Verlag Barbara Budrich

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ISSN: 1862-5002

Diskurs 2-2024 | Aufarbeitungen

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ISSN: 1862-5002

Inhalt

Diskurs Kindheits- und Jugendforschung / Discourse. Journal of Childhood and Adolescence Research
2-2024: Aufarbeitungen

Nachruf
Peter Bรผchner / Helga Zeiher / Imbke Behnken: In memoriam Manuela du Bois-Reymond (1940โ€“2024) (im Open Access verfรผgbar)

Schwerpunktbeitrรคge
Meike S. Baader / Wolfgang Schrรถer: Wissenschaftliche Aufarbeitungen von Gewalt in Kindheit und Jugend
Andrea Pohling: รœber den Wandel von Diskursen und die Aufarbeitung sexueller Gewalt โ€“ eine Skizze
Carolin Oppermann / Julia Schrรถder: Der Ort der Betroffenen in der Aufarbeitungsforschung
Johanna Christ: Aufarbeitung der Kinderverschickungskuren in Deutschland โ€“ Gewalt und Zeugenschaft in generationalen Ordnungen
Carolin Ehlke: Pflegekinderhilfe in der DDR โ€“ zur Erweiterung des Blicks der Aufarbeitungsforschung zur Kinder- und Jugendhilfe

Freie Beitrรคge
Regine Schelle: Forschende in der Pflicht? Erwartungen frรผhpรคdagogischer Fachkrรคftean die Forschung im Arbeitsfeld. Ergebnisse einer qualitativen Studie
Marco Schott / Pia Sauermann / Johanna Hรคring / Ina Weigelt: โ€žIch finde, die sollten die Schulen zu machen, ich schreib jetzt sonst nen Brief an den Bundestagโ€œ. Der Umgang mit den InfektionsschutzmaรŸnahmen und die politische Sozialisation Jugendlicher
Jessica Brensing / Fredrik Norรฉn / Tuuli-Marja Kleiner / Andreas Klรคrner: Gelegenheiten und Herausforderungen fรผr das Engagement junger Menschen in Vereinen sehr lรคndlicher Rรคume โ€“ Alles eine Frage der Passung? (im Open Access verfรผgbar)

Kurzbeitrag
Martin Kriemann: Zum sozialisatorischen Erbe der DDR

Rezension
Johanna Mierendorff: Britta Menzel & Antonia Scholz (2022): Frรผhe Kindheit und soziale Ungleichheit. Lokale Zugangssteuerung frรผhkindlicher Bildung und Betreuung im internationalen Vergleich. Beltz Juventa

 

Einzelbeitrags-Download (Open Access/Gebรผhr): diskurs.budrich-journals.de
Sie kรถnnen sich hier fรผr den Diskurs-Alert anmelden.

Zusรคtzliche Informationen

Publisher

ISSN

1862-5002

eISSN

2193-9713

Volume

19. Jahrgang 2024

Edition

2-2024

Date of publication

12.08.2024

Scope

148 Seiten

Language

Deutsch

Format

17 x 24 cm

DOI

https://doi.org/10.3224/diskurs.v19i2

Homepage

https://diskurs.budrich-journals.de

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Inhaltsverzeichnis
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Autor*innen

Keywords

Aufarbeitung, August 2024, Beziehung, Corona, DDR, Diskurs, Erwartungen an Forschung, freiwilliges Engagement, frรผhe Bildung, gesellschaftlicher Bildungsprozess, gesellschaftlicher Wandel, Gewalt in generationalen Ordnungen, Gruppendiskussionen, Jugend, junge Menschen, Kinder- und Jugendhilfe, Kindheitsforschung, lรคndliche Rรคume, Macht, Pflegekinderhilfe, politische Sozialisation, Positionierung Betroffene, problemzentrierte Interviews, qualitative Sozialforschung, Recht, Schutzkonzepte, Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, Sozialismus, Strukturen, Vereine, Verschickungskinder, Wissenstransfer, Zeugenschaft

