Beschreibung
Die deutsche Bildungswissenschaft hat sich trotz der Kontinuitรคt des Rassismus und rechten Terrors in Deutschland nur marginal mit der Komplizenschaft zwischen โBildungโ und โNationโ beschรคftigt. Im vorliegenden Buch wird der Mythos der Bildung, der Nation, der Bildungsnation detranszendentalisiert. Die Autorin untersucht โBildungโ und โNationโ als zentrale Begriffe des (neo)kolonialen Referenzsystems in ihrer Verschrรคnkung. Verschiedene Perspektiven (postkoloniale, hegemonietheoretische, kulturanthropologische, psychoanalytische) beleuchten und historisieren die โ(Bildungs)Nationโ als eine andauernde Fiktion mit realen Folgen.
Wรคhrend den Kulturbegriff bereits zahlreiche Kritiken durchleuchtet haben, scheint โBildungโ davon verschont zu bleiben. โBildungโ ist die Gute. โBildungโ hilft, verspricht Fortschritt, Humanitรคt, einen Weg zur Moral und Vernunft der Menschheit, einen gesellschaftlichen Aufstieg und eine gedeihende Volkswirtschaft. Sie ist ein universelles Heilmittel, ja sogar eine Art Religion geworden. Sie lรคsst sich mit unzรคhligen Themen verschrรคnken und wird von diversen Denkschulen aufgegriffen, reformuliert und reanimiert. Ob wir รผber politische Bildung, kritische Bildung, postkoloniale Bildung oder รถkologische Bildung reden, es darf nicht vergessen werden, dass der Bildungsbegriff auch heutzutage seinen historischen Ballast mit sich schleppt. Die Erzรคhlung um das Land der Dichter und Denker, Land der Ideen, die Bildungs- und Kulturnation stiftet seit langem erfolgreich das, was wir nationale Identitรคt nennen. Nationalismus und Rassismus gepaart mit weltbรผrgerlichem Kosmopolitismus, Bildung, Kultur, Humanismus und Wissenschaft war bereits im 18. Jahrhundert eine bewรคhrte Rezeptur, die zur Grรผndung des Deutschen Kaiserreichs und Konstitution der deutschen Nation fรผhrte. Aktuelle Debatten zeigen, dass der Diskurs um die deutsche Bildungsnation immer noch nicht an Wirksamkeit verloren hat.
Inhaltsverzeichnis + Leseprobe
Die Autorin:
Michaela Jaลกovรก, M.A.,ย Bildungswissenschaftlerin, Sprachmittlerin, Referentin und Beraterin im Bereich Gewaltopferschutz und Migration, Hamburg
Hier finden Sie den Waschzettel zum Buch (PDF-Infoblatt).
Die Zielgruppe:
Lehrende und Forschende der Erziehungswissenschaft und Soziologie







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