSN

2196-1654

Volume

75. Jahrgang 2026

Edition

2-2026

Date of publication

16.06.2026

Scope

116 Seiten

Language

Deutsch

Format

17 x 24 cm

DOI

https://doi.org/10.3224/gwp.v75i2

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Warum moderne Industriestaaten nur im Frieden überlebensfähig sind (Rolf Bader und Klaus Moegling)
Es werden von Seiten der Politik sicherheitspolitische Ansprüche formuliert, die nur schwierig oder gar nicht umsetzbar sind. Es werden die Schwierigkeiten moderner Industriestaaten beschrieben, die eigene kritische Infrastruktur zu schützen. Die nuklearen Bedrohungen und der Sicherheit versprechende Begriff des nuklearen Schutzschirms werden kritisch analysiert. Insbesondere das Auslaufen des New Start-Vertrags wird problematisiert. Es werden abschließend Perspektiven für die notwendige internationale Zusammenarbeit angesprochen. Schlagwörter: Verteidigungsfähigkeit, militärische Risiken, Sicherheitspolitik, internationale Beziehungen
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Der Beitrag befasst sich mit der zunehmenden Verwendung des Ökosystembegriffs in technisch-ökonomischen Kontexten. Unter die Lupe genommen und hinterfragt werden Begriffe wie nukleares Ökosystem, industrielles und wirtschaftliches Ökosystem, digitales Ökosysteme und Rüstungsökosystem. Es wird konstatiert, dass diese zunehmende Ökosystemrhetorik parallel zu einer starken Abschwächung ökologisch orientierter Politik verläuft und deshalb wenig glaubwürdig ist. Glaubwürdig wäre die Verwendung der Ökosystembegrifflichkeit erst dann, wenn ökologische Organisationsprinzipien und reale ökologische Fortschritte Hand in Hand gingen. Schlagwörter: Natürliche Ökosysteme, Technisch-ökonomische „Ökosysteme“, Missbrauch des Ökosystembegriffs
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Die Landtagswahlen 2026 in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz: Parallelen und Unterschiede (Eckhard Jesse)
Der Beitrag analysiert nach einem Überblick zu den Spezifika von Landtagswahlen den Wahlausgang in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Diese beiden Landtagswahlen bildeten den Auftakt im „Superwahljahr“ 2026. Ein Vergleich ergibt mehr Parallelen als Unterschiede. Die AfD, die CDU und Die Linke gewannen jeweils, die FDP, die SPD und die Grünen verloren jeweils. In beiden Parlamenten sind nur noch vier Parteien. Konnten die Grünen in Baden-Württemberg unter Cem Özdemir den ersten Platz behaupten, so gelang dies der SPD in Rheinland nicht. In Baden-Württemberg wird das bisherige Bündnis aus Grünen und CDU fortgesetzt, in Rheinland-Pfalz kommt es jetzt zu einer Regierung aus CDU und SPD. Schlagwörter: Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Landtagswahlen, „Superwahljahr“ 2026, Parteiensystem
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Roland Sturm und Thorsten Winkelmann: Brauchen wir eine bessere Standortpolitik? (Roland Sturm und Thorsten Winkelmann)
Standortpolitik umfasst alle politischen, rechtlichen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen von Bund, Ländern und Gemeinden, die Einfluss darauf haben, ob Unternehmen investieren, innovieren und sich ansiedeln – sowie, ob Fachkräfte angezogen werden oder verloren gehen. Der Beitrag diskutiert eine Vielzahl von materiellen und institutionellen Maßnahmen der Standortpolitik. In der modernen Standortökonomie werden Cluster-Theorien berücksichtigt, worunter man ein geografisch konzentriertes Netzwerk von Unternehmen, Zulieferern, Dienstleistern, Forschungseinrichtungen und anderer Institutionen versteht, die durch komplementäre Kompetenzen und Wissensflüsse miteinander verbunden sind. Thema des Beitrags sind auch die Vor- und Nachteile des Standort Deutschland und dessen gegenwärtige Herausforderungen. Schlagwörter: Investitionsförderung, Netzwerke, Deutschlandfonds, Deindustrialisierung, Sozialstaat
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Im Maschinenraum des Regierens: Ergebnisse des PAE-Surveys 2025 zum Profil und Rollenverständnis von Führungskräften in Ministerien (Tanja Klenk und Sylvia Veit)