Abstracts

รœber den Wandel von Diskursen und die Aufarbeitung sexueller Gewalt โ€“ eine Skizze (Andrea Pohling )
Vor dem Hintergrund einer inhaltsanalytischen Betrachtung von diskursiven Ereignissen zum Thema der sexuellen Gewalt gegen Kinder und Jugendliche beschรคftigt sich der Beitrag mit dem Thema der Aufarbeitung sexueller Gewalt als gesellschaftspolitischem Bildungsprozess in Deutschland. Er fokussiert รถffentlich-mediale sowie wissenschaftliche diskursive Ereignisse sexualisierter Gewalt seit Beginn der 1900er-Jahre in Deutschland und entwirft einen skizzenhaften Einblick in zentrale Themenfelder und sich abzeichnende Wandlungsprozesse. Er zielt darauf, Besonderheiten des Diskurses um sexuelle Gewalt herauszuarbeiten, und schlรคgt eine Unterteilung in vier zentrale Diskursstrรคnge vor. Es wird sich dabei auch einer Antwort auf die Frage angenรคhert, warum dem Jahr 2010 im Hinblick auf Aufarbeitung zentrale Bedeutung zukommt. Schlagwรถrter: Aufarbeitung, Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, Diskurs, gesellschaftlicher Wandel, gesellschaftlicher Bildungsprozess
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Der Ort der Betroffenen in der Aufarbeitungsforschung (Carolin Oppermann, Julia Schrรถder)
Metareflexionen oder Metastudien zur Arbeit und zur Beteiligung von Betroffenen, die in Kindheit und Jugend sexualisierte Gewalt erlebt haben, stellen in wissenschaftlichen Aufarbeitungen weitestgehend ein Forschungsdesiderat dar. Ziel des Artikels ist es, sich aus einer kritisch-reflexiven Perspektive mit der sozialen Positionierung von Betroffenen in der wissenschaftlichen Aufarbeitung auseinander zu setzen. Die zentrale These ist, dass diese Positionierung als relational und dynamisch zu denken und als Herstellungsprozess unter anderem in der Beziehung zwischen dem Akteur Wissenschaft und den Betroffenen zu verstehen ist. Dabei handelt es sich um eine Beziehung und einen Herstellungsprozess, die durch Machtunterschiede gekennzeichnet sind. Dies fรผhrt zu dem Argument, dass in wissenschaftlichen Aufarbeitungen die Positionierung der Betroffenen durch Schutzkonzepte und rechtliche Verankerungen zu stรคrken sind. Schlagwรถrter: Aufarbeitung, Positionierung Betroffene, Beziehung, Macht, Schutzkonzepte, Recht
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Aufarbeitung der Kinderverschickungskuren in Deutschland โ€“ Gewalt und Zeugenschaft in generationalen Ordnungen (Johanna Christ)
Der Artikel prรคsentiert die Ergebnisse einer Analyse, die einen Beitrag zur Aufarbeitung der Kinderverschickungskuren in Deutschland (~1945 โ€“ frรผhe 1990er) leistet. Er skizziert den Aufarbeitungsprozess, der wesentlich durch die Betroffenen selbst angestoรŸen wurde und betrieben wird. Gewaltvolle Verhรคltnisse in den Heimen wurden dadurch offenbar. Die Analyse nimmt eine kindheitstheoretische Perspektive auf Gewalt und Zeugenschaft in generationalen Ordnungen ein und fragt, wie die Verschickung fรผr das Kind gewesen sein muss und wodurch sich die Kinderverschickung auszeichnet. Dafรผr wurden im Rahmen einer Masterarbeit 2186 online รถffentlich zur Verfรผgung gestellte Zeugnisse ehemals als Kind Verschickter analysiert und mit einer rekontextualisierten Worthรคufigkeitsanalyse mit Hilfe der Software MAXQDA untersucht. Die Ergebnisse kรถnnen bisherige Forschung bestรคtigen und beleuchten materielle, relationale und emotionale Aspekte der Gewaltdynamiken. Schlagwรถrter: Verschickungskinder, Gewalt in generationalen Ordnungen, Kindheitsforschung, Aufarbeitung, Zeugenschaft
