Verlag Barbara Budrich

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ISSN: 1862-5002

Diskurs 4-2025 | Geschwistersozialisation in Viel-Kind-Familien

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ISSN: 1862-5002

Inhalt

Diskurs Kindheits- und Jugendforschung / Discourse. Journal of Childhood and Adolescence Research
4-2025: Geschwistersozialisation in Viel-Kind-Familien

Editorial
Jan Frederik Bossek / Jรผrgen Budde / Rebecca Schmolke: Editorial. Geschwistersozialisation in Viel-Kind-Familien

Schwerpunktbeitrรคge
Christine Entleitner-Phleps / Alexandra N. Langmeyer / Susanne Witte: Mehr als Blutsbande: Geschwister in Trennungsfamilien
Jรผrgen Budde / Lotta Hellberg: Erziehungspraktiken zwischen Geschwistern in Viel-Kind-Familien
Jan Frederik Bossek: Geschwisterkoalitionen und Konflikterziehung in Viel-Kind-Familien.
Dominik Krinninger / Kaja Kesselhut: Dezentrierte Sozialisation und kindliche Akteurschaft in Viel-Kind-Familien
Romy Simon: Miteinander spielen und umeinander sorgen. Geschwisterbeziehungen in Mehrkindfamilien

Freie Beitrรคge
Romy Schรถnfeld / Hannah Merkel / Frauke Hildebrandt / Jan Lonnemann: Partizipative Prozesse in Kindertagesstรคtten โ€“ Bedeutung von Orientierungen und Rollenverstรคndnis pรคdagogischer Fachkrรคfte
Susanne Witte / Heinz Kindler: Kinderschutz in Zeiten von Corona: Ein Vergleich zwischen Hell- und Dunkelfeld vor dem Hintergrund der Mรถglichkeiten des Kinderschutzhandelns in Jugendรคmtern

Kurzbeitrรคge
Inรฉs Brock-Harder: Geschwisterreichtum โ€“ psychische Bedรผrfnisse von Geschwistern in kinderreichen Familien
Elisabeth Mรผller: Geschwister als soziale Ressource โ€“ Warum kinderreiche Familien politische und gesellschaftliche Unterstรผtzung verdienen

 

Einzelbeitrags-Download (Open Access/Gebรผhr): diskurs.budrich-journals.de
Sie kรถnnen sich hier fรผr den Diskurs-Alert anmelden.

Zusรคtzliche Informationen

Publisher

ISSN

1862-5002

eISSN

2193-9713

Volume

20. Jahrgang 2025

Edition

4-2025

Date of publication

20.01.2026

Scope

140 Seiten

Language

Deutsch

Format

17 x 24 cm

DOI

https://doi.org/10.3224/diskurs.v20i4

Homepage

https://diskurs.budrich-journals.de

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Keywords

agency, Alleinerziehende, Beziehungsqualitรคt, Care-Arbeit, Covid-19-Pandemie, dezentrierte Sozialisation, Doing Family Konzept, dokumentarische Methode, Education, Familienerziehung, Fortbildung, frรผhkindliche Bildung, Geschwister, Geschwister als soziale Ressource, Geschwisterbeziehung, Geschwisterrangfolge, Geschwisterreichtum, Halbgeschwister, Infrastruktur, Januar 2026, Kinder als Akteure, Kinderschutz, Kindesmisshandlung, Koalitionen zwischen Geschwistern, Konflikterziehung, Mehrkindfamilien, mikrogenerationale Differenz, Orientierungen, Partizipation, Positionierung, Praxeologie, professionelle Rolle, soziale Welten, Stieffamilien, Stiefgeschwister, Subjektivierung, Teamqualitรคt, Trennungsfamilien, Vernachlรคssigung

