Verlag Barbara Budrich

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Informationen zum Buch

ISBN: 978-3-8474-2692-9

Gender in Kinderkrippen

Wie Geschlecht bedeutsam gemacht wird. Eine ethnographische Studie

(1 Kundenbewertung)
Authors/Editors:

Erscheinungsdatum : 15.05.2023

25,99 โ‚ฌ - 28,00 โ‚ฌ

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ISBN: 978-3-8474-2692-9
Kategorien: Gender Studies

Beschreibung

Wie gestalten sich Genderprozesse in Kinderkrippen, also in der Arbeit mit Kindern in den ersten drei Jahren? Wรคhrend zu geschlechtsbezogenen Themen in frรผhpรคdagogischen Kontexten mit รผber dreijรคhrigen Kindern etliche Untersuchungen vorliegen, ist Gender in Krippen ein Forschungsfeld, das bisher wenig bearbeitet wurde. Das Buch bietet einen Einblick, wie unterschiedlich Geschlecht in den alltรคglichen Interaktionen zwischen Kindern, Eltern und Fachkrรคften relevant gemacht wird, wie sich Verknรผpfungen zu weiteren Differenzlinien darstellen und welche Bedeutung die Materialausstattung hat. Es werden Perspektiven fรผr eine genderreflektierte Pรคdagogik und Forschung diskutiert.

Aus einer ethnomethodologisch informierten Perspektive heraus geht die Autorin in ihrer ethnographischen Studie den Fragen nach, wie Geschlecht in den Interaktionen zwischen den Kindern, ihren Eltern und Fachkrรคften bedeutsam gemacht wird, wie sich die Praktiken auf einer manifesten und latenten Ebene beschreiben lassen, welche Verknรผpfungen es mit weiteren Differenzkategorien gibt und welche Wirkungen Raum- und Materialsausstattung auf die Interaktionen haben, bezogen auf Geschlecht. Es werden Widersprรผche und Perspektiven im Hinblick auf eine genderreflektierte Pรคdagogik und Forschung diskutiert. Das Forschungsfeld umfasst drei Kinderkrippen mit heterogenen Einzugsgebieten im Hinblick auf Bildungsnรคhe, Einkommensniveau und Migrationserfahrungen der Familien. Gearbeitet wurde mit den Methoden der teilnehmenden Beobachtung im Krippenalltag und mit ethnographischen Interviews mit Fachkrรคften und Eltern. Die Auswertung orientierte sich an den Formen der Kodierung mit dem Ziel der Kategorisierung, Typisierung und/oder Theoriebildung in Anlehnung an die Grounded Theory, kombiniert mit sequentiellen Detailanalysen.
Das Buch enthรคlt zahlreiche Beobachtungs- und Interviewsequenzen, die in Lehre und Fortbildung eingebracht werden kรถnnen.

Inhaltsverzeichnis und Leseprobe

Die Autorin:
Prof. Dr. Ute Schaich, Professorin fรผr Pรคdagogik der frรผhen Kindheit, Frankfurt University of Applied Sciences

Hier finden Sie den Waschzettel zum Buch (PDF-Infoblatt)

Die Zielgruppe:
Lehrende und Forschende der Gender Studies und der Erziehungswissenschaft

Zusรคtzliche Informationen

Publisher

ISBN

978-3-8474-2692-9

eISBN

978-3-8474-1900-6

Format

14,8 x 21,0 cm

Scope

183

Year of publication

2023

Date of publication

15.05.2023

Edition

1.