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Pflegekinderhilfe in der DDR โ€“ zur Erweiterung des Blicks der Aufarbeitungsforschung zur Kinder- und Jugendhilfe (Carolin Ehlke)
Die Pflegekinderhilfe in der DDR war neben der Heimerziehung eine Form der Unterbringung junger Menschen auรŸerhalb ihres Elternhauses. Wรคhrend mittlerweile einige sozialwissenschaftliche Studien die Strukturen und oft grenzverletzenden sowie gewaltvollen Lebensbedingungen im Rahmen der Heimerziehung in der DDR untersucht haben, ist bisher wenig รผber die Unterbringung in Pflegefamilien bekannt. Um auch die Pflegekinderhilfe umfassend aufzuarbeiten, bedarf es zunรคchst der Rekonstruktion von organisationalen Strukturen und Verfahrenspraxen, die mitunter von den rechtlichen Vorgaben und ideologischen Ansprรผchen des DDR-Staates abweichen konnten. Der Zugang รผber Strukturen und Verfahren ermรถglicht es, โ€šEinfallstoreโ€˜ fรผr Grenzverletzungen zu erรถrtern. Der vorliegende Beitrag ist ein erster Versuch, die bisherigen Erkenntnisse zur Pflegekinderhilfe zusammenzufassen und damit โ€“ als einen ersten Schritt einer Aufarbeitung โ€“ Hinweise auf den organisationalen Alltag dieser Hilfeform zu geben. Schlagwรถrter: Kinder- und Jugendhilfe, Pflegekinderhilfe, DDR, Strukturen, Aufarbeitung
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Forschende in der Pflicht? Erwartungen frรผhpรคdagogischer Fachkrรคfte an die Forschung im Arbeitsfeld. Ergebnisse einer qualitativen Studie (Regine Schelle)
Forschende sehen sich nicht nur im Arbeitsfeld der Kindertagesbetreuung verรคnderten Erwartungen gegenรผber. Wissenschaftler:innen sollen empirisches Wissen generieren und darรผber die ร–ffentlichkeit informieren. รœberdies sollen sie sich fรผr einen nachhaltigen Transfer der Erkenntnisse sowie fรผr eine Partizipation der ร–ffentlichkeit an wissenschaftlichen Prozessen einsetzen und damit eine intensive Kooperation mit Nicht-Wissenschaftler:innen anstreben. Gruppendiskussionen mit Teams in Kindertageseinrichtungen zeigen, dass sich diese Perspektive auch bei pรคdagogischen Fachkrรคften in Kindertageseinrichtungen findet, wenn sie der Forschung eine Funktion zuweisen und Erwartungen an sie formulieren. Forschungsergebnisse sollen aus ihrer Sicht nachhaltige und praxisnahe Effekte haben, sowohl die ร–ffentlichkeit als auch Eltern erreichen und insbesondere die Arbeitssituation in den Einrichtungen verbessern. Diese Erwartungen an die Reichweite empirischer Erkenntnisse sowie an Engagement von Wissenschaftler:innen im System der Frรผhen Bildung bleiben angesichts professioneller Identitรคten und knapper Ressourcen kritisch zu diskutieren. Schlagwรถrter: Frรผhe Bildung, Wissenstransfer, Erwartungen an Forschung, Gruppendiskussionen
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โ€žIch finde, die sollten die Schulen zu machen, ich schreib jetzt sonst nen Brief an den Bundestagโ€œ. Der Umgang mit den InfektionsschutzmaรŸnahmen und die politische Sozialisation Jugendlicher (Marco Schott, Pia Sauermann, Johanna Hรคring, Ina Weigelt)