Abstracts

Mehr als Blutsbande: Geschwister in Trennungsfamilien (Christine Entleitner-Phleps, Alexandra N. Langmeyer, Susanne Witte)
Diese Studie untersucht die Beziehungsqualitรคt von Geschwistern in Trennungsfamilien unter Einbezug von leiblichen, Stiefgeschwistern und Halbgeschwistern in Alleinerziehenden- und Stieffamilien. Auf Basis von Daten des Surveys โ€žAufwachsen in Deutschland: Alltagsweltenโ€œ (2023) wurden 1.944 Geschwisterbeziehungen in Trennungsfamilien von 742 Kindern zwischen fรผnf und 17 Jahren analysiert. Knapp zwei Drittel der Kinder bewerten ihre Geschwisterbeziehung als sehr gut, wobei Stiefgeschwisterbeziehungen signifikant positiver eingeschรคtzt werden als Beziehungen zu leiblichen und Halbgeschwistern โ€“ ein Befund, der auch multivariat und unter Kontrolle unterschiedlicher Faktoren bestehen bleibt. GrรถรŸere Altersabstรคnde und geteilte Kinderzimmer verringern die Wahrscheinlichkeit einer sehr guten Beziehungsqualitรคt. Handelt es sich um Brรผderpaare im Vergleich zu gemischt-geschlechtlichen Geschwistern, so ist das als positiver Faktor fรผr eine sehr gute Beziehung zu interpretieren. Die Ergebnisse tragen zum besseren Verstรคndnis der Dynamiken in Geschwisterbeziehungen nach einer Trennung der Eltern bei, vor allem, weil die befragten Kinder ihre Lebenssituation selbst bewerten. Schlagwรถrter: Stiefgeschwister, Halbgeschwister, Stieffamilien, Trennungsfamilien, Alleinerziehende, Beziehungsqualitรคt, Geschwisterbeziehung
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Erziehungspraktiken zwischen Geschwistern in Viel-Kind-Familien (Jรผrgen Budde, Lotta Hellberg)
Ausgehend von Desideraten zu Viel-Geschwister-Familien thematisiert der Beitrag innerfamiliรคre Erziehungsprozesse aus der Perspektive von Kindern. Aufgrund der vielfรคltigen Beziehungen zeigen sich in Viel-Geschwister-Familien generationale Mikroverhรคltnisse, die von einem Spannungsfeld aus Gleichheit und Differenz geprรคgt sind. Im Zentrum steht die Analyse von Erziehungspraktiken zwischen Geschwistern als โ€šverschiedene Gleicheโ€›. Erziehungspraktiken in Familien werden dabei als Relationierung von Positionierungen und Subjektivierungen beschrieben. Anhand von Gruppendiskussionen mit Viel-Geschwister-Konstellationen wird Gerechtigkeit als zentraler Modus des โ€ždoing familyโ€œ mit einem stark vergemeinschaftenden Moment herausgearbeitet, welches spannungsreich zu Individuationsaushandlungen um Aufmerksamkeit steht. SchlieรŸlich wird gezeigt, dass vergemeinschaftende Geschwisterbeziehungen sowie vorherrschende Konfliktthemen vielschichtige Subjektpositionierungen hervorbringen. Schlagwรถrter: Geschwister, mikrogenerationale Differenz, Erziehung, Subjektivierung, Positionierung
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Geschwisterkoalitionen und Konflikterziehung in Viel-Kind-Familien. Eine explorative rekonstruktive Annรคherung (Jan Frederik Bossek)
