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ISSN: 2191-3560

ZISU 15 (2026) | Ästhetische Bildung

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ISSN: 2191-3560

Inhalt

ZISU – Zeitschrift für interpretative Schul- und Unterrichtsforschung
Heft 15 (2026): Ästhetische Bildung
hrsg. von: Andreas Bonnet, Christine Gardemann, Ingrid Kunze & Anne Niessen

Editorial
Andreas Bonnet / Christine Gardemann / Ingrid Kunze / Anne Niessen: Ästhetische (Zugänge zu) Bildung

Thementeil
Stefan Gebhard: Ästhetische Bildung zwischen Differenzerfahrung und Othering. Ethnografische Reflexionen einer Collagenpräsentation
Tim Böder / Thorsten Hertel: Von Gräben und Bühnentieren. Pädagogische Rahmungen kulturell-ästhetischer Bildung in der Adressierung urbaner und bildungsbezogener Teilhabedisparitäten
Paulina Bahlke: Zwischen „Freiraum“ und „Struktur“ – empirische Befunde zur Bewertungspraxis und Bildungsaffinität im Kunstunterricht
Inga Lotta Limpinsel: „Nur die Guten können auftreten“ – Ambivalenzen ästhetisch-kultureller Bildung in außerunterrichtlichen Angeboten
Evelyn May / Isabel Wullschleger: Fachlichkeit durch ästhetische Praxis in der Grundschule. Eine Computergeschichte im Deutschunterricht

Allgemeiner Teil
Carolin Rotter / Christoph Bressler / Miriam Schilling: „da finde ich die Notenkeule immer kontraproduktiv“ – der habitualisierte Umgang von Lehrkräften mit Leistungsbewertung und deren Implikationen für das Arbeitsbündnis
Annatina Caprez / Oxana Ivanova-Chessex / Anja Morawietz / Nora Némethy Wieland: Rassismuskritik in der Kunstdidaktik der Lehrer*innenbildung – Zu Verstrickungen im double bind
Tina Kreische: Kinder als Subjekte der Bildrezeption? Empirische Erkundungen in schulischen und musealen Kontexten
Romina Schmidt-Drechsler / Susanne Riegler: ‚Richtig‘ schreiben üben. Rechtschreibunterricht im Spannungsfeld divergierender Normen

 

Einzelbeitrag-Download (Open Access/Gebühr): zisu.budrich-journals.de
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Zusätzliche Informationen

Publisher

ISSN

2191-3560

eISSN

2195-2671

ISBN

978-3-8474-3468-9

Volume

15. Jahrgang 2026

Edition

15 (2026)

Date of publication

09.07.2026

Scope

176 Seiten

Language

Deutsch

Format

17 x 24 cm

DOI

https://doi.org/10.3224/zisu.v15i1

Homepage

https://zisu.budrich-journals.de

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Autor*innen

Keywords

Arbeitsbündnis, außerunterrichtliche Aktivität, Differenzerfahrung, dokumentarische Methode, Double Bind, Ethnografie, fachliche Praktiken, Fachlichkeit, Ganztagsschule, Grounded-Theory-Methodologie, Grundschule, Juli 2026, kulturelle Bildung, Kunstdidaktik, Kunstkanon, Kunstunterricht, Lehramtsstudierende, Lehrer*in-Schüler*in-Beziehung, Lehrer*innenbildung, Lehrkräfte, Lehrkräftebildung, Leistungsbewertung, Materialität, Norm, Noten, othering, Peers, Phänomenologie, Praxissemester, Professionsforschung, Rassismuskritik, Rechtschreibunterricht, Schriftlichkeit, Schule, Schultheater, Schwellenerfahrung, Schüleraustausch, Segregation, Language, Teilhabe, Unterrichtsforschung, Unterstützung, Üben, ästhetische Bildung