Insbesondere in den ersten beiden Jahren der Covid-19-Pandemie haben die Bundes- sowie die Lรคnderregierungen in Deutschland in kurzen Abstรคnden MaรŸnahmen zu deren Eindรคmmung beschlossen. Jugendliche waren in hohem MaรŸe von den Einschrรคnkungen betroffen. Der Beitrag geht der Frage nach, wie die Jugendlichen mit diesen Einschrรคnkungen umgegangen sind und stellt erste รœberlegungen an, ob diese Erfahrungen, die die Jugendlichen im Verlauf der Pandemie mit politischen Entscheidungen gemacht haben, eine Bedeutung fรผr ihre politische Sozialisation haben. Basierend auf biographisch-narrativen Interviews mit 12- bis 13-jรคhrigen Jugendlichen wurden Erzรคhlungen zum Erleben der Pandemie untersucht. Es zeigt sich, dass Jugendliche hauptsรคchlich von ihrem Umgang mit den MaรŸnahmen berichten, wobei sich drei Typen bilden lassen, die sich vor allem hinsichtlich ihrer Eigenaktivitรคt (z. B. bei der Informationssuche) und den subjektiven Leiderfahrungen unterscheiden. Dabei kรถnnen diese Erfahrungen den Prozess der politischen Sozialisation mit Blick auf die Entwicklung politischen Interesses, politischer Involvierung und politischer Selbstwirksamkeit mรถglicherweise lรคngerfristig prรคgen. Schlagwรถrter: Politische Sozialisation, Corona, Jugend, qualitative Sozialforschung
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Gelegenheiten und Herausforderungen fรผr das Engagement junger Menschen in Vereinen sehr lรคndlicher Rรคume โ€“ Alles eine Frage der Passung? (Jessica Brensing, Fredrik Norรฉn, Tuuli-Marja Kleiner, Andreas Klรคrner)
Viele Vereine in lรคndlichen Rรคumen klagen รผber Nachwuchsmangel. Dabei werden Schwierigkeiten, denen sich junge Menschen hรคufig bei ihrem Engagement gegenรผbersehen, zwar aufgefรผhrt, aber kaum systematisiert oder Lรถsungsansรคtzen gegenรผbergestellt. Das Konzept regionaler Gelegenheitsstrukturen in Bezug auf junge Menschen und ihr Engagement in Vereinen wird genutzt, um dieses Zusammenspiel von persรถnlichen Ressourcen sowie regionalen und lokalen Bedingungen und den daraus resultierenden Konsequenzen fรผr das Engagement junger Menschen in Vereinen sehr lรคndlicher Rรคume zu systematisieren. Problemzentrierte Einzelinterviews mit engagierten jungen Menschen sowie Schlรผsselakteuren aus Kommunalverwaltung und Vereinen decken drei zentrale als Herausforderungen gedeutete Bedingungen (mangelnde Anerkennung, Bedeutung von Wissens- und Unterstรผtzungsstrukturen sowie rรคumliche Distanzen beziehungsweise eingeschrรคnkte Mobilitรคt) fรผr das Engagement junger Menschen in Vereinen auf. Diesen begegnen die jungen Engagierten, Vereine sowie regionale Akteure mit verschiedenen Handlungspraxen, die als Lรถsungsansรคtze beziehungsweise Strategien gewertet wurden. Dabei spielen die persรถnlichen Ressourcen und die Unterstรผtzung durch den Verein eine wesentliche Rolle. Schlagwรถrter: junge Menschen, freiwilliges Engagement, Vereine, lรคndliche Rรคume, problemzentrierte Interviews
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Diskurs Kindheits- und Jugendforschung / Discourse. Journal of Childhood and Adolescence Research
2-2024: Aufarbeitungen