Der Beitrag geht der Frage nach, wie sich Geschwisterkonflikte in Viel-Kind-Familien gestalten und wie diese von den Eltern in der Konflikterziehung aufgegriffen werden. Anhand explorativer Rekonstruktionen eines problemzentrierten Interviews mit einer Jugendlichen wird aufgezeigt, dass Konstellationen von drei und mehr Geschwistern eine besondere Mรถglichkeit der Konfliktpraxis bieten: Koalitionen und damit einhergehende Exklusionen. In den Rekonstruktionen wird deutlich, dass diese nicht nur das Ergebnis der Sozialisation zwischen den Geschwistern sind, sondern die elterliche Erziehungspraxis maรŸgeblich zur Koalitionsbildung beitrรคgt. Schlagwรถrter: Koalitionen zwischen Geschwistern, Konflikterziehung, Familienerziehung, Geschwisterrangfolge, Praxeologie, Dokumentarische Methode
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Dezentrierte Sozialisation und kindliche Akteurschaft in Viel-Kind-Familien (Dominik Krinninger, Kaja Kesselhut)
Der Beitrag beleuchtet Besonderheiten von Viel-Kind-Familien und fragt danach, wie kindliche Akteurschaft unter den komplexen familialen Bedingungen relational erzeugt wird. Da hierfรผr nicht nur die familialen Binnenverhรคltnisse relevant sind, sondern ebenso die Wechselbeziehungen zwischen der Familie und ihrer gesellschaftlichen Umgebung, nehmen wir zu deren Erfassung eine infrastrukturtheoretische Erweiterung sozialisationstheoretischer Ansรคtze vor. Wir werden zeigen, dass die Partizipation an familialen Praktiken kindliche Agency ermรถglicht und Spielrรคume fรผr eine kindliche Beteiligung an der Gestaltung der familialen Ordnung bietet. Die praktische Bearbeitung gesellschaftlicher Kontexte durch die Familie wiederum wird als Beteiligung der Familie an der Hervorbringung sozialer Infrastruktur eingeholt. Wir stellen unserer theoretischen Argumentation ein Fallbeispiel aus einem Forschungsprojekt zur Bearbeitung des รœbergangs in die Grundschule zur Seite. Schlagwรถrter: Dezentrierte Sozialisation, Soziale Welten, Infrastruktur, Kinder als Akteure, Agency
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Miteinander spielen und umeinander sorgen. Geschwisterbeziehungen in Mehrkindfamilien (Romy Simon)
In Mehrkindfamilien wachsen Kinder mit verschiedenen Geschwisterbeziehungen auf, welche sich hinsichtlich des Lebensalters, der Abstรคnde untereinander sowie der Verteilung des Geschlechtsverhรคltnisses unterscheiden. Der Beitrag erweitert die Care-Forschung um empirische Erkenntnisse auf familiรคre Sorgepraktiken unter Geschwistern, in dem ausgehend von einer Doing Family Perspektive der Fokus auf die innerfamiliรคre Verteilung von kindlicher Care- und Verantwortungsรผbernahme in Mehrkindfamilien gerichtet wird. Aus qualitativen Geschwisterinterviews werden zunรคchst drei Typen der quantitativen Verteilung von geschwisterlicher Care-Arbeit herausgearbeitet. AnschlieรŸend erfolgt auf Grundlage der dokumentarischen Methode eine Rekonstruktion unterschiedlicher Orientierungsrahmen innerhalb der Typen, in denen Geschwister in Care-Arbeit eingebunden sind. Dabei wird sichtbar, dass die รœbernahme von Care-Arbeit als eine an die Kinder herangetragene selbstverstรคndliche Verpflichtung gedeutet werden kann, welche jedoch ebenso positiv erlebt wird. Schlagwรถrter: Mehrkindfamilien, Care-Arbeit, Geschwister, Doing Family Konzept
