Beschreibung
Frühpädagogische Angebote sind zentrale Orte früher Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe, deren Nutzung für geflüchtete Eltern eng mit Fragen von Vertrauen verknüpft ist. Auf Grundlage qualitativer Interviewserien, ethnografischer Feldnotizen aus Angeboten in Niedersachsen und verdichteter Falldarstellungen analysiert die Autorin interpersonelles, organisationsbezogenes und institutionelles Vertrauen sowie deren Zusammenspiel.
Frühpädagogische Angebote leisten einen wesentlichen Beitrag zur frühen Bildung und sozialen Teilhabe geflüchteter Familien. Sie ermöglichen Kindern Bildungs- und Sozialisationsprozesse sowie den Erwerb der deutschen Sprache und eröffnen Eltern zugleich Möglichkeiten sozialer Einbindung und zeitliche Spielräume für Bildung, Arbeit oder andere Aktivitäten. Für geflüchtete Familien ist der Zugang zu diesen Angeboten jedoch häufig mit Unsicherheiten verbunden.
Vor diesem Hintergrund rekonstruiert die Autorin Vertrauen als zentrale Bedingung des Zugangs zu frühpädagogischen Angeboten aus der Perspektive geflüchteter Eltern. Sie analysiert interpersonelles, organisations-bezogenes und institutionelles Vertrauen und fragt danach, wie diese Ebenen entstehen, sich verändern und in ihrem Zusammenspiel Zugangsprozesse strukturieren. Methodisch basiert die Untersuchung auf einem qualitativen Forschungsdesign mit fokussiert-episodischen Interviewserien mit geflüchteten Eltern aus Niedersachsen, ergänzt durch ethnografische Feldnotizen. Auf dieser Grundlage werden verdichtete Falldarstellungen rekonstruiert, die den empirischen Kern der Studie bilden und in eine fallübergreifende Analyse überführt werden.
Die Befunde zeigen, dass Vertrauen für den Zugang zu frühpädagogischen Angeboten eine zentrale Rolle spielt und sich in konkreten Handlungssituationen prozesshaft ausbildet. Zugänge entstehen dabei nicht linear, sondern in dynamischen Zusammenhängen, in denen interpersonelle, organisationale und institutionelle Bedingungen ineinandergreifen.
In der Gesamtschau entwickelt die Untersuchung Vertrauen als analytisches Schlüsselkonzept zur Analyse von Zugangsprozessen in der Frühpädagogik im Kontext geflüchteter Familien. Sie leistet damit einen empirisch fundierten Beitrag zur theoretischen Weiterentwicklung migrationsbezogener Vertrauensforschung und zur konzeptionellen Reflexion migrationssensibler frühpädagogischer Praxis.
Die Autorin:
Mag. phil. Hila Kakar promovierte an der Leuphana Universität Lüneburg. Ihre Dissertation entstand im Rahmen des Verbundprojekts „Integration durch Vertrauen“.
Der Fachbereich:
Educational Science







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