Nachruf
Peter Bรผchner / Helga Zeiher / Imbke Behnken: In memoriam Manuela du Bois-Reymond (1940โ€“2024) (im Open Access verfรผgbar)

Schwerpunktbeitrรคge
Meike S. Baader / Wolfgang Schrรถer: Wissenschaftliche Aufarbeitungen von Gewalt in Kindheit und Jugend
Andrea Pohling: รœber den Wandel von Diskursen und die Aufarbeitung sexueller Gewalt โ€“ eine Skizze
Carolin Oppermann / Julia Schrรถder: Der Ort der Betroffenen in der Aufarbeitungsforschung
Johanna Christ: Aufarbeitung der Kinderverschickungskuren in Deutschland โ€“ Gewalt und Zeugenschaft in generationalen Ordnungen
Carolin Ehlke: Pflegekinderhilfe in der DDR โ€“ zur Erweiterung des Blicks der Aufarbeitungsforschung zur Kinder- und Jugendhilfe

Freie Beitrรคge
Regine Schelle: Forschende in der Pflicht? Erwartungen frรผhpรคdagogischer Fachkrรคftean die Forschung im Arbeitsfeld. Ergebnisse einer qualitativen Studie
Marco Schott / Pia Sauermann / Johanna Hรคring / Ina Weigelt: โ€žIch finde, die sollten die Schulen zu machen, ich schreib jetzt sonst nen Brief an den Bundestagโ€œ. Der Umgang mit den InfektionsschutzmaรŸnahmen und die politische Sozialisation Jugendlicher
Jessica Brensing / Fredrik Norรฉn / Tuuli-Marja Kleiner / Andreas Klรคrner: Gelegenheiten und Herausforderungen fรผr das Engagement junger Menschen in Vereinen sehr lรคndlicher Rรคume โ€“ Alles eine Frage der Passung? (im Open Access verfรผgbar)

Kurzbeitrag
Martin Kriemann: Zum sozialisatorischen Erbe der DDR

Rezension
Johanna Mierendorff: Britta Menzel & Antonia Scholz (2022): Frรผhe Kindheit und soziale Ungleichheit. Lokale Zugangssteuerung frรผhkindlicher Bildung und Betreuung im internationalen Vergleich. Beltz Juventa

 