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Partizipative Prozesse in Kindertagesstรคtten โ€“ Bedeutung von Orientierungen und Rollenverstรคndnis pรคdagogischer Fachkrรคfte (Romy Schรถnfeld, Hannah Merkel, Frauke Hildebrandt, Jan Lonnemann)
Studien zeigen, dass es frรผhpรคdagogischen Fachkrรคften nicht umfassend gelingt, Kindern in Alltagssituationen Beteiligungsmรถglichkeiten zu gewรคhren (Hildebrandt et al., 2021). Es fehlen allerdings Forschungsergebnisse zur Frage, welche Faktoren diese beeinflussen. Es gibt Hinweise, dass insbesondere Orientierungen einen Einfluss auf pรคdagogisches Handeln haben (Frรถhlich-Gildhoff et al., 2011). Daher wurde eine Interviewstudie mit der Frage durchgefรผhrt, welchen Orientierungen pรคdagogische Fachkrรคfte bezรผglich partizipativen Handelns mit Kindern nachgehen und welches Rollenverstรคndnis sie diesbezรผglich haben. Es wurde untersucht, welche Aspekte die Orientierungen und das Rollenverstรคndnis bezรผglich Partizipation beeinflussen. Zentrales Ergebnis der Studie ist, dass die durch das Team initiierte und von einer offenen, wertschรคtzenden Teamkultur getragene Selbstreflexion รผber (berufs-)biografische Erlebnisse eine maรŸgebliche Rolle fรผr die Bereitschaft spielt, partizipative Bildungsprozesse zu gestalten. Einrichtungsleitungen und Trรคgern kommt dabei die Verantwortung zu, entsprechende Ressourcen im Team zur Verfรผgung zu stellen. Schlagwรถrter: Frรผhkindliche Bildung, Partizipation, Orientierungen, professionelle Rolle, Teamqualitรคt, Fortbildung
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Kinderschutz in Zeiten von Corona: Ein Vergleich zwischen Hell- und Dunkelfeld vor dem Hintergrund der Mรถglichkeiten des Kinderschutzhandelns in Jugendรคmtern (Susanne Witte, Heinz Kindler)
Die COVID-19-Pandemie und die getroffenen InfektionsschutzmaรŸnahmen haben im Kinderschutz rasch Sorgen vor einem massiven Anstieg der Hรคufigkeit von Gewalt gegen Kinder in Familien sowie der registrierten Gefรคhrdungsfรคlle wรคhrend oder nach der Pandemie ausgelรถst. Fรผr Deutschland ist eine Zunahme von Risikofaktoren fรผr Kindeswohlgefรคhrdung gut belegt. In Dunkelfeldstudien berichteten Eltern von einer Zunahme an Gewalt gegen ihre Kinder. Die Anzahl der Mitteilungen bezรผglich einer mรถglichen Kindeswohlgefรคhrdung an Jugendรคmter setzte in 2020 bis 2022 den Trend einer stetigen Zunahme fort. Eine sprunghaft stรคrkere Zunahme zeigte sich jedoch nicht. Die Anzahl der Inobhutnahmen ging in 2020 und 2021 zurรผck, was mรถglicherweise dafรผr spricht, dass Schwellen fรผr den Eingriff in die elterliche Sorge hรถher angesetzt wurden. Die COVID-19-Pandemie stellte die Jugendรคmter vor groรŸe Herausforderungen, die sie in ihrem Kinderschutzhandeln einschrรคnkten. Zukรผnftig sollte Kinderschutz in Krisenplรคnen regelhaft berรผcksichtigt werden. Schlagwรถrter: Kinderschutz, COVID-19-Pandemie, Kindesmisshandlung, Vernachlรคssigung
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Diskurs Kindheits- und Jugendforschung / Discourse. Journal of Childhood and Adolescence Research
4-2025: Geschwistersozialisation in Viel-Kind-Familien

