Beschreibung
Elternschaft: Eine ausgesparte Perspektive in der feministischen Auseinandersetzung? Lange Zeit beschรคftigten sich feministische Debatten kaum mit Elternschaft und Familie. Der bis in die Gegenwart hinein tonangebende Gleichheitsfeminismus orientiert sich an der Gleichheit mit Mรคnnern โ ungebunden und durch Frauen von Fรผrsorge befreit. Zeiten รคndern sich: Ein Bedeutungswandel in der Perspektive auf Elternschaft hรคlt Einzug in feministische Auseinandersetzungen und Kรคmpfe. Nicht lรคnger richten diese sich gegen die Familie, sondern gegen Verhรคltnisse, in denen das Leben mit Kindern zur Zumutung wird. Das Handbuch vereint 50 Stimmen des Feminismus zum Thema Elternschaft. Die Beitrรคge gehen anhand von Schlagwรถrtern der Frage nach, wie Mutterschaft, Vaterschaft und Elternschaft in unterschiedlichen feministischen Strรถmungen verarbeitet werden. Wie werden rechtliche Aspekte der Ausรผbung von Mutter- und Vaterschaft ausgelegt? Welche Wege fรผhren in die Elternschaft? Und wie sehen feministische Utopien eines guten Lebens mit Kindern aus?
Mit der Frage, wie Mutterschaft, Vaterschaft und Elternschaft in verschiedenen feministischen Strรถmungen besprochen werden, beschรคftigt sich die erste Rubrik. Feministische Perspektiven auf die Bestimmung von Elternschaft im Recht und die institutionelle Ausรผbung beispielsweise in der Kinder- und Jugendhilfe ist Gegenstand der zweiten Rubrik. Die verschiedenen Wege in die Elternschaft von der Kinderwunschbehandlung, Fehlgeburten, Geburtsvorbereitungskurse und die Herausforderung der Zwei-Mutterschaft sind Thema der dritten Rubrik. Die vierte Rubrik thematisiert feministische Perspektiven auf das Leben mit Kindern. รber Gewalt und Glรผck des Gebรคrens, รผber Paardynamiken geteilter Elternschaft, das Wechselmodell und das Unbehagen moderner Vรคter sowie dem Bereuen von Mutterschaft โ unter derzeitigen kapitalistischen Bedingungen. Schlieรlich geht es in der fรผnften Rubrik um Utopien vom Leben mit Kindern, um eine Kindergrundsicherung um Co-Elternschaft und die vielfรคltigen Herausforderungen einer feministischen Familienpolitik.
Inhaltsverzeichnis + Leseprobe
Kostenlose Open Access Beitrรคge:
Christine Wimbauer: Co-Elternschaft (Doi: 10.3224/84742367.45)
Leoni Linek/Almut Peukert/Julia Teschlade/Mona Motakef/Christine Wimbauer: Soziale Elternschaft (Doi: 10.3224/84742367.30)
Website zum Buch: www.feministische-eltern.de
Die Publikation wurde von folgenden Fรถrderern unterstรผtzt:
Heinrich-Bรถll-Stiftung
Heidehof Stiftung
Gunda-Werner-Institut in der Heinrich-Bรถll-Stiftung e.V.
Apfelbaum Stiftung
Werner-Zeller-Stiftung
Rosa-Luxemburg-Stiftung
Sparkasse Freiburg
Verein X-Weise e.V.
The editors:
Dr. Lisa Yashodhara Haller ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut fรผr Sozialforschung (IfS) der Goethe-Universitรคt Frankfurt am Main
Alicia Schlender ist Promovendin im Lehrbereich Soziologie der Arbeit und Geschlechterverhรคltnisse der Humboldt-Universitรคt zu Berlin
Hier finden Sie den Waschzettel zum Buch (PDF-Infoblatt).
Die Zielgruppe:
Forschende und Lehrende der Gender Studies, Soziologie und Sozialen Arbeit
Pressestimmen
Auf รผber 600 Seiten ist ein Nachschlagewerk entstanden, das โ trotz der im zweiten Teil dieser Rezension besprochenen offenen Punkte โ ein Standardwerk in einer langen Reihe von Disziplinen und Gesellschaftskontexten werden sollte, um so positive Impulse fรผr die Querschnittaufgabe der Schaffung einer gleichberechtigten und nachhaltig funktionsfรคhigen Gesellschaft zu setzen. Neben den klassischen wissenschaftlichen ungleichheits-, familien- und geschlechtersoziologischen Fachgebieten, sind hier ganz besonders auch inner- und auรerwissenschaftliche sowie insbesondere anwendungsbezogene Kontexte der Wirtschafts- und Politikberatung wie -gestaltung angesprochen, genauso wie ein Groรteil der sozialen, psychiatrischen, pรคdagogischen und Gesundheitsdienstleistung.
soziopolis, Sonja Bastin 10.06.2022
Das Buch ist mit Gewinn fรผr alle zu lesen, die sich einen รberblick รผber die aktuelle feministische Debatte verschaffen wollen
vorwรคrts die sozialistische Zeitungย 17/18 2022
Den Herausgeberinnen ist ein Handbuch gelungen, das der Bandbreite und der Komplexitรคt des Themas gerecht wird und gleichzeitig als Einstiegslektรผre genutzt werden kann.