Language

Deutsch

Series

Volume

7

1 Bewertung fรผr Gender in Kinderkrippen

  1. Jutta Daum

    Ute Schaich hat mit ihrem Band ein Thema aufgegriffen, das in den zahlreichen Publikationen der letzten 10-15 Jahre zur Krippenpรคdagogik wenig Beachtung fand. Mit zahlreichen Beobachtungsbeispielen aus ihrer ethnographischen Studie gibt sie einen sehr konkreten und praxisnahen Einblick zu verschiedenen Interaktionsgestaltungen im pรคdaogischen Alltag einer Krippe, wie z.B. die Ankommenssituation, Spielsituationen, Reglementierungen, Kรถrperkontakt und Affektregulierung.
    Jeder Abschnitt wird auf der Metaebene gut zusammengefasst. Interviews mit Fachkrรคften und Eltern reflektieren in zwei Kapiteln deren Vorstellungen, Handlungsweisen und Haltungen zum Thema Gender. Das letzte Kapitel schlieรŸt den Bogen zu Schlussfolgerungen fรผr eine genderreflektierte Pรคdagogik und verdeutlicht mit Themen wie u.a. Geschlechterkostruktionen der Kinder, Nรคhe- und Distanzorientierung, Kรถrper und Geschlecht, Raumgestaltung und Materialausstattung die Notwendigkeit, diese in die Ausbildung sowie Fort- und Weiterbildung deutlicher einzubinden.
    Ute Schaich hat mit ihrer Studie in sehr anschaulicher Weise einen wesentlichen Beitrag zur Sensibilisierung fรผr dieses Thema geleistet.

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Autor*innen

Keywords

Diversitรคt, Ethnographie, genderreflektierte Pรคdagogik, Inklusion, Krippenforschung, ย•Geschlechterforschung

Pressestimmen

In der Studie Gender in Kinderkrippen wird der Frage nachgegangen, wie Geschlecht im pรคdagogischen Alltag der frรผhkindlichen Betreuung bedeutsam gemacht wird. Die Studie widmet sie sich damit einer wichtigen, aber bisher wenig beleuchteten, Frage mit einer geschlechtertheoretischen Heuristik. Nach einer theoretischen Verortung undย  der Beschreibung des Forschungsstands und wird das methodische Vorgehen erlรคutert. Untersucht wird die alltรคgliche Interaktion zwischen Kindern, Eltern und Fachkrรคften in Kinderkrippen im Hinblick auf die darin eingebetteten Geschlechterkonstruktionen mit einem ethnografischen Zugang. Dazu wurden Beobachtungen und Interviews in drei stรคdtischen Kinderkrippen durchgefรผhrt. Auf der Grundlage dieses Datenmaterials werden Ergebnisse zur Herstellung von Geschlechterkonstruktionen etwa in der Interaktion zwischen Mรคdchen und Jungen, und zwischen mรคnnlichen Fachkrรคften und Kindern und in Bezug auf das Zusammenwirken von Gender, Race and Class generiert. In diesen Ergebnissen zeigt sich beispielweise die Verwendung von Kosenamen in ihrem geschlechtersymbolischen Charakter. Auch in Interviews mit Eltern und Fachkrรคften werden Geschlechterkonstruktionen relevant โ€“ z.B. in der Konstruktion eines elterlichen Wunschgeschlechtes oder des Bedarfs von gemischtgeschlechtlichen Teams. Ausgehend von diesen empirischen Ergebnissen werden Schlussfolgerungen fรผr eine genderreflektierte Pรคdagogik und Forschung formuliert.

Forschungsmethodik und Ergebnisse der Studie sind hรถchst anschlussfรคhig an unterschiedliche Perspektiven der Geschlechterforschung. Gerade die Untersuchung der Interaktionen der Kinder untereinander ermรถglichen jedoch neue Einblicke in die komplexen Herstellungsprozesse von Geschlecht in dem bisher wenig beachteten Feld der Kinderkrippen. Hier zeigt sich auch die Relevanz ethnografischer Zugรคnge fรผr das Feld im Besonderen und die Geschlechterforschung allgemein, die zukรผnftig hoffentlich noch weiter an Bedeutung gewinnen. Spannend wรคre fรผr ein Fortsetzungsprojekt, die (Re)produktion von binรคren Geschlechterkonstruktionen im Krippenalltag noch stรคrker in den Blick zu nehmen und explizit auch queere Fachkrรคfte zu befragen. Besonders geeignet ist die Lektรผre fรผr Lehrende und Studierende in der Sozialarbeits- oder Erziehungswissenschaft sowie pรคdagogische Fachkrรคfte in Einrichtungen. Aber auch Gleichstellungsakteur*innen und entsprechend ausgebildete Eltern werden spannende Anknรผpfungspunkte finden. Denn wie die Autorin selbst im Fazit feststellt, sind geschlechterstereotype Praxen trotz jahrzehntelanger Debatten und feministischer Bewegung auch in Kinderkrippen โ€žzรคhlebigโ€œ und tief verankert โ€“ und das sollte nicht nur Forschende und Fachkrรคfte interessieren.