Editorial
Jan Frederik Bossek / Jรผrgen Budde / Rebecca Schmolke: Editorial. Geschwistersozialisation in Viel-Kind-Familien

Schwerpunktbeitrรคge
Christine Entleitner-Phleps / Alexandra N. Langmeyer / Susanne Witte: Mehr als Blutsbande: Geschwister in Trennungsfamilien
Jรผrgen Budde / Lotta Hellberg: Erziehungspraktiken zwischen Geschwistern in Viel-Kind-Familien
Jan Frederik Bossek: Geschwisterkoalitionen und Konflikterziehung in Viel-Kind-Familien.
Dominik Krinninger / Kaja Kesselhut: Dezentrierte Sozialisation und kindliche Akteurschaft in Viel-Kind-Familien
Romy Simon: Miteinander spielen und umeinander sorgen. Geschwisterbeziehungen in Mehrkindfamilien

Freie Beitrรคge
Romy Schรถnfeld / Hannah Merkel / Frauke Hildebrandt / Jan Lonnemann: Partizipative Prozesse in Kindertagesstรคtten โ€“ Bedeutung von Orientierungen und Rollenverstรคndnis pรคdagogischer Fachkrรคfte
Susanne Witte / Heinz Kindler: Kinderschutz in Zeiten von Corona: Ein Vergleich zwischen Hell- und Dunkelfeld vor dem Hintergrund der Mรถglichkeiten des Kinderschutzhandelns in Jugendรคmtern

Kurzbeitrรคge
Inรฉs Brock-Harder: Geschwisterreichtum โ€“ psychische Bedรผrfnisse von Geschwistern in kinderreichen Familien
Elisabeth Mรผller: Geschwister als soziale Ressource โ€“ Warum kinderreiche Familien politische und gesellschaftliche Unterstรผtzung verdienen

 

Einzelbeitrags-Download (Open Access/Gebรผhr): diskurs.budrich-journals.de
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ISSN

