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ISSN: 1862-5002

Diskurs 3-2021 | Multiprofessionelle Zusammenarbeit in der Kinder- und Jugendhilfe und Schule

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ISSN: 1862-5002

Content

Diskurs Kindheits- und Jugendforschung / Discourse. Journal of Childhood and Adolescence Research
3-2021: Multiprofessionelle Zusammenarbeit in der Kinder- und Jugendhilfe und Schule

Andrea G. Eckhardt / Peter Cloos: Editorial

Schwerpunktbeiträge
Nina Preis: Die Steuerung multiprofessioneller Zusammenarbeit in Ganztagsschulen durch Schulleitende
Martin Reinert / Johanna M. Gaiser: Fallstudien zur Kooperation an Ganztagsschulen: Die Schulmensa als bedeutender Nebenschauplatz der multiprofessionellen Kooperation?
Carina Schilling: Institutionelle Erwartungen als Rahmen multiprofessioneller Kooperations- und Vernetzungsstrukturen von Familienzentren. Handlungslogiken organisationaler Akteur*innen

Freie Beiträge
Barbara Stauber: Erwachsen werden in pandemischen Zeiten – Herausforderungen an die zeitliche Herstellung und Gestaltung von Übergängen im Lebenslauf
Renate Stohler / Karin Werner / Jessica Brahmann: Leaving Care – eine Herausforderung für Pflegekinder in der Schweiz
Lena Sophie Weihmayer: Gewalt und Alkoholkonsum Jugendlicher. Beschreibungen delinquenter Jugendlicher zur Dynamik der Gewalt unter Alkoholeinfluss

Kurzbeiträge
Julia Höke / Petra Büker / Jana Ogrodowski: Paderborner Qualitätsstern (PQ3) zur Einschätzung der Kooperation im Übergang Kita – Grundschule: ein Selbstevaluationsinstrument für multiprofessionelle und institutionsübergreifende Zusammenarbeit
Petra Bauer: Herausforderungen multiprofessioneller Zusammenarbeit in der Erziehungsberatung
Günter Mey: Jugendliche in ländlichen Regionen – Jugendforschung in der Peripherie
Manfred Liebel: Schädliche Illusionen. UN rufen 2021 zum Jahr der Abschaffung der Kinderarbeit aus

Rezensionen
Christian Lüders: Andreas Gruschka (2020): Bildungserlebnisse. Eine systematische Selbstvergewisserung
Felix Seltner: Sebastian Haunss & Moritz Sommer (Hrsg.) (2020): Fridays For Future – Die Jugend gegen den Klimawandel. Konturen einer weltweiten Protestbewegung

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Leseproben

 

Einzelbeitrags-Download (Open Access/Gebühr): diskurs.budrich-journals.de
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Additional information

Publisher

ISSN

1862-5002

eISSN

2193-9713

Volume

16. Jahrgang 2021

Edition

3

Date of publication

21.09.2021

Scope

132

Language

Deutsch

Format

17 x 24 cm

DOI

https://doi.org/10.3224/diskurs.v16i3

Homepage

https://diskurs.budrich-journals.de

Reviews

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Autor*innen

Andrea G. Eckhardt
Martin Reinert
Johanna M. Gaiser
Carina Schilling
Barbara Stauber
Renate Stohler
Jessica Brahmann
Lena Sophie Weihmayer
Jana Ogrodowski
Manfred Liebel
Christian Lüders
Felix Seltner

Schlagwörter

agency, Alkohol, care leaver, Chancengerechtigkeit, Dynamik der Gewalt, Erziehungsberatung, Familienorientierung, Familienzentrum, Ganztagsschule, Interaktionsritual-Kette, Jugendforschung, Jugendgewalt, junge Erwachsene, Kinder- und Jugendhilfe, Kinderarbeit, Multiprofessionalität, multiprofessionelle Zusammenarbeit, Neo-Institutionalismus, Paderborner Qualitätsstern (PQ3), Pandemie, Pflegekinder, Professionalitätsentwicklung, Schule, Schulleiterforschung, Schulmensa, Steuerung, Zeitlichkeit

