Beschreibung
Was bedeutet Subjektwerdung als Frau im Übergang zur Moderne? Am Beispiel von Prinzessin Louise von Anhalt-Dessau (1750–1811) rekonstruiert das Buch Prozesse weiblicher Subjektivierung in der Sattelzeit. Auf Basis bislang kaum erschlossener Archivquellen verbindet die Autorin sozialwissenschaftliche Biographieforschung mit bildungstheoretischen Fragestellungen.
Im Zentrum steht nicht eine vollständige Lebensbeschreibung, sondern die analytische Rekonstruktion von Selbst- und Weltverhältnissen und ihrer Transformationen im Lebenslauf. Drei biografische Phasen werden herausgearbeitet: von der affirmativen Einbindung in ständisch-religiöse Rollenvorgaben über biografische Krisen bis hin zu einer religiös-philosophisch gerahmten Sinnsuche. Der Untersuchungszeitraum fällt in eine Phase, in der sich ständische Ordnungen, religiöse Deutungsmuster und neue bürgerliche Vorstellungen von Individualität und Autonomie überlagerten. Das Buch leistet damit einen Beitrag zur historischen Bildungsforschung und zeigt, wie sich Bildung als relationaler und prozesshafter Wandel von Selbst- und Weltbezügen verstehen lässt.
Die Autorin:
Dr. Miriam Mathias, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Lehrstuhl für Kriminologie, Ruhr-Universität Bochum
Der Fachbereich:
Educational Science







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