Prof. Dr. Sabrina Schmitt

 

 

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Beschreibung

Beschreibung

Wie gestalten sich Genderprozesse in Kinderkrippen, also in der Arbeit mit Kindern in den ersten drei Jahren? Wรคhrend zu geschlechtsbezogenen Themen in frรผhpรคdagogischen Kontexten mit รผber dreijรคhrigen Kindern etliche Untersuchungen vorliegen, ist Gender in Krippen ein Forschungsfeld, das bisher wenig bearbeitet wurde. Das Buch bietet einen Einblick, wie unterschiedlich Geschlecht in den alltรคglichen Interaktionen zwischen Kindern, Eltern und Fachkrรคften relevant gemacht wird, wie sich Verknรผpfungen zu weiteren Differenzlinien darstellen und welche Bedeutung die Materialausstattung hat. Es werden Perspektiven fรผr eine genderreflektierte Pรคdagogik und Forschung diskutiert.

Aus einer ethnomethodologisch informierten Perspektive heraus geht die Autorin in ihrer ethnographischen Studie den Fragen nach, wie Geschlecht in den Interaktionen zwischen den Kindern, ihren Eltern und Fachkrรคften bedeutsam gemacht wird, wie sich die Praktiken auf einer manifesten und latenten Ebene beschreiben lassen, welche Verknรผpfungen es mit weiteren Differenzkategorien gibt und welche Wirkungen Raum- und Materialsausstattung auf die Interaktionen haben, bezogen auf Geschlecht. Es werden Widersprรผche und Perspektiven im Hinblick auf eine genderreflektierte Pรคdagogik und Forschung diskutiert. Das Forschungsfeld umfasst drei Kinderkrippen mit heterogenen Einzugsgebieten im Hinblick auf Bildungsnรคhe, Einkommensniveau und Migrationserfahrungen der Familien. Gearbeitet wurde mit den Methoden der teilnehmenden Beobachtung im Krippenalltag und mit ethnographischen Interviews mit Fachkrรคften und Eltern. Die Auswertung orientierte sich an den Formen der Kodierung mit dem Ziel der Kategorisierung, Typisierung und/oder Theoriebildung in Anlehnung an die Grounded Theory, kombiniert mit sequentiellen Detailanalysen.
Das Buch enthรคlt zahlreiche Beobachtungs- und Interviewsequenzen, die in Lehre und Fortbildung eingebracht werden kรถnnen.

Inhaltsverzeichnis und Leseprobe

Die Autorin:
Prof. Dr. Ute Schaich, Professorin fรผr Pรคdagogik der frรผhen Kindheit, Frankfurt University of Applied Sciences

Hier finden Sie den Waschzettel zum Buch (PDF-Infoblatt)

Die Zielgruppe:
Lehrende und Forschende der Gender Studies und der Erziehungswissenschaft

Bibliography

Zusรคtzliche Informationen

Publisher

ISBN

978-3-8474-2692-9

eISBN

978-3-8474-1900-6

Format

14,8 x 21,0 cm

Scope

183

Year of publication

2023

Date of publication

15.05.2023

Edition

1.

Language

Deutsch

Series

Volume

7

Produktsicherheit

Bewertungen (1)