Zeitschrift Virginia ยท Frรผhjahr 2022 ยท Nr. 70
Ein Bedeutungswandel in der Perspektive auf Elternschaft hรคlt Einzug in feministische Auseinandersetzungen und Kรคmpfe. Nicht lรคnger richten diese sich gegen die Familie, sondern gegen Verhรคltnisse, in denen das Leben mit Kindern zur Zumutung wirdยซ, konstatieren Lisa Yashodhara Haller und Alicia Schlender. Die beiden Sozialwissenschaftlerinnen haben ein Handbuch herausgegeben, in dem 50 Autor*innen Beitrรคge zu Mutter-, Vater- und Elternschaft verfasst haben. Die Beitrรคge geben einen kurzen, auch fรผr Nicht- akademiker*innen verstรคndlichen รberblick zum Thema. Es geht um ยปElternschaft in feministischen Theorien und Debattenยซ, um Perspektiven der Elternschaft, Wege in die Elternschaft, Elternsein und die damit verbundenen Herausforderungen fรผr eine feministische Familienpolitik.
https://peter-nowak-journalist.de, 20.03.2022
Das Handbuch vereint 50 Stimmen des Feminismus zum Thema Elternschaft. Die Beitrรคge gehen anhand von Schlagwรถrtern der Frage nach, wie Mutterschaft, Vaterschaft und Elternschaft in unterschiedlichen feministischen Strรถmungen verarbeitet werden.
SozialAktuell, Februar 2022
Das Handbuch bietet einen umfangreichen รberblick fรผr Expert*innen wie Einsteiger*innen, beinhaltet neben theoretischen auch praxisnahe und aktivistische Beitrรคge von namhaften Autor*innen, betrachtet Mutterschaft jenseits von Heteronormativitรคt und Zweigeschlechtlichkeit und nimmt inter- sektionelle Benachteiligungen von Mรผttern in unterschiedlichen Kontexten in den Blick.
WeiberDiwan 1/2022
Der Band hat kein inhaltliches oder programmatisches Zentrum, zu vielfรคltig sind die in ihm versammelten Aufsรคtze. Vermutlich hat auch diese Vielfalt bis hin zur Unรผberschaubarkeit die Herausgeberinnen veranlasst, keine Einleitung zu schreiben. Die Fรผlle der Texte bedingt auch deren Kรผrze, was ebenso bedauerlich wie vorteilhaft sein kann. Bedauerlich, weil manches Thema zu kurz abgehandelt wird (s.o.), vorteilhaft, weil die Texte, die aus dem PDF gedruckt werden kรถnnen, hervorragend zu Studienzwecken und zur Lehre verwandt werden kรถnnen. So bietet dieses etwas unhandliche Handbuch ย ein Glossar wรคre wรผnschenswert ย einen groรartigen Fundus an Themendarstellungen, die zur weiteren Lektรผre anregen.
Zeitschrift Soziale Arbeit, Heft 6 2022
Das Buch bringt Studierende und wissenschaftlich Interessierte auf den aktuellen Stand feministischer Forschung und Diskussion in all ihren Facetten. Kurze Beitrรคge fassen die Themen zusammen, ergรคnzt mit reichlich Quellenmaterial zum Weiterlesen.
Newsletter Gleichberechtigung und Vernetzung e.V., Oktober 2022
Lisa Yashodhara Haller and Alicia Schlender haben (…) sich auf die Fahnen beziehungsweise den Klappentext geschrieben, Elternschaft nicht als Widerspruch eines selbstbestimmten, autonomen Lebens zu betrachten, sondern jenseits gleichheitsfeministischer Denkansรคtze zu untersuchen. Diesem Anspruch werden sie in ihrem umfangreichen Werk auf 600 Seiten gerecht. Die Herausgeberinnen liefern erstmals im deutschsprachigen Raum ein umfassendes Nachschlagewerk zum Thema und legen damit den Grundstein fรผr eine neue Auseinandersetzung mit Elternschaft im feministischen Diskurs.
djbz โ Zeitschrift des Deutschen Juristinnenbundes, 4/2022
[…] bietet das Handbuch einen sehr gelungenen รberblick der feministischen Forschung zu Elternschaft und speziell zur Geburt, die stetig weiter an Bedeutung gewinnt. Die Lektรผre lohnt sich in jeder Hinsicht.
รSZ, รsterreichische Zeitschrift fรผr Soziologie (2022), Nr. 47
Das Handbuch kommt mit Blick auf die Vielzahl neuer Arbeiten genau zum richtigen Zeitpunkt, denn es bietet eine Bestandsaufnahme von Themen, Debatten und Konzepten der neueren Forschung zum Thema Elternschaft in interdisziplinรคrer Perspektive.
GENDER, Heft 1-2023
Die Beitrรคge geben einen kurzen, meist auch fรผr Nichtakademiker*innen verstรคndlichen รberblick in die jeweiligen Themen. Literaturhinweise hinter jedem Aufsatz regen zum Weiterlesen an.
Peter Nowak, Kritisch-lesen.de, 11.07.2023
Friederike Beier –
Das Handbuch bietet einen sehr informativen und breit gefรคcherten รberblick รผber feministische Theorien und Debatten rund um das Thema Elternschaft. Ein Alleinstellungsmerkmal des Buches ist, dass es Beitrรคge von Akademiker*innen sowie von Journalist*innen und anderen Expert*innen vereint, die aktuell den gesellschaftlichen Diskurs rund um das Thema prรคgen.
Eine Einleitung wรคre hilfreich gewesen, um den Aufbau besser nachvollziehbar zu machen und um einen Gesamtรผberblick zu geben, auch wenn das in Handbรผchern nicht unbedingt รผblich ist.
Insgesamt eine unbedingte Leseempfehlung fรผr alle, die sich fรผr Elternschaft und Reproduktion aus einer feministischen Perspektive interessieren.