Beschreibung
Welche Probleme, welche Fragen und welcher Erkenntniswille lagen den wichtigsten in den Bildungswissenschaften zum Einsatz kommenden Theorien zugrunde? Der Band bietet einen systematischen รberblick รผber die philosophischen und historischen Entstehungskontexte sowie Begrรผndungsmuster dieser Theorien. Der Autor stellt diese Hintergrรผnde kritisch dar und veranschaulicht den Nutzen und die Grenzen der theoretischen Modelle anhand von Anwendungsbeispielen aus der Erziehungswissenschaft.
Der Band weist darauf hin, dass die vorgestellten Theorien in allen Bildungswissenschaften zu finden sind, womit sich das Buch an fortgeschrittene Studierende oder Promovierende verschiedener Fรคcher wendet; die fachspezifische Anwendung bzw. Adaptation der Theorien wird aber exemplarisch an der Erziehungswissenschaft aufgezeigt. Jenseits dieser institutionellen Grรผnde gibt es auch ein fachimmanentes Motiv fรผr diese Entscheidung: Die Erziehungswissenschaft ist in hohem Maรe offen fรผr „Theorieimporte“ und gekennzeichnet durch deren, bisweilen eigenwillige, Anverwandlung, sodass sich an ihr gut zeigen lรคsst, welche Transformationen und Adaptionen Theoriemodelle in einem bestimmten Fach unter Umstรคnden durchlaufen kรถnnen. Auf einen einleitenden Teil mit systematischen begrifflichen Klรคrungen folgt der Hauptteil, der sich mit der Genese und Weiterentwicklung von Theoriestrรถmungen, ihren (Dis-)Kontinuitรคten, Zusammenhรคngen und Unterschieden befasst. Den Schluss bildet ein Kapitel, das an einschlรคgigen Beispielen aus der erziehungswissenschaftlichen Debatte zu zeigen versucht, inwiefern es fรผr die Forschungspraxis und deren Reflexion, aber auch fรผr die Beurteilung pรคdagogischer Debatten relevant ist, Inhalte und Motive verschiedener Theorieansรคtze zu kennen und beurteilen zu kรถnnen.
Inhaltsverzeichnis + Leseprobe
Der Autor:
Prof. Dr. Karl-Heinz Dammer, Professor fรผr Allgemeine Pรคdagogik an der Pรคdagogischen Hochschule Heidelberg
Hier finden Sie den Waschzettel zum Buch (PDF-Infoblatt).
Die Zielgruppe:
Lehrende und Studierende der Erziehungswissenschaft und von Lehramtsstudiengรคngen







Julia –
Das Buch โTheorien in den Bildungswissenschaftenโ von Karl-Heinz Dammer beschรคftigt sich mit den herkรถmmlichen philosophischen Theorien und betrachtete diese kritisch. Ich fand das Buch sehr interessant, da man sich in meinem Studiengang (Erziehungswissenschaften) sehr viel mit Philosophen und philosophischen Theorien beschรคftigt, aber selten bis รผberhaupt keine Kritik รผbt. Und genau dies tut das Buch, es betrachtet diese Theorien aus einem anderen Blickwinkel und erlรคutert, warum die ausgewรคhlten Theorien und/oder Aspekte kritisch betrachtet werden sollten. Die Argumentationen sind schlรผssig und verstรคndlich formuliert. Der Autor stรผtzt sich auf Fakten, beleuchtet die Theorien nochmals kurz und erlรคutert, was daran auszusetzen ist. Zudem bezieht er sich auf bekannte Studien und Autoren, wie beispielsweise die PISA-Studie. Ich finde das Buch, wie bereits erwรคhnt, sehr interessant und lehrreich und empfehle es jedem, der sich kritisch mit philosophischen Ansรคtzen auseinandersetzen mรถchte. Ich wรผrde mir in manchen Bereichen mehr solcher Literatur wรผnschen.
Kathrin Zimmermann –
Fรผr mich als Studentin der Bildungswissenschaft ist das Buch von Karl-Heinz Dammer โTheorien in den Bildungswissenschaftenโ eine gute Ergรคnzung zu den Texten und Inhalten, die in meinem Studium bearbeitet werden. Besonders im Master-Studium sollen auch vorhandene theoretische Konzepte kritisch hinterfragt werden und das Buch gibt eine optimale Hilfestellung, da der Autor sowohl faktengebunden, aber auch kritisch Theorien und Ansรคtze beleuchtet und Probleme herausarbeitet. Ebenso positiv hervorzuheben ist, dass Karl-Heinz Dammer Schlรผsselbegriffe kritisch definiert und die Theorien auch in einen historischen Zusammenhang bringt. Ebenso veranschaulichen praktische Beispiele die hรคufig abstrakten Ideen der Theorien und machen es mรถglich, sich mit diesen auseinandersetzen zu kรถnnen. Besonders empfehlenswert ist das Buch fรผr Masterstudierende der Erziehungs- und Bildungswissenschaft.