Abstracts

Die Steuerung multiprofessioneller Zusammenarbeit in Ganztagsschulen durch Schulleitende (Nina Preis)
Schulleitende werden traditionell als zentrale Akteur*innen in der Sicherung und Entwicklung der Qualität von Bildung verstanden. Seit der Erweiterung der Gestaltungsautonomie von Schule in den 1990er Jahren wurde diese Position verstärkt, was unter anderem dazu geführt hat, dass sie nun auch eine Schlüsselrolle bei der (Um-) Gestaltung der Personal- und Kooperationsstruktur in der Institution Schule einnehmen. Dies gewinnt besondere Relevanz dadurch, dass Schulen vor dem Hintergrund des quantitativen wie qualitativen Ausbaus von Ganztagsschulen sowie der parallelen Transformation zu einem inklusiven Bildungssystem vor die Aufgabe gestellt werden, sich vermehrt für andere pädagogische Professionen, zum Beispiel Sozialarbeiter*innen oder Erzieher*innen, zu öffnen. Bislang kaum untersucht ist allerdings, wie Schulleitende diese bildungspolitischen Anforderungen unter Voraussetzung ihrer jeweiligen Schule bearbeiten und welche Orientierungen dabei leitend sind. Die in diesem Beitrag vorgestellte Studie greift dieses Desiderat auf und befasst sich auf Basis von zwölf leitfadengestützten Interviews mit Schulleitenden hessischer Grundschulen mit der Frage, welche handlungsleitenden Orientierungen den Praktiken der Steuerung multiprofessioneller Zusammenarbeit zugrunde liegen. Schlagwörter: Multiprofessionalität, Ganztagsschule, Steuerung, Schulleiterforschung, Professionalitätsentwicklung
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Fallstudien zur Kooperation an Ganztagsschulen: Die Schulmensa als bedeutender Nebenschauplatz der multiprofessionellen Kooperation? (Martin Reinert, Johanna M. Gaiser)
Im Ganztagsschuldiskurs gelten fest in den Tag verankerte Kooperationszeiten und -orte als wichtige Stellschrauben für die Entwicklung der multiprofessionellen Kooperation. Mit der Implementierung dieser Schnittstellen geht die Hoffnung auf eine strukturell abgesicherte Form der Kooperation und einen verbesserten Dialog über Schülerinnen und Schüler einher. Im vorliegenden Beitrag wird die Annahme vertreten, dass durch das Fokussieren dieser ‚festen‘ Zeiten und Orte der Gelegenheitscharakter der Kooperation und damit der Blick auf bedeutsame Nebenschauplätze bisher nur randständig betrachtet wird. Am Beispiel der Schulmensa wird in zwei explorativen Fallstudien aufgezeigt, dass diese als fluide Schnittstelle im Alltag genutzt wird und ihr vor dem Hintergrund struktureller Herausforderungen der Kooperation eine kompensatorische Funktion zukommt. Zudem wird herausgearbeitet, dass mit dem Hinzufügen von Kooperationsanlässen zugleich die Gefahr einer Überfrachtung des Settings einhergeht. Schlagwörter: Ganztagsschule, Kooperation, Schulmensa, Multiprofessionalität, Fallstudie
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Institutionelle Erwartungen als Rahmen multiprofessioneller Kooperations- und Vernetzungsstrukturen von Familienzentren. Handlungslogiken organisationaler Akteur*innen (Carina Schilling)
Eine zentrale Erwartung an Familienzentren ist die Familienorientierung und diese geht mit der Aufforderung zu multiprofessioneller Kooperation und Vernetzung einher. Im Zentrum dieses Beitrags steht die Frage, wie Familienzentren ihre multiprofessionellen Kooperations- und Vernetzungsstrukturen angesichts dieser Erwartung gestalten. Das Phänomen wird dabei aus der Perspektive des Neo Institutionalismus betrachtet und als Übersetzungsprozess verstanden: Anhand zweier exemplarischer Fälle wird aufgezeigt, dass Familienzentren ihr Handeln an dieser Erwartung ausrichten. Dabei werden allerdings Anpassungen sichtbar, welche aus den Handlungslogiken organisationaler Akteur*innen angesichts vielfältiger institutioneller Erwartungen resultieren. Durch die Übersetzungen zeigen sich zwei unterschiedliche Formen der Familienorientierung und Konstrukte von Multiprofessionalität. Das organisationale Handeln im Kontext multiprofessioneller Kooperation und Vernetzung stellt somit ein vielschichtiges Phänomen dar, welches durch unterschiedliche institutionelle Erwartungen an das organisationale Feld der Familienzentren gerahmt wird. Gleiches gilt für die Kooperations- und Vernetzungsstrukturen. Schlagwörter: Familienzentrum, Multiprofessionalität, Familienorientierung, Neo-Institutionalismus, Übersetzung