1 Bewertung fรผr Gender in Kinderkrippen

  1. Jutta Daum

    Ute Schaich hat mit ihrem Band ein Thema aufgegriffen, das in den zahlreichen Publikationen der letzten 10-15 Jahre zur Krippenpรคdagogik wenig Beachtung fand. Mit zahlreichen Beobachtungsbeispielen aus ihrer ethnographischen Studie gibt sie einen sehr konkreten und praxisnahen Einblick zu verschiedenen Interaktionsgestaltungen im pรคdaogischen Alltag einer Krippe, wie z.B. die Ankommenssituation, Spielsituationen, Reglementierungen, Kรถrperkontakt und Affektregulierung.
    Jeder Abschnitt wird auf der Metaebene gut zusammengefasst. Interviews mit Fachkrรคften und Eltern reflektieren in zwei Kapiteln deren Vorstellungen, Handlungsweisen und Haltungen zum Thema Gender. Das letzte Kapitel schlieรŸt den Bogen zu Schlussfolgerungen fรผr eine genderreflektierte Pรคdagogik und verdeutlicht mit Themen wie u.a. Geschlechterkostruktionen der Kinder, Nรคhe- und Distanzorientierung, Kรถrper und Geschlecht, Raumgestaltung und Materialausstattung die Notwendigkeit, diese in die Ausbildung sowie Fort- und Weiterbildung deutlicher einzubinden.
    Ute Schaich hat mit ihrer Studie in sehr anschaulicher Weise einen wesentlichen Beitrag zur Sensibilisierung fรผr dieses Thema geleistet.

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Tags

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In der Studie Gender in Kinderkrippen wird der Frage nachgegangen, wie Geschlecht im pรคdagogischen Alltag der frรผhkindlichen Betreuung bedeutsam gemacht wird. Die Studie widmet sie sich damit einer wichtigen, aber bisher wenig beleuchteten, Frage mit einer geschlechtertheoretischen Heuristik. Nach einer theoretischen Verortung undย  der Beschreibung des Forschungsstands und wird das methodische Vorgehen erlรคutert. Untersucht wird die alltรคgliche Interaktion zwischen Kindern, Eltern und Fachkrรคften in Kinderkrippen im Hinblick auf die darin eingebetteten Geschlechterkonstruktionen mit einem ethnografischen Zugang. Dazu wurden Beobachtungen und Interviews in drei stรคdtischen Kinderkrippen durchgefรผhrt. Auf der Grundlage dieses Datenmaterials werden Ergebnisse zur Herstellung von Geschlechterkonstruktionen etwa in der Interaktion zwischen Mรคdchen und Jungen, und zwischen mรคnnlichen Fachkrรคften und Kindern und in Bezug auf das Zusammenwirken von Gender, Race and Class generiert. In diesen Ergebnissen zeigt sich beispielweise die Verwendung von Kosenamen in ihrem geschlechtersymbolischen Charakter. Auch in Interviews mit Eltern und Fachkrรคften werden Geschlechterkonstruktionen relevant โ€“ z.B. in der Konstruktion eines elterlichen Wunschgeschlechtes oder des Bedarfs von gemischtgeschlechtlichen Teams. Ausgehend von diesen empirischen Ergebnissen werden Schlussfolgerungen fรผr eine genderreflektierte Pรคdagogik und Forschung formuliert.

Forschungsmethodik und Ergebnisse der Studie sind hรถchst anschlussfรคhig an unterschiedliche Perspektiven der Geschlechterforschung. Gerade die Untersuchung der Interaktionen der Kinder untereinander ermรถglichen jedoch neue Einblicke in die komplexen Herstellungsprozesse von Geschlecht in dem bisher wenig beachteten Feld der Kinderkrippen. Hier zeigt sich auch die Relevanz ethnografischer Zugรคnge fรผr das Feld im Besonderen und die Geschlechterforschung allgemein, die zukรผnftig hoffentlich noch weiter an Bedeutung gewinnen. Spannend wรคre fรผr ein Fortsetzungsprojekt, die (Re)produktion von binรคren Geschlechterkonstruktionen im Krippenalltag noch stรคrker in den Blick zu nehmen und explizit auch queere Fachkrรคfte zu befragen. Besonders geeignet ist die Lektรผre fรผr Lehrende und Studierende in der Sozialarbeits- oder Erziehungswissenschaft sowie pรคdagogische Fachkrรคfte in Einrichtungen. Aber auch Gleichstellungsakteur*innen und entsprechend ausgebildete Eltern werden spannende Anknรผpfungspunkte finden. Denn wie die Autorin selbst im Fazit feststellt, sind geschlechterstereotype Praxen trotz jahrzehntelanger Debatten und feministischer Bewegung auch in Kinderkrippen โ€žzรคhlebigโ€œ und tief verankert โ€“ und das sollte nicht nur Forschende und Fachkrรคfte interessieren.

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