David Lehnerer, M.A. –
Das Buch โTheorien in den Bildungswissenschaftenโ (2022) von Karl-Heinz Dammer bietet einen umfangreichen und dennoch kompakten Ein- und รberblick in die verschiedenen Theorien der bildungswissenschaftlichen Disziplin(en). Im Zentrum dieser รbersicht stehen โ[โฆ] philosophische, insbesondere erkenntnistheoretische Grundlagen [โฆ]โ und damit historische Denkmodelle, die aufzeigen kรถnnen, โ[โฆ] wie sich Wahrheitsansprรผche in der Wissenschaft begrรผnden lassen [โฆ]โ (S. 11). Der Autor nimmt seine bildungswissenschaftlich interessierten und/oder bereits bildungswissenschaftlich ausgebildeten Leser*innen somit auf eine โ teilweise Kritik รผbende โ Reise, gemรคร dem Untertitel: โAuf den Spuren von Wahrheit und Erkenntnisโ. Begonnen wird mit einer kurzen Erรถrterung zu den facettenreichen Bedeutungen des Bildungsbegriffs und existierender Widersprรผchlichkeiten, um anschlieรend einzuordnen, was Bildungswissenschaften sind; also eine Einordnung dieser akademischen Disziplinen, die sich mit dem komplexen Phรคnomen Bildung auseinandersetzen. Insgesamt bestimmt der Autor schlieรlich sehr zufriedenstellende und nรผtzliche โ[โฆ] fรผnf Varianten des Verstรคndnisses von Bildungswissenschaften [โฆ]โ (S. 20). Als รคuรerst lehrreich sowie fรผr das weitere Textstudium der Publikation ordnungshelfend, erweisen sich die โSchlรผsselbegriffeโ (S. 22 ff.), die der Autor fรผr den Rahmen seiner Theorieรผbersicht zusammentrรคgt. Gemeint sind die Termini โErkenntnisโ und โWahrheitโ. Interessanterweise verzichtet der Autor in seiner Schlรผsselbegriffsdarstellung auf die Begriffe โTheorieโ und โWissenschaftโ, obwohl diese im Kontext des Publikationsthemas ihre Daseinsberechtigung hรคtten. Stattdessen zieht der Verfasser es vor, den Begriff โParadigmaโ zu wรคhlen, nรคher einzuordnen und die Vorteile dieser Begriffswahl anschaulich hervorzuheben. Infolgedessen werden die verschiedenen erkenntnistheoretischen Paradigmen gemรคร ihrer historischen Zeitenfolge dargestellt (Antike, Empirismus, Rationalismus, Kantianismus, Dialektik, Hermeneutik, Phรคnomenologie, Pragmatismus/Utilitarismus, Denken in Systemen, Postmoderne). Schlieรlich werden die einzelnen Paradigmen stets in erziehungswissenschaftliche Kontexte eingegliedert, die zum Verstรคndnis der jeweiligen Paradigmen beitragen. Das Buch richtet sich insbesondere an Studierende der Erziehungswissenschaft sowie an Studierende verwandter sozialwissenschaftlicher Disziplinen. Zu empfehlen ist das Buch zudem (angehenden) Doktorandinnen und Doktoranden der Erziehungs- und Bildungswissenschaft, die Teilbereiche ihrer pรคdagogisch-theoretischen Geschichtskenntnisse nach ihrem bereits abgeschlossenen Bachelor- und/oder Masterstudium wieder auffrischen mรถchten.
Sebastian Engelmann –
Karl-Heinz Dammer liefert mit diesem umfassenden und differenzierten Werk eine verstรคndliche, nachvollziehbare und kritische Einfรผhrung in den Themenkomplex Theorien in โ und sicherlich auch fรผr โ die Bildungswissenschaften โ und das alles in einem Buch, das aktuelle Diskussionen sehr gut im Blick hat und trotzdem eine eigenstรคndige, philosophisch reflektierte Position entwickelt! Dammer erklรคrt in sehr prรคzisen und eindrรผcklichen Ausfรผhrungen sowohl erkenntnis- und begriffstheoretische Grundlagen als auch verschiedene erkenntnistheoretische Paradigmen. Die von ihm gewรคhlte Darstellung ist dabei nicht etwa โnurโ additiv, sondern die einzelnen Kapitel โ z.B. zu Empirismus, Rationalismus oder auch Phรคnomenologie โ greifen ineinander, sind oft kurzweilig und scharf und motivieren die Lektรผre des durchaus anspruchsvollen und mit Referenzen gut durchsetztem Text sehr. Das Buch eignet sich gut fรผr die ergรคnzende und vertiefende Lektรผre im bildungswissenschaftlichen (Begleit-)Studium in der frรผheren Studienphase und kann hier uneingeschrรคnkt empfohlen werden! Aber auch fรผr vertiefende und eigenstรคndige Lektรผre in spรคteren Phasen des Studiums ist das Buch geeignet und wird sicherlich zum Denken anregen.