1862-5002

eISSN

2193-9713

Volume

20. Jahrgang 2025

Edition

4-2025

Date of publication

20.01.2026

Scope

140 Seiten

Language

Deutsch

Format

17 x 24 cm

DOI

https://doi.org/10.3224/diskurs.v20i4

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Mehr als Blutsbande: Geschwister in Trennungsfamilien (Christine Entleitner-Phleps, Alexandra N. Langmeyer, Susanne Witte)
Diese Studie untersucht die Beziehungsqualitรคt von Geschwistern in Trennungsfamilien unter Einbezug von leiblichen, Stiefgeschwistern und Halbgeschwistern in Alleinerziehenden- und Stieffamilien. Auf Basis von Daten des Surveys โ€žAufwachsen in Deutschland: Alltagsweltenโ€œ (2023) wurden 1.944 Geschwisterbeziehungen in Trennungsfamilien von 742 Kindern zwischen fรผnf und 17 Jahren analysiert. Knapp zwei Drittel der Kinder bewerten ihre Geschwisterbeziehung als sehr gut, wobei Stiefgeschwisterbeziehungen signifikant positiver eingeschรคtzt werden als Beziehungen zu leiblichen und Halbgeschwistern โ€“ ein Befund, der auch multivariat und unter Kontrolle unterschiedlicher Faktoren bestehen bleibt. GrรถรŸere Altersabstรคnde und geteilte Kinderzimmer verringern die Wahrscheinlichkeit einer sehr guten Beziehungsqualitรคt. Handelt es sich um Brรผderpaare im Vergleich zu gemischt-geschlechtlichen Geschwistern, so ist das als positiver Faktor fรผr eine sehr gute Beziehung zu interpretieren. Die Ergebnisse tragen zum besseren Verstรคndnis der Dynamiken in Geschwisterbeziehungen nach einer Trennung der Eltern bei, vor allem, weil die befragten Kinder ihre Lebenssituation selbst bewerten. Schlagwรถrter: Stiefgeschwister, Halbgeschwister, Stieffamilien, Trennungsfamilien, Alleinerziehende, Beziehungsqualitรคt, Geschwisterbeziehung
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Erziehungspraktiken zwischen Geschwistern in Viel-Kind-Familien (Jรผrgen Budde, Lotta Hellberg)
Ausgehend von Desideraten zu Viel-Geschwister-Familien thematisiert der Beitrag innerfamiliรคre Erziehungsprozesse aus der Perspektive von Kindern. Aufgrund der vielfรคltigen Beziehungen zeigen sich in Viel-Geschwister-Familien generationale Mikroverhรคltnisse, die von einem Spannungsfeld aus Gleichheit und Differenz geprรคgt sind. Im Zentrum steht die Analyse von Erziehungspraktiken zwischen Geschwistern als โ€šverschiedene Gleicheโ€›. Erziehungspraktiken in Familien werden dabei als Relationierung von Positionierungen und Subjektivierungen beschrieben. Anhand von Gruppendiskussionen mit Viel-Geschwister-Konstellationen wird Gerechtigkeit als zentraler Modus des โ€ždoing familyโ€œ mit einem stark vergemeinschaftenden Moment herausgearbeitet, welches spannungsreich zu Individuationsaushandlungen um Aufmerksamkeit steht. SchlieรŸlich wird gezeigt, dass vergemeinschaftende Geschwisterbeziehungen sowie vorherrschende Konfliktthemen vielschichtige Subjektpositionierungen hervorbringen. Schlagwรถrter: Geschwister, mikrogenerationale Differenz, Erziehung, Subjektivierung, Positionierung
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Der Beitrag geht der Frage nach, wie sich Geschwisterkonflikte in Viel-Kind-Familien gestalten und wie diese von den Eltern in der Konflikterziehung aufgegriffen werden. Anhand explorativer Rekonstruktionen eines problemzentrierten Interviews mit einer Jugendlichen wird aufgezeigt, dass Konstellationen von drei und mehr Geschwistern eine besondere Mรถglichkeit der Konfliktpraxis bieten: Koalitionen und damit einhergehende Exklusionen. In den Rekonstruktionen wird deutlich, dass diese nicht nur das Ergebnis der Sozialisation zwischen den Geschwistern sind, sondern die elterliche Erziehungspraxis maรŸgeblich zur Koalitionsbildung beitrรคgt. Schlagwรถrter: Koalitionen zwischen Geschwistern, Konflikterziehung, Familienerziehung, Geschwisterrangfolge, Praxeologie, Dokumentarische Methode