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Erwachsen werden in pandemischen Zeiten – Herausforderungen an die zeitliche Herstellung und Gestaltung von Übergängen im Lebenslauf (Barbara Stauber)
Durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie verändert sich für viele das Zeiterleben dramatisch: Zukunft ist aufgeschoben und Gegenwart entweder extrem verdichtet oder prekär geworden. Dies betrifft insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene, von denen viele immer weniger in der Lage sind, ihre Übergänge in Ausbildung und Arbeit planen zu können; und gleichzeitig sind sie diejenigen, die unter den Einschränkungen des Jugendlebens in der Gegenwart, im Kontext von Peerkulturen, Freundschaften und romantischen Beziehungen, besonders leiden. Der Beitrag nimmt diese Situation zum Anlass, um grundsätzlich über die Dimension der Zeitlichkeit in der Hervorbringung von Übergängen im Lebenslauf nachzudenken. Er erinnert dabei an das temporal entworfene Agency-Konzept von Mustafa Emirbayer und Ann Mische (1998), das hierfür grundsätzlich anschlussfähig ist. Gerade mit Blick auf den starken normativen Erwartungsdruck, dem die Übergangsgestaltung Jugendlicher und junger Erwachsener unterliegt, ist dieses Konzept um eine kritische Perspektive auf (Chrono-)Normativitäten zu erweitern. Denn letztere werden derzeit extrem herausgefordert – mit offenem Ende. Schlüsselwörter: Zeitlichkeit, Übergänge, Junge Erwachsene, agency, Pandemie
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Leaving Care – eine Herausforderung für Pflegekinder in der Schweiz (Renate Stohler, Karin Werner, Jessica Brahmann)
In der Schweiz gibt es zum Thema Leaving Care von Pflegekindern keine wissenschaftlichen Studien. Im folgenden Beitrag werden ausgewählte Ergebnisse einer ersten qualitativen Studie aus der Schweiz zu diesem Thema vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass der Übergang in die Selbständigkeit für Pflegekinder wie auch für die Fachpersonen, die sie begleiten, anspruchsvoll ist. Deutlich wird zudem, dass Pflegekinder und Fachpersonen die Vorbereitung auf das selbständige Leben sehr unterschiedlich einschätzen und dass Pflegekinder nicht-professionellen Unterstützungsformen nach Erreichen der Volljährigkeit eine hohe Bedeutung beimessen. Schlagwörter: Care Leaver, Übergang, Pflegekinder, Kinder- und Jugendhilfe, Chancengerechtigkeit
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Gewalt und Alkoholkonsum Jugendlicher. Beschreibungen delinquenter Jugendlicher zur Dynamik der Gewalt unter Alkoholeinfluss (Lena Sophie Weihmayer)
Gewalthandlungen unter Alkoholeinfluss stellen ein Phänomen dar, das häufig bei Jugendlichen auftritt. Der Beitrag nimmt daher die Frage nach der Rolle des Alkohols in Gewaltsituationen aus Sicht Jugendlicher in den Blick. Mit Hilfe der Interaktionsritualtheorie (Collins, 2004) wird in einem Situationsansatz die Dynamik der Gewalt zweier ausgewählter empirischer Beispiele nachgezeichnet. Anhand der Beschreibungen, welche die delinquenten Jugendlichen zu ihrer emotionalen Ausgangslage geben, wird der Einfluss von Alkoholkonsum während der Gewalttat analysiert. Die Interviewdaten sind mittels problemzentrierter Interviews gewonnen und sequenzanalytisch ausgewertet worden. Schlagwörter: Jugendgewalt, Alkohol, Dynamik der Gewalt, Interaktionsritual-Kette
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Diskurs Kindheits- und Jugendforschung / Discourse. Journal of Childhood and Adolescence Research
3-2021: Multiprofessionelle Zusammenarbeit in der Kinder- und Jugendhilfe und Schule