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ISSN

1862-5002

eISSN

2193-9713

Volume

19. Jahrgang 2024

Edition

2-2024

Date of publication

12.08.2024

Scope

148 Seiten

Language

Deutsch

Format

17 x 24 cm

DOI

https://doi.org/10.3224/diskurs.v19i2

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รœber den Wandel von Diskursen und die Aufarbeitung sexueller Gewalt โ€“ eine Skizze (Andrea Pohling )
Vor dem Hintergrund einer inhaltsanalytischen Betrachtung von diskursiven Ereignissen zum Thema der sexuellen Gewalt gegen Kinder und Jugendliche beschรคftigt sich der Beitrag mit dem Thema der Aufarbeitung sexueller Gewalt als gesellschaftspolitischem Bildungsprozess in Deutschland. Er fokussiert รถffentlich-mediale sowie wissenschaftliche diskursive Ereignisse sexualisierter Gewalt seit Beginn der 1900er-Jahre in Deutschland und entwirft einen skizzenhaften Einblick in zentrale Themenfelder und sich abzeichnende Wandlungsprozesse. Er zielt darauf, Besonderheiten des Diskurses um sexuelle Gewalt herauszuarbeiten, und schlรคgt eine Unterteilung in vier zentrale Diskursstrรคnge vor. Es wird sich dabei auch einer Antwort auf die Frage angenรคhert, warum dem Jahr 2010 im Hinblick auf Aufarbeitung zentrale Bedeutung zukommt. Schlagwรถrter: Aufarbeitung, Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, Diskurs, gesellschaftlicher Wandel, gesellschaftlicher Bildungsprozess
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Der Ort der Betroffenen in der Aufarbeitungsforschung (Carolin Oppermann, Julia Schrรถder)
Metareflexionen oder Metastudien zur Arbeit und zur Beteiligung von Betroffenen, die in Kindheit und Jugend sexualisierte Gewalt erlebt haben, stellen in wissenschaftlichen Aufarbeitungen weitestgehend ein Forschungsdesiderat dar. Ziel des Artikels ist es, sich aus einer kritisch-reflexiven Perspektive mit der sozialen Positionierung von Betroffenen in der wissenschaftlichen Aufarbeitung auseinander zu setzen. Die zentrale These ist, dass diese Positionierung als relational und dynamisch zu denken und als Herstellungsprozess unter anderem in der Beziehung zwischen dem Akteur Wissenschaft und den Betroffenen zu verstehen ist. Dabei handelt es sich um eine Beziehung und einen Herstellungsprozess, die durch Machtunterschiede gekennzeichnet sind. Dies fรผhrt zu dem Argument, dass in wissenschaftlichen Aufarbeitungen die Positionierung der Betroffenen durch Schutzkonzepte und rechtliche Verankerungen zu stรคrken sind. Schlagwรถrter: Aufarbeitung, Positionierung Betroffene, Beziehung, Macht, Schutzkonzepte, Recht
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Aufarbeitung der Kinderverschickungskuren in Deutschland โ€“ Gewalt und Zeugenschaft in generationalen Ordnungen (Johanna Christ)
Der Artikel prรคsentiert die Ergebnisse einer Analyse, die einen Beitrag zur Aufarbeitung der Kinderverschickungskuren in Deutschland (~1945 โ€“ frรผhe 1990er) leistet. Er skizziert den Aufarbeitungsprozess, der wesentlich durch die Betroffenen selbst angestoรŸen wurde und betrieben wird. Gewaltvolle Verhรคltnisse in den Heimen wurden dadurch offenbar. Die Analyse nimmt eine kindheitstheoretische Perspektive auf Gewalt und Zeugenschaft in generationalen Ordnungen ein und fragt, wie die Verschickung fรผr das Kind gewesen sein muss und wodurch sich die Kinderverschickung auszeichnet. Dafรผr wurden im Rahmen einer Masterarbeit 2186 online รถffentlich zur Verfรผgung gestellte Zeugnisse ehemals als Kind Verschickter analysiert und mit einer rekontextualisierten Worthรคufigkeitsanalyse mit Hilfe der Software MAXQDA untersucht. Die Ergebnisse kรถnnen bisherige Forschung bestรคtigen und beleuchten materielle, relationale und emotionale Aspekte der Gewaltdynamiken. Schlagwรถrter: Verschickungskinder, Gewalt in generationalen Ordnungen, Kindheitsforschung, Aufarbeitung, Zeugenschaft
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Pflegekinderhilfe in der DDR โ€“ zur Erweiterung des Blicks der Aufarbeitungsforschung zur Kinder- und Jugendhilfe (Carolin Ehlke)
Die Pflegekinderhilfe in der DDR war neben der Heimerziehung eine Form der Unterbringung junger Menschen auรŸerhalb ihres Elternhauses. Wรคhrend mittlerweile einige sozialwissenschaftliche Studien die Strukturen und oft grenzverletzenden sowie gewaltvollen Lebensbedingungen im Rahmen der Heimerziehung in der DDR untersucht haben, ist bisher wenig รผber die Unterbringung in Pflegefamilien bekannt. Um auch die Pflegekinderhilfe umfassend aufzuarbeiten, bedarf es zunรคchst der Rekonstruktion von organisationalen Strukturen und Verfahrenspraxen, die mitunter von den rechtlichen Vorgaben und ideologischen Ansprรผchen des DDR-Staates abweichen konnten. Der Zugang รผber Strukturen und Verfahren ermรถglicht es, โ€šEinfallstoreโ€˜ fรผr Grenzverletzungen zu erรถrtern. Der vorliegende Beitrag ist ein erster Versuch, die bisherigen Erkenntnisse zur Pflegekinderhilfe zusammenzufassen und damit โ€“ als einen ersten Schritt einer Aufarbeitung โ€“ Hinweise auf den organisationalen Alltag dieser Hilfeform zu geben. Schlagwรถrter: Kinder- und Jugendhilfe, Pflegekinderhilfe, DDR, Strukturen, Aufarbeitung