Abstracts

Ästhetische Bildung zwischen Differenzerfahrung und Othering. Ethnografische Reflexionen einer Collagenpräsentation (Stefan Gebhard)
Der Beitrag untersucht am Beispiel einer Collagenpräsentation im DaZ-Unterricht (Deutsch als Zweitsprache) eine doppelte Fragestellung: Zum einen werden Ambivalenzen ästhetischer Bildungspraxis zwischen produktiver Differenzerfahrung und zu problematisierendem Othering analysiert, zum anderen versucht der Beitrag die Konzeptualisierung ethnografischer Forschung als Raum für Schwellenerfahrungen. Die adressierungsanalytische Lektüre des Materials sensibilisiert dafür, dass pädagogisch inszenierte Differenzerfahrungen Gefahr laufen, außerästhetische Differenzkonstruktionen zu reproduzieren. Es wird deutlich, dass ästhetische Bildungspraxen im schulischen Feld nicht außerhalb pädagogischer Machtverhältnisse operieren, sondern in deren Reproduktion wie Irritation gleichermaßen verstrickt sind. Das Material weist weiterhin darauf hin, dass Irritationen und Momente des Nichtverstehens produktiv in den ethnografischen Forschungsprozess eingebunden werden können und somit neben der (souveränen) Befremdung des Materials auch dem Fremdwerden im Feld forschungspraktische Relevanz zukommt. Schlagwörter: ästhetische Bildung; Othering; Schwellenerfahrung; Differenzerfahrung; Ethnografie
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Von Gräben und Bühnentieren. Pädagogische Rahmungen kulturell-ästhetischer Bildung in der Adressierung urbaner und bildungsbezogener Teilhabedisparitäten (Tim Böder, Thorsten Hertel)
Ästhetische Bildung gilt mit ihren transformativ-transgressiven Potentialen als Schwellenraum für die Entstehung des Neuen. Gestützt auf Erkenntnisse aus der qualitativ-rekonstruktiven Studie BILOS fragt der Beitrag danach, welche pädagogischen Rahmungen auf kulturell-ästhetischer Praxis in der Adressierung sozialer wie bildungsbezogener Teilhabedisparitäten sich bei Lehrkräften, die ein lokales Austauschprojekt zwischen Schulen aus marginalisierten und privilegierten Quartieren realisieren, rekonstruieren lassen. Die Befunde verdeutlichen, dass kulturell-ästhetische Praxis für die Adressierung von Teilhabedisparitäten in der Schule in ein doppeltes Spannungsverhältnis eingerückt ist: schulischer Normalitätskorridor ästhetischer Alphabetisierung vs. transgressive ästhetische Erfahrung; Dekonstruktion vs. Reproduktion von Ungleichheit. Schlagwörter: Ästhetische Bildung, Schüleraustausch, Segregation, Schule, Schultheater, Teilhabe
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Zwischen „Freiraum“ und „Struktur“ – empirische Befunde zur Bewertungspraxis und Bildungsaffinität im Kunstunterricht (Paulina Bahlke)
Der Beitrag präsentiert erste empirische Befunde einer Studie zur Rolle der Organisation für die Handlungspraxis von Kunstlehrpersonen. Im Fokus stehen Leistungsbewertung und Bildungsaffinität der Praxis. Gegenstandstheoretischer Ausgangspunkt ist ein im kunstpädagogischen Diskurs reflektiertes Bewertungsproblem, in dessen Rahmen sich der organisational-institutionelle schulische Kontext als zentral erweist. Aus praxeologisch-wissenssoziologischer Perspektive wird dieser theoretisch präzisiert und mittels Dokumentarischer Interpretation episodischer Interviews empirisch erforschbar. Schlagwörter: Kunstunterricht, Leistungsbewertung, Professionsforschung, Dokumentarische Methode
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„Nur die Guten können auftreten“ – Ambivalenzen ästhetisch-kultureller Bildung in außerunterrichtlichen Angeboten (Inga Lotta Limpinsel)