Andrea G. Eckhardt / Peter Cloos: Editorial

Schwerpunktbeiträge
Nina Preis: Die Steuerung multiprofessioneller Zusammenarbeit in Ganztagsschulen durch Schulleitende
Martin Reinert / Johanna M. Gaiser: Fallstudien zur Kooperation an Ganztagsschulen: Die Schulmensa als bedeutender Nebenschauplatz der multiprofessionellen Kooperation?
Carina Schilling: Institutionelle Erwartungen als Rahmen multiprofessioneller Kooperations- und Vernetzungsstrukturen von Familienzentren. Handlungslogiken organisationaler Akteur*innen

Freie Beiträge
Barbara Stauber: Erwachsen werden in pandemischen Zeiten – Herausforderungen an die zeitliche Herstellung und Gestaltung von Übergängen im Lebenslauf
Renate Stohler / Karin Werner / Jessica Brahmann: Leaving Care – eine Herausforderung für Pflegekinder in der Schweiz
Lena Sophie Weihmayer: Gewalt und Alkoholkonsum Jugendlicher. Beschreibungen delinquenter Jugendlicher zur Dynamik der Gewalt unter Alkoholeinfluss

Kurzbeiträge
Julia Höke / Petra Büker / Jana Ogrodowski: Paderborner Qualitätsstern (PQ3) zur Einschätzung der Kooperation im Übergang Kita – Grundschule: ein Selbstevaluationsinstrument für multiprofessionelle und institutionsübergreifende Zusammenarbeit
Petra Bauer: Herausforderungen multiprofessioneller Zusammenarbeit in der Erziehungsberatung
Günter Mey: Jugendliche in ländlichen Regionen – Jugendforschung in der Peripherie
Manfred Liebel: Schädliche Illusionen. UN rufen 2021 zum Jahr der Abschaffung der Kinderarbeit aus

Rezensionen
Christian Lüders: Andreas Gruschka (2020): Bildungserlebnisse. Eine systematische Selbstvergewisserung
Felix Seltner: Sebastian Haunss & Moritz Sommer (Hrsg.) (2020): Fridays For Future – Die Jugend gegen den Klimawandel. Konturen einer weltweiten Protestbewegung

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1862-5002

eISSN

2193-9713

Volume

16. Jahrgang 2021

Edition

3

Date of publication

21.09.2021

Scope

132

Language

Deutsch

Format

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Andrea G. Eckhardt
Martin Reinert
Johanna M. Gaiser
Carina Schilling
Barbara Stauber
Renate Stohler
Jessica Brahmann
Lena Sophie Weihmayer
Jana Ogrodowski
Manfred Liebel
Christian Lüders
Felix Seltner