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Forschende sehen sich nicht nur im Arbeitsfeld der Kindertagesbetreuung verรคnderten Erwartungen gegenรผber. Wissenschaftler:innen sollen empirisches Wissen generieren und darรผber die ร–ffentlichkeit informieren. รœberdies sollen sie sich fรผr einen nachhaltigen Transfer der Erkenntnisse sowie fรผr eine Partizipation der ร–ffentlichkeit an wissenschaftlichen Prozessen einsetzen und damit eine intensive Kooperation mit Nicht-Wissenschaftler:innen anstreben. Gruppendiskussionen mit Teams in Kindertageseinrichtungen zeigen, dass sich diese Perspektive auch bei pรคdagogischen Fachkrรคften in Kindertageseinrichtungen findet, wenn sie der Forschung eine Funktion zuweisen und Erwartungen an sie formulieren. Forschungsergebnisse sollen aus ihrer Sicht nachhaltige und praxisnahe Effekte haben, sowohl die ร–ffentlichkeit als auch Eltern erreichen und insbesondere die Arbeitssituation in den Einrichtungen verbessern. Diese Erwartungen an die Reichweite empirischer Erkenntnisse sowie an Engagement von Wissenschaftler:innen im System der Frรผhen Bildung bleiben angesichts professioneller Identitรคten und knapper Ressourcen kritisch zu diskutieren. Schlagwรถrter: Frรผhe Bildung, Wissenstransfer, Erwartungen an Forschung, Gruppendiskussionen
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Insbesondere in den ersten beiden Jahren der Covid-19-Pandemie haben die Bundes- sowie die Lรคnderregierungen in Deutschland in kurzen Abstรคnden MaรŸnahmen zu deren Eindรคmmung beschlossen. Jugendliche waren in hohem MaรŸe von den Einschrรคnkungen betroffen. Der Beitrag geht der Frage nach, wie die Jugendlichen mit diesen Einschrรคnkungen umgegangen sind und stellt erste รœberlegungen an, ob diese Erfahrungen, die die Jugendlichen im Verlauf der Pandemie mit politischen Entscheidungen gemacht haben, eine Bedeutung fรผr ihre politische Sozialisation haben. Basierend auf biographisch-narrativen Interviews mit 12- bis 13-jรคhrigen Jugendlichen wurden Erzรคhlungen zum Erleben der Pandemie untersucht. Es zeigt sich, dass Jugendliche hauptsรคchlich von ihrem Umgang mit den MaรŸnahmen berichten, wobei sich drei Typen bilden lassen, die sich vor allem hinsichtlich ihrer Eigenaktivitรคt (z. B. bei der Informationssuche) und den subjektiven Leiderfahrungen unterscheiden. Dabei kรถnnen diese Erfahrungen den Prozess der politischen Sozialisation mit Blick auf die Entwicklung politischen Interesses, politischer Involvierung und politischer Selbstwirksamkeit mรถglicherweise lรคngerfristig prรคgen. Schlagwรถrter: Politische Sozialisation, Corona, Jugend, qualitative Sozialforschung
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Gelegenheiten und Herausforderungen fรผr das Engagement junger Menschen in Vereinen sehr lรคndlicher Rรคume โ€“ Alles eine Frage der Passung? (Jessica Brensing, Fredrik Norรฉn, Tuuli-Marja Kleiner, Andreas Klรคrner)
Viele Vereine in lรคndlichen Rรคumen klagen รผber Nachwuchsmangel. Dabei werden Schwierigkeiten, denen sich junge Menschen hรคufig bei ihrem Engagement gegenรผbersehen, zwar aufgefรผhrt, aber kaum systematisiert oder Lรถsungsansรคtzen gegenรผbergestellt. Das Konzept regionaler Gelegenheitsstrukturen in Bezug auf junge Menschen und ihr Engagement in Vereinen wird genutzt, um dieses Zusammenspiel von persรถnlichen Ressourcen sowie regionalen und lokalen Bedingungen und den daraus resultierenden Konsequenzen fรผr das Engagement junger Menschen in Vereinen sehr lรคndlicher Rรคume zu systematisieren. Problemzentrierte Einzelinterviews mit engagierten jungen Menschen sowie Schlรผsselakteuren aus Kommunalverwaltung und Vereinen decken drei zentrale als Herausforderungen gedeutete Bedingungen (mangelnde Anerkennung, Bedeutung von Wissens- und Unterstรผtzungsstrukturen sowie rรคumliche Distanzen beziehungsweise eingeschrรคnkte Mobilitรคt) fรผr das Engagement junger Menschen in Vereinen auf. Diesen begegnen die jungen Engagierten, Vereine sowie regionale Akteure mit verschiedenen Handlungspraxen, die als Lรถsungsansรคtze beziehungsweise Strategien gewertet wurden. Dabei spielen die persรถnlichen Ressourcen und die Unterstรผtzung durch den Verein eine wesentliche Rolle. Schlagwรถrter: junge Menschen, freiwilliges Engagement, Vereine, lรคndliche Rรคume, problemzentrierte Interviews
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