Ästhetisch-kulturelle Bildungsangebote stellen an Ganztagsschulen einen etablierten Bestandteil des Programms dar. Begründet wird dies mit dem Potenzial für Bildungsprozesse, das der Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur inhärent ist. Gleichzeitig ist die Umsetzung derartiger außerunterrichtlicher Angebote mit der Herausforderung konfrontiert, sowohl schulische Logiken als auch Arbeitsweisen kulturpädagogischer Praxis zu vereinen. Der Beitrag setzt hier an, indem untersucht wird, ob und wie diese Handlungslogiken von den beteiligten Akteur*innen aufgerufen sowie situativ und interaktiv hervorgebracht werden. Zu diesem Zweck werden ethnographische Beobachtungsprotokolle und Interviewmaterial einer Grounded Theory-basierten Fallstudie zu einer Theater-AG analysiert. In den Blick geraten dabei variierende Konstruktionen des Angebots als alternativer Möglichkeitsraum zu Unterricht und einer (Re-)Produktion schulischer Ordnung in Phasen ausgeprägter Produktorientierung, verbunden mit Selektions- und Exklusionspraktiken. Schlagwörter: Kulturelle Bildung, Ästhetische Bildung, Außerunterrichtliche Aktivität, Ganztagsschule
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Fachlichkeit durch ästhetische Praxis in der Grundschule. Eine Computergeschichte im Deutschunterricht (Evelyn May, Isabel Wullschleger )
Im Rahmen einer phänomenologisch orientierten Sekundäranalyse einer dokumentierten Unterrichtszene des Grundschulunterrichts geht der Beitrag der Frage nach, wie eine sinnlich-leibliche Auseinandersetzung (als ästhetische Praxis) zur Konstitution von Fachlichkeit beitragen kann. Die Szene handelt von Kindern, die eine Geschichte erfinden und sie in einen Computer eintippen. Die ausgearbeiteten Aspekte der Materialität, Medialität, Zeitlichkeit, Phantasie, Normativität und Sozialität, die in der Szene thematisch werden, zeigen eine starke Verschränkung zwischen ästhetischer Praxis und fachlicher Auseinandersetzung, die im Diskurs bisher kaum Beachtung findet. Aus einer erziehungswissenschaftlichen Perspektive werden bisherige Begriffsverständnisse der Fachlichkeit erweitert und mit Theorien der Ästhetischen Bildung verknüpft. Schlagwörter: Schriftlichkeit, Sprache, Ästhetische Bildung, Materialität, Fachlichkeit, Phänomenologie, Unterrichtsforschung, Grundschule
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„da finde ich die Notenkeule immer kontraproduktiv“ – der habitualisierte Umgang von Lehrkräften mit Leistungsbewertung und deren Implikationen für das Arbeitsbündnis (Carolin Rotter, Christoph Bressler, Miriam Schilling)
Leistungsbewertung kommt in der schulischen Praxis eine zentrale Relevanz zu. Sie ist fester Bestandteil des schulischen Alltags aller Beteiligten. Dabei steht die Leistungsbewertung in einem ambivalenten Verhältnis zum Vollzug von Unterricht: Einerseits erschwert die Aufgabe von Lehrkräften, Schüler*innen nach Leistung zu hierarchisieren, den Aufbau eines auf wechselseitigem Vertrauen basierenden Arbeitsbündnisses. Andererseits erfordert die gemeinsame Arbeit im Arbeitsbündnis an Lernprozessen auch Bewertungen. Im Rahmen des Beitrags kontrastieren wir zwei Typen handlungsleitender Orientierungen, die wir auf Grundlage von Gruppendiskussionen mit Lehrkräften mittels Dokumentarischer Methode rekonstruieren konnten. Trotz deutlich unterschiedlicher Bearbeitung der schulischen Leistungslogik stimmen die Typen mit Blick auf ihre Implikationen für die Relationierung von Arbeitsbündnis und Leistungsbewertung insofern überein, als beide Typen Leistungsbewertung als nicht fruchtbar für das Arbeitsbündnis entwerfen. Schlagwörter: Lehrkräfte, Lehrer*in-Schüler*in-Beziehung, Arbeitsbündnis, Leistungsbewertung, Noten
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Rassismuskritik in der Kunstdidaktik der Lehrer*innenbildung – Zu Verstrickungen im double bind (Annatina Caprez, Oxana Ivanova-Chessex, Anja Morawietz, Nora Némethy Wieland)