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Der Beitrag beleuchtet Besonderheiten von Viel-Kind-Familien und fragt danach, wie kindliche Akteurschaft unter den komplexen familialen Bedingungen relational erzeugt wird. Da hierfรผr nicht nur die familialen Binnenverhรคltnisse relevant sind, sondern ebenso die Wechselbeziehungen zwischen der Familie und ihrer gesellschaftlichen Umgebung, nehmen wir zu deren Erfassung eine infrastrukturtheoretische Erweiterung sozialisationstheoretischer Ansรคtze vor. Wir werden zeigen, dass die Partizipation an familialen Praktiken kindliche Agency ermรถglicht und Spielrรคume fรผr eine kindliche Beteiligung an der Gestaltung der familialen Ordnung bietet. Die praktische Bearbeitung gesellschaftlicher Kontexte durch die Familie wiederum wird als Beteiligung der Familie an der Hervorbringung sozialer Infrastruktur eingeholt. Wir stellen unserer theoretischen Argumentation ein Fallbeispiel aus einem Forschungsprojekt zur Bearbeitung des รœbergangs in die Grundschule zur Seite. Schlagwรถrter: Dezentrierte Sozialisation, Soziale Welten, Infrastruktur, Kinder als Akteure, Agency
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In Mehrkindfamilien wachsen Kinder mit verschiedenen Geschwisterbeziehungen auf, welche sich hinsichtlich des Lebensalters, der Abstรคnde untereinander sowie der Verteilung des Geschlechtsverhรคltnisses unterscheiden. Der Beitrag erweitert die Care-Forschung um empirische Erkenntnisse auf familiรคre Sorgepraktiken unter Geschwistern, in dem ausgehend von einer Doing Family Perspektive der Fokus auf die innerfamiliรคre Verteilung von kindlicher Care- und Verantwortungsรผbernahme in Mehrkindfamilien gerichtet wird. Aus qualitativen Geschwisterinterviews werden zunรคchst drei Typen der quantitativen Verteilung von geschwisterlicher Care-Arbeit herausgearbeitet. AnschlieรŸend erfolgt auf Grundlage der dokumentarischen Methode eine Rekonstruktion unterschiedlicher Orientierungsrahmen innerhalb der Typen, in denen Geschwister in Care-Arbeit eingebunden sind. Dabei wird sichtbar, dass die รœbernahme von Care-Arbeit als eine an die Kinder herangetragene selbstverstรคndliche Verpflichtung gedeutet werden kann, welche jedoch ebenso positiv erlebt wird. Schlagwรถrter: Mehrkindfamilien, Care-Arbeit, Geschwister, Doing Family Konzept
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Studien zeigen, dass es frรผhpรคdagogischen Fachkrรคften nicht umfassend gelingt, Kindern in Alltagssituationen Beteiligungsmรถglichkeiten zu gewรคhren (Hildebrandt et al., 2021). Es fehlen allerdings Forschungsergebnisse zur Frage, welche Faktoren diese beeinflussen. Es gibt Hinweise, dass insbesondere Orientierungen einen Einfluss auf pรคdagogisches Handeln haben (Frรถhlich-Gildhoff et al., 2011). Daher wurde eine Interviewstudie mit der Frage durchgefรผhrt, welchen Orientierungen pรคdagogische Fachkrรคfte bezรผglich partizipativen Handelns mit Kindern nachgehen und welches Rollenverstรคndnis sie diesbezรผglich haben. Es wurde untersucht, welche Aspekte die Orientierungen und das Rollenverstรคndnis bezรผglich Partizipation beeinflussen. Zentrales Ergebnis der Studie ist, dass die durch das Team initiierte und von einer offenen, wertschรคtzenden Teamkultur getragene Selbstreflexion รผber (berufs-)biografische Erlebnisse eine maรŸgebliche Rolle fรผr die Bereitschaft spielt, partizipative Bildungsprozesse zu gestalten. Einrichtungsleitungen und Trรคgern kommt dabei die Verantwortung zu, entsprechende Ressourcen im Team zur Verfรผgung zu stellen. Schlagwรถrter: Frรผhkindliche Bildung, Partizipation, Orientierungen, professionelle Rolle, Teamqualitรคt, Fortbildung
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Die COVID-19-Pandemie und die getroffenen InfektionsschutzmaรŸnahmen haben im Kinderschutz rasch Sorgen vor einem massiven Anstieg der Hรคufigkeit von Gewalt gegen Kinder in Familien sowie der registrierten Gefรคhrdungsfรคlle wรคhrend oder nach der Pandemie ausgelรถst. Fรผr Deutschland ist eine Zunahme von Risikofaktoren fรผr Kindeswohlgefรคhrdung gut belegt. In Dunkelfeldstudien berichteten Eltern von einer Zunahme an Gewalt gegen ihre Kinder. Die Anzahl der Mitteilungen bezรผglich einer mรถglichen Kindeswohlgefรคhrdung an Jugendรคmter setzte in 2020 bis 2022 den Trend einer stetigen Zunahme fort. Eine sprunghaft stรคrkere Zunahme zeigte sich jedoch nicht. Die Anzahl der Inobhutnahmen ging in 2020 und 2021 zurรผck, was mรถglicherweise dafรผr spricht, dass Schwellen fรผr den Eingriff in die elterliche Sorge hรถher angesetzt wurden. Die COVID-19-Pandemie stellte die Jugendรคmter vor groรŸe Herausforderungen, die sie in ihrem Kinderschutzhandeln einschrรคnkten. Zukรผnftig sollte Kinderschutz in Krisenplรคnen regelhaft berรผcksichtigt werden. Schlagwรถrter: Kinderschutz, COVID-19-Pandemie, Kindesmisshandlung, Vernachlรคssigung
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