In diesem Beitrag werden Ergebnisse einer Befragung von rund 1.600 Führungskräften in Bundes- und Landesministerien in Deutschland vorgestellt. Die Befragten identifizieren sich zwar weitgehend mit dem Weberianischen Bild der Verwaltung als neutrale Umsetzungsinstanz politischer Vorgaben, gleichzeitig verstehen sich die ministeriellen Führungskräfte aber auch als aktive Mitgestaltende von Politikinhalten. Politische Responsivität, Fachexpertise und bürokratische Professionalität sind Teil ihres beruflichen Selbstverständnisses. Typisch für die Ministerialverwaltungen ist außerdem eine ausgeprägte funktionale Politisierung des Personals. Schlagwörter: Ministerialbürokratie, Politisch-administrative Eliten, Funktionale Politisierung, Repräsentation und Diversität
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Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern und zur Milderung herkunftsbedingter Bildungsungleichheit führen. In der Praxis gestaltet sich eine am Kind orientierte Erziehung, Bildung und Betreuung herausfordernd. Beteiligte Akteur*innen aus Schule, Sozialer Arbeit und Bürgerschaftlichem Engagement handeln auf der Grundlage unterschiedlicher Zielsetzungen, Rahmen- und Arbeitsbedingungen, die zu einem Machtgefälle und Abgrenzungstendenzen führen. Fachkräftemangel und De-Professionalisierungstendenzen in der Sozialen Arbeit verschärfen die Problematik und verhindern die Qualitätsentwicklung im Arbeitsfeld. Schlagwörter: Ganztagesbetreuung, Multi-professionelle Zusammenarbeit, Grundschule, Soziale Arbeit, Professionsverständnis, Qualitätsentwicklung
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Auf Grundlage einer qualitativen Interviewstudie wird untersucht, welche Erklärungs- und Deutungsmodelle SchülerInnen der gymnasialen Oberstufe zur Einordnung des Nahostkonflikts heranziehen. Die Ergebnisse zeigen vielfältige und teils ambivalente Denkfiguren, die auf ein Spannungsfeld emotionaler, moralischer und weltanschaulicher Zugänge verweisen. Daran anknüpfend werden Perspektiven für die Entwicklung theoriegeleiteter und evidenzbasierter Lernangebote zum Nahostkonflikt diskutiert. Schlagwörter: Nahostkonflikt, Schülervorstellungen, Antisemitismus, Didaktische Rekonstruktion, Conceptual-Change
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Menschen bewerten eine bestehende Verteilung von Ressourcen (z.B. Einkommen) in der Gesellschaft sehr unterschiedlich und vielfach im Einklang mi ihren Grundvorstellungen von Gerechtigkeit. Der Beitrag stellt vier Prinzipien vor, die helfen, Verteilungen als gerecht oder ungerecht einzuordnen: das Leistungs-, Gleichheits-, Bedarfs- und das Anrechtsprinzip. Obwohl in sozialpolitischen Debatten deutliche Parteienunterschiede in der Fokussierung der Prinzipien ersichtlich werden, zeigen unsere Befunde einen breiten Konsens in der Bevölkerung zu Leistungs- und Bedarfsprinzip sowie zur Abkehr vom Anrechtsprinzip. Schlagwörter: Soziale Gerechtigkeit, Verteilungskonflikte, Gerechtigkeitsprinzipien, Empirische Gerechtigkeitsforschung, Wohlfahrtstaat
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Der Essay möchte, anhand von aktuellen Publikationen, Politik als Darstellung und Austausch von Emotionen in den Blick nehmen. Hass, Wut und Zorn, die ihren Ursprung in dunklen Ängsten haben, führen leicht zu physischer Gewalt, während positive Gefühle wie Gemeinsinn oder Verbundenheit oft weniger ausgeprägt sind. Die Neue Rechte, so meine Annahme, hat ihre Wurzeln in jener emotionalen Dunkelwelt, lenkt diese Energien aber auch gezielt gegen äußere Feinde und untergräbt so tendenziell jede vernünftige Verständigung. Daher ist es wichtig, sich dieser autoritären Strategien bewusst zu werden, um die Lust an offenen Formen des demokratischen Austausches mit anderen Menschen zu stärken. Schlagwörter: Hass, Extremismus, Solidarität, Demokratie
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Der Beitrag untersucht Deliberation als didaktischen Ansatz für Unterrichtsdiskussionen im gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht. Anknüpfend an Habermas‘ Deliberationstheorie werden empirische Metabefunde zu Bedingungen gelingender Deliberation ausgewertet. Die Analyse zeigt, dass Diskursqualität, heterogene Gruppenzusammensetzung, aktive Moderation, Diskussionshäufigkeit und der Einfluss getroffener Entscheidungen zentrale Faktoren sind. Mithilfe des Angebots-Nutzungs-Modells können diese Befunde systematisch auf den Unterricht übertragen werden. Deliberation kann damit als empirisch gestützter Ansatz zur Förderung von Fachwissen und Urteilskompetenz angesehen werden, der jedoch kontextspezifische Anpassungen und weitere schulbezogene Forschung erfordert. Schlagwörter: Deliberation, Unterrichtsdiskussionen, Urteilsbildung, Demokratiebildung
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