In den letzten Jahren wird in der Bildungsforschung zunehmend anerkannt, dass Rassismus nicht nur auf individueller Ebene wirksam ist, sondern auch strukturell in Routinen und institutionellen Logiken von Bildungsinstitutionen verankert ist. Die Lehrer*innenbildung nimmt dabei eine zentrale Rolle ein – sowohl als Ort der Reproduktion als auch der möglichen Transformation gesellschaftlicher Verhältnisse. Der Beitrag beleuchtet anhand eines Fallbeispiels aus einer kunstfachdidaktischen Lehrveranstaltung an einer Pädagogischen Hochschule in der Schweiz, was rassismuskritische Lehre in durch hegemoniale Wissensordnungen geprägten, im staatlichen Auftrag agierenden institutionellen Räumen bedeutet und welche Ambivalenzen sich in diesem Kontext entfalten. Anhand der hermeneutisch orientierten Analyse eines an die Lehrveranstaltung anschließenden Reflexionsgesprächs werden Ambivalenzen einer rassismuskritischen Lehre herausgearbeitet, die tradierte Methoden der Didaktik Kunst und den eurozentristischen Kunstkanon kritisch befragt. Schlagwörter: Kunstkanon, Rassismuskritik, Kunstdidaktik, Lehrer*innenbildung, double bind
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„Also ich würde schon sagen, dass die größte Unterstützung eigentlich wir sechs uns gegenseitig gegeben haben.“ Orientierungen zur sozialen Unterstützung im Praxissemester (Tina Kreische)
Praxisphasen in der Lehrkräftebildung bringen Belastungen mit sich. Unterstützung wird vor diesem Hintergrund bedeutungsvoll. Der vorliegende Beitrag setzt hier an und geht der Frage nach, welches Verständnis von Unterstützung im Praxissemester Lehramtsstudierende in Gruppendiskussionen entwerfen. Für diesen Beitrag wurden vier Gruppendiskussionen von Studierenden, die ihr Praxissemester abgeschlossen haben, mittels der dokumentarischen Methode ausgewertet. Es zeigt sich, dass schulischen Akteuren wie Ausbildungsbeauftragten und Fachlehrkräften eine hohe Bedeutung zugesprochen wird. Auch die hohe Bedeutung von studentischen Peers kann rekonstruiert werden. Universitären Begleitformaten sprechen die Studierenden dagegen wenig Unterstützungspotenzial zu. Als hilfreich erscheint aus Sicht der Studierenden das, was in der Praxis hilft, und Unsicherheit reduziert. Schlüsselwörter: Lehramtsstudierende, Lehrkräftebildung, Peers, Praxissemester, Unterstützung
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‚Richtig‘ schreiben üben. Rechtschreibunterricht im Spannungsfeld divergierender Normen (Romina Schmidt-Drechsler, Susanne Riegler)
Obwohl Üben für die Ausbildung von Rechtschreibkönnen unbestritten eine wichtige Rolle spielt, ist über die alltägliche Praxis des Übens im Rechtschreibunterricht bislang nur wenig bekannt. Der Beitrag fragt danach, welche Eigenlogiken den Alltag des Rechtschreiben-Übens prägen, und legt seinen Analysen eine praxistheoretische, am situativen Vollzug des Unterrichts orientierte Perspektive zugrunde. Als Datengrundlage dienen Beobachtungsprotokolle, videografierte Rechtschreiblektionen und dokumentierte didaktische Artefakte, die in Orientierung an der Forschungsstrategie der Grounded-Theory-Methodologie zunächst offen kodiert und im weiteren Analyseprozess zu zunehmend theoriehaltigeren Konzepten verdichtet werden. Im Fokus des hier vorgestellten Ergebnisstrangs steht das Konzept der Normdeutung, dessen Variationen wir an ausgewählten Übe-Situationen aus unserem Datenmaterial illustrieren und mit Blick auf die dabei aufgerufenen Normhorizonte diskutieren. Wie zu zeigen sein wird, vollzieht sich schulisches Rechtschreiben-Üben vor dem Horizont eines komplexen Normengeflechts, in dem die orthografische Norm vielfach nicht den einzigen und auch nicht den entscheidenden Bezugspunkt bildet. Schlagwörter: Rechtschreibunterricht, Üben, Norm, fachliche Praktiken, Grounded-Theory-Methodologie
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ZISU – Zeitschrift für interpretative Schul- und Unterrichtsforschung
Heft 15 (2026): Ästhetische Bildung
hrsg. von: Andreas Bonnet, Christine Gardemann, Ingrid Kunze & Anne Niessen