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Pressestimmen

Abstracts

Abstracts

Die Steuerung multiprofessioneller Zusammenarbeit in Ganztagsschulen durch Schulleitende (Nina Preis)
Schulleitende werden traditionell als zentrale Akteur*innen in der Sicherung und Entwicklung der Qualität von Bildung verstanden. Seit der Erweiterung der Gestaltungsautonomie von Schule in den 1990er Jahren wurde diese Position verstärkt, was unter anderem dazu geführt hat, dass sie nun auch eine Schlüsselrolle bei der (Um-) Gestaltung der Personal- und Kooperationsstruktur in der Institution Schule einnehmen. Dies gewinnt besondere Relevanz dadurch, dass Schulen vor dem Hintergrund des quantitativen wie qualitativen Ausbaus von Ganztagsschulen sowie der parallelen Transformation zu einem inklusiven Bildungssystem vor die Aufgabe gestellt werden, sich vermehrt für andere pädagogische Professionen, zum Beispiel Sozialarbeiter*innen oder Erzieher*innen, zu öffnen. Bislang kaum untersucht ist allerdings, wie Schulleitende diese bildungspolitischen Anforderungen unter Voraussetzung ihrer jeweiligen Schule bearbeiten und welche Orientierungen dabei leitend sind. Die in diesem Beitrag vorgestellte Studie greift dieses Desiderat auf und befasst sich auf Basis von zwölf leitfadengestützten Interviews mit Schulleitenden hessischer Grundschulen mit der Frage, welche handlungsleitenden Orientierungen den Praktiken der Steuerung multiprofessioneller Zusammenarbeit zugrunde liegen. Schlagwörter: Multiprofessionalität, Ganztagsschule, Steuerung, Schulleiterforschung, Professionalitätsentwicklung
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Fallstudien zur Kooperation an Ganztagsschulen: Die Schulmensa als bedeutender Nebenschauplatz der multiprofessionellen Kooperation? (Martin Reinert, Johanna M. Gaiser)
Im Ganztagsschuldiskurs gelten fest in den Tag verankerte Kooperationszeiten und -orte als wichtige Stellschrauben für die Entwicklung der multiprofessionellen Kooperation. Mit der Implementierung dieser Schnittstellen geht die Hoffnung auf eine strukturell abgesicherte Form der Kooperation und einen verbesserten Dialog über Schülerinnen und Schüler einher. Im vorliegenden Beitrag wird die Annahme vertreten, dass durch das Fokussieren dieser ‚festen‘ Zeiten und Orte der Gelegenheitscharakter der Kooperation und damit der Blick auf bedeutsame Nebenschauplätze bisher nur randständig betrachtet wird. Am Beispiel der Schulmensa wird in zwei explorativen Fallstudien aufgezeigt, dass diese als fluide Schnittstelle im Alltag genutzt wird und ihr vor dem Hintergrund struktureller Herausforderungen der Kooperation eine kompensatorische Funktion zukommt. Zudem wird herausgearbeitet, dass mit dem Hinzufügen von Kooperationsanlässen zugleich die Gefahr einer Überfrachtung des Settings einhergeht. Schlagwörter: Ganztagsschule, Kooperation, Schulmensa, Multiprofessionalität, Fallstudie
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Institutionelle Erwartungen als Rahmen multiprofessioneller Kooperations- und Vernetzungsstrukturen von Familienzentren. Handlungslogiken organisationaler Akteur*innen (Carina Schilling)
Eine zentrale Erwartung an Familienzentren ist die Familienorientierung und diese geht mit der Aufforderung zu multiprofessioneller Kooperation und Vernetzung einher. Im Zentrum dieses Beitrags steht die Frage, wie Familienzentren ihre multiprofessionellen Kooperations- und Vernetzungsstrukturen angesichts dieser Erwartung gestalten. Das Phänomen wird dabei aus der Perspektive des Neo Institutionalismus betrachtet und als Übersetzungsprozess verstanden: Anhand zweier exemplarischer Fälle wird aufgezeigt, dass Familienzentren ihr Handeln an dieser Erwartung ausrichten. Dabei