Dagmar –
Das 2022 erschienene Buch โTheorien in den Bildungswissenschaftenโ befasst sich mit den verschiedenen pรคdagogischen Theorien und den รberlegungen von Karl Heinz Dammer zur Bildung. Er bietet dabei einen kompakten und umfangreichen รberblick รผber die verschiedenen Herangehensweisen und Deutung von Bildung und Menschenbild in den verschiedenen Epochen von der Antike bis in die Moderne. Sein kritischer Blick regt zum Weiterdenken und zu tieferen Auseinandersetzen mit den jeweiligen Inhalten an.
Als Studentin der Bildungswissenschaft fand ich insbesondere die kritische Auseinandersetzung mit den theoretischen Konzepten sehr interessant und hilfreich bei der Ergรคnzung zum vorhandenen Lehrmaterial der Universitรคt. Dammer schafft es durch Querverweise, die Verbindung zu und zwischen den Denkmodellen und den wissenschaftlichen Anforderungen an die Bildungswissenschaft herzustellen. Besonders interessant fand ich die grundlegende Einfรผhrung zu den Anforderungen an die Bildungswissenschaft und die Erlรคuterungen zu den Schlรผsselbegriffen, die er auf seine besondere Art kritisch infrage stellt. Das Buch ist ideal, um die im Studium vermittelten Theorien zu vertiefen und neue Blickwinkel und Erkenntnisse zu erlangen. Ich kann es jeder/m Studierenden der Erziehungs- bzw. Bildungswissenschaft empfehlen.
Lukas Pfister –
Die Publikation ist eine sehr gelungene Einfรผhrung in die Theorien der Bildungswissenschaften. Positiv hervorzuheben ist dabei insbesondere der kritische Anspruch: Als Ausgangspunkt dient eine kurze Diskussion grundlegender Begrifflichkeiten (Erkenntnis, Wahrheit und Paradigma). Dies ermรถglicht es den Leser*innen, sich kritisch mit den behandelten Bildungskonzeptionen auseinanderzusetzen โ wozu sie im Verlauf des Buches auch immer wieder angehalten werden.
Wenngleich die antiken Paradigmen etwas oberflรคchlich behandelt werden, zeichnen sich die anschlieรenden Kapitel durch eine ausfรผhrliche Darstellung und genaue Erlรคuterung der verschiedenen Bildungskonzeptionen aus. Dabei kommt der Kapitelaufbau den Leser*innen sehr entgegen: Zunรคchst werden die Paradigmen kontextualisiert, um im Anschluss eingehender erlรคutert und schlieรlich auf aktuelle pรคdagogische Fragestellungen bezogen zu werden. Dabei ist insbesondere positiv anzumerken, dass die ideen- und zeitgeschichtlichen Zusammenhรคnge prรคgnant herausgearbeitet werden: Auf diese Weise gewinnen die Leser*innen nicht nur einen fundierten รberblick รผber die vielfรคltigen Bildungskonzeptionen, sondern auch eine gute Orientierung innerhalb der Ideengeschichte. Gleichzeitig ermรถglicht dies ebenso, Verknรผpfungen zwischen den verschiedenen Paradigmen zu entdecken. Die Sprache ist dabei klar und einfach verstรคndlich. Dies erleichtert den inhaltlichen Zugang zu den bisweilen komplexen Themen, ohne ins Oberflรคchliche auszuweichen.
Die Einfรผhrung eignet sich somit hervorragend fรผr Lehramtsstudierende, insofern die Bildungswissenschaften einen integralen Bestandteil ihres Studiums markieren und die hier vorgestellten Bildungskonzeptionen im Laufe dessen auch immer wieder diskutiert werden.
Anna –
Karl-Heinz Dammer erarbeitet in seiner Publikation โTheorien in den Bildungswissenschaftenโ einen รberblick รผber die philosophischen, erkenntnistheoretischen Theoriemodelle sowie deren Grundlagen. In Ergรคnzung an die bereits angefรผhrten Rezensionen, an die ich mich anschlieรen kann und vermeiden mรถchte, sie zu wiederholen, mรถchte ich besonders einen Aspekt hervorheben. Eine besondere Stรคrke des Buches fรผr Studierende sehe ich insbesondere darin, dass Dammer, angefangen mit dem Bildungsbegriff, zu Beginn des Buches verdeutlicht, wie inhรคrent und bedeutsam Widersprรผche und โdie Pluralitรคt theoretischer Zugangsweisenโ in der (Bildungs-)Wissenschaft sind. Gerade im Bestreben nach praxisnahen Lรถsungen fรผr Herausforderungen im Kontext pรคdagogischer Interaktionen kann und sollte die Perspektive immer wieder im Prozess helfen, Widersprรผche auszuhalten sowie Mehrperspektivitรคt als Gewinn anzuerkennen.