Editorial
Andreas Bonnet / Christine Gardemann / Ingrid Kunze / Anne Niessen: Ästhetische (Zugänge zu) Bildung

Thementeil
Stefan Gebhard: Ästhetische Bildung zwischen Differenzerfahrung und Othering. Ethnografische Reflexionen einer Collagenpräsentation
Tim Böder / Thorsten Hertel: Von Gräben und Bühnentieren. Pädagogische Rahmungen kulturell-ästhetischer Bildung in der Adressierung urbaner und bildungsbezogener Teilhabedisparitäten
Paulina Bahlke: Zwischen „Freiraum“ und „Struktur“ – empirische Befunde zur Bewertungspraxis und Bildungsaffinität im Kunstunterricht
Inga Lotta Limpinsel: „Nur die Guten können auftreten“ – Ambivalenzen ästhetisch-kultureller Bildung in außerunterrichtlichen Angeboten
Evelyn May / Isabel Wullschleger: Fachlichkeit durch ästhetische Praxis in der Grundschule. Eine Computergeschichte im Deutschunterricht

Allgemeiner Teil
Carolin Rotter / Christoph Bressler / Miriam Schilling: „da finde ich die Notenkeule immer kontraproduktiv“ – der habitualisierte Umgang von Lehrkräften mit Leistungsbewertung und deren Implikationen für das Arbeitsbündnis
Annatina Caprez / Oxana Ivanova-Chessex / Anja Morawietz / Nora Némethy Wieland: Rassismuskritik in der Kunstdidaktik der Lehrer*innenbildung – Zu Verstrickungen im double bind
Tina Kreische: Kinder als Subjekte der Bildrezeption? Empirische Erkundungen in schulischen und musealen Kontexten
Romina Schmidt-Drechsler / Susanne Riegler: ‚Richtig‘ schreiben üben. Rechtschreibunterricht im Spannungsfeld divergierender Normen

 

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Publisher

ISSN

2191-3560

eISSN

2195-2671

ISBN

978-3-8474-3468-9

Volume

15. Jahrgang 2026

Edition

15 (2026)