werden allerdings Anpassungen sichtbar, welche aus den Handlungslogiken organisationaler Akteur*innen angesichts vielfältiger institutioneller Erwartungen resultieren. Durch die Übersetzungen zeigen sich zwei unterschiedliche Formen der Familienorientierung und Konstrukte von Multiprofessionalität. Das organisationale Handeln im Kontext multiprofessioneller Kooperation und Vernetzung stellt somit ein vielschichtiges Phänomen dar, welches durch unterschiedliche institutionelle Erwartungen an das organisationale Feld der Familienzentren gerahmt wird. Gleiches gilt für die Kooperations- und Vernetzungsstrukturen. Schlagwörter: Familienzentrum, Multiprofessionalität, Familienorientierung, Neo-Institutionalismus, Übersetzung
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Durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie verändert sich für viele das Zeiterleben dramatisch: Zukunft ist aufgeschoben und Gegenwart entweder extrem verdichtet oder prekär geworden. Dies betrifft insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene, von denen viele immer weniger in der Lage sind, ihre Übergänge in Ausbildung und Arbeit planen zu können; und gleichzeitig sind sie diejenigen, die unter den Einschränkungen des Jugendlebens in der Gegenwart, im Kontext von Peerkulturen, Freundschaften und romantischen Beziehungen, besonders leiden. Der Beitrag nimmt diese Situation zum Anlass, um grundsätzlich über die Dimension der Zeitlichkeit in der Hervorbringung von Übergängen im Lebenslauf nachzudenken. Er erinnert dabei an das temporal entworfene Agency-Konzept von Mustafa Emirbayer und Ann Mische (1998), das hierfür grundsätzlich anschlussfähig ist. Gerade mit Blick auf den starken normativen Erwartungsdruck, dem die Übergangsgestaltung Jugendlicher und junger Erwachsener unterliegt, ist dieses Konzept um eine kritische Perspektive auf (Chrono-)Normativitäten zu erweitern. Denn letztere werden derzeit extrem herausgefordert – mit offenem Ende. Schlüsselwörter: Zeitlichkeit, Übergänge, Junge Erwachsene, agency, Pandemie
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In der Schweiz gibt es zum Thema Leaving Care von Pflegekindern keine wissenschaftlichen Studien. Im folgenden Beitrag werden ausgewählte Ergebnisse einer ersten qualitativen Studie aus der Schweiz zu diesem Thema vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass der Übergang in die Selbständigkeit für Pflegekinder wie auch für die Fachpersonen, die sie begleiten, anspruchsvoll ist. Deutlich wird zudem, dass Pflegekinder und Fachpersonen die Vorbereitung auf das selbständige Leben sehr unterschiedlich einschätzen und dass Pflegekinder nicht-professionellen Unterstützungsformen nach Erreichen der Volljährigkeit eine hohe Bedeutung beimessen. Schlagwörter: Care Leaver, Übergang, Pflegekinder, Kinder- und Jugendhilfe, Chancengerechtigkeit
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Gewalthandlungen unter Alkoholeinfluss stellen ein Phänomen dar, das häufig bei Jugendlichen auftritt. Der Beitrag nimmt daher die Frage nach der Rolle des Alkohols in Gewaltsituationen aus Sicht Jugendlicher in den Blick. Mit Hilfe der Interaktionsritualtheorie (Collins, 2004) wird in einem Situationsansatz die Dynamik der Gewalt zweier ausgewählter empirischer Beispiele nachgezeichnet. Anhand der Beschreibungen, welche die delinquenten Jugendlichen zu ihrer emotionalen Ausgangslage geben, wird der Einfluss von Alkoholkonsum während der Gewalttat analysiert. Die Interviewdaten sind mittels problemzentrierter Interviews gewonnen und sequenzanalytisch ausgewertet worden. Schlagwörter: Jugendgewalt, Alkohol, Dynamik der Gewalt, Interaktionsritual-Kette
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