Date of publication

09.07.2026

Scope

176 Seiten

Language

Deutsch

Format

17 x 24 cm

DOI

https://doi.org/10.3224/zisu.v15i1

Homepage

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Ästhetische Bildung zwischen Differenzerfahrung und Othering. Ethnografische Reflexionen einer Collagenpräsentation (Stefan Gebhard)
Der Beitrag untersucht am Beispiel einer Collagenpräsentation im DaZ-Unterricht (Deutsch als Zweitsprache) eine doppelte Fragestellung: Zum einen werden Ambivalenzen ästhetischer Bildungspraxis zwischen produktiver Differenzerfahrung und zu problematisierendem Othering analysiert, zum anderen versucht der Beitrag die Konzeptualisierung ethnografischer Forschung als Raum für Schwellenerfahrungen. Die adressierungsanalytische Lektüre des Materials sensibilisiert dafür, dass pädagogisch inszenierte Differenzerfahrungen Gefahr laufen, außerästhetische Differenzkonstruktionen zu reproduzieren. Es wird deutlich, dass ästhetische Bildungspraxen im schulischen Feld nicht außerhalb pädagogischer Machtverhältnisse operieren, sondern in deren Reproduktion wie Irritation gleichermaßen verstrickt sind. Das Material weist weiterhin darauf hin, dass Irritationen und Momente des Nichtverstehens produktiv in den ethnografischen Forschungsprozess eingebunden werden können und somit neben der (souveränen) Befremdung des Materials auch dem Fremdwerden im Feld forschungspraktische Relevanz zukommt. Schlagwörter: ästhetische Bildung; Othering; Schwellenerfahrung; Differenzerfahrung; Ethnografie
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Ästhetische Bildung gilt mit ihren transformativ-transgressiven Potentialen als Schwellenraum für die Entstehung des Neuen. Gestützt auf Erkenntnisse aus der qualitativ-rekonstruktiven Studie BILOS fragt der Beitrag danach, welche pädagogischen Rahmungen auf kulturell-ästhetischer Praxis in der Adressierung sozialer wie bildungsbezogener Teilhabedisparitäten sich bei Lehrkräften, die ein lokales Austauschprojekt zwischen Schulen aus marginalisierten und privilegierten Quartieren realisieren, rekonstruieren lassen. Die Befunde verdeutlichen, dass kulturell-ästhetische Praxis für die Adressierung von Teilhabedisparitäten in der Schule in ein doppeltes Spannungsverhältnis eingerückt ist: schulischer Normalitätskorridor ästhetischer Alphabetisierung vs. transgressive ästhetische Erfahrung; Dekonstruktion vs. Reproduktion von Ungleichheit. Schlagwörter: Ästhetische Bildung, Schüleraustausch, Segregation, Schule, Schultheater, Teilhabe
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Der Beitrag präsentiert erste empirische Befunde einer Studie zur Rolle der Organisation für die Handlungspraxis von Kunstlehrpersonen. Im Fokus stehen Leistungsbewertung und Bildungsaffinität der Praxis. Gegenstandstheoretischer Ausgangspunkt ist ein im kunstpädagogischen Diskurs reflektiertes Bewertungsproblem, in dessen Rahmen sich der organisational-institutionelle schulische Kontext als zentral erweist. Aus praxeologisch-wissenssoziologischer Perspektive wird dieser theoretisch präzisiert und mittels Dokumentarischer Interpretation episodischer Interviews empirisch erforschbar. Schlagwörter: Kunstunterricht, Leistungsbewertung, Professionsforschung, Dokumentarische Methode
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Ästhetisch-kulturelle Bildungsangebote stellen an Ganztagsschulen einen etablierten Bestandteil des Programms dar. Begründet wird dies mit dem Potenzial für Bildungsprozesse, das der Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur inhärent ist. Gleichzeitig ist die Umsetzung derartiger außerunterrichtlicher Angebote mit der Herausforderung konfrontiert, sowohl schulische Logiken als auch Arbeitsweisen kulturpädagogischer Praxis zu vereinen. Der Beitrag setzt hier an, indem untersucht wird, ob und wie diese Handlungslogiken von den beteiligten Akteur*innen aufgerufen sowie situativ und interaktiv hervorgebracht werden. Zu diesem Zweck werden ethnographische Beobachtungsprotokolle und Interviewmaterial einer Grounded Theory-basierten Fallstudie zu einer Theater-AG analysiert. In den Blick geraten dabei variierende Konstruktionen des Angebots als alternativer Möglichkeitsraum zu Unterricht und einer (Re-)Produktion schulischer Ordnung in Phasen ausgeprägter Produktorientierung, verbunden mit Selektions- und Exklusionspraktiken. Schlagwörter: Kulturelle Bildung, Ästhetische Bildung, Außerunterrichtliche Aktivität, Ganztagsschule
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Im Rahmen einer phänomenologisch orientierten Sekundäranalyse einer dokumentierten Unterrichtszene des Grundschulunterrichts geht der Beitrag der Frage nach, wie eine sinnlich-leibliche Auseinandersetzung (als ästhetische Praxis) zur Konstitution von Fachlichkeit beitragen kann. Die Szene handelt von Kindern, die eine Geschichte erfinden und sie in einen Computer eintippen. Die ausgearbeiteten Aspekte der Materialität, Medialität, Zeitlichkeit, Phantasie, Normativität und Sozialität, die in der Szene thematisch werden, zeigen eine starke Verschränkung zwischen ästhetischer Praxis und fachlicher Auseinandersetzung, die im Diskurs bisher kaum Beachtung findet. Aus einer erziehungswissenschaftlichen Perspektive werden bisherige Begriffsverständnisse der Fachlichkeit erweitert und mit Theorien der Ästhetischen Bildung verknüpft. Schlagwörter: Schriftlichkeit, Sprache, Ästhetische Bildung, Materialität, Fachlichkeit, Phänomenologie, Unterrichtsforschung, Grundschule
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Leistungsbewertung kommt in der schulischen Praxis eine zentrale Relevanz zu. Sie ist fester Bestandteil des schulischen Alltags aller Beteiligten. Dabei steht die Leistungsbewertung in einem ambivalenten Verhältnis zum Vollzug von Unterricht: Einerseits erschwert die Aufgabe von Lehrkräften, Schüler*innen nach Leistung zu hierarchisieren, den Aufbau eines auf wechselseitigem Vertrauen basierenden Arbeitsbündnisses. Andererseits erfordert die gemeinsame Arbeit im Arbeitsbündnis an Lernprozessen auch Bewertungen. Im Rahmen des Beitrags kontrastieren wir zwei Typen handlungsleitender Orientierungen, die wir auf Grundlage von Gruppendiskussionen mit Lehrkräften mittels Dokumentarischer Methode rekonstruieren konnten. Trotz deutlich unterschiedlicher Bearbeitung der schulischen Leistungslogik stimmen die Typen mit Blick auf ihre Implikationen für die Relationierung von Arbeitsbündnis und Leistungsbewertung insofern überein, als beide Typen Leistungsbewertung als nicht fruchtbar für das Arbeitsbündnis entwerfen. Schlagwörter: Lehrkräfte, Lehrer*in-Schüler*in-Beziehung, Arbeitsbündnis, Leistungsbewertung, Noten
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In den letzten Jahren wird in der Bildungsforschung zunehmend anerkannt, dass Rassismus nicht nur auf individueller Ebene wirksam ist, sondern auch strukturell in Routinen und institutionellen Logiken von Bildungsinstitutionen verankert ist. Die Lehrer*innenbildung nimmt dabei eine zentrale Rolle ein – sowohl als Ort der Reproduktion als auch der möglichen Transformation gesellschaftlicher Verhältnisse. Der Beitrag beleuchtet anhand eines Fallbeispiels aus einer kunstfachdidaktischen Lehrveranstaltung an einer Pädagogischen Hochschule in der Schweiz, was rassismuskritische Lehre in durch hegemoniale Wissensordnungen geprägten, im staatlichen Auftrag agierenden institutionellen Räumen bedeutet und welche Ambivalenzen sich in diesem Kontext entfalten. Anhand der hermeneutisch orientierten Analyse eines an die Lehrveranstaltung anschließenden Reflexionsgesprächs werden Ambivalenzen einer rassismuskritischen Lehre herausgearbeitet, die tradierte Methoden der Didaktik Kunst und den eurozentristischen Kunstkanon kritisch befragt. Schlagwörter: Kunstkanon, Rassismuskritik, Kunstdidaktik, Lehrer*innenbildung, double bind
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